Beiträge von Decima Lucilla

    Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus
    Aber.. ähm.. das mit Morgen geht immernoch klar? Oder wird dein Bruder da etwas dagegen haben? Ich mein...


    "Ach, die Decima und die Legionen..." Lucilla muss aufpassen, dass ihr Tonfall in einem neutralen Bereich bleibt und sie sich nicht zusehr aufregt. Ihr Herz zieht sich zusammen, wenn sie an ihren Bruder und ihre Cousins denkt, die irgendwo in Germania auf die Schlacht warten oder vielleicht schon mitten drin stecken. Und nur die Götter wissen, ob es ihnen gut geht. Die Legionen mochten den Wohlstand und den Frieden im Imperium sichern, mochten unglaublich wichtig sein, doch Lucilla würde sich dennoch niemals mit Begeisterung über sie äußern können.


    Sie blickt Meridius nach, der mit Maximans Mutter davongegangen ist.


    Als sie sich zu Crassus umwendet, liegt bereits wieder ein Lächeln über ihrem Gesicht. "Ich wüsste nicht, was er dagegen haben sollte. Irgendjemand sollte schließlich dafür sorgen, dass ich nicht verloren gehe und er selbst wird kaum die Zeit dafür finden. Er spricht immer nur in den höchsten Tönen von den ehemaligen Soldaten der Legio IX, also wird er froh sein, wenn mich ein solcher begleitet."

    "Ruhmreiche Taten im Feld? Ist das alles, was zählt?" Es rutscht Lucilla schneller heraus als sie denken kann. Sie hofft, dass der skeptische Tonfall nicht allzusehr aufgefallen ist. Doch es ärgert sie, dass Meridius Leben immer noch nur aus der Legio zu bestehen scheint. Kann er nicht einmal auch an die Familien der Männer denken, gerade jetzt, wo er doch Eleanora täglich vor Augen hat und sieht, wie schwer es für die Zurückbleibenden ist.


    Etwas versöhnlicher, da dies kein Thema ist, welches Lucilla Meridius in der Öffentlichkeit vorhalten will, fügt sie hinzu: "Den Kaiser zu schützen ist doch mehr als ehrenwert, lieber Bruder. Willst du ihm die besten Männer abwerben, auf dass er nur noch von Sklaven beschützt wird?"

    In Lucillas Kopf entsteht ein Bild, das nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist und sie wird auf der Stelle rot. Ein Glück kam der auslösende Satz dafür von Meridius (:P) und so schaut sie nur herausfordernd zu ihrem Bruder und versucht es mit einem breiten Grinsen zu überspielen.


    "Salve, Bruder. Schön, dass du auch da bist. Hmm... ja, ihr kennt euch ja. Wir haben gerade über den Kaiser gesprochen."


    Der Kaiser ist immer ein gutes, unverfängliches Thema. Meridius würde nichts dagegen sagen können.

    Mit allem hat Lucilla gerechnet, aber nicht damit. Sie traut sich nicht, Aemilia einen fragenden Blick zuzuwerfen, doch nachdem diese auch nach einer Sekunde noch nicht zu einer Antwort angesetzt hat, ergreift Lucilla das Wort.


    "Ja, Felicitas, die Göttin des Glückes." Durch ein Lächeln versucht sie ihre Worte zu bekräftigen und sich selbst Mut zu machen. "Wir möchten damit das Glück in die Welt tragen und die Anbetung und Ehrung von Felcitas mehren."

    Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus
    ...
    Wir haben mit Iulianus einen guten und gnädigen Kaiser erhalten, den Göttern sei Dank.


    Crassus suchte den Becher Wasser den er eben noch hatte, langsam wurde es wirklich warm in der Rüstung.


    "Oh ja, das haben wir! Ich hoffe, dass ihm die Götter noch ein langes, langes Leben bescheren werden."


    Lucilla will noch etwas hinzufügen, als sie glaubt, ihren Bruder ein Stück weiter weg zu sehen. Über sich selbst verärgert schüttelt sie den Kopf. Natürlich, sie hatte schon etwas viel Mulsum getrunken, dazu das Glas Wein von Mattiacus. Aber das ist noch lange kein Grund, Paranoia zu schieben.


    Lächelnd blickt sie wieder zu Crassus, als sie schon wieder Meridius sieht, der nun mit Aemilia spricht. Sie beugt sich ein wenig zur Seite um einen besseren Blick auf ihn zu haben und zieht ihre Stirn kraus. Bei den Göttern, er ist es tatsächlich! Ist denn das möglich? Lucilla überlegt, ob er es wirklich geschafft haben könnte, sie einzuholen. Maior und sie wollten ja eigentlich schon gestern angekommen sein, doch bei der Überfahrt mit dem Schiff kann man nie so genau planen. Und dass Meridius hier ist, beweist eindeutig, dass sein Schiff schneller war.


    Sie will sich schon dem Schicksal ergeben, dass sie sich gleich einen neuen Gesprächspartner, oder eher eine Gesprächspartnerin suchen werden muss, als ihr einfällt, dass Crassus ja bei der Legio IX war und nun Praetorianer ist. Das sind ja im Prinzip schon einmal gute Voraussetzungen für ein Gespräch. Jetzt muss sie nur noch darauf achten, nicht rot zu werden.


    Das Lächeln kehrt auf Lucillas Gesicht zurück und sie schaut Crassus an. Doch nach all den Gedanken hat sie komplett vergessen, was sie eigentlich sagen wollte.


    "Schmeckt dir der Wein nicht mehr?" fragt sie daher frei heraus, als sie sieht, dass er nur noch Wasser trinkt.

    Erleichtert stellt Lucilla fest, dass Aemilia ihr mit ihren Worten zuvorgekommen ist. Das 'Salve, oh Augustus' ist ihr schon auf der Zunge gelegen und sie hätte wohl nichts dagegen tun können, dass sie es gesagt hätte.


    Was nun kommt ist jedoch fast noch schlimmer. Lucilla nickt ein wenig eingeschüchtert, um Aemilias Worte zu bestätigen und schaut den Kaiser bis zum Zerreissen gespannt an.

    "Oh, aber nein." winkt Lucilla ein wenig erschrocken ab. "Ich will doch gar keine Details über ihn hören! Ich meinte ja nur, ob er auch manchmal so ein klein wenig menschlich und nicht immer so göttlich ist. Ich will nämlich mit Aemilia in den nächsten Tagen noch zu einer Audienz bei ihm in seiner Funktion als Pontifex Maximus und... naja... Ich fürchte mich ehrlich gesagt ein bisschen davor."


    Sie wird etwas rot und fügt schnell hinzu: "Also nur ein bisschen. Ich war auch schon einmal auf einem Bankett im Palast, aber da war er zum Glück immer von irgendwelchen wichtigen Leuten belagert."


    Es beruhigt sie, dass selbst Crassus in der Anwesenheit des Kaisers noch immer aufgeregt ist. Dann muss sie sich ihrer eigenen Aufregung gewiss nicht schämen.

    Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus


    Das Leben als Praetorianer hat eben auch seine Schattenseite, wobei ich meinen Beruf gegen keinen anderen Tauschen würde! Bei welchem anderen Beruf hätte ich sonst so viel und so nah mit dem Kaiser zu tun?


    Interessiert hört Lucilla den Ausführungen Crassus zur Arbeit der Praetorianer zu. Dabei fällt ihr auf, dass die Praetorianer eine der wenigen Einheiten sind, bei denen bisher noch kein Decima seinen Fuß in die Tür bekommen hat. Kein Wunder, dass sie ihr deshalb so geheimnisvoll und hochinteressant vorkommen.


    "Das ist sicher sehr aufregend, immer so nahe beim Kaiser zu sein, da kann man bestimmt getrost auf Gladiatorenspiele verzichten. Wie ist er so? Also der Kaiser meine ich. Ist er immer so über alles erhaben, oder hat er auch manchmal seine privaten Seiten? Er kommt mir immer so entrückt vor, so edel und beinahe schon göttlich."


    Mit Bestürzen denkt sie an die bevorstehende Audienz. Die Aufregung, dem Kaiser vielleicht bald schon persönlich zu begegnen, lässt ihr schon jetzt das Herz in die Kniekehlen rutschen. Zum Glück würde sie dann Aemilia an ihrer Seite haben.

    "Ach, so kompliziert ist das gar nicht." winkt Lucilla zaghaft ab. "Man braucht nur einen guten Baumeister, und den hatte ich mit meinem Cousin Martinus an meiner Seite, und dann stellt man ein paar Arbeiter hin und alles geht fast wie von selbst und schon steht die Biblitohek."


    Ganz so einfach ist es natürlich nicht gewesen, aber bürokratische Verfahren sind das Letzte, über das Lucilla jetzt reden möchte.
    Dann schaut sie ihn erstaunt an und ist einen Moment sprachlos, als ihr die Bedeutung seiner letzten Worte gewahr werden.


    "Du kannst dich nichteinmal an deine letzen Gladiatorenspiele erinnern?" Und dabei wohnt er doch mit Rom regelrecht im Spieleparadies. "Wenn Livianus die Wahl zum Aedil gewinnt, dann richtet er sicherlich auch große Spiele aus. Dann musst du unbedingt dorthin."


    Zu von einem Familienmitglied ausgerichteten Spielen müsste Lucilla sicher auch wieder nach Rom. Das ist ja wie bei einer Verlobung, oder fast schon eher wie eine Hochzeit.

    Lucilla nickt eifrig.


    "Oh ja, ein Besuch in Tarraco lohnt sich immer. Erst kürzlich gab es eine Einweihung nach der anderen. Wir haben jetzt einen Mercurius-Tempel, dort könntest du als Reisender ein Opfer darbringen."


    Wobei es natürlich unsinnig wäre eine Reise nach Tarraco zu tun um für eine Reise zu opfern.


    "Dann haben wir die Bibliothek endlich eröffnet. Ich hatte in meiner Zeit als Scriba die Planung dafür übernommen und bin sie bis zum letzten Ende nicht losgeworden." Sie grinst breit. "Aber jetzt steht sie und ich bin schon ein bisschen stolz, dass sie so prächtig geworden ist. Wenn du also mal eine gute Schriftrolle für Zwischendurch suchst..."


    Naja, auch nicht wirklich ein guter Grund.


    "Und schlussendlich die neue Gladiatorenschule! Die Eröffnungsspiele waren grandios! Spartacus, der Gladiator, hat einen unglaublich fulminanten Eröffnungskampf geboten. Magst du Gladiatorenspiele?"

    Herrje, wird es wirklich immer wärmer, oder kommt es Lucilla nur so vor? Eher unwahrscheinlich, hier draußen im Peristyl, immerhin geht es auch mehr und mehr dem Abend zu. Zum Glück wendet sich Crassus vermeindlich unverfänglicheren Themen zu und mit vermeindlich unverfänglichen Themen kennt sich Lucilla bestens aus. 8)


    "Oh ja, diese Trauben hier sind sehr lecker. Es sind italienische und ich würde behaupten, sie stammen vom Weingut Claudius - kein Händler sonst im Imperium bietet so wunderbar süße Trauben an."


    Sie beugt sich ein wenig näher an ihn heran und flüstert: "Ich bin regelrecht süchtig nach süßen Früchtchen... ähm, süßen Früchten."


    Irgendwie hört sich das auch nicht gerade unverfänglich an. Schnell fährt sie wieder etwas lauter fort: "Ich mag auch den italienischen Wein lieber, als den Hispanischen, auch wenn ich das nicht meinen Onkel Mercator hören lassen darf. Du musst wissen, die Gens Decima bestitz selbst ein kleines Gut mit ein paar Weinbergen."

    Auch Lucilla hofft, doch es nützt alles nichts. Die Röte schießt ihr ins Gesicht und nichts kann dies verhindern. Sie wendet sich schnell geschickt dem Buffet zu, so dass es hoffentlich niemand sieht. Bedächtig gießt sie aus einer Kanne Mulsum in ihren Becher, ganz langsam. Sie stellt die Kanne wieder ab, nimmt sie dann nocheinmal auf und schenkt noch etwas mehr ein, so dass der Becher fast bis zum Rand voll ist. Vorsichtig hebt sie ihn und trinkt einen Schluck.


    Als sie glaubt dass ihre Gesichtsfarbe wieder halbwegs normal ist, dreht sie sich wieder zu Crassus und lächelt schüchtern.


    "So etwas solltest du nicht sagen. Ich glaube nicht, dass ich solche Ansprüche erfüllen könnte. Und ich glaube auch nicht, dass ich das möchte."

    Lucilla nickt eifrig und verdrückt dabei ein paar der süßen Trauben. Das hört sich alles sehr schlüssig an. Komisch wäre nur, wenn einer von seinen Kollegen ihn dann in der Stadt herumlaufen sehen würde, wo er doch eigentlich zu Hause arbeitet. Aber sie weist ihn besser nicht darauf hin, nicht, dass er es sich noch anders überlegt. Andererseits, hat er nicht eben erst noch von den harten Strafen bei den Praetorianern gesprochen?


    "Du bist auch ganz sicher, dass das in Ordnung ist? Nicht, dass du hinterher gesteinigt wirst."


    Sie versucht zu grinsen, doch die Vorstellung einer Steinigung verhindert irgendwie, dass es ihr gelingt.

    "Perfekt."


    War das jetzt zu schnell? Egal, zu spät. Lucilla lächelt und bemerkt, wie Crassus leicht errötet. Hoffentlich sieht das nicht sein Pater Familias, sonst bekommt sie noch Schwierigkeiten. (:D)


    Mit dem starken Praetorianer und dem fast genau so starken Ambrosius an der Seite würde Lucilla keine weiteren Packsklaven brauchen. Ob Crassus wohl ein guter Einkäufer ist? Nunja, das würde sich schon herausstellen. Zur Not würden sie einfach nur Bummeln und Lucilla würde an einem anderen Tag nochmals mit Alessa oder Aemilia aufbrechen.


    "Musst du denn morgen nicht zum Dienst?" fragt sie sicherheitshalber nocheinmal nach. Nicht, dass sie ihn noch in Schwierigkeiten bringt.

    Zitat

    Original von Lucius Decimus Martinus
    Ui, da gehts ums Sacher.
    Na bitte ned......... :D *zuMagnuszwinker*


    *Setzt auf der Tastatur zu einer Grundsatzdiskussion über Österreicher und ihren Geschmack an*


    *Innehalten*


    *Kopfschüttel, hat eh keinen Sinn*


    :P


    Welch eine Ungerechtigkeit! Ihr habt so etwas gutes wie die Sachertorte einfach nicht verdient! :D

    Einen Augenblick ist Lucilla versucht zu sagen, dass sie vorher noch nie in Rom gewesen ist. Dummerweise hat sie nur ihr halbes Leben in der ewigen Stadt verbracht, auch wenn sie mit Tante Drusilla nicht wirklich viel herumgekommen ist.


    "Ich bin in Rom erzogen worden. Mein letzer Besuch liegt allerdings schon länger zurück."


    Den Zeitraum zwischen Anfang der momentanen Amtsperiode des CH und heute könnte man sicher getrost als 'schon länger' auffassen. Immerhin geht es jetzt schon wieder auf das Ende zu.


    "Du kennst dich sicher gut aus in Rom. Als Praetorianer ist das bestimmt eine Voraussetzung?"


    Instinktiv spürt Lucilla, dass sie gerade mal wieder dabei ist, sich in eine Situation zu bringen, die ihr hinterher Schwierigkeiten bringen würde. Aber solange Meridius noch im fernen Hispania sitzt und Ambrosius brav hinter ihr her läuft, ist sicher nichts dabei, mit jemandem durch die Stadt zu laufen. ;)

    Während die beiden sich über solche Belanglosigkeiten unterhalten, hat Lucilla versucht in ihren Gedanken bereits den gesamten Ablauf der Audienz vorauszuplanen. Richtig gelungen ist ihr das jedoch nicht, bei dieser ganzen Ablenkung. (:P)


    "Wir sind überhaupt nicht feige." murmelt sie vor sich hin und greift dann nach einer der Früchte. Dann wendet sie sich wieder mit voller Aufmerksamkeit Aemilia und Martinus zu.


    "Herrje, bin ich aufgeregt. Felicitas steh uns bei."

    Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus
    Als es wieder etwas ruhiger bei den Buffetbelagerer Lucilla und Crassus wurde, fragte er sie:


    Du wohnst eigentlich in Hispania, Tarraco, wenn ich das richtig mitbekommen habe... Sag, wie lange wirst du dann noch in Rom bleiben bevor du zurückreist?


    Das ist eine gute Frage.


    "Och, so ein paar Tage werde ich sicher noch bleiben. Ich muss gemeinsam mit Aemilia noch zu einer Audienz bei Pontifex Maximus. Zumindest versuchen wir, eine zu bekommen. Außerdem muss ich natürlich über die Märkte gehen, schauen, ob es etwas neues gibt. Der Cursus Publicus läuft in Hispania auch ohne mich eine Weile gut, daher kann ich mir das schon erlauben. Und von meiner Familie will ich auch noch ein bisschen was haben, ich sehe sie ja sonst so selten."

    Lucilla überlegt sich wieder und wieder, wie sie anfangen sollen. Bis über das 'Salve' ist sie jedoch noch nicht hinausgekommen. Nervös lächelt sie Aemilia zu und versucht es irgendwie aufmunternd ausschauen zu lassen, doch wahrscheinlich klappt das eher nicht. Hoffentlich lässt sich der Pontifex noch Zeit. Andererseits, hoffentlich kommt er bald, je länger sie hier warten, desto nervöser wird Lucilla.