Natürlich freute sich Menecrates über den Zuspruch, wie könnte es anders sein. Er wandte den Blick zu Faustus, verblieb aber in der bequemen Haltung mit den Händen hinter dem Kopf. Das Schöne an allem: Faustus meinte das, was er sagte, auch so. Menschen, deren Haltung sich wandelte, je nachdem ob man ihnen die Front oder den Rücken zuwandte, waren Menecrates unheimlich. Er wusste, gäbe es Kritik, würde Faustus sie äußern.
"Wenn es dir möglich ist, vieles richtig zu erahnen, vielleicht solltest du dich näher mit den Zeichendeutung der Götter befassen. Diese Gabe besitzt nicht jeder, sie ist eher rar. Es stimmt nämlich, ich habe mir nach dem Consulat nur schwer vorstellen können, ein verantwortungsvolles Amt zu übernehmen. Es ist schön, dass mein Entschluss dich freut." Menecrates fühlte sich verstanden und blickte wieder gedankenversunken in den Raum. Er freute sich, dass sein Zögern nicht als Schwäche ausgelegt wurde. Allerdings kannte in sein Sekretär. Andere mochten ihn weniger gut einschätzen.
Die Getränke kamen und er setzte sich auf, als Faustus ihm das Glas reichte. Er bedankte sich mit einem kleinen Nicken und Lächeln.
"Deine Versorgung wäre so oder so geregelt", erwiderte er mit einem Schmunzeln. "Meine Fürsorgepflicht der Familie gegenüber werde ich nie vernachlässigen, ganz gleich, ob ich stark eingespannt oder im Ruhestand bin. Und du gehörst zur Familie, das ist ja klar." Etwas hinzuzufügen, gab es nicht. Faustus gehörte zur Familie, zum Inventar, zum Grundgerüst. Es wäre unvorstellbar, würde er einmal heiraten und einen eigenen Haushalt gründen. An diesem Punkt angelangt, entstand ein Fragezeichen in Menecrates' Kopf.
"Würdest du mit einer Ehefrau hier wohnen bleiben oder fortziehen?" Etwas Sorge schwang in seiner Stimme mit. Sie hatten nie über dieses Thema gesprochen. Genaugenommen kannte Menecrates Faustus' Pläne nicht.
"Was die berufliche Unterbringung betrifft, dachte ich im Fall, dass mir das Amt anvertraut wird, dass du ein Officium direkt neben meinem beziehst. Normalerweise stehen dem Praefectus Urbi Offiziere und Soldaten zur Verfügung, aber auf dich möchte ich nicht verzichten. Natürlich nur, wenn du einverstanden bist. Wäre das ein Arbeitsplatz für dich?"
edit: Fehlerkorrektur