Beiträge von Marcus Vinicius Hungaricus

    Hungi hatte sich - wie immer - Zeit gelassen, denn übereiltes Auftreten war nicht schicklich und widerstrebte ihm daher zutiefst. Die morgendliche Salutatio war aber ein Bestandteil des römischen Lebens, und niemand, der auf sich hielt, würde seine Klienten über Gebühr warten lassen, denn in der heutigen Zeit wechselten manche Klienten ihre Patrone wie andere ihre Togen. Klienten waren ein Teil der persönlichen Macht. Ursus, die gute Seele des Hauses, hatte daher selbstverständlich wieder die diversen Geld- und Essensgeschenke vorbereitet, die "Bezahlung" der Klienten für deren Unterstützung.


    Was Hungi selber anging... ein Wohlstandsbäuchlein hatte er noch nicht wirklich angesetzt, zumindest konnte man es noch nicht sehen (was aber auch noch kommen würde). Allerdings waren seine Haare schon früh ergraut, was ihn aber auch nicht wirklich störte, denn er bildete sich noch genug Charme ein, um die Damenwelt Roms weiter bezirzen zu können. Ob es stimmte, was er sich einbildete oder nicht... wen interessierte es.


    Guten Morgen, die Herrschaften. begrüßte er seine versammelte Klientelschaft.

    Hungi nahm das Schriftstück an sich und las es, obwohl darin nur wenig mehr stand als ihn der Magistrat eh schon gesagt hatte. Kurz überlegte er, weil Mantua doch eine schöne Reise hin war. Auf der anderen Seite war das eine durchaus angenehme Abwechslung.


    Wäre dort für eine angemessene Unterbringung gesorgt? Und wie lange soll dieses Spektakel dauern?

    Hungi ließ sich ein wenig Zeit, denn er war wie immer in seinem Haus nur mit seiner Tunika bekleidet, mit der alleine er aber keinen Besuch empfangen wollte. Also ließ er sich mit einer synthesis einkleiden, die sowohl für ihn bequemer als eine formelle Toga war als auch repräsentativ genug, um sich nicht vor Gästen genieren zu müssen. Nur dauerte das eine kleine Weile, wie jeder Römer wusste.


    Als er ins Atrium endlich kam, grüßte er den Besucher freundlich. Salve Magistratus Annaeus. Was kann ich für dich tun?

    Hungi bedachte den Aquarius mit einem gemischten Blick, der zum Teil Überraschung, Verärgerung, aber auch Belustigung aufwies. Er wusste nicht, ob der Aquarius ihn jetzt pflanzen wollte, ob er dies tatsächlich ernst meinte. Da sein Amusement sich allerdings in engen Grenzen bewegte, wollte er es nicht vertiefen und beließ es daher dabei.


    Ich danke dir für diese genaue Antwort. sagte er mit einer kleinen Spur Sarkasmus darin.


    Wenn es sonst nichts gibt...

    Wenn ich ohnehin in der Basilica zahlen kann, warum hast du dann vorher gesagt, daß ich jetzt zahlen muß? entgegnete Hungi noch immer gereizt, doch sein Gesichtsausdruck ließ verraten, daß er nicht interessiert war, dieses Thema zu vertiefen. Gut, denn in diesem Augenblick trat jener Sklave ins Atrium, der vorher auf Wink des Senators eben dieses verlassen hatte. In der Hand trug der Sklave einen ziemlich großen und schweren Beutel, am Klimpern konnte man hören, daß sich darin eine ordentliche Menge Geld befand. Da Hungi es für unter seiner Würde hielt, wie ein Krämer Geld zu zählen, winkte er den Sklaven zu sich. Zahl dem Aquarius die veranschlagte Summe.


    Der Sklave nickte und trat zum Aquarius. Mit geübten Fingern öffnete er den Beutel und holte viele Münzen heraus. Viele Momente später wanderten viele Sesterzen aus dem Besitz des Senators in die des Imperators.


    Sim-Off:

    Überwiesen.

    Eine Liste in der Basilica Iulia? echote Hungi etwas verständnislos, hatte er doch noch nie von dieser ominösen Liste gehört. Erst recht nicht von einer Wasserverordnung. Aber das Siegel, das ihm der Decimer gab, war echt, davon konnte er sich überzeugen.


    Na gut. grummelte Hungi, aber in Zukunft sollten solche Dinge so angeschlagen werden, daß auch wirklich jeder Römer davon erfährt. Ich kann meine Augen ja nicht überall haben. Ein Wink mit seiner Hand und schon setzte sich ein Sklave in Bewegung.


    Und im übrigen solltet ihr die Möglichkeit schaffen, in der Basilica Iulia auch zahlen zu können oder zumindest euren Besuch voranzukündigen. Nicht jeder hat solch eine Summe Geldes im Hause parat.

    Hungi schaute etwas verdutzt. Wasserkosten? fragte er, während er den Schrieb in die Hand nahm und darin las. Seine rechte Augenbraue wanderte bedenklich nach oben, als er nach einiger Zeit den Blick vom Blatt weg zum Aquarius hin richtete.


    Jetzt einmal abgesehen davon, daß mir der angeschlagene Ton in diesem Schmierblatt nicht gefällt... fing er etwas gereizt an. Auf welcher Grundlage basiert diese Wasserrechnung? Gibt es einen Erlass oder dergleichen? Und wieso erst jetzt? Ich habe noch nie eine Rechnung diesbezüglich zahlen müssen.


    Und weil er gerade so in Fahrt war... Und wieso kommst du auf die Idee, daß ich so ohne weiteres 725 Sesterzen einem mir völlig unbekannten Menschen einfach so mir nix dir nix überreiche?

    Zitat

    Original von Medicus Germanicus Avarus
    Schwer zu sagen, hab das mal in einem der vielen Bücher gelesen, die mittlerweile meine Biblo ergänzen. Vielleicht finde ich es irgendwann noch mal. 8)


    Such, Avarus, such! :P Einfach so glaub ich es nämlich nicht. ;)

    An Lucius Artorius Avitus
    Primipili Centurio
    Legio I, Mantua


    Salve,


    du hast die Frage gestellt, ob ein Centurio ein Kommandeur darstelle im Hinblick darauf, daß der Kommandeur einer Einheit die Kompetenz zur verminderten Versorgung, Haft, unehrenhafter Entlassung sowie der Degradierung von Unteroffizieren innehabe.


    Dem kann ich nicht beipflichten.


    Im Allgemeinen Teil des Codex Militaris wurde die Definition eines Kommandeurs wie folgt festgelegt: "Offiziere und Kommandeure einer Einheit des Exercitus Romanus, die allein vom Imperator Caesar Augustus ernannt werden, sind der Legatus Legionis, der Praefectus Classis, Praefectus Alae, der Praefectus Cohortis, Tribunus Cohortis sowie der Praefectus Praetorio für die Cohortes Praetoriae und der Praefectus Urbi für die Cohortes Urbanae."
    Diese Definition im speziellen und der Allgemeine Teil des Codex Militaris im allgemeinen lässt keinen Hinweis zu, daß ein Centurio als "Kommandeur" seiner Centurie gelten kann, gleichwohl er durch seine herausragende Stellung innerhalb seiner Centurie Befehlsführer ist.


    Ich hoffe, gedient zu haben.


    M. Vinicius Hungaricus
    Magister Iuris - Praeceptor Externus Schola Atheniensis


    Sim-Off:

    Bitte von der Scholawertkarte abbuchen.

    Hungi trat nach ein paar Momenten ins Atrium und begutachtete die Besucher vor ihm. Die Truhe entging ihm nicht, daß sich darin Sesterzen befanden, konnte er nicht wissen, würde er aber eventuell bald erfahren.


    Meine Herren? Was kann ich für euch tun? erhob er seine Stimme.

    Zitat

    Original von Medicus Germanicus Avarus
    Also wenn ein Patrizier eine Plebejerin heiratet, sollte er seinen Stand verlieren. So war es zumindest zu Zeiten der Republik.


    Hm, also das wär mir komplett neu. Hast Literatur dazu?
    Es erscheint mir auch ein wenig widersinnig. Bei einer Manus-Ehe passiert ja faktisch eine Adoption der Frau, deine Aussage daher meinem Verständnis nach unmöglich. Bei einer Ehe sine manu wäre es vielleicht möglich, dann würde damit aber das Prinzip der sine manu-Ehen irgendwie ad absurdum geführt.


    Im übrigen hab ich mich oben ein wenig ungenau ausgedrückt. Nicht in jedem Falle steigt die Frau auf, wenn ein Patrizier eine Plebejerin sine manu heiratet, dann passiert bei ihr nichts, sie bleibt Plebejerin. Gehört der Patrizier aber zur Nobilität, dann rutscht auch sie in die Nobilität rein. Das klingt jetzt vielleicht merkwürdig, lässt sich aber insofern erklären, als daß wir den Stand bei der Frau nicht so eng sehen sollten. Vielleicht kann man es so erläutern: wenn der Mann eine Besonderheit beim Stand innehat (eben Dekurio oder Nobilitas), dann hat auch die Frau was davon.

    So salbungsvoll wie sein Bruder sprach... A richtiga Politika is aus eam gworden... :D


    Wir werden deiner Einladung eines Tages sicher Folge leisten. Vielleicht sogar mit Anhang. grinste Hungi und ließ den Schulterklopfer über sich ergehen. Er hatte schon gemischte Gefühle, einerseits war er stolz auf seinen Bruder, andererseits... naja, der Junge wurde halt flügge. :D


    Ja, du hast recht. Geh, brich auf, sonst kommst du vor dem Wintereinbruch nicht mehr nach Germania. zwinkerte Hungi ihm zu.