Mit Marcellus' Auftreten und Präsentation zeigte sich Menecrates sehr zufrieden. Der junge Mann vertrat sein Anliegen, ließ sich nicht entmutigen und bewahrte Haltung. Menecrates freute sich über dessen Entschlusskraft und hegte keine Zweifel, dass er den Termin beim Magister Augurum selbstständig meistern würde. Ein aufmunterndes Nicken beinhaltete Zustimmung und beste Wünsche zugleich.
Nachdem der Kaiser Marcellus entlassen hatte, fasste Menecrates dessen Zuwendung zu seiner Person als Aufforderung zum Fortfahren auf. Er wartete, bis Marcellus die Aula verlassen hatte, dann begann er, sein nächstes Anliegen zu erklären.
"Ich möchte die heutige Audienz vor allem zur Erörterung der Ergebnisse der Ermittlungskommission nutzen. Ich hatte dieses Versprechen in meiner Res Gestae abgegeben, ebenso wie die Fortführung der Debatte im Senat. Allem voran möchte ich jedoch eine weitere Bitte an dich stellen."
Menecrates hielt inne und fuhr erst nach einer Atempause fort, um den Kaiser nicht das Gefühl der Überrumpelung zu geben.
"Ich alleine hätte die Kommissionsarbeit nicht bewältigt. Ich habe sie sogar anfänglich unterschätzt und nicht geahnt, wie zeitintensiv und kräftezehrend solche Arbeit ist. Ohne meinen Quaestor und ohne ein weiteres in seinem Engagement herausragendes Kommissionsmitglied hätte ich am Ende meiner Amtszeit nicht von erfolgreich beendeten Ermittlungen sprechen können. Meinen Quaestor habe ich bereits für eine Auszeichnung vorgeschlagen. Heute stehe ich vor dir und möchte dich bitten, meine zweite Stütze mit einer Auszeichnung zu ehren. Es handelt sich um den Trecenarius Aulus Tiberius Verus."
Er unterbrach, um dem Kaiser Gelegenheit zu geben, sich eventuell an den Mann zu erinnern, der schon vor der Kommission die kaiserlichen Ermittlungen geleitet hat.
"Tiberius war nicht nur über die Maßen engagiert bei den Befragungen, sondern hat von der Kommission als wichtig erachtete Zeugen ausfindig gemacht und sie einer Befragung zugeleitet. Als bemerkenswert erachte ich die Tatsache, dass der Trecenarius, ungeachtet seiner eigenen - und teils anders lautenden - Ermittlungen im Vorfeld, die er anfänglich auch offensiv vertreten hat, sämtliche Eitelkeiten abgelegt und zum Wohle Roms alle Kraft auf den Erfolg der Kommission gerichtet hat. Er musste sich von eigenen Ergebnissen teilweise lösen und er ließ neue Erkenntnisse zu, wenn die Befragungen solche ergeben haben. Die Anstrengung, mit der er sich einsetzte, wiegen nicht einmal drei andere Kommissionsmitglieder zusammengenommen auf. Er war wie mein zweites Bein, während mein Quaestor als Gehstock fungierte.
Und wenn ich jetzt betone, dass ich zu Beginn der Ermittlungen weder Tiberius besonderes Vertrauen entgegengebracht habe noch ihn sonderlich sympathisch fand, zeigt dies vielleicht am anschaulichsten, welche positive Entwicklung der Trecenarius genommen hat und welche Bedeutung ihm beim Ermittlungserfolg zukommt."
Der Consular blickte abwartend zum Kaiser - bereit, weiter Rede und Antwort in dieser Sache zu stehen.