Beiträge von Marcus Vinicius Hungaricus

    Nur mühsam unterdrückte Hungi einen Seufzer. Diese Grabenkämpfe im Senat waren zeitweise schon sehr nervtötend, allerdings: was wäre der Senat ohne diese kleinen und größeren Reibereien.


    Meine Herren. Die Frage der Kosten soll in der Tat das geringste sein. Ich werde meinem Senatsschreiber anweisen, er möge für eventuelle Spenden der Senatoren zur Verfügung stehen. Er wird außerdem die Anweisung bekommen, daß es nicht öffentlich wird, wer gespendet hat und wieviel.


    Sim-Off:

    Konto: 1221 Senatus


    Soweit sollte alles klar sein.


    So, dann können wir uns jetzt mit der Frage der Inschrift beschäftigen.

    Hungi hatte dieses mal nicht so lange gebraucht wie sonst, deshalb konnte er noch den Besucher etwas irritiert dabei anschauen, wie dieser sein Mobiliar abtatschte.


    Er räusperte sich laut.


    Octavius Detritus, sagte man mir? Was kann ich für dich tun? Der Octavier hatte es zwar schon an der porta gesagt und selbstverständlich hatte ihn der Ianitor auch davon unterrichtet, aber so eine Frage war ein klassischer Einstieg für ihn.

    Gut, in erster Linie hat er mit den Abnehmern nicht an sich gedacht, aber wenn er schon mal was geschenkt bekam würde er sicher nicht nein sagen.


    Ich danke dir. Aber irgendwas wollte er noch vorher sagen... ahja genau. Vergiss nicht, auch den Prätoren eine Abschrift zukommen zu lassen. Ich rechne demnächst mit einigen Klagen.

    Es war offensichtlich, daß der Tiberier als neuer Augur vom Senat akzeptiert wurde. Auf eine genaue Auszählung der Stimmen verzichtete Hungi daher.


    Der Senat hat somit beschlossen, dem Senator Manius Tiberius Durus das Vertrauen auszusprechen. Viel Erfolg in deinem neuen Amte, Senator Tiberius. gratulierte Hungi und wandte sich dann dem nächsten Tagesordnungspunkt zu.

    Wieder mal hatte Hungi etwas länger gewartet, immerhin waren die Senatoren nicht mehr die Jüngsten, aber da nach längerer Zeit auch nicht mehr wirklich was kam...


    Ausgezeichnet. Hiermit berufe ich also im Namen des Senates Decima Lucilla zur neuen Auctrix der Acta Diurna. Ich wünsche dir, liebe Lucilla, viel Erfolg.


    Und damit ward auch dieser Tagesordnungspunkt geschlossen.

    Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus
    "Ich las erst kürzlich in der Acta Diurna, dass der Senat erneut über die Erweiterung der Lex Mercatus debattiert. Gibt es diesbezüglich bereits Ergebnisse, welche eine Klärung hinsichtlich der Ambiguität des bestehenden Gesetzestextes erwarten lassen?"


    Jej, der redete hochgestochen. Das war etwas, was ihn eigentlich nicht überraschen sollte, aber durch seine lange Vergangenheit im Militär war er einfach eine andere Sprache gewohnt, und diese Gewohnheit ließ sich auch jetzt nicht so einfach ablegen.


    In der Tat gibt es Ergebnisse. Eine Erweiterung wurde abgelehnt, denn stattdessen hatte einer meiner Klienten einen Kommentar angefertigt, welcher angesichts der Lage dem Senat vorgestellt wurde. Der Kommentar wurde angenommen und demnächst findet sich eine Abschrift in der Basilica Ulpia.

    Hungi hatte mit Spannung die Ankunft des Kaisers beobachtet, mit Entsetzen der Rede gelauscht und mit Überraschung das Verlassen des Imperators aus der Curia Iulia betrachtet. Der war so fix wieder draußen, daß Hungi keine Zeit hatte, dem Kaiser Fragen zu stellen, zu ergründen, was denn jetzt genau passieren würde und vor allem wann. Ein erwiderndes "Roma Victrix" war auch nur mehr dahingehaucht als gesagt. Dementsprechend verdattert erhob er sich wieder in seiner Funktion als Princeps und begann wie immer gewohnt eloquent.


    Äääh... Naja, so eloquent wie sonst wohl doch nicht. Fragen? Meinungen?

    Hungi hatte noch nie einen solchen Brief vom Imperator bekommen. Als er das Schreiben in den Händen hielt, mußte er ihn zweimal, nein dreimal lesen, weil er irgendwie nicht ganz glauben konnte, was darin stand. Sofort rotierten seine Gedanken und dennoch konnte er sich keinen Reim machen. Der Kaiser war der Kaiser. Wenn er wollte, konnte er kommen und im Senat reden, das war durchaus gängig und kam auch oftmals vor. Genau aus diesem Grund verstand Hungi den Brief nicht. Also mußte etwas wirklich außergewöhnliches passiert sein. Hungi hatte den Brief am späten Abend bekommen und gleich für den nächsten Tag eine Sitzung anberaumt, indem er all seine Boten mit einem kleinen Schriftstück ausstattete, in welchem Hungi die Senatoren von der Ankündigung des Kaisers unterrichtete und daher die Senatoren um vollständiges Erscheinen bat. Angesichts der Uhrzeit nahm Hungi Abstand von einer persönlichen Konsultation beim Kaiser, die paar Stunden Informationsvorsprung wären wohl unnütz, denn sonst hätte der Kaiser ihn in den Palast zitiert. Aber selbstverständlich hatte Hungi sofort einen Boten zum Imperator gesandt, in welchem der Kaiser von der nächsten Senatssitzung informiert wurde.


    Am nächsten Morgen also konnte man die Neugierde und die Spannung in Hungis Gesicht förmlich ablesen, als er von seinen Senatsgehilfen vom Kommen des Kaisers unterrichtet wurde. Er stand also auf und machte die wohl kürzeste Ansage in seinem Dasein als Princeps Senatus, als er den höchsten Mann im Staate ankündigte.


    Senatoren! Der Kaiser!

    Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus
    "Salve, Senator Vinicius. Wie geht es deiner Gattin? Ich hoffe, sie befindet sich wohl?"


    Salve, Flavius. Danke der Nachfrage, es geht ihr den Umständen entsprechend recht gut. Soweit er wußte. Sie sagte ihm ja relativ wenig und wirklich interessiert war er auch nicht, solange alles gut ging. Es sollte ihr an nichts mangeln, diese Anweisung hatte er einem jeden in seinem Haushalt gegeben. Und solange keine Klagen kamen, lief alles bestens, seiner Meinung nach.


    Und deiner Frau? fragte er zurück. Dieser Flavier war ja mit einer Claudierin verheiratet, wenn er sich richtig erinnerte. Natürlich, er war ja zur Verlobung eingeladen gewesen, damals war Hungi selber noch nicht verheiratet. Stimmt, eine hübsche hatte der Flavier sich geangelt, die war nicht ohne. Fast wollte er schon fragen, ob bei ihnen auch was Kleines unterwegs war, aber das wäre äußerst unhöflich, sogar beleidigend gewesen, angesichts der nicht allzu großen Bekanntschaft, die der Flavier und Hungi untereinander pflegten.

    Ganz ehrlich, Hungi wäre es selber nicht aufgefallen, wenn er nicht von einem seiner Klienten angesprochen worden wäre und dieser den Princeps fragte, wen sie bei der Wahl des Volkstribuns unterstützen sollten. Er reagierte zunächst irritiert, weil er die Wahl zum Cursus Honorum noch in weiter Ferne wähnte, doch als er vom Datum erfuhr, schluckte er, denn bisher hatte er noch nicht vernommen, wer sich denn zu einem Amt aufstellen wollte. Also ließ er diesen Punkt flugs auf die Tagesliste setzen, und als dieser dann bei der nächstfolgenden Sitzung drankam stand Hungi auf und räusperte sich ein wenig.


    Senatoren! Die Wahl zum Cursus Honorum ist nicht mehr fern und die Frist zur Bekanntgabe seiner Kandidatur ist bald zu Ende, nämlich PRIDIE KAL MAI DCCCLVII A.U.C. (30.4.2007/104 n.Chr.).


    Ich möchte daher jene unter uns aufrufen, die sich mit diesem Gedanken tragen, bisher jedoch noch nicht aufgestellt haben, ihre Kandidatur baldestmöglich gesetzeskonform bekannt zu geben.

    Zitat

    Original von Manius Tiberius Durus
    "Ich danke Dir, Patron. Zu viel der Glückwünsche."
    "Geht es Livia und Deinem Sprössling noch gut?"


    Hungi hatte es gewußt, daß diese Frage kommen würde. Und da er es gewußt hat, war er nicht sonderlich schlecht aufgelegt.


    Ja, ihnen geht es gut. Sie lässt sich aber entschuldigen, sie ist wohl in eine Phase der Schwangerschaft eingetreten, wo sie nicht mehr so wirklich außer Haus gehen möchte. Aber ich soll dir Glückwünsche ausrichten und du sollst dich beizeiten bei ihr melden und sie besuchen kommen. Hm, das war wohl etwas zuviel des Guten, denn das hatte sie eigentlich nicht gesagt. Egal, jetzt hatte er es ausgesprochen. Und gut machte es sich allemal. Nachdem du ja das letzte Mal Pech gehabt hast.

    Hungi hatte eine Vision. Er war an einem Teich und schmiss Steine in diesem hinein. Die Wellen darin wurden aber nicht größer und größer, nein, sie verhielten sich genauso wie in der Wirklichkeit, zuerst waren sie am größten und dann verflachten die Wellen immer mehr. Interessierte das wen? Wahrscheinlich niemanden. Genauso wie Hungi.


    Gibt es noch Fragen oder Wortmeldungen zum Kommentar?

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    "Eine gute Akustik hat die Anlage", murmelte Macer Hungaricus zu. "Sofern die Schauspieler in unsere Richtung sprechen, versteht sich. Was in einem ovalen Bauwerk ja nicht ganz einfach ist."


    Hungi selber war weniger zufrieden mit der Darbietung vor ihm. Er war ein leidenschaftlicher Theaterbesucher und konnte stundenlang über die szenische Wirkung der einzelnen Elemente und deren möglicher Interpretation, die Güte der Regie, der Schauspieler, aber auch über das Stück an sich sprechen. Sogar die Auswahl der richtigen Tageszeit konnte bei einem Stück enorm wichtig werden, denn mangels künstlicher Beleuchtung mußte zum Großteil das Tageslicht herhalten, um die richtige Stimmung beim Publikum aufkommen zu lassen. In den Nachtstunden waren Fackeln natürlich möglich, bei Darbietungen, bei denen vornehmlich das Agieren im Vordergrund stand, aber weitgehend sinnlos, da die Zuschauer vor allem auf den hinteren Rängen in so einem Fall vieles nicht erkennen konnten, was im Endeffekt sich selbstverständlich negativ auswirkte. Natürlich bei jenen, die dem Theater genauso frönten wie Hungi und die nicht nur kamen, um genüßlichst dabei die hiesigen Imbisse zu vertilgen und mit seinem Nachbar zu tratschen und zu keppeln wie alte Waschweiber.


    In der Tat. antwortete Hungi, denn bezüglich der Akustik konnte er wirklich nichts schlechtes sagen. Er hütete sich allerdings auch davor, denn er wußte, daß noch unter Macers Zeiten mit dem Bau des Amphitheaters begonnen wurde und er konnte sich denken, daß sein Sitznachbar sicher am Plan mitgewirkt hatte. Nur die Szenerie ist für meinen Geschmack... hier überlegte er, wie er das am schönsten ausdrücken konnte, sehr minimalistisch geraten.

    Kurz bevor er ins Triclinium trat ließ er sich von einem seiner mitgebrachten Sklaven die Toga richten, dann war es Zeit, den Senator anzumelden. Nur Augenblicke später erschien er im Triclinium, eilte aber nicht sofort zu seinem Klienten - das hätte doch sehr merkwürdig ausgesehen - sondern schritt langsam in den Raum hinein.


    Senator Tiberius. Gratuliert habe ich dir schon, aber ich mache es gerne in diesem Rahmen noch einmal. Willkommen im Senat.