Beiträge von Decima Lucilla

    Ruckartig setzt sich Lucilla auf und es ist aus mit der Gemütlichkeit. "Frau?"


    Sie durchbohrt Marius förmlich mit ihrem Blick und kneift die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. "Was für eine Frau hatte wobei ihre Finger im Spiel? Setzt dich!" Sie weist auf einen der Stühle, die um den kleinen Tisch herum stehen. "Erzähl es mir. Und erzähl mir keine Lügen, ich merke das!"


    Augenblicklich ist Lucillas Neugier angefacht und nichts würde sie wieder zur Ruhe bringen, außer, dass sie weiß, wovon der Sklave da redet. Schlimm genug, dass die Verwandtschaft so weit weg ist, dass man nichts mehr mitbekommt, aber dass sie dazu auch alle noch so schreibfaul sind und Lucilla nicht mitbekommt, wenn ihre Lieblingscousins von irgendwelchen Frauen umgarnt werden, das gefällt ihr überhaupt nicht.

    Mit gewohnt energischem Schritt geht Lucilla schon auf das Atrium zu, als sie abrupt stehen bleibt, sich in der gleichen Bewegung noch umdreht und Livianus mit großen Augen anschaut. "Wer hat eine Frau gefunden?" Viele Brüder, die zur Zeit in Germania sind, hat Livianus ja nicht. Mattiacus? Nein, der ist noch nicht lange genug in Germania, außerdem würde er mit einer Hochzeit warten, bis er wieder in Rom ist.


    "Bei den Göttern, Magnus!?" Dass Magnus überhaupt jemals heiraten könnte, das liegt jenseits von Lucillas Vorstellungen. Denn er ist in ihren Augen der ewige Soldat, mehr noch als ihre Brüder oder Livianus es jemals waren. Sie liebt ihn ebenso innig wie ihre übrigen Lieblingscousins und trotzdem hat sie mit ihm meist am wenigsten zu erzählen, denn es kommt ihr immer so vor, als würde seine Welt nur aus den Truppen bestehen, die ihrer Welt so unendlich fern sind. Dass in dieser Welt Platz für eine Frau ist, das hätte sie nicht vermutet.


    "Ist es eine ... politische Sache?"

    "Macht nichts," antwortet Lucilla unwillkürlich lächelnd. "Oh." Sie schaut sich erfreut in dem Raum um. "Das ist hier wirklich gar nicht so schlimm, wie ich es erwartet habe. Mitten in einem Haufen von Soldaten vermutet man so eine ganz normale Casa gar nicht."


    Allzu deutlich würde sie es zwar nicht sagen, immerhin ist sie die Schwester eines Soldaten seit sie denken kann, aber ihre Vorstellungen von den Behausungen ihres Bruders und ihrere Cousins waren immer ziemlich anders gewesen als diese Casa - kleiner, dunkler, dreckiger und ungemütlich. Tatsächlich hat sie es in ihrem gesamten Leben bisher auch nicht geschafft, irgendwen in einem Legionslager zu besuchen, oder besser gesagt, hatte sie es bisher immer strikt abgelehnt. Doch was soll sie schon tun, wenn die Männer überhaupt nicht mehr nach Hause kommen und auch noch anfangen, die übrige Familie um sich in den Lagern zu sammeln? Wieder einmal ist sie froh, sich dieses Schicksal mit Avarus erspart zu haben.


    "Wie ist das so, hier zu leben?" fragt sie Marius, denn er erscheint ihr in Hinsicht auf die Legion vorerst neutral. Sie lässt sich auf das Bett fallen und seufzt zufrieden. Die Reise war doch anstrengend gewesen und nach den kurzen letzten Nächten in den Mansiones würde sie am nächsten Morgen sicherlich ersteinmal ausschlafen.

    Ein kleiner Stein fällt ihr vom Herzen, dass sie sich nicht noch um eine Unterkunft kümmern muss. Auf die Familie ist eben immer Verlass. Bei der Erwähnung ihres Verlobten, leuchten Lucillas Augen auf. "Oh ja, und wie gut er mir tut. Ich kann es kaum noch erwarten, bis wir verheiratet sind."


    Dann weicht das Lächeln ein bisschen aus ihrem Gesicht. "Ich vermisse ihn jetzt schon. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das in Germania aushalten soll. Aber du weißt doch, ich habe ihnen versprochen, dass ich sie noch in diesem Jahr besuchen würde und ich wäre nicht ich, wenn ich meine Versprechen gegenüber der Familie nicht einhalten würde, nicht wahr? Außerdem freue ich mich natürlich auch, alle wieder zu sehen, es ist fast wie früher, wenn ich nach Hispania gekommen bin. Mit dem Unterschied, dass mich neben dem warmen Empfang der Familie eine kalte, ungemütliche Provinz erwartet. Wenigstens dich kann man noch besuchen, ohne dass man sich die Füße abfriert." Sie grinst breit. "Lass uns reingehen, ja? Ich bin zwar lange genug gesessen, aber ich hätte nichts gegen eine Sitzgelegenheit, die fest auf dem Boden steht und nicht die ganze Zeit unter mir wackelt."

    "Livianus!" Dass sie sich umarmen lassen soll, braucht ihr Lieblingscousin nicht zweimal zu sagen, schon ist sie bei ihm und drückt ihn fest. "Wie geht es dir? Ich hatte schon die Befürchtung, dass du gar keine Zeit hast. Ich bin auf der Reise nach Germania, hast du meinen Brief bekommen? Sicher, oder? Am Tor haben sie gesagt, ich darf in das Lager rein, ich bin also nicht Schuld, wenn es nicht so ist. Oh, der Wagen steht noch vor dem Tor ... schätze ich ... wenn es dir nicht Recht ist, dann kann ich mir ein Gasthaus in der Stadt suchen, das ist gar kein Problem. Gut schaust du aus, trotz der Rüstung." Sie schaut ihn strahlend an. "Das macht bestimmt die Landluft hier oben." :D

    "Vale Livia." Lucilla schaut ihr lächelnd hinterher und nimmt dann ihre Wachstafel wieder zur Hand. Der Abschluss des Textes scheint ihr auch nach nochmaligem Durchlesen noch nicht stimmig und so braucht es noch eine Weile, bis sie endlich mit dem Artikel zufrieden ist. Für diesen Tag ist die Arbeit an der Acta Diurna damit für Lucilla erledigt, denn über dem Atrium dämmert es schon, und sie macht sich auf den Weg nach Hause. Bevor sie das Redaktionsgebäude verlässt, wirft sie besorgt einen Blick nach Rechts und nach Links, doch da lauert kein Prätorianer. Trotzdem eilt Lucilla recht schnellen Schrittes durch die Straßen Roms.

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    Original von Marcus Flavius Aristides


    Dass Aristides Germania für gar nicht so schlimm befindet, das beruhigt Lucilla doch ein bisschen. Obwohl einen Mann wie ihn sicherlich nichts auf der Welt beunruhigt, außer die Frage der Sphinx, aber das kann man ihm schlecht verdenken. Sie folgt mit ihrem Blick seinem angedeuteten Blick zu Rutger und reckt ein wenig ihren Hals, um den Mann besser sehen zu können. "Er sieht gar nicht bärbeißig und grob aus, eigentlich doch sogar ganz kultiviert." Soweit sich Lucilla erinnern kann, kennt sie keine echten Germanen, nur Römer, die in diesem Land geboren sind, so wie Avarus und seine Familie. "Aber ich habe vor den Germanen keine Angst. Ich bin sicher, gegen so manchen hispanischen Stier können sie nur fromme Lämmer sein." Sie grinst und greift nach etwas zu Essen. "Außerdem werden mein Bruder und mein Cousin schon auf mich acht geben, in dieser Hinsicht sind die Decima eh ziemlich übereifrig." Meridius würde für seine Familie ganz Germania auf den Kopf stellen und auch, wenn ihr Verhältnis in der letzten Zeit ein wenig gelitten hatte, wenn Lucilla in ernsthafter Gefahr wäre, dann würde er seine Legionen bewegen, um sie zu retten, da ist sie sich ganz sicher.


    Nachdem sie ein Ei verspeist hat, lächelt sie wieder schüchtern, als Aristides ihren Namen erneut so hervorhebt. "Das kann man so nicht sagen, wenn du nicht versetzt worden wärst, dann wären wir uns vielleicht bald in Germania über den Weg gelaufen. Mantua sagst du, bist du mit Livianus hergekommen? Dann wäre die Chance gar nicht so schlecht gewesen, denn ihn hätte ich auch noch besucht. So werde ich vielleicht in Mantua vorbeischauen, mal sehen. Aber ich kann dich schon verstehen, nirgends ist es so aufregend, wie in Italia, zumindest in Roma. Wobei ich Mantua auch als recht verschlafen in Erinnerung habe, allerdings war ich dort nur einmal ziemlich kurz."


    Sie lacht leise auf. "Aber nein, das missverstehst du. Ich habe die Briefe nicht bekommen, ich habe sie nur angenommen und auf ihre Reise zum Ziel geschickt. Wobei das nur ein sehr geringer Teil der Arbeit war. Es ist eine Menge Verwaltung, Organisation und Schriftkram. Man sitzt den ganzen Tag in einem Officium. Naja, zumindest, wenn man sich nicht auf Inspektionsreisen befindet." Dass viele Menschen aber nur Briefe geschrieben haben, um auf ein Gespräch vorbei zu kommen, das Gefühl hatte Lucilla schon öfter gehabt. Und manche Männer waren tatsächlich regelrecht zudringlich geworden, aber mittlerweile hat sie dieses 'Problem', dass wildfremde Männer ständig mit ihr Essen gehen wollen nicht mehr. In der Regel genügt ein Hinweis auf ihren Verlobten, um die Männerwelt abzuschrecken, aber seit sie aus dem Dienst ausgeschieden ist, hat eigentlich auch kein Mann mehr versucht, sie anzubaggern. (:D)


    Aristides hört einfach nicht auf mit seinen Komplimenten und so hört Lucilla einfach nicht auf, wieder ein wenig zu erröten. Sie blickt etwas verschämt auf ihren Teller, bis sie das Gefühl hat, wieder abgekühlt zu sein und blickt dann auf. "Vor Italia war ich in Hispania Praefecta Vehiculorum. In Tarraco habe ich einen Heiratsantrag bekommen und ich folgte ihm nach Rom. Das war nicht schwer, denn ich habe einen Großteil meiner Jugend in Rom verbracht und die Stadt lässt mich nicht mehr los. Dann war auch noch der Posten des Praefectus Vehiculorum von Italia frei, den ich übernahm, aber aus der ursprünglichen Heiratsabsicht ist nichts geworden." Ihr Blick geht ganz unbeabsichtigt durch den Raum und sucht Crassus zwischen den Gästen. Natürlich ist er schon wieder am Flirten mit einer Frau und Lucilla versucht sich wieder einzureden, dass ihre Entscheidung einfach richtig gewesen war. Dennoch hat der Gedanke wie immer einen schalen Beigeschmack.

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    Original von Marius
    "Salve, Herrin! Wie schön, nach so langer zeit ein bekanntes Gesicht zu sehen", freute ich mich, als ich Lucilla die Tür aufhielt.


    "Salve ..." Lucilla schaut freundlich lächelnd in das Gesicht des Sklaven und versucht sich ihre Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. Ein bekanntes Gesicht zu sehen - das kann sie jetzt nicht gerade von sich behaupten. Natürlich, er muss einer von Livianus Angestellten oder Sklaven sein, aber woher kennt er Lucilla? Herrje, Tarraco vielleicht? Das könnte sein, und tatsächlich, langsam, ganz langsam dämmert es ihr. "... ähm ..." Sie versucht noch etwas Zeit heraus zu schinden, Sekunden nur, währen sie weiter freundlich lächelt. Ein Sklave, ja, dessen ist sie sich nun ganz sicher. Caius? Nein, obwohl 'aius' schon stimmt. Oder war es 'arius'? Varius? Darius? Oder doch Marius? Herrje. "... Marius." Schließt sie letztendlich, darauf bemüht, den ersten Buchstaben regelrecht zu verschlucken und hofft nun, dass wenigstens das Ende vom Namen passt.


    Damit er gar nicht groß die Möglichkeit hat, einen eventuellen Fehler zu bemängeln, fährt sie direkt überschwänglich fort. "Es freut mich auch sehr, dich wiederzusehen." Glaubt sie zumindest. " Wie lange ist das jetzt wohl her? Recht lange, nich wahr?" Zumindest Theoretisch müsste es das. Oder war er irgendwann mit Livianus in Rom gewesen? "Wie geht es dir? Ist Livianus hier, oder hat er noch zu tun?"

    Lucilla hat lange über die Tunica recta nachgedacht, bevor sie sich dafür entschieden hat, sie nicht selbst zu weben. Das stundenlange Sitzen vor dem Webstuhl hat sie noch nie sonderlich angezogen, doch das allein ist es nicht. Es ist eher so, dass sie zusätzlich noch nie mit dem Ergebnis zufrieden gewesen ist und wenn das Kleid nicht perfekt wäre, würde sie sich die ganze Hochzeit lang in Grund und Boden schämen. Nein, da geht sie lieber kein Risiko ein.


    "Ich danke dir für das Angebot. Ich werde ersteinmal mit Pollux reden, vielleicht möchte er gar nicht. Dann wäre so jemand wie Ursus auf jeden Fall eine große Hilfe." Da fällt fast die Entscheidung schwer, ob sie nicht direkt zusagen sollte. Ursus Kochkünste sind bei Hungis Gästen geradezu berühmt, Lucilla weiß selbst, welche ausgefallenen Kreationen der Küchenmeister zaubert. Aber nachdem sie mit Avarus schon alles besprochen hat, will sie jetzt nicht wieder alles umschmeißen. Sie würde vorerst Pollux einplanen.


    Sie seufzt auf. "Hach, das ist alles so viel Planung, so viele Sachen, an die man denken muss. Aber es wird wirklich Zeit, ich kann es gar nicht erwarten, endlich in der Casa Germanica einzuziehen. Das wird alles so ganz anders als bisher." Ihre Augen leuchten beim Gedanken daran, Avarus ganz nah zu sein.


    Dann schaut sie zu Livia auf und lächelt. "Das wäre alles. Ich sollte mich auch wieder an die Arbeit machen, sonst ist der Sommer vorbei und das Loch immer noch nicht gestopft." (:D)

    Während Aristides über die Legenden von Aegyptus berichtet, werden Lucillas Augen Stück für Stück größer. Irgendwie geht sie trotz allem davon aus, dass er am Ende zugeben wird, dass er all das doch selbst gesehen hat, denn er scheint ihr in dieser Hinsicht sehr verwegen, wie ein Abenteurer, so ganz anders, als die Soldaten und Bürohengste ihrer Familie, ganz anders auch als Avarus, ein bisschen so wie Spartacus. Fast ist sie ein bisschen enttäuscht, als er den Götter dankt, dies alles nicht gesehen zu haben.


    Wieder lacht Lucilla und winkt ab. "Keine Sorge, ich glaube kaum, dass mir Germania gefallen wird. Ich stamme aus Hispania und ich liebe die Sonne und die Wärme. Alles, was ich bisher von Germania gehört habe, kommt mir wie aus einem Schauermärchen vor, welches man seinen Kindern am Feuer erzählt. Ich denke, es ist eine furchtbare Provinz, aber für die Familie nimmt man doch so einiges auf sich, nicht wahr?" Sie würde es natürlich niemals gegenüber Avarus erwähnen, dass sie so über Germania denkt und mit ihm würde sie sogar in die furchtbarste Provinz überhaupt ziehen, wenn es ihn dorthin zieht, doch sie hofft trotzdem, dass das nie der Fall sein wird.


    Bei den Worten über ihr Lachen wird Lucilla wieder ein wenig rot. Sie hat noch nie verstanden, warum wildfremde Männer im Postofficium sie zum Essen einladen oder warum sie sie mit Geschenken behängen wollen, nur weil sie so ist, wie sie ist. Ihre Mutter, ebenfalls eine hübsche Frau, hatte ihre Töchter immer dazu ermahnt, bescheiden zu sein und zumindest in dieser Hinsicht scheint die Erziehung fruchtbar gewesen zu sein.


    Ihr Lächeln verblasst ein wenig, als Aristides seine Arbeit nennt. "Oh, ein Soldat? Das hätte ich gar nicht gedacht. Soldaten sind sonst immer so ernst und verkniffen." Sie schmunzelt leicht. "Mittlerweile arbeite ich nicht mehr für den Cursus Publicus. Aber bis vor kurzem war ich Praefecta Vehiculorum von Italia."

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    Original von Marcus Flavius Aristides


    Lucilla beobachtet ganz genau, wohin die Menschen um sie herum schauen. Die einen blicken zum gebotenen Schauspiel, die anderen sind in leise Unterhaltungen vertieft. In einem Augenblick, als Aristides seinen Blick auf die Bühne lenkt, schüttet Lucilla schnell die Hälfte Wein aus ihrem Bechers in seinen Becher. Dann hebt sie ihren Becher eilig zu den Lippen, täuscht vor, etwas Wein zu trinken und stellt ihn lächelnd wieder auf den Tisch, als sich Aristides wieder ihr zuwendet. Mit einer völlig unschuldigen Miene führt sie die Unterhaltung fort.


    "Das ist wohl wahr, man lässt ein Stück von sich in Africa und wenn man es wiederhaben will, dann muss man wohl nochmal dorthin, aber das ist ja mit vielen Orten so. Wir waren wirklich lange unterwegs, aber es war teilweise auch dringend notwendig. Manche Poststationen waren in keinem guten Zustand. Nur Aegyptus haben wir wie gesagt leider nicht erreicht. Dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut. Ist es wirklich so beeindruckend, wie man hört? Mein Onkel hat mir früher oft davon erzählt, von den Sphingen, die in der trockenen Wüste leben, von Frauen mit Katzenköpfen, Männern mit Vogelgesichtern und natürlich von den großen Pyramiden. Es muss herrlich sein. Eines Tages werde ich es auch sehen, da bin ich mir ganz sicher. Aber als nächstes steht Germania auf meinem Plan. Meine halbe Familie wohnt dort und ich habe ihnen schon lange versprochen, dass ich sie mal besuche."


    Auf sein Geständnis hin lacht Lucilla leise auf und hebt verschämt ihre Hand vor den Munde. Sie kneift die Lippen zusammen und lächelt verzückt. "Verzeih," entschuldigt sie sich schließlich noch immer lächelnd. "Aber das ist ein zu köstliches Bild, ein Flavier, der den Löwen in der Arena entgegen tritt." Wie zweideutig diese Bemerkung ist, realisiert Lucilla gar nicht. "In Africa sind wir leider zu keinen Gladiatorenspielen gekommen. Die Pflicht ging vor." Sie muster Aristides und kichert wieder leicht. "Ich kann mir dich bildlich vorstellen, wie du das Schwert schwingst." Nein, ein Schwert würde sie diesem Mann absolut nicht in die Hand geben. Irgendwie würde es nicht zu ihm passen. "Was macht du eigentlich, wenn du keine Weinfeste oder Gladiatorenspiele besuchst, oder durch die Provinzen reist? Oder reist du beruflich durch die Provinzen?"

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    Original von Iulia Helena
    *sabber* Laurence Oliver... Attica, das gibt mindestens 100 Extrapunkte auf dem Sympathiekonto ... *schmacht*


    Oh weh, ich befürchte, solange Helena noch nicht verheiratet ist, werden hier nun bald dutzende Laurence Olivers herumlaufen. ;)
    (Was natürlich immer noch besser als dutzende Orlando Blooms ist. :D )


    Zur Frage 1: Ein Libertus konnte das römische Bürgerrecht bekommen (was nicht bedeutet, dass er dadurch alle Rechte eines römischen Bürgers hatte). Was genau das bedeutet, ist recht ausführlich im entsprechenden Wiki-Artikel erklärt: Freigelassene.
    Lustigerweise lese ich dort gerade: "Die lex Visellia 24 n Chr bestimmte, daß ein Freigelassener keine römischen oder munizipalen Ämter bekleiden [...] durfte." Ich bin nicht ganz sicher, ob sich das nicht einer Anstellung als Stationarius widersprechen würde. Ich werde das mal im Cursus Publicus ansprechen.


    Zur Frage 2: Für Praefectus Vehiculorum muss man Bürger sein. Dort fehlt wohl nur die Information im Tabularium, ich werde mich auch darum mal kümmern. :)


    Zum falschen Thread: Das glaube ich auch und habe mich daher mal darum gekümmert, dass er in einen passenden Thread wandert. :D

    Vom Eingangstor aus folgt Lucilla dem Scriba und denkt sich, dass es im Winter in so einem Lager sicherlich ziemlich dreckig ist. Angeblich soll so ein Lager ja eine kleine Stadt für sich selbst sein. Die Häuser sind ja auch ganz solide gebaut, aber gegen eine Stadt wie Tarraco oder Rom natürlich nicht zu vergleichen. Außerdem fehlen für eine Stadt natürlich die Marktstände und Geschäfte und eigentlich eh alles, was das Leben in einer Stadt lebenswert macht, zumindest, soweit sie das sehen kann. Außerdem sitzen überall steife, ernste Soldaten herum, putzen an ihren Rüstungen oder kochen an Feuerstellen, die Lucilla mindestens ebenso sehr an Barbaren-Geschichten erinnern, wie dies jede Feuerstelle mit langhaarigen, zotteligen Wilden tun könnte, mal davon abgesehen, dass sie immerhin sogar Töpfe verwenden. Ein Hort der Männlichkeit, einer, in dem es eine Frau sicherlich keine Woche aushalten würde.


    Lucilla ist froh, als sie am Eingang des Praetoriums ankommen. Immerhint scheint Livianus eine solide Unterkunft zu haben. Während der Scriba sie bei der Wache anmeldet, lässt Lucilla noch etwas ihren Blick durch das Lager schweifen.

    Zitat

    Original von Camillus Matinius Plautius
    "Doch! Doch! Mitunter dürfen Frauen ins Castellum und in deinem Fall auf jeden Fall!" antwortete Plautius freundlich und wandte sich wieder an den Wagen.


    Verdammt. Wenn da nur 5 Sklaven drin waren, dann mußte die Frau 2 Tonnen Reisegepäck dabei haben. Also doch eine kleine Cleopatra. Vermutlich zieht die hier für einige Monate ein. Dachte sich Plautius und lächelte.


    "In meinem Fall auf jeden Fall?" fragt Lucilla skeptisch, doch auch der Scriba nickt ihr zu und weist in das Lager hinein. "Na gut, auf eure Verantwortung." Hoch erhobenen Hauptes, obwohl ihr recht mulmig zumute ist, stolziert Lucilla durch das Lagertor und folgt dem Scriba. Den Wagen und das Gepäck hat sie in diesem Moment schon vergessen, aber sie es es gewohnt, dass sich irgendwer schon darum kümmern würde. Glücklicherweise muss sie nur dem Scriba folgen, denn sie hat weder eine Ahnung, was wie das Praetorium aussieht, noch wo es in einem Lager zu finden ist.



    /edit: Link

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    Original von Marcus Vinicius Hungaricus
    Lindt? Nur die lass ich als gute Schweizer Schoko gelten. ;)


    Und den Rest der Schoggi-Kultur beanspruchst du wohl für Österreich? :D Es gibt ja viel mehr als Lindt-Sprüngli. Ich habe natürlich die frische Läderach-Schoggi, frisch vom Block gebrochen, genommen (Schon die kostet ein Vermögen, bei allem anderen werd ich immer depressiv, wenn ich die Preisschildchen nur anschaue ;) ).


    Das Land der grenzenlosen Neutralität, Dillo, nicht das Land, in dem die Neutralität an der Grenze endet. :P


    Ich bin auf jeden Fall wieder da, samt der besten Schoggi überhaupt. :D

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    Original von Camillus Matinius Plautius
    "Hm, dann stellen sich für mich die nächsten Fragen. Weiß er um deinen Besuch und erwartet er dich? Wenn ja, warum stehst du hier wie ein Bittsteller oder Rekrut vor dem Tor und bist nicht auf dem Weg zu seinem Wohnhaus. Zusammen mit den weiteren Personen die sich noch auf dem Wagen befinden. Vermutlich handelt es sich dabei ja um deine Sklaven. Bei Mars, so tief wie der Karren sich in den Boden drückt scheinen da noch mindestens 10 Leute drin zu sitzen."


    Lucilla bedauert schon jetzt, dass sie überhaupt zum Castellum gekommen ist und nicht in Mantua auf Livianus gewartet hat. Dieser militärische Tonfall, diese Fragerei, das erinnert sie alles viel zu sehr an die Soldaten ihrer Familie. 'Mit wem warst du auf dem Markt? Warum bist du so spät nach Hause gekommen? Wer ist der Mann, der dich begleitet hat? Warum warst du im Park? Was wollte er von dir? Wen hast du getroffen? Warum hattest du keinen Sklaven dabei?' - es klingt alles gleich, wenn man nur den richtigen Tonfall erwischt. Und anscheinend wird dieser Tonfall hier in diesem Castellum gelehrt, wie anscheinend in jedem Castellum der gesamten römischen Welt. Die harte Schule, pah!


    "Es ist ganz egal, ob Livianus mich erwartet oder nicht, ich bin hier." Entrüstet blickt sie zur Kutsche und dann erbost zurück zu dem Primus Pilus. "Wofür hälst du mich? Für Prinzessin Cleopatra, dass ich fünfzehn Sklaven brauche? Ich bin eine selbständige, römische Bürgerin und diese vier Sklaven plus der eine, der noch im Wagen ist, reichen mir voll und ganz aus."


    Zum Glück kommt in diesem Moment ein Legionarius an.


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    Original von Marcus Decimus Livianus
    „Der Scriba des Legatus schickt mich, um euch ins Praetorium zu geleiten.“


    Lucilla nickt Plautius zu und verabschiedet sich mit schnippigem Tonfall. "Einen schönen Tag noch, Soldat." Dann macht sie einen energischen Schritt, um dem Scriba zu folgen, stockt dann jedoch und bleibt stehen. "Moment mal, da rein?" Sie zeigt mit ausgestreckter Hand durch das Tor des Lagers. Dann blickt sie von dem Scriba zum Centurio. "Soll das ein Scherz sein? Frauen dürfen nicht in das Lager." Oder doch? "Oder doch?"