Während der junge Gracchus von seinen Plänen berichtete, drängte sich Menecrates unwillkürlich die Frage auf, ob er selbst wohl gern Erfahrung und Alter gegen ein Stück Jugend eintauschen würde. Nochmals zu heiraten und in den Senat aufzusteigen, lockten ihn nicht sonderlich, aber er kam nach kurzer Überlegung zu dem Schluss, gern einen Teil der Jahre hergeben zu wollen. Allerdings entpuppte sich die Chance, die Ehe besser zu führen und an der Kindererziehung teilzuhaben, als Trugschluss, denn ohne die gemachte Erfahrung würde er doch wieder die gleichen Fehler machen.
Menecrates glaubte außerdem, selbst wenn er sich für beides mehr Zeit genommen hätte, wäre er kaum ein besserer Vater und Ehemann gewesen, weil er sich diesbezüglich nicht für ein Naturtalent hielt.
"Beides große Schritte", kommentierte er. "Sowohl Frauen als auch Senatoren sind nicht unbedingt leicht zu händeln." Seine Gedanken schweiften in erste Ehejahre ab. Mit der Mutter seiner meisten Kinder teilte er kaum mehr Zeit als für den Zeugungsakt nötig. Vermutlich deswegen empfand er diese Ehe deutlich angenehmer als seine zweite, was auch an der exzentrischen Art seiner zweiten Ehefrau lag. Es gab Senatoren, die ihn an Ofella erinnerten, was sie gleichermaßen schwierig machte. "Beide wollen häufig genug Recht haben und es kostet Mühe, nicht unterzugehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die größte Ruhe findet, wenn man nicht alles sagt, was man denkt. Um ehrlich zu sein, traue ich dir aber zu, stets die richtigen Worte zu finden."
Zu beiden Lebenssituationen hätte Menecrates noch lange Redeströme vergießen können, aber er hielt sich nicht für den besten Senats- und Eheberater. Vor allem Letzteres nicht.
Auch auf das Resümee hin gab Menecrates noch einen Gedanken zum Besten. "Vielleicht ist es ratsam, ein Gleichgewicht zwischen Pflicht und Vergnügen zu finden und es zu halten." Er lächelte - etwas müde zwar, aber das Lächeln kam zusätzlich von innen.
"Ich wünsche dir persönliches Glück, Erfolg und stets der Götter Segen auf deinen Wegen. Ich freue mich auf jeden Fall, dich sehr viel näher kennengelernt zu haben als es ohne unser beider Amt möglich gewesen wäre."