Gehört nur bedingt hierher: Ich wollte mal fragen, wann und wohin ich die Ablösesumme für Syennesis bezahlen soll.
Beiträge von Herius Claudius Menecrates
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Obwohl der Consul gern etwas zu sich genommen hätte, nahm er sich natürlich für seinen Sohn Zeit. Er folgte dessen Anliegen und je länger er zuhörte, umso zufriedener wirkte er. Es gab weit und breit keinen Claudier, der Menecrates einmal im Senat würde ablösen können, wenn die Götter ihn zu sich holten. Alleine dieser Umstand, das Wissen, gebraucht zu werden, trieb Menecrates an und ließ ihn anscheinend nicht weiter altern. Er erinnerte sich noch gut an die Diskussionen mit Centho und Felix, die er regelrecht um Unterstützung bat. Leider ohne Erfolg, seine Bitten wurden stets abgewiesen.
"Den Göttern sei Dank für deine Eingabe!", entfuhr ihm daher voller Dankbarkeit. "Du hast all meine Unterstützung auf diesem Weg, dessen kannst du sicher sein." Unterstützung hatte Menecrates mittlerweile gefühlt unzähligen Mitgliedern seiner Familie und ebenso vielen Klienten angedeihen lassen. Er setzte mehrmals den Ordo Senatorius durch, er setzte sich mehrmals für ein vorgezogenes Tribunat ein, er verhalf Klienten zum Ritterstand und zu diversen Beförderungen, er vermählte die Töchter seines Hause standesgemäß.
Am wenigsten dankten ihm sein Engagement die männlichen Sprösse der Familie. Der alte Claudier kam deswegen schon öfters nahe an den Rand der Verzweiflung.Gut gelaunt hörte er den weiteren Ausführungen seines Sohnes zu. Allerdings trieb ihm dessen weitere Auskunft die Sorgenfalten auf die Stirn. "Das geht natürlich nicht", pflichtete er bei. Die Villa benötigte einen verlässlichen Türdienst und allzu anstrengend empfand er diesen nicht. Da gab es weitaus größere Belastungen.
"Ich bitte dich um einen Gefallen: Wenn du rausgehst, veranlasst du, dass mir eine kleine Mahlzeit gebracht wird und die männlichen Sklaven kurzfristig zu mir geschickt werden." -
Wie es schien, half ihnen diese Zeugin nicht weiter. Immerhin hatte die Kommission diesen Umstand abgeklärt, was ebenfalls Wichtigkeit besaß.
"Quintilia, ich danke dir zunächst für deine Ausführungen. Ich möchte noch einmal betonen, dass wir hier nicht sitzen, um über die Sklavin Varia zu richten. Wir haben uns - und ich hoffe doch einschließlich dir - hier zusammengefunden, um die Ursache der schweren Unruhen zu ermitteln, damit wir Rom und seine Bewohner zukünftig besser schützen können. Ich bin mir weitgehend sicher, dass dies auch in deinem Interesse ist, denn ich meine mich zu erinnern, dich beim Ausbruch während der flavischen Spiele inmitten der Flüchtenden gesehen zu haben." Sein Blick ruhte auf Pina, während er überlegte, wie er fortfahren wollte."Zunächst wäre es hilfreich für uns, wenn du die Frage des Trecenarius nach Sergia Fausta direkt beantworten würdest. Direkte Antworten minimieren Missverständnisse. Und dann wüsste ich gerne, welche Personen du benennen könntest, die mit der Sklavin Varia bekannt sind. Wir erhoffen uns dadurch, dass unsere Untersuchung vorankommt."
Menecrates bemühte sich bewusst darum, die Fragen so zu stellen, dass die Situation so wenig wie möglich einem Verhör ähnelte, sondern vielmehr an eine Lösungssuche erinnerte, bei der die Zeugin eingebunden war. -
Zitat
Original von Paullus Germanicus Cerretanus
Loge:
“ Consul. Täusche ich mich oder gibt es Probleme? Bzw gab es eines? Vllt kann ich helfen.?“
Nach der Unterredung mit den Fahrern Athenodorus und Hermippus besaß Menecrates noch einige Augenblicke Zeit, um sich Germanicus zu widmen.
"Es gibt bei fast allen Ludi unvorhergesehene Ereignisse", antwortete der Consul auf die Frage. Gedanklich fügte er an: 'Besonders bei den letzten Spielen der Aedile.' Glücklicherweise lagen seine Schwierigkeiten in einem weniger gravierenden Bereich. Trotzdem musste er sich ihnen widmen, damit die Zuschauer nicht darunter litten.
"Für heute sind die Probleme gelöst. Ich habe ja vorsorglich Ersatzfahrer in den Circus geladen und diese springen ein. Die Klärung für den Endlauf, verschiebe ich auf später. Du siehst, es ist nicht so einfach zu helfen." Er musste schmunzeln, weil langsam der Druck abfiel. Das letzte Rennen am heutigen Tag lag in trockenen Tüchern. -
Es lag Jahre, fast Jahrzehnte zurück, dass Menecrates eine Tochter aus seinem Haus zu ihrer Hochzeit geleitete. Ihn erfüllte eine Mischung aus Freude, Rührung, Stolz und Wehmut. Er wusste, sein Haus würde nicht nur leerer, sondern auch stiller erscheinen, wenn Sassia in die Villa Flavia zog. Ihr Versprechen hatte er nicht vergessen, aber es änderte nichts.
Da er ohnehin als wenig redselig galt, fiel es kaum ins Gewicht, dass er auf dem Hinweg schwieg, zumal sie ohnehin in verschiedenen Sänften anreisten. Am Vorabend gab es in der Villa Claudia noch eine Diskussion über den Brautschleier, die heute hoffentlich keine Nachwirkungen mehr hatte. Menecrates bestand darauf, dass Sassia anstelle eines gelben einen roten Schleier trug. So sah es die Tradition vor und die schätzte der alte Herr. Obwohl Sassia bereits über Nacht ihre Frisur samt Blumenkranz und Schleier tragen musste, wusste Menecrates nicht, ob sie sich wirklich für seine Variante entschieden hatte. Er würde sich überraschen lassen müssen.
Der Moment, an dem er Sassia unter den Schutz der neuen Hausgeister stellen würde, rückte näher. -
Die Gitterteile auf der großen Freifläche vor den Toren formten nach und nach einen Raubtierkäfig. Es nahm Zeit in Anspruch, Teil für Teil im Boden zu verankern. Extra für diesen Zweck in den Sand eingelassene Verankerungen wurden freigelegt. Sie befanden sich einen halben Fuß unter der Oberfläche, damit sie zu keinerlei Behinderung für Pferde und Wagen führten, was bedeutete, dass nach dieser Hinrichtung fleißige Helfer den Sandboden wieder geradeziehen mussten.
Als das gesamte Gebilde stand, wurde mit der Montage der Gittertunnel begonnen. Sie führten vom Käfig weg zu einem der äußeren Tore, aus denen normalerweise Wagenpferde stürzten. Beide äußere Tore wurden für die Vorläufe nicht benutzt, sodass kein Wagenlenker eine Benachteiligung sehen könnte, weil ausgerechnet seine Pferde wegen des Raubtiergeruchs nervöser als andere an den Start gingen. Der Tunnel nahm seinen Fortlauf im Innern des Gemäuers und führte letztendlich zu Transportkäfigen. Der ungewohnten Umgebung und dem hektischen Treiben geschuldet, erklang in regelmäßiger Folge wütendes Fauchen aus verschiedenen Kehlen.In der Zwischenzeit lief die Unterredung des Consuls mit den Lenkern weiter. Menecrates quittierte seinen falschen Tipp bei der Namenszuordnung mit einem interessierten: "Ah." Ab jetzt konnte er das jeweilige Gesicht mit dem passenden Namen in Zusammenhang bringen. Er konzentrierte sich nunmehr auf Hermippus, der aufgeschlossener wirkte.
"Mein Geschäftssinn hindert mich daran, erst hinterher zu verhandeln“, erwiderte er offenherzig. Einem ausgefuchsten Schlitzohr hätte er diese Antwort nie gegeben, aber er ging davon aus, dass er mindestens einen der beiden würde gewinnen können und legte von Anfang an viel Wert auf eine offene und vertrauensvolle Basis im Umgang miteinander.
"Natürlich könnte mir eine Demonstration eures Könnens bei der Bewertung helfen. Vielleicht ist ja einer von euch ein Ausnahmetalent und der andere ist auffallend schlecht. Das ist mein Risiko und somit EIN Nachteil, den ich eingehe.
Wenn ich euch allerdings ohne vorherigen Vertrag starten lasse, erhöht sich mein Risiko und ich müsste ZWEI Nachteile in Kauf nehmen. Erstens steigt im Allgemeinen der Preis eines Fahrers je mehr Erfahrung er besitzt und zweitens beabsichtige ich nicht, einem späteren Fahrer der Konkurrenz zu mehr Erfahrung zu verhelfen. Das wäre dumm von mir." Menecrates war gewillt, beide Nachteile zu vermeiden. Die Praesina stand schlecht genug im Vergleich zu anderen da. Weitere unkluge Schachzüge würde sie kaum verkraften können, denn irgendwann brach auch der dickste Fan mit seinem Rennstall, wenn ihm nichts außer Frust geliefert wurde."Als langjähriger Arbeitgeber kann ich euch versichern, dass es nicht unüblich ist, Anstellungsverträge mitten im Monat zu schließen und den Arbeitsbeginn auf den nächsten Monatsanfang zu legen. Das ist sogar eher die Regel als die Ausnahme. Von daher spricht nichts dagegen, wenn du heute unter neutraler Flagge startest, obwohl du einen rechtsgültigen Vertrag in der Tasche hast. Der Vertragsbeginn ist hier das Ausschlaggebende."
Es gab kein rechtliches Hindernis, aber die Unentschlossenheit bremste die Fahrer aus. Leider besaß Menecrates nicht alle Zeit der Welt, er wollte zu einem Ergebnis kommen."Ich möchte gern verhandeln und bin bereit, mein Angebot anzuheben: 800 Sesterzen monatliches Gehalt plus 1.800 Sesterzen Einmalzahlung. Wer ist dabei?"
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Sim-Off: Bei den Ringen handelt es sich sowohl um Siegelringe als auch um wertvolle Schmuckstücke. Träger der Ringe waren allesamt römische Bürger, gut betucht und im Besitz von Sklaven. Sie arbeiten demnach nicht selbst in einer Bäckerei/Fleischerei und wohnen in allen Fällen außerhalb der Subura.
Pünktlich zu Beginn der neuen Sitzung traf Quintilia Pina ein.
"Ja, hier findet die Befragung statt", antwortete der Consul, der Pinas Frage trotz Flüstern hörte, als er die Tür öffnete. "Tritt ein." Er ließ Pina den Vortritt und erklärte ihr dabei die Situation, weil das Flüstern ihn glauben ließ, die Zeugin sei eingeschüchtert.
"Hier ist keine Form von Furcht nötig. Das ist kein Gerichtssaal, wir sind keine Richter und wir fällen auch kein Urteil. Wir versuchen die Ursache der Unruhen zu ermitteln und du kannst uns dabei helfen." Er lächelte ein wenig, bevor er Platz nahm.
"Meine Herren, das ist Quintilia Pina. Ich habe sie geladen, weil sie Zeitzeugin der Unruhen ist. Quintilia, du kannst frei wählen, ob du lieber sitzen oder stehen möchtest. Wenn der Hals trocken ist, dann rufe ich nach einem Glas Wasser." Dann überlegte er sich eine erste Frage, die er mit einer Einleitung versah."Wir alle haben uns zu Beginn gegenseitig vorgestellt und berichtet, wann wir das erste Mal mit den Vorboten der Unruhen in Kontakt gekommen sind. Bei den einen waren es Parolen, bei anderen waren es Untersuchungen im Rahmen des Dienstes und wieder jemand anderer hatten die mutmaßliche Anführerin Varia schon im Vorfeld kennengelernt. Wie war das bei dir?"
Varias Schuld war zum Zeitpunkt dieser Kommissionstagung durch ein Geständnis bereits erwiesen, sie saß aber noch im Kerker.
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Die Zuschauer nutzten die Pause unterschiedlich. Während die einen aßen, vertraten sich andere die Beine. Der überwiegende Teil tauschte jedoch seine Gedanken mit dem Sitznachbarn aus. Die Hinrichtungen waren dabei ebenso Thema wie die ersten beide Vorläufe. Im Rennoval - nahe der Tore - wurden unterdessen lange Gitterzaunteile hochkant aufgestellt und eins mit dem anderen seitlich verbunden, sodass nach und nach ein transportabler Großkäfig entstand. Viele Hände halfen und doch nahm das Unterfangen erheblich Zeit in Anspruch. Die Sicherheitsanforderungen an die Umzäunung erforderten eine penible Montage. Einige Gitterteile in Tunnelform standen auch bereits am Rand. Ihre Montage würde zuletzt erfolgen.
Die Überwachung leisteten Helfer, der Consul brauchte sich nicht darum kümmern. Er konzentrierte sich auf das Gespräch mit den factiolosen Wagenlenkern. Er nahm Hermippus' Auskunft zur Kenntnis und erläuterte für Athenodorus noch einmal das Ansinnen.
"Du bist..." Er musste raten, denn die Fahrer hatten sich nicht vorgestellt. "Athenodorus?" Dieser Name lag ihm mehr, den anderen konnte er sich nur bedingt merken. "Das Angebot erfolgt nicht nach den Ludi, sondern jetzt. Eine Übernahme in die Praesina kann jedoch erst nach den Ludi erfolgen, weil die Fahrer der Praesina heute schon gestartet sind und somit keiner von euch mehr an der Start gehen könnte. Es sei denn ... ihr startet unter neutraler Flagge. Und ich gehe doch davon aus, dass ihr hier seid, um möglichst Fahren zu können." Er blickte beide fragend, aber nicht unfreundlich an, wobei er keine Bestätigung erwartete. "Kein Start heute bedeutet gleichzeitig keine Chance auf den Einzug ins Finale, somit auch kein Start morgen, keine Erfahrung und kein Bekanntmachen der eigenen Person. Wenn ihr euch präsentieren wollt, dann geht das bei den Ludi nur unter neutraler Flagge."
Er ließ die Erklärung etwas wirken, dann erklärte er nochmals sein Angebot. Er hatte Verständnis für die Verwirrung der jungen Fahrer, immerhin mussten sie, ohne vorbereitet zu sein, eine bedeutende Entscheidung fällen.
"Die Situation ist nur deswegen so wie sie ist, weil eine Factio nicht angetreten ist. Ansonsten hätte ich lieber im Vorfeld der Ludi verhandelt. Es ist aber wie es ist. Wir verhandeln wie gesagt heute, genau genommen jetzt. Ich biete dem Schnellentschlossenen eine Anstellung bei der Praesina mit 700 Sesterzen monatlichem Gehalt und eine Einmalzahlung von 1.500 Sesterzen. Mit wem ich einig werde, der erhält heute einen Startplatz und der andere geht wissentlich leer aus. Das ist die Situation, wobei ich durchaus Interesse an euch beiden hätte."
Nach einem Atemzug fügte er an: "Ich kann verstehen, dass jeder lieber große Entscheidungen länger durchdenken möchte. Allerdings steht keinem von uns diese Zeit zur Verfügung. ICH muss so schnell wie möglich die beiden letzten Fahrer für den dritten Vorlauf melden, IHR habt mit euch selbst zu klären, was ihr verliert und was ihr gewinnt." -
Der heutigen Opferung zu Ehren der Iuno Februata musste Menecrates weder vorstehen noch benötigte es einer Opferspende aus seiner Tasche. Viele Frauen kümmerten sich um die Vorbereitungen und die Ausführung der Opferhandlungen an diesem Tag. Der Consul sah sich als Teil der Prozession, er verfolgte das Voropfer und murmelte eigene Gebete. Leichter Nieselregen durchfeuchtete nach und nach die Kleidung der Anwesenden, doch niemand rührte sich vom Platz. Menecrates hoffte, der Regen bedeutete nicht, dass die Göttin weinte. Er überlegte eine Weile, fand aber keinen Grund, warum diese Annahme stimmen sollte. Das Leben in Rom lief wieder in ruhigen Bahnen, zumindest schien es so und an etwas anderes wollte der Consul in diesem Moment nicht glauben.
Während des blutigen Opfers musste Menecrates seine Gedanken immer wieder zur Ordnung rufen. Er wollte nicht zu seinen Terminen und Planungen abschweifen, sondern voller Konzentration der für Rom so wichtigen Göttin huldigen. Er bat sie um Schutz, um das Vergeben aller letztjährigen Sünden und um ein gutes Geleit für die Zukunft. Die Hälfte seiner Amtszeit lag hinter ihm, die Bewältigung eines ordentlichen Postens an Arbeit stand noch bevor.
Der Consul atmete einmal tief durch. Er sog die vom Regen gereinigte Luft ein und atmete sie befreit wieder aus. Möge Rom einer guten Zukunft entgegengehen. Möge Iuno, den Kaiser, die Kaiserin und seine eigene Familie schützen. -
Sim-Off: Würde sich bitte der Spieler, der die Morde simuliert hat, bei mir per PN melden? Das wäre super!
Ich gehe in dem Glauben, dass nur Ritter aufwärts Siegelringe tragen. Die Ringe müssen allerdings nicht zwangsläufig den Opfern gehören.
Da der Consul ebenfalls keine weiteren Fragen hatte, wandte er sich an seinen Sekretär.
"Vielen Dank für deine Aussage, Faustus. Für heute bist du entlassen."Als Faustus die Tür zuzog, wandte sich der Consul an die Anwesenden. "Ich denke, wir haben für den ersten Tag genug gehört und viele Informationen im Kopf, die wir durchdenken können und müssen. Ich schlage anstelle einer Pause vor, dass wir uns morgen zur gleichen Stunde in der gleichen Runde wiedertreffen. Die Angelegenheit mit den Ringen im Hals müssen wir nicht sofort klären. Es mag sein, dass wir im Zuge der Ermittlungen automatisch auf die Antwort stoßen oder wir sprechen in ein paar Tagen erneut das Thema an."
Sim-Off: Ich hoffe, keiner springt ab, weil ich es realistischer finde, an verschiedenen Tagen zu ermitteln.
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Der neue Tag erwachte nur langsam, weil der Himmel voller Wolken hing. Im Sitzungsraum wurde die gestrige verbrauchte Luft durch lang anhaltendes Lüften vollkommen ausgetauscht. Neue Wachstafeln lagen bereit, eine neue Zeugin wurde erwartet. Der Consul schritt bereits eine Stunde vor Beginn durch den Raum, um das weitere Vorgehen zu durchdenken.
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"Du sprichst von Morrigan", mutmaßte Menecrates. "Ich hatte vor, sie als Zeugin zu befragen." Er nickte wie selbstverständlich. "Aber immer eins nach dem anderen. Wir sollten zunächst beratschlagen, ob wir Helvetius Faustus noch für eine weitere Befragung benötigen und anschließend über die platzierten Siegelringe sprechen. In dieser Sache kann uns Morrigan nicht weiterhelfen."
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Der Consul fand es an der Zeit, sich einzuschalten. Die Diskussion lief in die falsche Richtung.
"Ich bitte darum, keine Schuldzuweisungen zu treffen. Wir sitzen hier zusammen, um der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen. Aber noch kennen wir sie nicht!" Er hob den Zeigefinger, um die Aussage zu unterstreichen. "Und selbst, wenn wir am Ende glauben, die Wahrheit zu kennen, ist es NICHT die Aufgabe dieser Kommission, Bewertungen zu treffen oder Versäumnisse aufzuzeigen."
Er stand auf und stellte seine Wachstafel, die er von Tiberius‘ erhalten hatte, zu den anderen. Damit signalisierte er, dass er nicht gewillt war, den Bericht durchzugehen."Wir müssen uns an dieser Stelle fragen, wo wollen wir in dieser Kommission hin. Als erstes wollten wir in etwa den Zeitpunkt finden, wo sich der spätere Aufstand noch im Schwelen befand. Ich denke, darin sind wir uns einig, dass es diese ersten Morde und kurz darauf die Parolen waren. Mein Sekretär benannte als Zeitpunkt den Abend vor dem Prozess des Germanicus. Ich notiere dieses Datum und wenn jemand Einwände hat, dann frei heraus."
Er nahm sich eine neue Tafel, ritzte ein Datum ein und stellte sie unmittelbar neben die Tafel mit den ersten Ergebnissen der Vorstellungsrunde.
"Weiterhin wollen wir den Ursachen des Aufstandes auf die Spur kommen. Dafür nutzen wir andere Zeugen, als diejenigen, die den Ermittlungen der beiden Cohorten gedient haben. UND... wir befragen die Spuren am Tatort nach den Motiven der Täterin/der Täter." Diese Aussage mochte manchem absurd vorkommen, daher fügte der Consul die Erklärung umgehend an.
"Ich habe immer gesagt, ich möchte die Vorgänge aus anderer Sichtweise beleuchten. Das erfordert zwangsläufig eine andere Vorgehensweise. Ich möchte unser aller Augenmerk auf eine augenfällige Gemeinsamkeit bei den Morden vor Ausbruch des Aufstands lenken: Die Siegelringe und ihre Platzierung. Der oder die Täterin will damit etwas ausdrücken."
Er drehte sich um und nahm neue Notizen auf der Tafel vor.Zeitpunkt der Entstehung:
ANTE DIEM V KAL AUG DCCCLXVII A.U.C. (28.7.2017/114 n.Chr.) oder wenig früherAnzeichen
Morde mit individueller Täterhandschrift (Siegelringe im Hals)Welche Aussage beinhaltet diese Täterhandschrift?
"Und im Anschluss danach möchte ich die Parolen - als weitere Hinterlassenschaft - gemeinsam mit euch versuchen zu analysieren. Wir sollten außerdem entscheiden, ob unser Zeuge Helvetius Faustus bleiben darf oder sich draußen zur weiteren Befragung zur Verfügung halten soll. Über die als Rädelsführerin geltende Varia kann er offensichtlich keine Angaben machen, da er außer Landes war."
Es blieb abzuwarten, ob der Consul mit seiner Lenkung die Debatte abgewürgt hatte, aber weitere Schuldzuweisung führten zu keinen Ergebnissen."Octavius, halte doch bitte deine Vorschläge für eine Optimierung auf einer separaten Wachstafel fest, damit sie nicht verloren gehen. Wir müssen diese Aspekte jedoch weit nach hinten stellen. Im Grunde sind die Schlussfolgerungen sogar Sache des Senats, aber Vorschläge sind gewiss willkommen."
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"Vom Sieger in jeder Arena sind wir aktuell weit entfernt", erwiderte Menecrates schmunzelnd, dann entdeckte er zwei junge Männer, die sich zielstrebig seiner Loge näherten. Es musste sich um die beiden Wagenlenker handeln. Er wartete, bis sie heran waren, dann begrüßte er sie mit einem Nicken.
"Hermippus und Athenodorus, ich mache es kurz: Ich bin bereit, euch ein ähnliches Angebot wie Syennesis zu machen. Zwar kenne ich eure Leistung nicht, aber ich bin bereit, ein gewisses Risiko einzugehen. Ich biete euch beiden nach den Ludi ein Engagement im Rennstall der Praesina: Das Angebot umfasst ein monatliches Gehalt von jeweils 700 Sesterzen und eine Einmalzahlung von 1.500 Sesterzen sowie eine Startzusage für heute, noch unter neutraler Flagge. Wie steht ihr dazu?"
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Irgendein Knoten schien geplatzt oder jemand hatte in ein Wespennest gestochen. Menecrates konnte die Fülle an Informationen, die nur so sprudelten, kaum erfassen. Außerdem ergaben sich plötzlich mehrere Ermittlungsstränge.
Er hatte Rückfragen an den Octavius. Allein die Aussage, dass es sich bei den Opfern um kleine Handwerker handelte, überraschte ihn. Er hatte in seiner Vorstellung die Ringe mindestens für Ritterringe gehalten.
Als zweiter Ermittlungsstrang, dem gefolgt werden müsste, wären die noch ausstehenden Antworten seines Sekretärs anzusehen.
Und zu guter Letzt gab es nicht nur die Diskussion zwischen den beiden - wie es wieder einmal schien - konkurrierenden Einheiten, sondern darüber hinaus gab es noch den gewaltigen Informationsposten, den Tiberius ihnen servierte. Es würde sie lange beschäftigen, sollten sie seinen Bericht im einzelnen durchgehen. DAS allerdings wünschte der Consul nicht.Solange hingegen niemand plante, diesen Bericht zu zerpflücken, wollte sich Menecrates nicht in die aufgekommene Diskussion einmischen. Er überließ es den Beteiligten, wer als nächstes das Wort ergriff und in welche Richtung ermittelt werden sollte. Nur wenn die Gemüter hochkochten oder er anderweitigen Handlungsbedarf sah, wollte er sich einklinken. Momentan verarbeitete er noch seine Überraschung über die ungeahnt großzügigen Einblicke in die Arbeit der Speculatores.
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Menecrates hörte sich Tiberius' Einwände ruhig an. Die Kommentare und dessen gereizter Tonfall verrieten ihm, noch bevor der Befehl erteilt wurde, dass der Trecenarius seinen Widerstand aufgab. Da der Consul in der Tat niemanden beschämen wollte, zeigte er keine Regung. Stattdessen fragte er sich, warum Tiberius ihn zuvor mit ungeahnter Vehemenz zu einer Tat drängen wollte, die nun glücklicherweise abgewendet war. Nachdenklich registrierte er die Verabschiedung, die er erwiderte: "Vale, Tiberius."
Dann nickte er Alexandros zu, damit der sich um die Sklavin kümmern konnte, bevor er den Abzug der Praetorianer weiter verfolgte. Zwischendurch erhielt auch Marco ein Zeichen. Er und seine Männer würden für Morrigans Transport sorgen.
Immer noch den Blick auf die abziehenden Soldaten gerichtet, fragte er Faustus, der neben ihm stand. "Was war DAS denn?" Er deutete ein Kopfschütteln an, das seine Ratlosigkeit ausdrückte. "Was wollte er bezwecken?" Natürlich meinte der Consul nicht das Offensichtliche, sondern die starken Beweggründe, die hinter Tiberius' Auftreten steckten und sichtbar wurden.
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...brachte einen Brief aus der Villa Claudia vorbei.
Ad
Quintilia Pina
Casa Quintilia
Roma
Der Untersuchungsausschuss zum Sklavenaufstand bittet dich um eine Aussage. Es geht darum, die Ursache des Aufstandes zu ermitteln.
Finde dich bitte morgen in der Villa Claudia zur zweiten Stunde ein.[Blockierte Grafik: http://up.picr.de/28136474nt.gif]
gez. H. Claudius Menecrates

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Klappt so gut, wenn ich hier poste: Die SL hat wieder Post.

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Menecrates kehrte in Begleitung von Faustus auf seinen angestammten Platz zurück. Die Herolde verkündeten: „Für das Finale haben sich qualifiziert:
Die Fahrer Hamiris von der Veneta und Pheidon von Calydon für die Purpurea. Herzlichen Glückwunsch!"Der Consul musste sich nicht persönlich um den Fortlauf kümmern, die Veranstaltung war bestens durchorganisiert. Einzig von der Besetzung des letzten Vorlaufs wussten die Herolde noch nichts. Im Augenblick spielte das auch keine Rolle, weil die nächste Ansage die folgende Hinrichtung betraf.
"In der nächsten halben Stunde besteht die Möglichkeit, sich an den kostenlos zur Verfügung gestellten Speisen und Getränken zu stärken. Der Aufbau des Schutzzwingers für die nächste Darbietung dauert ebenfalls so lange. Es besteht also kein Grund zur Sorge, dass während der Stärkung eine Attraktion auf der Sandbahn verpasst wird.“
Die meisten Zuschauer blieben trotzdem auf ihren Plätzen, weil Sklaven mit Bauchläden durch die Reihen gingen. Nur wenige holten sich selbst ihr Essen. Auch in Menecrates' Loge kam ein Sklave, aber der Consul winkte ab. Er wollte mit seinem Sekretär sprechen.
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Der Consul musste sich nicht persönlich um den Fortlauf kümmern, die Veranstaltung war bestens durchorganisiert. Einzig von der Besetzung des letzten Vorlaufs wussten die Herolde noch nichts. Im Augenblick spielte das auch keine Rolle, weil die nächste Ansage die folgende Hinrichtung betraf.
"In der nächsten halben Stunde besteht die Möglichkeit, sich an den kostenlos zur Verfügung gestellten Speisen und Getränken zu stärken. Der Aufbau des Schutzzwingers für die nächste Darbietung dauert ebenfalls so lange. Es besteht also kein Grund zur Sorge, dass während der Stärkung eine Attraktion auf der Sandbahn verpasst wird.“
Die meisten Zuschauer blieben trotzdem auf ihren Plätzen, weil Sklaven mit Bauchläden durch die Reihen gingen. Nur wenige holten sich selbst ihr Essen. Auch in Menecrates' Loge kam ein Sklave, aber der Consul winkte ab.
"Ich nicht." Er hob abwehrend die Hand. "Faustus, wenn du möchtest, bitte. Du kannst gern kauen, während ich dich aufkläre.
Ich habe gerade den Preis am Markt verdorben." Er meinte das Übernahmeangebot an Syennesis und schmunzelte in sich hinein.
"Ich habe heute keine Zeit für Verhandlungen. Deswegen habe ich gedacht, ich greife so hoch, dass er nur zufrieden sein kann." Er lächelte wieder, dann fuhr er ernst fort. "Ich freue mich, dass wir Syennesis für uns gewinnen konnten." Das meinte er aus tiefstem Herzen, denn er sah Potential in dem jungen Talent. Außerdem brauchte der Jungfahrer Marsyas noch Zeit.
"Syennesis ist besser als alle unsere Fahrer und trotzdem… Selbst mit ihm rangieren wir am unteren Rand der Erfolgsliste. Genaugenommen führt Syennesis die erfolglosesten Fahrer des Imperiums an." Er atmete einmal durch und blickte mit ernstem Ausdruck zu seinem Sekretär.
"Ich möchte das ändern. Es wird viel Zeit ins Land gehen, bis unsere Fahrer aufschließen und vielleicht sogar der eine oder andere sich zwischen die aktuell erfolgreichen Fahrer anderer Factiones schiebt. Ich denke, wir müssen etwas Grundlegendes an unserer Situation verändern und ich habe da eine Idee."Menecrates' Magen signalisierte, dass er Hunger verspürte, aber der Consul ignorierte ihn.
"Wir müssen trainieren, trainieren, trainieren. Und selbst, wenn wir unglaublich fleißig sind, die anderen Factiones können das auch und der Rückstand verkürzt sich auf diese Weise nie. Ich habe die Idee, unseren Kader an Jungfahrern weiter zu vergrößern. Wir picken uns später die besten raus und können die anderen zum Kauf anbieten. Das ist wie ein Geschäft, es gibt einen Zugewinn. Außerdem erhöht sich die factiointerne Konkurrenz, was manchen noch mehr anspornen mag, das Beste aus sich herauszuholen. Und…", er lächelte verschmitzt, "andere Rennställe haben für gewisse Zeit nur eine beschränkte Möglichkeit, sich ebenfalls einen Jungfahrer zu engagieren. Vielleicht vergessen sie auch ganz, selbiges zu tun, so wie die Köpfe der Praesina." Er wiegte den Kopf und wartete gespannt auf Faustus' Reaktion, während er gleichzeitig nach den Fahrern Hermippus und Athenodorus Ausschau hielt. Syennesis sollte sie zu ihm in die Loge schicken. -
Menecrates nickte einmal zufrieden. "Dann heiße ich dich schon jetzt herzlich in der Praesina willkommen. Für das heutige Rennen sind meine besten Wünsche bei dir." Ein kleines Lächeln machte sich breit, das den gefühlten Druck minderte. Er wollte unbedingt ein spannendes Ersatzrennen auf die Beine stellen, wenn die Aurata ausfiel, und sah sich auf einem guten Weg.
Er wartete, bis Syennesis sein Zeichen unter den Vertrag gesetzt hatte, dann sagte er:
"Du kannst dich jetzt auf den Start vorbereiten, ich gebe deine Meldung gleich weiter. Und schick bitte Hermippus und Athenodorus zu mir. Sie sollen sich beeilen und direkt zu mir in die Loge kommen, weil ich zumindest sichtbar für die Vorbereitungen der nächsten Hinrichtungen anwesend sein muss." Hinter den Rängen konnte er sich nicht länger aufhalten.Nachdem Syennesis gegangen war, sah er zu Faustus. Ob der ahnte, was Menecrates vorhatte? Der Consul besaß leider keine Zeit, seinen Sekretär zu unterrichten, weil er zurück musste. Das zweite Vorlaufrennen ging seinem Ende zu. "Komm mit mir, Faustus."
edit:
"Ach so!", rief er Syennesis hinterher und erläuterte sein Anliegen, als der sich umdrehte. "Alle factiolosen Fahrer sollen ihre Gespanne startklar machen. Es werden aber nur zwei außer dir antreten. Welche, erfahren sie etwas später."
Germanicus hätte er auch fast vergessen. "Es tut mir leid, gerade ist die Zeit wirklich knapp. Komm doch zu meiner Loge, wenn der dritte Vorlauf läuft. Dann besprechen wir dein Anliegen."