Diese nickte bestätigend. Draußen war es windig, es lag sicher daran, dass es so kalt war. Nun fragte sich Valeria, was ihre neue Freundin wohl damit gemeint haben könnte. Den Wirt sah sie nicht.
"Also gut, was hast du mit 'Speilchen' gemeint?"
Beiträge von Decima Valeria
-
-
"Ein Spielchen? Was m-meinst du den d-damit?" fragte Valeria bibbernd.
Herrgott, was das kalt hier! Schnell schob sie Matinia vor sich her in das Gebäude, sodass ihr nicht einmal Zeit zum Antworten blieb. Drinnen war es wärmer. Ein Glück! -
"Nein, es ist nicht entsetzlich, sondern kalt", bibberte Valeria.
Eigentlich wünschte sie sich jetzt Maximian herbei. Oder zumindest eine Decke. Aber eine gut beheizter Taverne würde es wohl vorerst auch tun. Maximian konnte sie später immer noch zum Wärmen haben.
Ziellos lief sie neben Matinia her, kannte sie sich doch in Tarraco noch weniger aus als Matinia. -
"Einverstanden! Auch, wenn wir einen sonderbaren Eindruck auf die Männer machen werden - kichernd und mit nassen Haaren", grinste Valeria und machte sich zum Aufbruch bereit.
-
Valeria nahm dankbar das Tuch an. Andere Sklaven hatten sich nach ihr umgesehen und Valeria schämte sich dafür, dass sie hier hockte und weinte. Nyla war so freundlich zu ihr, dass es Valeria nicht schwer fiel, ein dankbares Lächeln zu zeigen. Sie drückte sie warme Hand der Sklavin und flüsterte ein Dankeschön.
Dann trocknete sie sich die Tränen und drehte das Tuch eine Weile stumm in der Hand. Sie wusste nicht recht, was sie jetzt tun sollte. Maximian war sicher bei seinem neuen Lehrer und sie wollte ihn nicht beunruhigen."Bitte...sag es ihm nicht. Woher...woher weißt du eigentlich von uns?" flüsterte sie. Nicht, dass noch mehr Leute von der Sache Wind bekamen. Aber eigentlich hatten sie doch beide ihr möglichstes getan, um ihre besondere Beziehung zu verbergen....
-
"Ohje, das kann was werden", seufzte Valeria und kleidete sich ebenfalls fertig an.
Sie besaß keinen Schmuck und sicherte ihre Tunika lediglich mit einer dünnen Kordel, die ihr aber trotzdem eine hübsche Figur verlieh. Ihre Haare wrang sie aus und band sie einfach zusammen. Sie würden nicht trocknen, wenn sie sie einfach nur hochsteckte. Sie sah Matinia grinsend an.
"Und, worauf hast du Hunger?" -
Valeria grinste breit.
"Wie denn, soll ich dich schon jetzt bedienen?" fragte sie böse kichernd.
"Damit musst du schon warten, bis wir in Rom waren und du offiziell meine Lehrerin bist!"
Nun stimmte sie lauthals lachend in Matinias Gelächter ein, was eineige andere Frauen dazu veranlasste, mürrisch den Kopf zu drehen und sie vorwurfsvoll anzuschauen. -
Valeria ließ sich in den Stuhl setzen und mit dem angenehm kühlen Tuch trösten, denn nichts anderes war die Geste, die Nyla ihr zuteil werden ließ. Sie lächelte matt vor sich hin. Erst bei den Worten der Sklavin verschwand das Lächeln und machte einem gequälten Ausdruck platz. Sie hob den Kopf und sah Nyla an. Wusste sie etwas? Woher? Fragend sah sie die junge Frau an, dann seufzte sie schwer.
"Ach Nyla....wenn du wüsstest..." murmelte sie leise.
Sie konnte nicht so mir nichts, dir nichts zu Maximian gehen und ihn in Angst und Schrecken versetzen. Meridius würde Gott weiß was mit ihnen beiden anstellen. Einerseits war es nicht schlimm, dass sie vielleicht von Maximian schwanger war - andererseits hatte sie eine Rolle zu spielen, nämlich die seiner Cousine. Und da außer ihr nur Meridius und Alessa die Wahrheit wussten, konnte sie sich niemandem offenbaren. Zumindest nicht in Tarraco. Andererseits würde sie zusammen mit Helena Matinia nach Rom reisen, um Discipula zu werden. Wieder seufzte sie. Sie war momentan für alle nur eine Last hier, Maximian ausgenommen. Sie machte der Familie Schande, indem sie mit dem Erben des Pater Familias schlief und für dessen Cousine gehalten wurde. Das alles war so ungerecht.... Mehrmals war Valeria kurz davor, einfach laut herauszuschreien, dass sie nicht mit ihm verwandt war, dass sie tun und lassen konnte, was sie wollte...
Wenn sie wirklich schwanger war, musste sie mit Meridius reden....
Valeria fing an zu weinen und senkte beschämt den Kopf. -
Valeria konnte nicht anders: ihr glockenhelles Lachen hallte durch das Stadtbad, als sie Matinia sah. Es war nicht schafenfroh, sondern eher belustigt und gutmütig. Noch immer kichernd streckte sie ihrer neuen Freundin eine helfende Hand entgegen.
"Das war aber nicht sehr elegant", fasste Valeria das eben Geschehene grinsend zusammen.
-
Valeria blinzelte panisch und klammerte sich an ihren Becher, als sei er eine rettende Insel im tobenden Meer. Erst Severa, nun Nyla.... Sie musste schnell zu einem Medicus und sich bestätigen lassen, dass sie eben NICHT schwanger war. Sie wollte sich wirklich nicht ausmalen, was geschehen würde, wenn Nyla und Severa recht hatten. Ihre Panik musste wohl deutlich auf ihrem Gesicht zu lesen sein. Sie schluckte mehrmals und lehnte sich dann haltsuchend an die Wand.
"Ich ähm...ich hoffe nicht", murmelte sie matt.
-
"Oh nein, bitte, nur kein Essen", sagte Valeria rasch, denn sie spürte, wie ihr Magen allein von der Vorstellung schon wieder anfing, zu rumoren.
"Und was den Medicus angeht - ist Maximians neuer Lehrer nicht einer? Jedenfalls sagte mir das seine Mutter", murmelte sie, ganz bleich im Gesicht. Dann seufzte sie. Sie würde wirklich gern untersucht werden.... -
"Ich bin siebzehn", zwinkerte Valeria.
"Und ich bin gern unverschämt. Wenigstens passen wir zwei dann zusammen...."Die junge Decima grinste breit und lehnte sich nach hinten, um ein letztes Mal ihr Haar zu befeuchten. Dann erhob sie sich.
"Gehen wir?" -
"Ich weiß, dass Kinder von Verwandten zumeist nicht ganz normal sind im Kopf oder als Krüppel zur Welt kommen. Aber ich bin nicht schwanger und wir passen auf, Severa. Ich will nicht schwanger werden - zumindest jetzt noch nicht. Ich ergebe mich meinen Gefühlen auch nicht völlig, wie du es nennst. Täte ich das, so wüssten nicht nur eine Handvoll Personen, was mir Maximian bedeutet. Ich werde bald nach Rom gehen. Du kannst Maximian fragen, was ich ihm bedeute, wenn er nicht durch mich beeinflusst wird. Ich vertraue ihm. Und ich werde eine Priesterin der Fortuna werden, um vom Schicksal Glück zu erbitten - für ihn und mich."
Das meinte Valeria toternst und es spiegelte sich auch auf ihren Zügen wieder. Sie fühlte sich hitzig, missverstanden und nicht ernst genommen, auch wenn sie nicht sagen konnte, warum das so war. Denn eigentlich klangen Severas Worte recht verständlich und von ihrer Sicht aus vielleicht auch vernünftig.
-
"Ah, Nyla... Es tut mir leid, aber ich habe mich in meinem Cubiculum übergeben. Ich fühle mich nicht gut. Kannst du bitte dafür sorgen, dass es...weg kommt?"
Valeria sah Nyla verzeihungsheischend an. Das Ganze war ihr ungeheuer peinlich.
-
Valeria sah, die Tür wie von Geisterhand aufgehen sehen. Sie blinzelte irritiert. Dann hörte sie eine Art Grunzen und entschloss sich, einzutreten. Und dabei widerum trat sie auf etwas Weiches, das sie schnell als Maximians Hand erkannte, als sie herunter sah. Schnell nahm sie den Fuß weg und begann sogleich zu reden, während sie die Tür vollends aufschob und eintrat, um sich auf Maximians Bett zu setzen.
"Was machst denn du da unten? Naja, egal, ich muss mit dir reden, es ist wichtig!"
Ihr Gesicht war eine Mischung aus Wut, Freunde und Trauer zugleich. Seltsam also. Und sie war aufgebracht, aufgeregt und außer sich.
-
Valeria trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen bei Severas Standpauke. Sie verstand es doch, sie verstand es! Am liebsten hätte sie das Severa ins Gesicht geschrieen. Aber glücklicherweise verhinderte das der Kloß in ihrem Hals. So schluckte sie nur mehrmals, um ihn wegzubekommen. Natürlich erfolglos. Sie fühlte sich wie eine Sklavin, die ihre Arbeit nicht richtig verrichtet hatte und nun dafür bestraft wurde. Zugleich war sie sehr verärgert. Sie liebte Maximian; nur seine Mutter schien das einfach nicht zu verstehen, verdammt! Langsam lief sie rot an, denn die Wut gewann nun die Oberhand.
"Ich weiß, dass ich das Ansehen eurer Familie in den Dreck ziehe. Dessen bin ich mir vollkommen bewusst, Severa! Ich weiß nur nicht, wie ich es verhindern kann, denn Gefühle kann man nicht einfach abstellen. Ich möchte dich etwas fragen. Wie fühlt du dich, wenn du von Meridius getrennt bist? Ist es dir schwer ums Herz, fühlst du dich einsam? So ginge es mir, würdest du mich nach Rom schicken. Aber weißt du was? Ich werde nach Rom gehen, wenn es auch nur kurz ist. Ich werde Discipula der Fortuna, in der Hoffnung, damit das Ansehen der Familia nicht so in den Dreck zu ziehen, wie du vielleicht denkst, dass ich es tue."
Valeria stand schwer atmend vor Severa. Ihr war klar, dass sie sich soeben ganz schön etwas herausgenommen hatte. Trotzdem... Das war nötig gewesen. Jetzt ging es ihr schon etwas besser.
-
Valeria saß stoßsteif auf Magia, die noch fleißig weiter kaute. Sollte er doch wütend sein. Sie wollte nicht kleinbeigeben. Also setzte sie eine gleichgültige Miene auf und nörgelte sie ein totziges Kind herum.
"Ich will jetzt lieber wieder nach Hause. Du kannst ja allein zu Aurelius und Mummia reiten!"Es war eben nicht ganz egal, was vorher war. Zumindest nicht für Valeria. Die verstand nämlich nun, dass Maximian eben kein Engel gewesen war, auch wenn sie das die ganze Zeit vorher schon gewusst hatte...irgendwie. Sie zog nun an den Zügeln ihres Pferdes, sodass es den Kopf hob, noch immer kauend und mit Gras in der Trense. Offensichtlich machte sie sich zum Aufbruch bereit.
-
"In Ordnung! Dann gehen wir uns erstmal was zu futtern besorgen und dann in dein Officium - abgemacht?"
Valeria grinste breit. Irgendwie machte die Aussicht auf das Dasein einer Discipula sie fröhlich; ebenso sehr wie die Anwesenheit von Matinia. Valeria drehte sich nixengleich im warmen Wasser, tauchte ab und wieder auf und sah dann ihre neue Freundin an.
"Ich weiß, man fragt es nicht, aber es interessiert mich trotzdem: Wie alt bist du?"
-
Zumindest dachte sie, dass es drei Wochen waren......fünfzehn, sechzehn, siebzehn...? Sie seufzte leicht. Da würde schon nichts passiert sein, sagte sie sich. Bei Severas Worten nickte sie.
"Ja, danke. Ich werde Maximians Lehrer fragen, wenn ich ihn sehe."
Was ihre weiteren Worte anging, schluckte sie ersteinmal, ehe sie sich fähig fühlte, Severa zu antworten.
"Ich....nein, war sie nicht. Du hast Recht", kam es sehr leise hervor. Sie schämte sich zwar nicht, aber sie hatte Angst vor einer eventuellen sanktionierung durch Severa. Oder gar einem Verbot, ihn sehen zu dürfen.
Sim-Off: Hast du einen Messenger? Schreib mich einfach mal an, Daten stehen im Profil
-
.....aber Valeria wusste nichts weiter, nur dass sie sich unwohl fühlte. Deswegen zog sie auch überrascht die Augenbraue hoch, als sie Severas Fragen realisierte. Dachte sie etwas, dass Valeria schwanger war? Die junge Decima bekam unwillkürlich eine Gänsehaut.
"Meine...Monatsblutung hatte ich zuletzt Vor...vor drei Wochen", stammelte sie.
Den Rest wollte sie lieber nicht beantworten. Deswegen sah sie auf ihre Füße und dann zum Fenster hinaus. Nur nicht Maximians Mutter ansehen....