Beiträge von Herius Claudius Menecrates

    "Ich habe verstanden, dass DU dieses Urteil gefällt hast." Das Erstaunen über die Offenlegung des Trecenarius nahm Menecrates einen Moment gefangen. Er fand es höchst ungewöhnlich, einen Offizier, der nicht mindestens Stabsoffizier war, dergleichen Vollmachten zu übertragen. Immerhin zweifelte er die Aussage nicht als solche an.
    "Das ist sicherlich in der guten Absicht geschehen, den Staat zu schützen und der Pflicht Genüge zu tun. Nun ist es leider so, dass die Schuld dieser Sklavin nicht in einem ordentlichen Prozess festgestellt wurde, bei dem das Imperium Romanum der Kläger ist, du im Übrigen kein Iudex Prior bist und es demzufolge kein rechtkräftiges Urteil gibt, auf dessen Basis ICH eine Vollstreckung akzeptieren kann. Du kannst dich auf das für dich geltende Kriegsrecht berufen, ich fordere zur Wahrung meiner Interessen eine öffentliche Verhandlung. Nun stehen wir hier und wollen Gegensätzliches. Was nun?"
    Er hob fragend die Brauen, bevor er mit entspanntem Gesichtsausdruck fortfuhr.


    "Nach meiner Ansicht gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ich nehme die BISHERIGE Beschädigung meines Eigentums ohne rechtskräftiges Urteil hin und du verzichtest als Ausgleich dafür auf die Fortführung deines Plans. Das wäre eine außergerichtliche Einigung, die zunächst immer angestrebt wird." Tiberius erweckte leider nicht den Eindruck, als könne er je nachgeben. Trotzdem gab es eine kleine Chance, auf die Menecrates nicht von vornherein verzichten wollte. "Oder aber wir sehen uns vor Gericht. Verstehe das bitte nicht als Drohung. Ich beabsichtige auch nicht, dich oder jemand anderen vorzuführen. Ich möchte lediglich mein Haus vor einer Brandmarkung schützen, die hier genügend Augen wahrnehmen und genügend Zungen weitertragen können, denn mit der Sklavin brandmarkst du auch mich."

    Faustus begann seine Aussage mit Schreibarbeit, eben typisch Sekretär. Er stellte sogar die Tafel zu den anderen. Der Rückblick rief bei Menecrates die Erinnerung wach, während andere Kommissionsmitglieder möglicherweise genauer nachlesen mussten und es glücklicherweise auch konnten, weil es bezüglich der Parolen eine Wachstafel gab und nicht nur die mündliche Überlieferung.


    Weitere Aussagen zu den Morden, an die sich der Consul erinnern konnte, folgten. Interessant fand er unter anderem das Datum, das präziser ausfiel als angenommen. Die Angabe veranlasste ihn zu einer ersten Nachfrage.


    "Faustus, du sagst, du wolltest mich damals nicht vor dem Prozess belasten. Daraus schließe ich, du wusstest es schon ein wenig eher. Kannst du dich erinnern, wann du diese Parolen zum ersten Mal gesehen hast? Ich denke, dieses Datum ist noch hilfreicher für uns als die damals Mitteilung an mich."


    Außerdem interessierte ihn heute etwas, worüber sie damals nicht gesprochen hatten.
    "Wenn du dich zurückerinnerst, hast du etwas aufgeschnappt, was auf die Beteiligung besonderer Glaubensrichtungen oder ethnischer Gruppen bei den Morden oder den Parolen hindeutet?" Menecrates fragte bewusst nicht direkt nach Christen. Je häufiger eine Spekulation namentlich benannt wurde, umso mehr verhalf man ihr zu Glaubhaftigkeit und das wollte er vermeiden. Er wusste zwar nicht, ob inzwischen eine Beteiligung der Christen zweifelsfrei belegt wurde, aber er hatte vor allem nicht vergessen, dass sie mangels tatsächlicher Ergebnisse vorgeschoben werden sollten, wogegen sich der Consul klar ausgesprochen hatte. In einem solchen Spiel würde er nicht mitspielen.

    In Runde sechs gab es einen Einbruch von Oxtaius. Er fiel vom dritten Rang immer weiter zurück und musste zuerst Pheidon von Calydon und später noch Prusias Kynegros ziehen lassen. Das Tempo in diesem Vorlauf war insgesamt hoch, daher mühten sich alle anderen Fahrer, zumindest ihre Position zu halten. Selbst Oxtaius‘ Tempo musste als hoch bezeichnet werden und doch reichte es im Vergleich mit den andren nicht aus, um den eigenen Platz zu halten. Die letzte Runde würde zeigen, wessen Pferde noch Reserven hatten.


    Diejenigen Zuschauer, die noch saßen, sprangen auf, als Prusias Kynegros plötzlich begann, das Feld umzukrempeln. Auf der Hinbahn zog er zunächst an Pheidon von Calydon vorbei, um wenig später auch Menekles von Thiria anzugreifen. Warum er das tat, konnte keiner ahnen. Glaubte er wirklich, den führenden Hamiris noch von der Spitze verdrängen zu können? Jeder wusste, nur der siegreiche Fahrer einer Factio zog in das Finale ein. Menekles von Thiria erlag der Resignation oder musste einsehen, dass seine Pferde nichts mehr zusetzen konnten. Er fiel zurück, was erst in dem Augenblick für ihn dramatisch wurde, als er auch kurz vor der Ziellinie nicht die Position vor Pheidon von Calydon halten konnte. Damit verlor er den Finalplatz für die Purpurea.


    In folgender Reihenfolge fuhren die Gespanne über die Ziellinie:
    1) Hamiris VEN
    2) Prusias Kynegros VEN
    3) Pheidon von Calydon PUR
    4) Menekles von Thiria PUR
    5) Oxtaius VEN
    6) Mastanabal von Sabratha PUR

    Während sich die Kampfpaare im Sand nach und nach dezimierten, stellte der Consul Überlegungen an, wie er den letzten Vorlauf zu den Wagenrennen gestalten sollte. Die Zeit für die Aurata war abgelaufen. Bei allem Entgegenkommen dieser Factio und dem von ihm geschätzten Senator Livianus gegenüber sowie dem eigenen Wunschdenken, aber mehr als diese ohnehin große Rücksicht konnte und wollte Menecrates nicht mehr geben, Er würde umstellen müssen und ging die Liste der factiolosen Fahrer durch. Er stellte Vermutungen an und blieb immer wieder an Syennesis hängen, den er vor Wochen bereits für die Praesina gewinnen wollte. Er wollte diesen Vorlauf nicht vergeuden, er wollte ihn strategisch nutzen. Würde er Syennesis heute noch verpflichten können, nach den Ludi unter der grünen Flagge zu fahren, wäre er der erste Vorlaufkandidat.


    Menecrates überlegte, ob er in diesem Fall, die leichteste Konkurrenz ihm zur Seite stellen sollte, damit Syennesis gute Chancen besaß, ins Finale zu kommen. Alternativ könnte Menecrates auch versuchen, ein anderes oder sogar ein weiteres junges Talent zu verpflichten. Zu einem sofortigen Entschluss kam der Consul nicht. Er musste ohnehin an seinem Platz verweilen, um das zweite Vorlaufrennen zu starten. Erst danach konnte er der Ludi- und der eigenen Planung Raum geben. Es gab also eine Galgenfrist für strategische Überlegungen. Syennesis nahm dabei einen großen Raum ein.

    Menecrates konnte sich nicht ganz das Schmunzeln verkneifen, obwohl er unter erheblichem Organisationsdruck stand. "Ich habe dir schon einmal prophezeit, dass du eine große Karriere vor dir hast, wenn du diesen Biss behältst." Er winkte zu Faustus, damit der nah zu ihnen trat.


    "Faustus, ich möchte Syennesis für unsere Factio engagieren. Er fährt heute noch unter neutraler Flagge und nach den Spielen für uns." Nun wusste Faustus vom Plan. Ob er aufging, musste sich noch zeigen. "Sofern Syennesis am Ende einverstanden ist, setze bitte ganz formlos einen Vertrag auf, den Syennesis vor seinem Start unterzeichnet. Inhalt des Vertrages ist ein monatliches Gehalt von 1.000 Sesterzen und eine einmalige Zahlung von 2.000 Sesterzen. Verletzt sich Syennesis heute und kann nicht mehr starten, erhält er die Einmalzahlung, aber verliert das Gehalt."


    Die Frage nach der Prämie gehörte nicht in den Vertrag, weil sie außerhalb der Factiozugehörigkeit anfallen würde. "Keiner der Fahrer, die sich für das Finale qualifizieren, bekommt von mir als Ausrichter eine Prämie. So sieht es aus. Keiner außer dem Praesinafahrer. Der aber bekommt seine Prämie auch nicht von mir als Ausrichter, sondern von mir als Förderer der Praesina. Bei Qualifikation für das Finale sind es 200 Sesterzen.
    Jeder Fahrer, gleich welcher Factio, bekommt dann aber im Finale eine Prämie und zwar bei Platz drei 200 Sesterzen, beim zweiten Platz 350 Sesterzen und beim Sieg sind es 500 Sesterzen. Gelangt ein Praesinafahrer auf diese Ränge gibt es die doppelte Prämie - eine Hälfte bezahlt der Ausrichter, die andere der Förderer der Praesina.
    Wenn du den Vertrag unterschreibst, behandele ich dich, als wärst du bereits ein Mitglied der Praesina."
    Menecrates wiegte einmal den Kopf. "Schnelle Entscheidungen sind heute besonders gefragt."

    Als Faustus seine Vorstellung beendete, ergriff Menecrates wieder das Wort. "Faustus, wir wollen ja die Hintergründe des Sklavenaufstandes erforschen und interessieren uns daher für jeden Zeitzeugen und jedes im Nachhinein wichtig erscheinende Detail. Schilderst du uns bitte deine Beobachtungen und berichtest uns von Gehörtem, das deiner Meinung nach im Zusammenhang mit dem Aufstand stehen kann. Gut wäre auch, wenn du dich noch an den ungefähren Zeitpunkt erinnern kannst."


    Menecrates vermied es mit Absicht, Faustus auf eine bestimmte Spur zu lenken. Er wollte ihn nicht beeinflussen.

    Der Consul vergewisserte sich nochmals auf der Tafel, stellte jedoch fest, dass anstelle des erwarteten Strichs ein Textvermerk zu Falvius stand. Er zeigte sich zufrieden und hörte nachfolgend dem Vorschlag seines Quaestors zu. Er ließ sich Zeit zum Durchdenken, bevor er antwortete.


    "Ich empfehle NICHT die vorgeschlagene Reihenfolge und zwar aus folgendem Grund: Ich möchte hier eine unabhängige Kommission zu Ergebnissen führen. Wir wollen nicht die Ermittlungsergebnisse der Cohortes Praetoriae kopieren, sondern ihre Ergebnisse mit unseren am Ende vergleichen. Die größtmögliche Unabhängigkeit unserer Ergebnisse erreichen wir, wenn wir so wenig wie möglich bzw. so spät wie möglich über den Stand der Ermittlungen der Kohorten Bescheid wissen. Gezielte Fragen an unsere Kommissionsmitglieder der Garde sind selbstverständlich möglich, sinnvoll und bringen uns weiter. Eine Berichterstattung hingegen halte ich im schlimmsten Fall für beeinflussend.
    Vergessen wir nicht, dass der Trecenarius Tiberius uns nicht in erster Linie zur Befragung dient, sondern selbst und aus einer ganz anderen Perspektive - so wie wir - die Vorkommnisse betrachtet. Je besser er zwischen der Blickweise in seinem Dienst und der Arbeit hier trennen kann, umso mehr können wir alle profitieren."


    In dieser Sache holte Menecrates keine weitere Meinung ein. Seine ins Leben gerufene Kommission war der 'anderen Sichtweise' auf der Spur, also sollten sie nicht zu sehr in die Richtung der Cohortes Praetoriae sehen.

    "Wir haben aktuell die Wahl zwischen Ocatvius Macer und Helvetius Faustus. Ich schlage vor, wir beginnen mit Helvetius und geben Octavius noch etwas Zeit."
    Er ging zur Tür, öffnete sie und winkte seinem Sekretär.
    "Tritt ein, Faustus. Wir alle haben mit einer knappen Vorstellung begonnen. Schön wäre, wenn du dich auch vorstellst, weil dich sicherlich nicht alle kennen." Er schloss die Tür hinter sich und Faustus, bevor er seinen Platz einnahm.

    Unbeobachtet vom Ausrichter der Spiele Consul Claudius kämpften die Fahrer weiterhin um den Einzug ins Finale.


    Hamiris startete einen Aufholkampf. Bereits auf der ersten Geraden griff er den vor ihm liegenden Pheidon von Calydon an. Sein Factiokollege Prusias Kynegros folgte seinem Beispiel und eröffnete ebenfalls die Jagd. Es folgte Gerangel im Mittelfeld, während es an der Spitze und am Ende keine Veränderungen gab. Menekles von Thiria ging als erster in die vierte Runde und Mastanabal von Sabratha als Letzter.


    Doch Hamiris‘ Aufholjagd hatte noch kein Ende. Er startete einen Angriff auf den Spitzenplatz und während Pheidon von Calydon seinen Angreifer der letzten Runde zurück auf dessen Platz verweisen konnte, musste sich Menekles von Thiria ausgangs der vierten Runde dem Venetafahrer geschlagen geben. Obwohl beide Gespanne seit nunmehr zwei Runden fast gleichauf fuhren, hatte Hamiris am Ende die Nase vorn.


    Fraglich blieb, ob er den winzigen Vorsprung ausbauen konnte oder wieder abgeben musste. Als geschlagen konnte man bereits den Fahrer Mastanabal von Sabratha aus der Purpurea ansehen. Abgesehen davon blieb dieses rennen spannend, denn zum einen lagen die beiden Führenden weiterhin dicht beieinander und zum anderen rollte Oxtaius überraschend das Feld von hinten auf.


    Ausgangs der fünften Runde gab es folgende Platzverteilung:
    1) Hamiris VEN
    2) Menekles von Thiria PUR
    3) Oxtaius VEN
    4) Pheidon von Calydon PUR
    5) Prusias Kynegros VEN
    6) Mastanabal von Sabratha PUR

    Zitat

    Original von Paullus Germanicus Cerretanus
    Oha. Da hatte Cerretanus in der Aufregung dpoch glatt vergessen sich vorzustellen.


    “ Verzeihung, Consul. Wo hab ich nur meine Manieren gelassen. Germanicus Cerretanus.“ stellte er sich nun vor. “ Falls es ungelegen ist gehe ich wieder. Ich wollte mich nur kurz uber die Rennen unterhalten.“


    "Das können wir gerne tun, wenn auch in der Tat kurz, weil ich stark eingebunden bin, allerdings", Menecrates blickte zu Syennesis, dann wieder zu Germanicus, "das Gespräch mit diesem Fahrer möchte ich unter vier Augen führen. Wenn du uns bitte kurz entschuldigst."


    Der Consul wartete, bis Germanicus außer Hörweite war, bevor er sich an Syennesis wandte. Die Aufmerksamkeit anderer Zuschauer galt ohnehin nicht irgendwelchen Gesprächen, sondern den Geschehnissen auf der Sandbahn, daher ergriff er erneut das Wort. "Ich kann verstehen, dass du überlegst. Lass mich einiges richtigstellen: Ich bin völlig neu im Renngeschäft und lag bei meinem Angebot vor Wochen neben der üblichen Praxis. Das ist meiner Unwissenheit geschuldet, nicht meinem Geiz." Und noch ein Punkt schien ihm erwähnenswert. "Mir ist außerdem zu Ohren gekommen, dass du zuletzt gute Rennen gefahren bist. Bessere als das Proberennen bei uns. Ich möchte daher mein Angebot anpassen, denn nach wie vor möchte ich dich für die Praesina als Fahrer engagieren."


    Vielleicht sollte er die Gesamtsituation noch einmal erläutern, dachte sich Menecrates. "Ihr wisst ja, du und deine Kollegen, die keiner Factio angehören, dass ich euch nur im Falle eines Fahrerausfalls starten lasse. Jetzt ist tatsächlich der von mir gefürchtete Fall eingetreten, dass eine komplette Factio nicht antritt. Die Zusage hatte zwar auch gefehlt, aber gehofft habe ich bis zum Schluss.
    Das bedeutet: Bis zu drei von euch werden im nächsten Vorlauf starten können. Ich überlege noch.
    " Er betrachtete Syennesis' Gesichtszüge und versuchte darin zu lesen, bevor er fortfuhr. "Der Druck macht meine Entscheidungsfindung nicht einfacher." Er seufzte, dann fasste er einen Entschluss. "Ich präzisiere mein Angebot: Wir verhandeln hier und jetzt über deine Übernahme als Fahrer für die Praesina. Die Startaufstellung für den dritten Vorlauf lege ich erst danach fest. Immer eins nach dem anderen, sonst verliere ich noch ganz den Überblick." Wieder überlegte er, wog Zahlen ab, durchdachte, ob die Zeit für Strategien reichte, dann schüttelte er den Kopf. Wie er es auch drehte, es gab keine Zeit für lange Verhandlungen. "Ich biete dir ein monatliches Gehalt von 1.000 Sesterzen und eine Einmalzahlung von 2.000 Sesterzen, wenn du nach den Ludi für die Praesina startest. Als Sahnehäubchen wäre dir der Start bei diesen Ludi gewiss. Was sagst du?"

    Sim-Off:

    3.000

    Menecrates griff zuerst den letzten Beitrag des Optios auf.
    "Octavius, wenn du den Gedanken über mögliche Maßnahmen festhalten möchtest, dann notiere ihn doch auf einer separaten Wachstafel, damit er nicht verloren geht. Wir können ihn später aufgreifen, ohne hier vom Weg abzuweichen. Es steht ja noch die Aussage von Octavius Macer aus."


    Dann rief er sich die Erläuterungen zu den Morden ins Gedächtnis.
    "Jetzt, wo du die Siegelringe im Hals erwähnst, fällt mir ein, dass mir mein Sekretär davon berichtet hat, und zwar unmittelbar nachdem er die Parolen an Häuserwänden erwähnte. Damit wissen wir, dass deine erste Begegnung mit der Rädelsführerin in den gleichen Zeitraum fällt wie die Entdeckung der Parolen. Genau genommen, fand deine Untersuchung der Morde bereits statt, als ich von den Parolen und Morden unterrichtet wurde."


    Menecrates blickte zu Purgitius, weil der eine berechtigte Nachfrage gestellt hatte.
    "Wir haben keinen Beweis dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen den Morden und dem Aufstand gibt. Auffällig ist jedoch der zeitliche Zusammenhang. Auf jeden Fall haben wir hier eine mögliche Verdichtung von ersten Anzeichen für den Aufstand. Ich möchte diese Beobachtungen, auch wenn es sich aktuell nur um spekulative Vorboten handelt, gern optisch hervorheben." Während er zur Wachstafel schritt, fügte er an: "Wenn jemand andere Zusammenhänge sieht oder andere Schlussfolgerungen zieht, dann keine Zurückhaltung. Jede Meinung ist wichtig."



    Parolen ---- nicht selbst gesehen ---- ca. August (Consul) Meldung am Tag des Aufstands ---- nicht selbst gesehen ----- nach Ausbruch (LPC)
    Nachricht vom Aufstand ---- zu Hause erhalten ---- nach Ausbruch (Purgitius Macer) Ausbruch des Aufstandes - Gesehen in der Arena - Ludi Apollinaris (Caius Flavius Scato) Erlebt als Zivilist: Zerstörung des eigenen Stammsitzes ---- nachermittelt als Trecenarius (Indienststellung nach Zwischenfall) aus Aktenlage ---- weiterhin mit Aufarbeitung und Lösung der resultierenden Staatsschutzprobleme betraut ( Au.Tiberius Verus)
    Erlebt als Optio der Cohortes Urbanae. Aktive Bekämpfung des Aufstandes kurz nach Ausbruch. Vorher unbewusster indirekter Kontakt mit der Haupttäterin im Zuge einer mit dem Aufstand nicht (unmittelbar) zusammenhängenden Mordermittlung (M. Octavius Maro)



    "Quaestor, dein Beitrag fehlt noch"
    , merkte Menecrates an, als er dies beim Markieren feststellte, dann kehrte zu seinem Platz zurück.
    "Ich schlage vor, dass wir als nächstes meinen Sekretär anhören. Er besitzt sachdienliche Informationen zu genau diesem Sachverhalt. Schön wäre, wenn sich Octavius Macer vorher noch zu Wort meldet, aber wenn er noch erinnert, kann ich gerne die Befragung meines Sekretärs vorziehen."


    Der Consul ging zur Tür und ließ nach Faustus rufen.
    "Er soll sich melden, wenn er bereit ist. Ich lasse ihn ein, sobald sich eine günstige Gesprächslücke ergibt."

    In der zweiten Runde des zweiten Vorlaufs begeisterte ein Fahrer aus der Purpurea auch factiofremde Zuschauer. Er startete ein aufsehenerregendes Aufholmanöver, bei dem er zuerst Hamiris überholte und auf der Rückgeraden sogar den führenden Pheidon von Calydon
    aus der eigenen Factio angriff. Genau das hatte sich der Consul versprochen, als er alle Factiones komplett und damit gegen sich selbst antreten ließ. Er wollte zur Abwechslung mal keine Spielchen oder Taktiken sehen, um einen vorher ausgewählten Fahrer ins Finale zu bringen. Er wollte Ehrgeiz bei allen Fahrer sehen und gewinnen sollte derjenige, der der Tagesbeste seiner Factio war.
    Als einziger Fahrer sicherte sich Oxtaius seinen vierten Platz. Alle anderen wechselten zu ihren Gunsten oder Ungunsten. So musste auch Mastanabal von Sabratha weichen und Prusias Kynegros aus der Veneta Platz machen.




    1) Menekles von Thiria PUR
    2) Pheidon von Calydon PUR
    3) Hamiris VEN
    4) Oxtaius VEN
    5) Prusias Kynegros VEN
    6) Mastanabal von Sabratha PUR

    Syennesis überlegte offensichtlich noch, als ein Mann zu ihnen trat. Er verlor Worte des Lobes schon kurz nach dem Beginn des heutigen Programms, was Menecrates freute. Menecrates ließ Sisennesis die benötigte Zeit und wandte sich an Germanicus.


    "Das freut mich, danke!" Der Consul lächelte, dafür gab es allen Grund. Er organisierte und finanzierte solche Spiele für die Zufriedenheit der Römer. "Sagst du mir deinen Namen?" Die Vorteile, Gesichter mit Namen in Verbindung zu bringen, lagen auf der Hand. Trotzdem wollte er kein längeres Gespräch beginnen, weil Syennsis' Entscheidung von erheblicher Relevanz für den Fortgang des Rennprogrammes war und nur bedingt Zeit dafür zur Verfügung stand..

    Nach zwei Worten aus Tiberius' Mund wusste Menecrates, dass die Brandmarkung nicht aus Versehen vergessen werden würde. Er hob den Kopf und nahm eine demonstrativ stolze Haltung ein. Und schließlich lachte er sogar auf. "Ich muss gar nichts und ich benötige auch keiner Manns Hilfe, mich von irgendetwas zu befreien, dessen mich niemand aussetzen kann." Er schüttelte den Kopf. "Tss." Danach schüttelte er noch einmal den Kopf, bevor er auf den Rest der tiberischen Aussagen einging.
    "Niemand benutzt das Zeichen meines Hauses, ohne meine Zustimmung. Das ist ein Fakt." Er hob die Schultern und ließ sie wieder fallen, so selbstverständlich fand er diese Tatsache. "Dafür benötige ich nicht dein Angebot oder deine Freigabe. Und jetzt möchte ich den Beschluss deines Präfekten, des Praefectus Urbi oder den des Kaisers sehen, wonach diese Sklavin über ihre dauerhafte Versklavung hinaus auch zwingend gebrandmarkt werden muss."


    Er schaute nicht einmal böse, er lächelte sogar, als er die Hand öffnete und sie Tiberius auffordernd entgegenstreckte. Keine Vollstreckung ohne Urteil und das wollte er einsehen, um im ersten Schritt die Legitimierung des Vorhabens zu klären. Keine militärische Einheit ohne Berichtswesen, jeder Vorgang wurde in Berichten festgehalten.

    Zitat

    Original von Tiberius Helvetius Faustus
    ich mache mich sofort auf um es zu organisieren.
    Nickte dem Consul zu und machte mich auf zu unseren Fahrern. Vorher aber wandte ich mich an meinen Stellvertreter bei den Liktoren und forderte ihn auf, besonders wachsam zu sein.


    Die Zufriedenheit über die getroffene Entscheidung wollte sich nicht einstellen. Wie auch, wenn jede Alternative um Längen schlechter als die Ursprungsidee ausfiel. Während die Vorbereitungen für den zweiten Hinrichtungsakt getroffen wurden, den Menecrates auch mit Interesse verfolgen würde, weil die Organisation dem Quaestor Consulum oblag, kreisten seine Gedanken. Er suchte nach einer eleganten Notlösung. In Frage kamen außer seinen eigenen Fahrern auch factionslose Lenker sowie risikofreudige junge Männer, die sich und anderen etwas beweisen wollten, ohne dass sie explizit eine Rennkarriere anstrebten.
    So lange auf der Sandbahn nichts Bahnbrechendes passierte, vergrub sich der Consul in die Lösungssuche, um nach der zweiten Hinrichtungswelle und dem Start des zweiten Vorlaufs einer möglichen Vorentscheidung nachzugehen.

    "Eindrucksvoller wäre es, mehr als nur zwei zu haben", erwiderte der Consul und rieb sich die Nasenwurzel. Ein wenig Kopfweh machte sich breit, er würde seinen Medicus im Nachhinein um Erleichterung bitten müssen. "Lass uns so verbleiben, dass ich meine Kontaktperson - den Trecenarius - noch einmal kontaktiere, mit den Ziel, mehrere Verurteilte zur Verfügung gestellt zu bekommen. Ich lasse dich das Ergebnis rechtzeitig wissen." Er versuchte, sich die Hinrichtungen im Circus bildlich vorzustellen, daher nickte er noch einmal.
    "Wegen der Größe des Austragungsortes halte ich mehrere Kampfpaare für vorteilhaft. Es gibt sicherlich auch so noch genügend Zuschauer, die zu weit entfernt vom jeweiligen Ereignis sitzen, um es angemessen verfolgen zu können."


    Sim-Off:

    Um es abzukürzen: Der Tecenarius hat Folgendes ausgespielt, als er mit Varia und den anderen Fackelopfern im Cirsus stand: Weitere Strafgefangene warteten noch in den Katakomben, um ihre Hinrichtung zu erwarten.

    Nach dem Startsignal zum zweiten Vorlauf zerbrach sich Menecrates trotz Auftrag an seinen Sekretär und Factiokollegen Faustus weiterhin den Kopf, welche der verbliebenen Varianten die sinnvollste für den dritten Qualifikationsauf war. Er spürte eine ungewohnte Unzufriedenheit mit den Göttern, weil sie seinen Plan, die Aurata an den Start gehen zu lassen, durchkreuzt hatten. Wer außer den Göttern konnte auch Schuld haben. Egal, wie sich der Consul alternativ entschied, er würde mit keiner Lösung zufrieden sein und er hasste nichts so sehr wie halbperfekte Ergebnisse.


    Während Runde zwei des zweiten Vorlaufs lief und Menekles von Thiria mit seinem Factiokollegen Pheidon von Calydon um den Platz im Finale kämpfte, wurde Menecrates nicht gebraucht. Zumindest fand er sich selbst entbehrlich. Er verließ die Loge zum Zeitpunkt, als der bisher Drittplatzierte an Hamiris aus der Veneta vorbeizog und die Jagd auf Meneklas eröffnete. Mastanabal von Sabratha brach ein und vor ihm kämpften alle drei Venetafahrer um die Nasenspitze vorn.


    Der Consul schickte einen Boten in den Bereich, wo sich die Fahrer aufhielten und ließ nach Syennesis rufen. Er traf ihn außerhalb der Zuschauerränge.
    "Salve Syennesis. Man sieht sich oft im Leben zweimal und vielleicht haben wir beide aus unserem ersten Gespräch gelernt. Ich möchte dir ein Angebot unterbreiten. Er musterte kurz den jungen Mann und versuchte im Gesicht zu lesen, dann fuhr er fort. " Wenn du schnellentschlossen bist, biete ich die Teilnahme bei diesen Ludi gegen anschließende Aufnahmeverhandlungen bei der Factio Praesina. Ich komme dir im Gehalt und beim Einmalbetrag in dem Maße entgegen, wie du mir bzw. der Factio Loyalität entgegenbringen kannst. Was sagst du?"

    Die erste Rennpause mit einer weiteren Hinrichtung lag hinter ihnen und bevor stand der zweite Qualifikationslauf. Die Herolde kündigten die Gespanne an.

    "Für den zweiten Vorlauf machen sich bereit: Hamiris aus der Veneta, Prusss..." Einer der Herolde stockte, weil er den Namen schwer aussprechen konnte. Während die anderen Circussprecher die weiteren Fahrer verkündeten, fing er von vorn an, was in der Folge zu Unklarheiten bei denjenigen Zuschauern führten, die sich im Hörbereich von diesem und seinen beiden Nachbarherolden befanden. "Prusias Kynegros aus der Veneta, Qxtaius aus der Veneta sowie Pheidon von Calydon aus der Purpurea, Menekles von Thiria aus der Purpurea und Masta…“ Wieder stockte er und setzte erneut an, indem er sehr langsam sprach. "Mas-tan-abal von Sabratha, ebenfalls aus der Purpurea.“ Er atmete einmal erleichtert durch und schüttelte über sich selbst den Kopf.


    Die Fahrer wurden ausgelost und entschieden sich für eine Startbox. Nicht alle Gespanne ließen sich gleichermaßen reibungslos in ihre Box führen, aber letztendlich standen alle wie gewünscht und startbereit.


    Der Consul griff zum Tuch, wartete zwei Augenblicke ab, dann ließ er es fallen. Die Boxen sprangen auf und die Gespanne mehr oder minder schnell hinaus. Vom Stand in den Galopp konnte ein Wagenpferd kaum bewerkstelligen, vor allem nicht, wenn eines der Tiere zunächst stieg. Auffällig schlecht kam Prusias Kynegros in Gang. Er verpatzte seinen Start und auch auf dem ersten Teilabschnitt der Strecke lief es bei ihm nicht rund. Der Ärger stand ihm ins Gesicht geschrieben, zumal er nicht chancenlos in dieses Rennen startete.
    Einen besseren Start legten Pheidon von Calydon und Hamiris hin. Das Mittelfeld lag hingegen dicht beisammen. In folgender Reihenfolge gingen die Gespanne in die zweite Runde:
    1) Pheidon von Calydon PUR
    2) Hamiris VEN
    3) Menekles von Thiria PUR
    4) Oxtaius VEN
    5) Mastanabal von Sabratha PUR
    6) Prusias Kynegros VEN

    Menecrates blickte zwar unwillkürlich zu Flavius, als der seine Unterlagen zu Boden warf, beschäftigte sich aber währenddessen gedanklich mit Octavius' Aussagen.


    "Das ist interessant", merkte er an, überflog noch einmal die Notizen auf der Wachstafel, dann blickte er wieder zu Octavius. "Wie es scheint, bist du der Zweite in dieser Runde, der bereits VOR dem Ausbruch der Umruhen mit Vorboten in Kontakt gekommen ist. Diese Morde...", er rieb das Kinn, während er überlegte, ob er dergleichen gehört, aber nicht für relevant gehalten hatte. "Ist es möglich, den Zeitpunkt dieses Dreifachmordes aus dem Stehgreif zu benennen? Ein Nachreichen wäre selbstverständlich auch möglich." Der Consul ging davon aus, dass Berichte in allen Einheiten verfasst wurden.
    Mit Octavius' Aussage kamen sie jedenfalls dem Entstehungszeitpunkt des Aufstandes näher.