Beiträge von Herius Claudius Menecrates

    Die Vorbereitungen näherten sich ihrem Ende und auch auf den Rängen erkannte man kaum noch einen freien Platz. Menecrates hoffte, dass bis zu seiner Eröffnungsrede klar wurde, ob die Kaiserfamilie teilnehmen würde oder nicht. Er wollte das in seiner Ansprache berücksichtigen. Nunmehr galt es aber, den Einzug vorzubereiten.


    "Faustus, Avianus, als erstes müssen die Sänger und Musikanten das Oval betreten. Ihnen folgen die Götterbilder. Koordiniert die Sklaven, damit die wichtigen Gottheiten zuerst auf ihren Bahren oder Thronen hinausgetragen werden. Vergesst nicht deren Attribute. Die Wagen, auf denen sie gefahren werden, müssen der jeweiligen Gottheit folgen. Es darf nichts durcheinanderkommen. Beachten wir die sakralen Vorschriften nicht oder bringen die feierlichen Rituale durcheinander, wird sich das ungünstig auf den Wettkampf und damit auch auf meinen Wahlkampf auswirken." Menecrates zweifelte nicht, dass seine Helfer ihr Bestes gaben, wollte aber sicherheitshalber auf die Einhaltung der richtigen Reihenfolge hinweisen.
    "Den Abschluss des Zuges bilden wir. Ihr beide werdet hinter mir in einem eigenen Wagen auffahren. Faustus, ich benötige deine Hilfe beim Opfer. Avianus, du wirst die Verteilung der Geschenke beaufsichtigen. Alles erst nach meiner Rede, versteht sich."


    Dann kam der Moment, wo sich das Tor öffnete und der dahinter wartende Zug sich an der Spitze in Bewegung setzte. Der einsetzende Jubel drang auch zu Menecrates und seinen engsten Helfern vor.
    "Es geht los", sagte Menecrates, während sein Blut schneller kreiste.

    Menecrates nickte verstehend. "Ich erwarte nicht, dass du Interna verrätst." Eine Information musste er allerdings kurz wirken lassen. "Helvetius sagst du." Puh, da hing mehr dran als Vespa sicherlich erwartete. "Ich beschäftige einen Sekretär namens Helvetius. Bevor es zu weiterreichenden Untersuchungen kommt, möchte ich anmerken, dass Helvetius Faustus annähernd ganztägig zu meiner Verfügung steht und seit kurzem sogar bei mir wohnt. Ich denke und hoffe, das macht ihn unverdächtig." Sein Blick zeigte, dass er auf eine Einschätzung wartete.

    Menecrates genoss es, dass beide mitspielten. Alternativ hätte er Silana auch für ihre Neugier und Indiskretion rügen können, aber die jetzige Auflösung der Situation gefiel ihm um Länger besser - insbesondere auch die humorvolle Äußerung seines Gastes.


    "Um ehrlich zu sein, auch mir ging ebenfalls zu keiner Zeit meines Lebens ein derartig anmutiger Fang ins Netz", antwortete er lachend. "Tja, und wie üblich, wird der übermannte Feind zunächst verhört." Er wies mit seinem Arm zur eben verlassenen Sitzgruppe und forderte Silana auf, ihm zu folgen.
    Er nahm Platz und wartete, bis alle saßen.


    "In wessen Auftrag und zu welchem Zweck kundschaftest du?" Wollte er den Beutezug annähernd authentisch weitermimen, musste er ernsthafter als bisher sein. Entsprechend blickte er zwar nicht bös, aber ohne ein Schmunzeln auf seine Eroberung.

    Besonders enthusiastisch kam die Zusage nicht. Ohne es sich anmerken zu lassen, wunderte sich Menecrates sehr über das neuzeitliche Desinteresse an der Teilnehme bei öffentlichen Wagenrennen. Spiele erlebte Rom häufiger, Wagenrennen eher selten. Im Claudier reifte der Entschluss, sich selbst für eine noch zu erwählende Factio stark zu machen und diese zu unterstützen. Es wäre doch gelacht, wenn die guten alten Zeiten nicht wiederbelebt werden könnten.


    "Sehr schön, das freut mich", erwiderte Menecrates, was er auch so meinte. Er nickte Faustus zu, damit dieser die Namen der Lenker notierte. Dann wandte er sich wieder an seinen Gast.
    "Die Ausrichtung von Wagenrennen sind für mich weitgehend neues Terrain. Ich schätze, ich sammle mindestens ebenso wertvolle Erfahrung wie die Teilnehmer selbst. Mir bleibt jetzt nur, den von dir betreuten Lenkern viel Erfolg zu wünschen. Der Austragungsort ist das Stadium Domitiani. Wir sehen uns ANTE DIEM IV KAL NOV DCCCLXVII A.U.C. (29.10.2017/114 n.Chr.) - sofern du keine weiteren Fragen hast." Er blickte abwartend.

    Faustus betrat den Raum und Menecrates wandte sich zuerst ihm zu, bevor er die Frage des jungen Iulius beantwortete.
    "Faustus, ich möchte dir Iulius Avianus vorstellen. Er wird für zwei Wochen eine Probezeit bei mir durchlaufen. Bewährt er sich, wird er als Tiro fori bleiben. Er soll dir während des Wagenrennens und natürlich in der Planungsphase zur Seite stehen. Du bist ihm weisungsbefugt." Faustus selbst musste er nicht vorstellen, er hatte ihn Avianus gegenüber angekündigt.

    "Also"
    , begann Menecrates noch einmal von vorn, um Avianus Klarheit zu geben und außerdem Faustus zu informieren. "Ich rechne bzw. ich MUSS vorab mit der Teilnahme mehrerer Factiones am Rennen rechnen, was bedeutet, wir haben bei drei Wagen pro Factio zu viele Teilnehmer, um alle gleichzeitig starten zu lassen. Pauschal halbieren möchte ich die Anzahl der Teilnehmer aber nicht." Er blickte zu Avianus, weil dies die Antwort auf dessen Vermutung darstellte. "Im letzten Rennen sollen Minimum sechs Wagen an den Start gehen. Das bedeutet, wir müssen kurzfristig festlegen, wie viele Lenker aus jedem Vorlauf das Finale erreichen. Kurzfristig deswegen, weil wir aktuell nicht wissen, wie viele Factiones überhaupt teilnehmen. Was bleibt ist die Frage, in welcher Form die Verlosung stattfinden soll, um jedem Teilnehmer eine gerechte Behandlung zukommen zu lassen und das Ganze vielleicht auch attraktiv für die Zuschauer zu gestalten." Menecrates blickte kurz zu Faustus, weil der gerne auch einen Vorschlag einbringen konnte, sah dann aber wieder zu Avianus, weil er nun einen Lösungsvorschlag erwartete.

    "Mögen uns die Götter den richtigen Weg weisen und mögen wir so klug sein, ihn zu erkennen und zu beschreiten. Für ein friedliches Rom!" Er hob den Becher mit Wein, bevor er den Inhalt sachte auf den Boden fließen ließ. Anschließend gönnte er sich einige Schlucke des frischen Quellwassers.
    "Ich werde noch einmal darüber nachdenken, bin mir aber weitgehend sicher, dass ich zeitnah eine Factio unterstützen werde. Ich weiß zwar noch nicht welche, aber eine kleine Auswahl habe ich bereits getroffen." Es würde sich zeigen, wann er dafür die Zeit finden würde.

    Der Tag, auf den zuletzt hingearbeitet wurde, brach an. Seit den frühen Morgenstunden beherrschte emsiges Tun das Stadium Domitiani. An den Start gehende Lenker und die zugehörigen Pferde trafen ein. Letztere wurden von Helfern zurechtgemacht, während zwischen Trainern und Lenkern noch Renntaktiken besprochen wurden. Einige der Wagen standen bereits seit gestern für den kommenden Einsatz bereit, andere trafen zusammen mit Menecrates ein, der in Begleitung seines Sekretärs Faustus und seines Schützlings Iulius Avianus kam. Klienten, Angestellte und Sklaven folgten ihnen. Während die Klienten auf den Rängen Platz nahmen, erhielten Angestellte und Sklaven letzte Anweisungen. Es galt, Spenden zu verteilen, die Preise bereitzuhalten, die Ansagen ans Publikum zu übernehmen, später Werbetafeln hochzuhalten und vieles andere mehr.
    Noch hielt sich Menecrates im Hintergrund auf. Er wartete, bis sich die Ränge füllten und die Eröffnung des Rennens kurz bevorstand.


    Immer noch drängten Menschen ins Stadium und immer noch liefen hektisch die Vorbereitungen. Die wenigsten der Anwesenden strahlte Ruhe aus. Die einen erwischte das Lampenfieber, die anderen die elektrisierende Vorfreude auf das Rennen. Auch Menecrates ließ sich durch die Atmosphäre anstecken und spürte sein Herz schneller schlagen. Er - wie auch viele andere - sehnten die willkommene Ablenkung vom mühsamen Tagesgeschäft herbei. Für Menecrates ging es aber um noch mehr: Er wollte mit einem gelungenen Wagenrennen die Menschen begeistern und für sich einnehmen.

    "Ich sehe das ganz genauso wie du", erklärte Menecrates - teils überrascht, weil er eingangs gar nicht dachte, zu dieser Erkenntnis zu gelangen. "Ich habe bereits auf der Rostra eine Rede gehalten und dabei deutlich gemacht, dass ich mich sehr für die Ursachenforschung einsetzen werde. Prävention steht für mich an erster Stelle. Ich vermute Schichten in der Bevölkerung, die sich vernachlässigt fühlen, die unzufrieden mit der Wohn- oder Nahrungssituation sind oder sich schlicht nicht wahrgenommen fühlen. Bestätigt sich meine Vermutung als Ursache für die Unruhen, was abzuwarten bleibt, gilt es, die allgemeine Zufriedenheit im Staat zu erhöhen und zu halten. Das ist der Inhalt meines ersten Wahlversprechens.
    Gleichzeitig rechne ich mit der Erkenntnis, dass auch Personen, die nach Macht und Einfluss streben, involviert waren. Aber wie gesagt, zuerst müssen Ergebnisse vorliegen, dann können wir adäquat handeln."

    Jetzt regte sich der Durst und Menecrates ließ sich Quellwasser einschenken.


    "Wollen wir einen Tost auf die erfolgreiche Bewältigung der Unruhenursachen bringen?" Etwas Wein ließ er sich in einen separaten Becher füllen. Das Götteropfer stand noch aus.

    Die Vita las sich besser als erwartet. Rhetorik, Grammatik usw. überraschten ihn weniger, aber von den anschließend aufgezählten Kursen zeigte sich Menecrates beeindruckt. Er blickte auf und verriet: "Mit der Architektur begann auch mein Werdegang. Juristische Kenntnisse halte ich für besonders hilfreich. Ich hätte dir die Belegung eines solchen Kurses empfohlen, aber das erübrigt sich ja jetzt." Er richtete den Blick erneut auf die Tabula und las zu Ende.
    "Du hast eine Tribunat absolviert", sagte er überrascht. Hatte er das vergessen oder wurde ihm das durch seinen Klienten nicht übermittelt? Es spielte letztlich keine Rolle. "Bei der Secunda sogar." In dem jungen Mann steckte mehr als erwartet. Menecrates legte die Tabula ab, er würde sie später in die Obhut seines Sekretärs geben.


    "Gut, dann starten wir in die beiden Probewochen. Schwerpunkt dieser Zeit wird ein von mir organisiertes Wagenrennen sein. Du wirst meinem Sekretär hilfreich zur Seite stehen. Er ist dir durchaus weisungsbefugt, nicht dass da im Vorfeld Missverständnisse entstehen."


    Menecrates trat zur Tür und gab einem Sklaven den Hinweis, Faustus zum Tablinum zu rufen. Anschließend nahm er Platz und wies auf einen Korbsessel ihm gegenüber.
    "Bitte!", erging die Aufforderung an Avianus. "In der Zeit, wo wir warten, habe ich eine Aufgabe für dich. Ich benötige ein Losverfahren, weil vermutlich mehr Wagen als Bahnen vorhanden und demzufolge Vorläufe nötig sind. In welcher Form könnte das Losverfahren für die Zuschauer nachvollziehbar ablaufen?"

    Den ersten Kommentar sparte sich Mernecrates, denn der Gast gab sich die Antwort auf seine Frage selbst. Ein Startgeld würde Menecratres gewiss nicht bezahlen. Wenn das von ihm erwartet wurde, fand er das vermessen. An einer Preisverlosung konnte man auch nur teilnehmen, wenn man ein Los kaufte. Kein Losanbieter würde Geld zum Los dazugeben. Vielleicht lebte der alte Claudier aber in einer längst nicht mehr existenten Welt.


    Über die zweite Nachfrage dachte er eine Weile nach. Er blickte zu Faustus, ohne von ihm eine Antwort zu erwarten. Vielmehr erfasste sein Blick wenig, während sein Geist arbeitete. Dann äußerte er sich dazu.
    "Ursprünglich hatte ich das nicht vorgesehen, aber vom Prinzip her finde ich den Gedanken nicht übel. Dann würde auch noch vehement um Platz zwei und drei gekämpft werden, anstatt sich resigniert austrudeln zu lassen. Ja, damit kann ich mich anfreunden." Der Entschluss stand fest. "Letztlich gewinnt nach meiner Ansicht jeder Teilnehmer. Factiones, die keine Wagen stellen, geraten schnell in Vergessenheit. Ein fairer Lenker kann ebenso die Herzen der Zuschauer erobern wie ein strahlender Gewinner. Erfahrungen sammeln alle, aus der sie beim nächsten Rennen schöpfen können." Er wollte einfach nicht an die rein materielle Denkweise der Factiones glauben. "Wenn du möchtest, kannst du heute und hier deine Meldung machen. Oder gibt es zuvor noch weiteren Klärungsbedarf?"

    Ein weiteres Mädchen traf ein. Auf ihrem Teller lagen knusprig gebratene Schenkelchen von Singvögeln. Wachteleier zierten den Tellerrand und in Teigkruste gebackene Gemüsesticks bildeten eine abwechslungsreiche Mitte. Die Sklavin stand nah genug beim Gast, damit der ihre Speisen vorab in Augenschein nehmen konnte, aber weit genug entfernt, um sich nicht bedrängt zu fühlen.

    Menecrates verfolgte die Hinweise zu den Rennprämien und nickte Faustus zu. Über die Höhe würden sich die beiden noch separat unterhalten müssen. Eine Idee der besonderen Art kam dem Claudier aber schon jetzt. Sonderlich verwundert, dass ein Wettkampf ohne Prämien nicht ging, zeigte er sich nicht. Das materielle Denken der Menschen nahm beständig zu. Für Ruhm und Ehre raffte sich kaum noch jemand auf, obwohl die Lenker ja auch an Ansehen gewannen, wenn sie sich der Menge in guter Verfassung zeigten.

    "Es leuchtet mir ein, dass Preise einen größeren Anreiz schaffen, aber du meinst, die Erwartungen oder Forderungen könnten bei mir größer sein, als bei einem Wettkampf zu Ehren einer Gottheit? Bitte nicht falsch verstehen, ich vergleiche mich nicht mit einer Gottheit." Er hob abwehrend die Hände und lächelte. "Aber um ehrlich zu sein, war ich naiv genug gewesen, um mit keinerlei Forderungen oder Erwartungshaltung gerechnet zu haben." Wie gut, dass er mit Macer sprach und nicht mit einem geschäftsverliebten Factiovorsitzenden.


    Sie wechselten wieder das Thema. Eines, das Menecrates nachhaltig beschäftigte. "Sicherlich habe ich mehrere Beweggründe, weswegen ich die innere Sicherheit zu meinem zentralen Wahlkampfthema gemacht habe. Da wäre einmal meine Überzeugung, dass ein Reich nur dann die äußeren Grenzen sicher halten kann, wenn die Sicherheit im Innern gewährleistet ist.
    Die Unruhen nach den Spielen sind auch nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite stellt der sorglose Umgang mit den Hinweisen im Vorfeld der Spiele dar. Ich höchst persönlich habe weder in den Parolen noch in den verübten Gewaltverbrechen Größe der Bedrohungslage erkannt. Ich habe angenommen, die Stadteinheiten werden es richten und bin zur Tagesordnung eines Praetors übergegangen. Und das, obwohl ich militärisch geschult bin und als Magistrat zudem eine besondere Verantwortung für unser Reich trage. Auf wen sollen sich die Bürger verlassen, wenn nicht auf uns? Nenne diesen Beweggrund persönliche Wiedergutmachung, wenn du möchtest."


    Er nahm sich einen Gemüsestick und merkte nicht, dass er ihn wie einen Dirigentenstab benutze, während er weitersprach.

    "Wir wähnen uns in Sicherheit, selbst dann, wenn die Anzeichen auf Sturm stehen. Mir ist, um ehrlich zu sein, nicht aufgefallen, dass unsere Stadteinheiten nach den ersten Anzeichen vermehrt patrouilliert wären. Und ich kann darüber eine Aussage treffen, weil die Basilica - als mein damaliger Arbeitsort - weitgehend zentral liegt. Ich hörte auch, dass die Zusammenarbeit unserer Stadteinheiten optimiert werden könnte. Dennoch werde ich nicht nach Fehlern suchen, sondern einzig nach Verbesserungen. Ich möchte Rom voranbringen und nicht kritisieren, denn dann müsste ich zuerst bei mir selbst anfangen." Er wiegte einsichtig den Kopf, bevor er fortfuhr.

    "Richtig ist aber auch, dass persönlich Erlebtes der entscheidende Auslöser ist. Ich befand mich beim Ausbruch der Unruhen auf den Zuschauerrängen. Ich schwebte in Gefahr und eine meiner Enkelinnen sogar in Todesgefahr. Meine minderjährige Nichte ist heute noch durch den Anblick eines getöteten Mannes traumatisiert. Ein Anwesen in meiner Nachbarschaft wurde abgebrannt und die Bewohner wurden umgebracht. Es hätte auch mein Haus sein können. Ich denke…" Er machte eine Pause, um seine nachfolgenden Worte zu betonen. "Es gibt kein Thema, dass die Menschen derzeit mehr beschäftigt. Wir sollten ihre Sorgen ernst nehmen. Ich möchte sie aufgreifen, möchte all das tun, was Menschen tun können, und darüber hinaus alles, um die größtmögliche Unterstützung durch die Götter zu erhalten."

    Erst jetzt biss er ein Stück des Gemüses ab. Gedankenverloren kaute er. Sein früheres Ziel beruflicher Natur stellte das Kommando einer Legion dar. Heute wollte er nach Höherem greifen. Ihm schien ein Consulat unter der Flagge 'Sicherheit' als este Voraussetzung, um sich für ein hohes militärisches Amt zu empfehlen. Das erstrebenswerteste Amt aus seiner Sicht. Bisher hatte er mit keinem darüber gesprochen, nur beim Kaiser hatte er es anklingen lassen.

    Ich habe eine Nachfrage und eine Idee:


    Die Nachfrage:
    Als Vorschlag für den Wahlkampf steht: ... du zu einem Abendessen mit politischen Themen einlädst Zählt ein Imbiss mit nur einem Gast auch, wenn die erörterten Themen die Organisation von Teilen des Wahlkampfes und die politischen Inhalte des Wahlkampfes sind?


    Idee: Wäre es für die SL nicht hilfreich, neben einem Link auch einen kurzen Texthinweis zu bekommen? Meine obige Situation steht nicht in den Vorschlägen und ich fürchte, ihr würdet mühsam suchen müssen, was ich da überhaupt gewertet bzw. überpüfen lassen möchte.

    Bei der Beschwerde seines Gastes konnte sich Menecrates ein Grinsen nicht verkneifen. Gewiss würden sie, sollten sich ihre Wege wiederholt kreuzen, immer wieder dieses erste Kennenlernen erinnern.


    Als alle saßen, wies Menecrates auf die Schale mit Keksen und orderte die Sklavinnen mit den Getränken. Er selbst wählte Quellwasser. Wein vertrug er zusehends weniger.
    "Also, geplant habe ich Folgendes: Abhängig von der Anzahl der teilnehmenden Factiones rechne ich mit Vorläufen und anschließendem Finale. Alle drei gemeldeten Fahrer pro Factio dürfen an den Start gehen, in welchem Vorlauf bestimmt das Los.
    Ein Startgeld erhebe ich nicht und selbstverständlich wird es ein Preisgeld geben. Ansprechpartner am Tag des Rennens wird mein Sekretär sein. Ich selbst werde für organisatorische Fragen sicherlich keine Zeit haben. Du sagst, du vertrittst die Factio Albata?"

    Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    Bitte den Betrieb Veni, Vidi, Vino - Weingut Claudius auf Tiberius Helvetius Faustus überschreiben. Ausgespielt hier.


    Kurze Frage: Ist zuuufällig ein Sklave mit umgesiedelt worden? :D Irgendwie ist einer verschollen. Ausgespielt haben wir es auch ohne Personalübergabe.

    Die Anordnung, Iulius in das Tablinum zu führen, kam von Menecrates, also fand er auch zielsicher seinen Gast. Dessen Begrüßung fiel um Welten anders aus als die von Pompeius, obwohl beide Männer jung an Jahren und beide Angehörige einer plebejischen Gens waren. Dachte der alte Claudier noch, die Zeiten hätten sich grundlegend geändert, wurde er heute eines besseren belehrt. Zugegeben, Iulius konnte sicher sein, dass ihn Menecrates empfing, während Pompeius diese Gewissheit fehlte.


    "Salve Iulius Avianus! Ich bin auch sehr gespannt, dich kennenzulernen. Wurde dir ausgerichtet, dass du eine Vita fertigen und mitbringen sollst?" Obwohl er die Tabula bemerkte, konnte er nicht automatisch davon ausgehen, dass auf ihr die Vita stand.

    Menecrates bemerkte den Blick auf seine Schuhe und folgte ihm, weil er vermutete, die Schnürung sei inkorrekt. Er befand alles für in Ordnung und blickte wieder auf. Dann folgte der Gruß seines Gastes, den er reichlich unkonventionell fand. So flapsig sprach Menecrates nicht einmal als ehemaliger Praetor seine Senatskollegen an und hier stand ein einfacher Bürger vor ihm, einem Senator, wie die Schuhe jedem Kundigem offenbarten. Der Magistratenschuh umhüllte einen Großteil des Unterschenkels.


    Menecrates warf einen Blick zurück auf seinen Sekretär, dann wandte er sich wieder an Pompeius. Er wollte adäquat reagieren und wählte nun seinerseits eine eher unübliche Anrede.


    "Gern, Titus. Nimm Platz und stell deine Fragen." Menecrates wies auf eine Gruppe mit Korbsesseln und schritt auf diese zu. Ein vielsagender Blick traf Faustus. Zu gerne wüsste Menecrates, was der gerade dachte. Auf alle Fälle sollte er sich zu ihnen setzen. Immerhin würde er viel von dem umsetzen, was Menecrates plante und die Atmosphäre bei diesem Gast war ohnehin familiär, sodass nicht einmal auf eine Sitzordnung Acht gegen werden musste..
    .

    Die eigenen Kinder dem Freiheitsgedanken zu opfern, hielt Menecraets ebenfalls für wenig wahrscheinlich. Andererseits schien ihm das Szenario nicht abwegig, wonach sich Einheimische mit den rekrutierten Auxilliaren verbündeten.

    "Voraussichtlich, sagst du." Menecrates wirkte nachdenklich. "Ich halte es für die mindeste Vorsichtsmaßnahme, den gemeinsamen Auxiliarverband nicht in der Provincia Germania Superior zum Einsatz kommen zu lassen." Doch dann galt seine ganze Aufmerksamkeit dem im Hinterhalt lauernden bezaubernden Wesen.
    Er lauschte Flavius' Vorschlag, befand ihn für richtig und nickte zustimmend.

    "Möchtest du mir das vielleicht demonstrieren?" Ohne eine Antwort abzuwarten, erhob er sich und blickte demonstrativ mehrere Doppelschritte rechts an der verdächtigen Säule vorbei. Damit wollte er Silana vorübergehend in Sicherheit wiegen und gleichzeitig Flavius signalisieren, dass er beabsichtigte, jene Seite zu übernehmen. Bemüht, weitgehend unverdächtig oder zumindest unberechenbar zu erscheinen, schlenderte er näher, ohne den Blick der Säule zuzuwenden. Er rechnete damit, dass Silana das Spiel vorzeitig durchschaute, aber gleichzeitig ging er davon aus, dass sie - der unangenehmen Situation geschuldet - in ihrer selbst gewählten Falle blieb.


    Wenige Schritte fehlen noch, da gab Menecrates das Signal: "Zugriff!" Er wendete sich schneller als man es ihm zutrauen konnte nach links und machte einen Ausfallschritt, sodass die Sicht hinter die Säule frei wurde, obwohl ihn noch Schritte von ihr trennten.
    "Ich erwarte eine umfassende Kapitulation", erklärte er schmunzelnd, als er wieder aufrecht auf beiden Beinen stand.

    Mit dem Tempo seiner Nichte konnte Menecrates nicht mithalten, also traf er wenig später ein. Sein Blick fiel zuerst auf einen Hund in Übergröße und seine Nichte. Beide lagen auf dem Boden, was Menecrates zu einem Kopfschütteln veranlasste. Allerdings - solange Sisenna sich mit dem Hund beschäftigte, konnte er ungestört mit dem Gast sprechen.


    "Salve, mir wurde Pompeius Atticus gemeldet", grüßte er den Gast, der ihm von Angesicht unbekannt war. "Das ist mein Sekretär Helvetius Faustus."
    Sich selbst vorzustellen, sparte er sich, denn es gab außer ihm keinen Senator Claudius, der hier anzutreffen sein könnte.

    Unmittelbar nach der Aussage seines Gastes, für einen kleinen Imbiss bleiben zu wollen, gab Menecrates an eine Sklavin ein Zeichen. Jene stand explizit für diesen Zweck bereit, um die Mitteilung schnellstens an die Küche weiterzuleiten. Der Wink erfolgte weitgehend unauffällig und Menecrates ließ das Gespräch dadurch nicht stocken.


    "Ja, so ist es wohl und es ehrt ihn auch, dass er seine Aufgabe sehr ernst nimmt." Trotzdem bedauerte Menecrates den fehlenden Kontakt aus vielerlei Gründen. Die Factiozugehörigkeit spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. "Ich habe mich im Vorfeld - soweit möglich - mit den einzelnen Factiones befasst. Ich habe sogar die Möglichkeit in Erwägung gezogen, selbst Mitglied einer Factio zu werden, um die Teilnahme dieser erwählten Factio hilfreich zu unterstützen. Schlussendlich halte ich das für keinen abwegigen Gedanken, er wirkt vielleicht nur etwas überstürzt." Es gelang Menecrates hin und wieder, sich selbst zu belächeln.
    "Einen Hinweis von dir fänd ich noch sehr hilfreich: Was wird in aller Regel als Preis für den Sieger angesetzt? Eine Geldprämie? Ein Kranz?"


    Als die Nachfrage zu besonderen Zielen für das Consulat kam, fühlte sich Menecrates wieder sattelfest. "Ja, die habe ich", bestätigte er. "Zentrales Thema meines Wahlkampfes ist die innere Sicherheit. Ich möchte dieses Thema nicht nur ansprechen, ich möchte die Sicherheit verstärken und dort, wo sie lückenhaft ist, wiederherstellen. Ein zweiter, auch nicht unwesentlicher Punkt, werden die Festtage sein. Während meines Amtsjahres wird kein Festtag ohne Opfer für die jeweilige Gottheit vergehen - sei es durch mich, einen anderen, von mir einzubindenden Magistrat, oder einen Priester. Ich möchte mit diesem lückenlosen Jahr eine stabile kultische Grundlage für ein friedliches Rom schaffen - sofern ich gewählt werde." Sicherlich gab es noch weitere Punkte, über deren Umsetzung er sich aber noch Gedanken machen musste, die ihm jedoch nicht minder wichtig erschienen.


    Eine Sklavin schwebte zum Säulengang und Menecratzes verhielt den Schritt. Er betrachtete zufrieden die Happen und ließ dem Gast die erste Wahl, indem er eine einladende Geste machte.
    Auf dem rechten Teller lagen halbierte Eier, deren Füllung aus hartem Eigelb und Kräutern bestand. Sie wurden von würzig gebratenen Schnecken flankiert. Den zweiten Teller zierten Teigwaren verschiedenster Füllung und Größe, dazu süße Beeren und Apfelstückchen. Menecrates wartete interessiert, ob Macer die süße oder die herzhafte Variante bevorzugte.

    Dem Anlass entsprechend wurde Avianus in einen kleineren Raum geführt, wo man sich ungestört unterhalten konnte. Es gab weder Getränke noch Esswaren und er galt auch nicht als Gast, sondern kam zu einer Art Dienstgespräch. Die Unterhaltung würde bereits erste Weichen stellen.
    Menecrates befand sich bereits auf dem Weg zum Tablinum, als der Iulier in den Raum geführt wurde.