Während Azizos, Vigil Sam und Kamerad Canus Gedanken tauschten, ließ Albinus den Blick schweifen. Er besaß gute Augen, merkte aber schnell, wie mit dem Einbruch der Dunkelheit im Minutentakt die dunklen, undefinierbaren Ecken näher kamen und größer wurden. Er fühlte sich ein wenig unwohl, obwohl er sich in reichlich Begleitung befand. Nur mit einem Dolch bewaffnet fühlte er sich nackt. Dabei nützte es nichts, sich einzureden, dass weder Gefahr drohte noch er sich allein auf unbekanntem Terrain befand. Er versah zwar nicht so lange wie Canus den Dienst bei den Urbanern, aber lange genug, dass er sich nur dann vollständig bekleidet fühlte, wenn er sich auch in vollständiger Ausrüstung befand.
Passend zu diesem Gedanken ertönte Canus' Aussage, dass sich die Bewohner bald weniger Sorge des nachts machen mussten. Albinus suchte seine Waffe und griff zum wiederholten Mal während dieser Streife ins Leere.
"Und ob das so wird", sagte er im Brustton der Überzeugung. "Wir geben den Menschen hier Sicherheit. Die werden uns schon bald so freundlich begrüßen wie euch." Sicher war er sich freilich nicht, aber heute wollte er daran glauben. Er neigte sich zu Canus. "Wenn wir nachts nur Streife laufen, um die Gegend sicherer zu machen, gewinnen wir Vertrauen. Tagsüber die Ermittlungen und nachts nur dann, wenn vor unseren Augen was passiert, oder?" Er wartete gespannt, ob sein Idee auf Zustimmung stieß. Zu diesem Zweck sah er auch die restlichen Urbaner an und verhielt den Blick beim Vigil Sam.
Entfernt rollte ein Wagen über das Pflaster. Auch wenn Albinus in die Richtung sah, er erkannt wenig im mickrigen Schein der Laternen. Also bemühte er sein Gehör. "Der Karren kommt von vorn und das Klappern von rechts. Was issn das?" Er legte den Handteller hinter das Ohr, um mehr der Geräusche einzufangen.

