Beiträge von Marcus Vinicius Hungaricus

    Auch Hungi war eingeladen und es wäre unverzeihlich gewesen, wenn er, der Patron des Neo-Senators, nicht zur Feier seines Klienten gekommen wäre, ja eigentlich schon undenkbar. Ganz gewöhnt hatte sich Hungi immer noch nicht an seine zahlreichen gesellschaftlichen Verpflichtungen, aber schön langsam stellte sich dieser Effekt ein. Wie generell in letzter Zeit war er alleine gekommen, bei seiner Frau war die Schwangerschaft mittlerweile schon fortgeschritten und die Mühen des besonderen Umstandes zeigten schon ihre Wirkung. Es störte ihn nicht, ihm war eine abwesende Frau lieber als eine, die dann nach Hause wollte, wenn es gerade am schönsten war.


    Selbstverständlich kam auch er in einer Sänfte, ohne Frage. Zu Fuß gehen wollte er wirklich nicht, dazu war das Tragen der Toga nicht bequem genug und an Reiten konnte man mit dieser umständlichen Kleidung ohnehin nicht denken, mal abgesehen von dem Pferdegeruch, der dann an einem lastete. Als seine Sänfte vor der Villa ankam, bemerkte er, daß er nicht der erste war, der hier ankam, zuviele standen schon dort. Schmunzelnd dachte er daran, daß der Platz für die Sänften bald kaum mehr vorhanden war und wenn noch mehrere kommen wollten, so müßten die Nachzügler auf der Straße parken.


    Doch das sollte nicht sein Problem sein, also ließ er sich anmelden und nach seinem Einlass wies man ihm den Weg ins Triclinium, wo die Feier stattfinden sollte.

    Zitat

    Original von Vibius Valerius Victor
    "Salve, Patron. Schön, dass du kommen konntest."


    Valerius. grüßte Hungi seinen Klienten. Dessen schlechte Laune konnte ein Blinder mit Krückstock noch vom anderen Ende der Casa beobachten. Er hoffte nur, daß Victor sich an seine Worte erinnerte und sich zusammenriss. Also versuchte er - ganz diplomatisch - seinen Klienten etwas abzulenken.


    Hübsch hergerichtet, eure Casa. Naja, zugegeben, nicht gerade der beste Einsteiger, aber auf die Schnelle fiel ihm nix anderes ein.

    Keine Ursache, Helios. antwortete Hungi, bevor er seinem Klienten die Hand zum Gruß reichte und ihn dann verabschiedete.


    Nur kurze Zeit später saß er wieder auf seinem Sessel, ließ sich von seinem Sklaven etwas Wein und einen Happen zum Essen geben, gönnte sich noch ein paar Augenblicke etwas Ruhe und deutete danach seinem Sklaven, der nächste Klient möge eintreten.

    Genau dieser Blick kam Hungi jetzt extrem merkwürdig vor... wollte Durus jetzt was bestimmtes von ihm? Zwei Momente später fiel der Groschen. Natürlich, Durus wollte ja zu Livia. Wie peinlich. Hungi drehte sich um und rief eine der Sklavinnen herbei.


    Lavina?
    "Ja, Herr?"
    Ist meine Frau zugegen?
    "Nein, Herr. Sie ist auf dem Markt, Kleider einkaufen."


    Natürlich, seine Frau war sein Geld ausgeben.


    "Sie meinte, ihre Mode wäre nicht mehr passend genug... für die Saison."


    Für die Saison... natürlich. Wohl eher für ihren Umfang.


    Schon gut. Geh wieder an deine Arbeit. scheuchte Hungi die Sklavin weg und wandte sich wieder an Durus. Es tut mir leid. Wenn du willst, kannst du gerne auf sie warten.

    Tatsächlich hatte der Senator nichts mehr zu sagen. Und da der Ferrier nicht den Anschein machte, als würde es ihm anders gehen, entschied Hungi - angesichts der noch wartenden Klienten - sich leichten Herzens, Ferrius zu verabschieden.


    Keine Ursache, Ferrius. Wie gesagt, sollte ich etwas in Erfahrung bringen, werde ich dich kontaktieren. Vale bene, Ferrius Minor. Und richte deinem Vater Grüße aus von mir.

    Eine schöne Zeit lang schaute er dem Wortgefecht der verschiedenen Parteien zu, aber dann befand er es für genug.


    Meine Herren... begann er daher, die Diskussion um bestandene Prüfungen und Lehrzeiten sind durchaus faszinierend... er konnte sein Gähnen kaum verbergen, dennoch ist sie jetzt müßig. Das Collegium Augurum hat den Senator vorgeschlagen, und sie hätten es wohl kaum getan, wenn sie sein Wissen als absolut mangelhaft befunden hätten.


    Ich möchte daher die Grundsatzdiskussion auf einen anderen Tag verschieben. Jetzt aber bitte ich um eure Stimmen, was die Wahl des Manius Tiberius Durus als künftigen Auguren anbelangt.


    Er selber gab seine Stimme noch nicht ab, seine Meinung sollte jedoch allen Anwesenden klar sein.

    Es hatte wieder mal ein wenig länger gedauert, Verspätungen waren mittlerweile sehr üblich in Hungis Leben. Natürlich waren die Frauen dran schuld, das würde er zumindest sagen, wenn man ihn auf seine Verspätung ansprechen wollte. Nicht, daß er irgendjemandem Rechtfertigung schuldig wäre, aber mit einer Ausrede im Hintergrund ist das Auftreten schon von vornherein um einiges ungenierter.


    Kaum hatte er das Atrium betreten, so kam - nach ein paar Höflichkeitssekunden - ein Klient auf Hungi zu, der zu ihm trat und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Hungi nickte nur und der Klient entfernte sich mit der gebotenen Höflichkeitsformel wieder. Er grüßte einige Anwesende und ließ sich einen Becher Wein geben. Dem Paar wollte er nach der Zeremonie gratulieren, also machte er in der Zwischenzeit das, was auch die anderen taten.

    Hungi nickte seinem Klienten zu. Ich werde sehr gerne kommen.


    Er erzählte ihm aber nicht, daß er bereits eine Einladung bekommen hatte und sowieso vorhatte, zu dieser Hochzeit zu kommen. Denn er hatte das dumpfe Gefühl, daß es zu einem Eklat kommen könnte zwischen Victor und Cyprianus. Und da wäre es sehr gut, gleich am Ort zu sein, und das Schlimmste zu verhindern, so es dazu kommen wollte.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    "Den Löwen merke ich mir für spätere Kämpfe. Wenn er noch einmal kommt, setze ich auf ihn."
    "Wie gemein vom Veranstalter""Da hätte ich jetzt locker gegen dich auf ein römisches Stück setzen können und der vorschnelle Ansager verdirbt mir das."


    Hungi hatte zwar die Tierkämpfe beobachtet, jedoch nicht ganz so aufmerksam wie sein Sitznachbar. Menschliche Kämpfe fand er viel interessanter, weil hier nicht nur die Eigenschaften Stärke, Wendigkeit und Aggressivität entscheidend waren, auch das Hirn mußte eingesetzt werden, genau diese Komponente machte die Faszination aus, eine Vorliebe, die er mit vielen Römern teilte. Aber Tierkämpfe waren als Aufwärmer in Ordnung.


    In Windeseile (:D) waren die Schauspieler da und rezitierten ihren Text. Terenz war in Ordnung, ab und an ein wenig konfus, vor allem, wenn man nicht aufpasste. Und er war einer der großen Schriftsteller des römischen Imperiums. Stilbruch wurde also keiner begangen.


    Er grinste ob der Bemerkung Senator Macers. In der Tat, da müssen wir doch wohl auf einen Gladiatorenkampf warten, bis wir wetten können.

    Hungi konnte nur schwer ein Lachen unterdrücken. Als ob seine Frau sich von ihm irgendwohin schicken lassen würde. Nein, sie ist tatsächlich hier im Haus. Sie meinte, solange die Villen in Misenum noch nicht fertiggestellt sind, wolle sie nicht weg hier. Und da die Temperaturen in Rom noch angenehm sind, sehe ich keinen Grund, sie gegen ihren Willen aufs Land zu schicken.

    ... dann solltest du ihn lassen. komplettierte Hungi den Satz. Bedenke immerhin wer du bist und wer Cyprianus ist. Die Hochzeit nicht in eurer Casa beginnen zu lassen würde die Tratschmäuler Roms für Wochen beschäftigen. Ich glaube kaum, daß das deiner Schwester gefallen würde. Nein, ich bin mir sogar ziemlich sicher.

    Die Wortmeldungen seiner Kollegen Avarus und Macer ließen bei Hungi fast ein Kopfschütteln hervorrufen.


    Aber Senatoren, man kann doch keine Liste über alle Branchen des Imperiums (Achtung: simon!) erstellen. Ich denke doch wohl, daß die Richter, Advocati und Juristen des Lesens und Verstehens mächtig sind und sehr wohl aus diesen Zeilen genau herauslesen können, welcher Betrieb jetzt im Einzelfall eines Patriziers und Senators würdig ist und welcher nicht. Und selbst wenn es Streitfälle gibt, kann man diese immer noch vor Gericht ausfechten.

    Zitat

    Original von Lucius Aelius Quarto
    *ähömhust* “Princeps…“ *hust* “…Senatus… Wenn ich fragen darf: Du sagtest, dieser Wechsel an der Spitze der Acta Diurna sei nur vorübergehend. Wie lange soll denn diese Vertretung währen, lässt sich dazu bereits etwas sagen?“


    Den leichten Hustenanfall Quartos quittierte Hungi mit einer hochgezogenen Augenbraue. Wehe, Quarto würde ihn mit was auch immer anstecken...


    Ich dachte zumindest an die Zeit ihrer Schwangerschaft und die ersten Monate nach der Geburt. Fast hätte er schon "meines Sohnes" angehängt. Dann denke ich werden wir weitersehen.

    Zitat

    Original von Decima Lucilla
    Hast du ein Glück, egal wie alt du wirst, du wirst immer die Jungfrau bleiben. :P


    Fraglich, ob so eine Aussage Mut für die Zukunft macht. :D (egal ob für sie oder für ihre Umgebung ;) )


    Alles Gute zum Geburtstag. :)

    In der Tat, solch ein Zustand ist sehr suboptimal. bemerkte Hungi. Er selbst konnte sich noch gut daran erinnern, wie die Cohortes Urbanae mangels eines Praefectus Urbi unter sein Kommando gestellt wurde. Es war zwar nicht gerade doppelte Arbeit, da er einiges abschieben konnte und auch mußte, aber dennoch verbrachte er damals mehr Zeit in der Castra als außerhalb. Wie froh war er, als endlich ein Praefectus Urbi ernannt wurde. Er konnte sich vorstellen, wie es dem Octavier jetzt gehen mochte.


    Ob jetzt Furius tatsächlich für den Posten des Subpraefectus am besten geeignet war, konnte Hungi natürlich nicht sagen, das war immerhin Sache des Kaisers. Allerdings konnte Hungi ja diesbezüglich ein wenig auf den Kaiser einwirken. Gut. Ich werde den Kaiser bei der nächsten Gelegenheit darauf ansprechen. Was im Prinzip schon morgen sein konnte, wenn der Kaiser im Senat zu verweilen pflegen wollte.