Die Antwort auf die Frage nach den Patrouillen interessierte Menecrates besonders. Mit einer Mannstärke in Contubernium-Größe hatte er gerechnet. Die Doppelmannige Patrouille verwunderte ihn ein wenig, aber wahrscheinlich teilte sich der Trupp auf öffentlichen Plätzen auf, um sich beim Abmarsch wieder zu vereinen. So oder so, es basierte alles auf Erfahrungswerten, die Menecrates noch fehlten. Einzig in der Subura schien es so, als besäße er - bedingt durch die Arbeit der Ermittlungskommission - die größere Erfahrung, denn die Aussage, in der Subura würde nur in Ausnahmefällen patrouilliert, überraschte ihn sichtlich.
Er lehnte sich zurück und faltete die Hände hinter dem Kopf. Aus der bequemen Haltung heraus erwiderte er: "Tatsächlich?" Er zweifelte die Aussage keineswegs an, er konnte sie nur kaum glauben. So erklärte sich natürlich, wie sich das Sklavenheer über Monate von allen unbemerkt organisieren konnte. Er sammelte sich aber rasch und setzte sich wieder aufrecht hin.
"Das muss und wird sich ändern. Wir sprechen gleich noch über unsere Kapazitäten und selbstverständlich bleiben unsere Hauptaufgaben bei der Sicherstellung der Ordnung zu allen Großereignissen, von denen ja eins das andere ablöst.
Jetzt erörtern wir aber zunächst, wie wir vorgehen, um mehr Sicherheit in die Subura zu bringen. Ich denke, das ist das mit Abstand größte Problemviertel. Ich habe dazu bereits Pläne, die ich hier vorstelle, damit wir über konkrete Mannstärken sprechen können. Ich plane, parallel zur erhöhten Präsenz der Urbaner eine regelmäßige Lebensmittelversorgung für das Armenviertel einzuführen. Die Umsetzung wird Zeit in Anspruch nehmen, weil eine Örtlichkeit gefunden und eingerichtet werden muss, die als Lebensmittelausgabe UND feste Station für eine noch festzulegende Anzahl von Urbanern dienen soll. Wir werden beides nur in Kombination installieren. Die Bevölkerung kann somit die Lebenserleichterung unmittelbar mit den Soldaten verknüpfen. Die Banden werden wir damit nicht in den Griff bekommen, das ist klar. Wir setzen einen Schritt vor dem anderen.
Für sehr kleines Geld werden die Armen Lebensmittel erwerben können, die überlagert oder überzählig sind. Um die Verhandlung mit Zulieferern/Händlern wird sich noch gekümmert. Ob auch Spender gesucht werden müssen, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einzuschätzen."
Der Plan war umrissen. Es ging ab jetzt um die Umsetzung.
"Vorschläge, wie groß die fest installierte Truppe bei der Station sein sollte? Die Lebensmittelausgabe wird von zwei Zivilkräften übernommen, nicht von uns. Bedenkt trotzdem, die Soldaten sollen nicht nur die Station bewachen, sondern in mindestens Contubernium-Größe eher Doppelcontubernium auch patrouillieren und den Transport der Lebensmittel zur Station sichern." Er wiegte den Kopf. "Die Ablösungen könnten das übernehmen, aber das ist schon zu weit vorgegriffen."
Er legte eine kurze Atempause ein, fügte aber recht schnell noch an: "Meine Frage, wie sowohl die Suburapläne als auch die des Architectus unter einen Hut gebracht werden können, blieb etwas vage beantwortet. Hat der Mann Wünsche geäußert oder sind unsererseits Vorschläge an ihn unterbreitet worden?"
Menecrates sah in die Runde. Er erwartete zu beiden Themen Meinungen - zur Mannstärke in der Station und zur Kapazität für den Straßenbau. .