Beiträge von Marcus Vinicius Hungaricus

    Von den Gedanken, die den Kaiser zum Namen der Orchidee kurz beherrschten, ahnte Hungi naturgemäß nichts. Wenn man ihn danach gefragt hätte, hätte er wohl eine höfliche, aber ausweichende Antwort gegeben, da sein Interesse an der Flora eher gering und pragmatisch war - war die Blume seiner Ansicht nach schön, hatte diese durchaus Existenzberechtigung und er sah sie dann gerne an. War dies nicht so, kümmerte er sich auch nicht weiter darum. Den Fachsimpeleien mancher Senatoren über die richtige Düngung und den besten Zeitpunkt des Bewässern, Bepflanzens oder der Kreuzung konnte er nur wenig abgewinnen. Dafür hatte er andere Vorlieben, die bei den anderen Kopfschütteln auslösten. Wie der Volksmund schon sagte: Gusto und Watschn sind verschieden, und genauso hielt er es auch.


    Doch er nickte, als der Kaiser seine Wahl traf und auch gleich danach eine Begründung dazu abgab. Ophrys Ulpia Iuliana. wiederholte er. So sei es. Mögest du viel Freude an dieser Züchtung haben. schloß er seine Glückwünsche und machte Platz für die nächsten Gratulanten.

    Hungi nickte, durchaus erfreut über das, was er hörte.


    Es freut mich, daß du Interesse für das Amt eines Auguren bekundest. Ich habe schon länger mit Besorgnis festgestellt, daß der Religion bei weitem nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die es eigentlich innehaben sollte. Umso besser, wenn ein Vertreter unseres Standes mit gutem Vorbild voranschreitet.


    In der Zwischenzeit erschien eine Sklavin, die auf ihren Händen ein Tablett mit Weinkaraffe und zwei Bechern trug, diese das Tablett hinstellte und den beiden Senatoren unauffällig die gefüllten Becher reichte.


    Du kannst selbstverständlich mit meiner Unterstützung rechnen.

    Naja, an sich trägt sie noch keinen Namen, denn die Namensgebung wollten wir dir überlassen. antwortete Hungi.


    Wenn du es wünscht möchte ich aber gerne Namen vorschlagen. Wir dachten an die Richtung "Ophrys Iulianii" oder "Ophrys Ulpia Iuliana"... Abwartend schaute Hungi den Kaiser an.

    Aber selbstredend... anstrengen mußte ich mich nicht, den Kaiser zu überzeugen, und das ist immerhin dein alleiniger Verdienst. antwortete Hungi und bot ihm einen Sitzplatz an.


    Wieder? echote Hungi, Noch immer trifft es wohl eher. Ich werde noch in diesem Amt sterben, wenn sich nicht endlich jemand mal erbarmt. Aber bevor ich zum jammern anfange wie ein alter Tattergreis... Was führt dich zu mir?

    Auch der Neo-Senator hatte einige Augenblicke zu warten, denn wie immer mußte Hungi erst eine synthesis ankleiden, weil er, wie immer, im Haus nur in einer Tunika anzutreffen war, der Bequemlichkeit wegen. Auch das dauerte seine Zeit, zwar nicht so lange wie eine Toga, aber dennoch. Aber nach einem Zehntel einer hora schritt Hungi ins Atrium hinein.


    Tiberius. Lass mich dir meine Gratulation aussprechen zu deiner Einberufung in den Senat.

    Tja, ganz schnell war er vorne und stand vor dem Kaiser. Etwas zu schnell seiner Meinung nach, denn er hatte kaum Gelegenheit gehabt, sich die Worte zurecht zu legen. Also ließ er die salbungsvolle Einleitung à la "Wieder ist ein Jahr vergangen, welches glorreich bla bla bla und für das Volk noch mehr bla bla" und beschränkte sich in auf das wesentliche.


    Mein Kaiser, ich möchte dir herzlich zum Geburtstag gratulieren und wünsche dir noch viele weitere solche Freudentage. Er drehte sich kurz um und winkte, woraufhin sich zwei Sklaven in Bewegung setzten und dem Kaiser einen Blumenstock darbrachten.


    Ich muß zugeben, es war schwierig, ein Geschenk für dich zu finden, denn was schenkt man jemandem, der im Prinzip alles hat, und wenn er etwas haben will, dann kann er es sich kaufen? Genau, man schenkt also etwas, was man im allgemeinen nicht kaufen kann.


    Wie du ja weißt, benötigt jeder unter uns einen Ausgleich zu unseren durchaus anstrengenden politischen Aktivitäten. Einige unter den Senatoren haben sich der Blumenzucht verschrieben, die Sorten gekreuzt, veredelt und wissen die Götter noch was. Eines dieser Sorten gefällt uns dabei sehr gut, und wir dachten, daß wir diese dir zum Geschenk machen. Also... nicht jetzt dieser Blumenstock an sich, eher die Sorte. Falls sie dir gefällt, natürlich.


    Sim-Off:

    Thx to Aelia. :)

    Wenn der Kaiser Geburtstag hat, dann darf auch der Princeps Senatus nicht unter den Gratulanen fehlen, so quasi als Vertreter des Senates. Da er aber aufgehalten wurde, war er nicht so pünktlich zugegen, wie Hungi es eigentlich gewollt hatte. Und es war so, wie er es geahnt hatte, die Gratulationen waren schon im vollen Gange, so hoffte er halt nur, daß der Kaiser seine Verspätung nicht so sehr bemerkt hatte und wenn, daß er dann nicht allzu verstimmt war. Und so reihte sich Hungi unter die Gratulanten ein und wartete, bis er an der Reihe wäre...

    Hungi nahm die Schriftrolle entgegen, las aber nicht allzu genau, sondern überflog den Text nur, er konnte sich diese Vorgehensweise erlauben, da der Text auf der Rolle noch nicht wirklich in die Materie drang, mußte es sogar angesichts der anderen Klienten, die noch auf Hungi warteten und vielleicht auch noch ihre Anliegen darbringen wollten.


    Mhm, ja, sieht schon mal nicht schlecht aus... fing er daher an. Nur den letzten Satz würde ich vielleicht ein klein wenig diplomatischer formulieren, obwohl er durchaus nicht der Wahrheit entbehrt. schmunzelte er. Aber solche Gesetze müssen ja auch sein, sonst hätten wir Juristen ja gar keine Daseinsberechtigung mehr. Er lachte ein wenig über seinen eigenen Witz und reichte seinem Klienten die Rolle zurück.


    Dein Kommentar wird schon sehr erwartet. Wann wirst du damit fertig sein?

    Ah sehr schön, nicht alle schlafen hier, dachte Hungi etwas gereizt, was er aber gleich vergaß, denn die Antwort sollte ja doch eher freundlich ausfallen.


    Mein Klient Caecilius Metellus hat sich mir angeboten. Ich erwarte eine diesbezügliche Nachricht von ihm in den nächsten Tagen. Hm, vielleicht sollte er noch etwas dazu sagen. Caecilius hat bei mir den Cursus Iuris absolviert. Und das gar nicht mal so schlecht.

    Hungi nickte und ging nun zu den nächsten Klienten über, die ihn auch sprechen wollten. Die meisten allerdings waren nur ihrer Pflicht wegen gekommen, einer bat Hungi um ein wenig Geld, er wolle seinen Betrieb ausbauen, ein anderer sich beschweren, weil der Schwiegersohn sich ihm ungebührlich verhalte, ob er da irgendwas tun könnte, daß besagter Schwiegersohn nichts von seinem Erbe bekommen würde, wenn er - was die Götter behüten möge - das Zeitliche segnen wird. Hungi riet ihm, sich genaue Gedanken zu machen, was er wem vererben wolle und dann möge er vorbeischaun, dann können sie beide darüber weiterreden. Der Klient bedankte sich und Hungi konnte weiter seine Klienten begrüßen.


    Aah, Salve, Caecilius Metellus. Wie geht es dem Kommentar? Er wird schon sehr erwartet.

    Na dann reih ich mich auch in die Riege der Gratulanten ein.


    Alles Gute euch beiden. :)


    Markus: Deinen Geburtstag werden wir hoffentlich ordentlich nachfeiern. ;)


    [SIZE=7]Dem Daniel würd ich das ja auch anbieten, aber der wohnt ja für mich quasi am Ende der Welt. :D[/SIZE]

    Zitat

    Original von Artas Xanthus
    Die Kontroverse über versteckte Politik ist einfach lächerlich. Als ich den Film gesehen habe ist die aktuelle Politik das letzte, woran ich dachte.


    Das erste, was mein Professor in einer Film-Vorlesung gesagt hatte, war, daß man _immer_ den zeitlichen Kontext der Schaffung des Filmes miteinbeziehen muß.


    Insofern ist die Einbeziehung der Politik in einer Kritik durchaus gerechtfertigt, wenngleich zugegeben die Heftigkeit der Diskussion befremdend und die alleinige Sichtweise auf den Gegensatz zwischen Europa und dem Nahen Osten sehr naiv und blauäugig ist.


    Absurd sind daher die Kritiken wohl eher kaum, allerhöchstens überspitzt. ;)

    Zitat

    Original von Caius Ferrius Minor
    "Nein, Senator, es stimmt. Wir kennen uns nicht. Mein Name ist Caius Ferrius Minor, ich bin der Sohn Deines Klienten, Aulus Ferrius Theodores. Ich hoffte, daß Du mich ebenso empfangen würdest wie einen Klienten, wofür ich sehr dankbar bin. Ich würde gerne mit Dir reden, wenn Du es gestattest, Senator."


    Der Sohn von Theodores? Ich wußte gar nicht, daß er einen Sohn hatte. antwortete Hungi überrascht. Da aber der Andrang seiner Klienten gerade an diesem Morgen ein wenig stärker war als normal (;) ), beließ er es vorerst dabei. Eine Möglichkeit zum Reden wird sich finden, sobald die Salutatio zu Ende ist. sprach Hungi freundlich weiter, klopfte den Ferrier noch aufmunternd auf die Schulter und wandte sich hernach seinen anderen Klienten zu.

    Der heftig Winkende blieb dem Senator nicht verborgen. Allerdings ließ Hungi sich Zeit, da er den Winker nicht kannte und sich zuerst um seine Klienten kümmern wollte, die vor dem an der Reihe waren. Daher dauerte das ein wenig, bis Hungi und der Besucher sich gegenüberstanden.


    Dein Gesicht kenne ich noch nicht, oder mein Gedächtnis hat sehr stark nachgelassen?