Im weiteren Verlauf der Unterhaltung hörte Menecrates zwar zu, drosselte aber seine Aufmerksamkeit auf ein notwendiges Maß. Der Tiro Flaccus interessierte ihn kaum. Stattdessen heftete er seinen Blick an Gegenstände, verweilte bei seinem Quaestor oder streifte den Kaiser, wenn dieser sprach. Er gestattete es sich allerdings nicht, mit den Gedanken abzuschweifen oder seine nachfolgenden Termine durchzugehen.
Die Phase, in der alle zu Wort kamen, mündete in eine Ankündigung. Menecrates wandte den Blick zum Kaiser, während er das Gehörte kurz nachklingen ließ, um es zu realisieren. Das war wieder einer der überraschenden Momente, die keiner vorhersagen und auf die man sich schlicht nicht vorbereiten konnte. Natürlich fühlte sich Menecrates geehrt und darüber hinaus in seiner Arbeit wertgeschätzt. Hinter ihm lag ein langes Leben, aber häufig genug gab es wenig oder gar keine Anerkennung für Leistung. Dabei fuhr er auch früher nie halbes Tempo. Im Zeitraffer ging er die Kaiser der Vergangenheit durch und kam zu dem Schluss, dass er wahre Wertschätzung nur bei Valerianus erfahren hatte. Die Götter mochten es gut mit dem Reich meinen, weil erneut ein Kaiser regierte, der mit Sachverstand und Fingerspitzengefühl agierte. Vielleicht manchmal etwas zaghaft, aber nie unüberlegt.
"Ich erkenne den Ansatz: Für uns bedeutet das Angebot Wertschätzung der Person und Anerkennung einer überdurchschnittlichen Leistung, was sich sehr gut anfühlt. Aber die Geste bewirkt noch viel mehr. Sie motiviert - nämlich uns, nicht nachzulassen, und sie motiviert andere, es uns gleichzutun. Motivation ist die Triebfeder all unseren Tuns. Mich fragte erst kürzlich ein junger, noch weitgehend unbekannter Mann, wie ich zu derart viel Land gekommen bin. Ich sagte ihm, dass natürlich der überwiegende Teil ein Familienerbe ist, aber darüber hinaus auch der Lohn für Fleiß, Einsatz und Aufopferung."
Menecrates lächelte, bevor er fortfuhr. "Wenn mich morgen jemand fragt, wie ich zu diesem neuen Stückchen Land gekommen bin, werde ich sagen: Jeder, der Willens ist, kann es sich verdienen. Es kommt nicht zugeflogen, aber es ist für jeden machbar. Vielen Dank, mein Kaiser. Ich nehme dein großzügiges Angebot selbstverständlich an, weil es einer Auszeichnung gleichkommt."