Beiträge von Decima Valeria

    "Du bist ein gescheiter junger Mann, Romanus", lächelte Valeria erfreut und ließ sich nun ins Gras sinken. Vielsagend neben sich klopfend sah sie Romanus an, während sie auf seine Frage antwortete.
    "Meridius? Ja, der weiß es. Und du hast recht, er ist nicht begeistert. Wir haben uns in Tarraco kennengelernt, Maximian und ich. Und als Meridius es dann herausgefunden hat, hat er mich zurück nach Rom schicken lassen. Ich wollte ohnehin zurück...wegen meiner Mutter, weißt du? Aber es war umso schlimmer, weil ich allein zurück musste und Maximian nicht mitkommen konnte. Wir haben uns beinahe zwei Monate nicht gesehen und erst heute wiedergetroffen."
    Valeria seufzte und grinste Romanus an.
    "Und, was hat mein kleiner Bruder mit Frauen zu schaffen?" neckte sie ihn. Sie begann bereits jetzt, Romanus in ihr Herz zu schließen. Sie würde es nicht übers Herz bringen, ihm zu verraten, dass sie keine Decima und somit auch nicht seine Schwester war. Zumindest glaubte sie, dass sie dazu nicht die Kraft haben würde. Sie durfte es niemandem erzählen....

    Valeria lächelte den Jungen, den sie in der Tat wirklich gern als realen kleinen Bruder gehabt hätte, freundlich an und verriet ihm, dass sie selbst in wenigen Tagen siebzehn Jahre alt werden würde. Dann warf sie einen prüfenden Blick zu Maximian und Severa, die etwas abseits standen und sich angeregt unterhielten. Sie wurden nicht belauscht, das war gut. Valeria beugte sich etwas herunter zu ihrem kleinen Bruder und sah ihn eindringlich an.


    "Gut...aber es ist sehr wichtig, dass du es auch wirklich für dich behältst, in Ordnung? Also...Maximian und ich, wir..naja, wir lieben uns. Das ist schlecht, weil wir...verwand sind" - sie stockte kurz, weil sie wieder lügen musste- "aber wir lieben uns trotzdem. Bitte erzähl es niemandem. Vielleicht...erzähle ich dir irgendwann mehr darüber. Aber nur, wenn du wirklich dicht hältst für deine große Schwester."


    Sie zwinkerte ihm zu und wartete seine Antwort ab.

    Valeria fiel auf, dass Romanus und sie sich natürlich gar nicht ähnlich sahen, doch sie zog es vor, das nicht zu erwähnen. Es würde anderen sicher noch früh genug auffallen. Sie lächelte ihn herzlich an und sagte:
    "Ja, Praetorianus ist mein Vater. Meine Mutter...sie ist vor einigen Tagen gestorben. Das bedeutet also, dass du mein Halbbruder bist", stellte sie fest.
    Valeria warf Maximian noch einen kurzen Blick zu, dann bedeutete sie Romanus mit einer Kopfbewegung, ihr zu folgen. Sie entfernte sich einige Schritt weit von Severa und Maximian und wartete dann darauf, dass Romanus zu ihr aufschloss. Sie blickte ih verschwörerisch an.
    "Wie alt bist du?" fragte sie so leise, dass nur Romanus es verstehe konnte.
    "Und kannst du ein Geheimnis für dich bewahren?"

    Valeria klappte die Kinnlade herunter. Praetorianus? Oh verdammt....das war IHRE Möglichkeit! Sie sah Romanus ungläubig an und hakte nach.
    "Praetorianus ist dein Vater?"
    Beinahe hätte sie "meiner auch" hinzugefügt, doch konnte sie sich das im allerletzten Moment noch verkneifen. Sicher würde Romanus sich dann fragen, weshalb Cousin und Cousine sich küssten. Und vor Severa war das keine besonders kluge Idee....
    Doch dann sagte diese plötzlich, sie habe von Valeria gehört. Verwirrt tauschte sie einen Blick mit Maximian aus und hoffte, dass er ihr stumm mitteilen konnte, was Severa wusste. Wusste sie es? Und als Severa schließlich Meridius erwähnte und Valeria somit indirekt an ihren Eid erinnerte, entschloss Valeria sich, mitzuspielen.
    "Dann....dann bist du mein Bruder!" entfuhr es ihr.
    "Ich wusste gar nicht, dass ich einen Bruder habe!"

    Maximian war inzwischen aufgestanden und bot ihr eine Hand an, die Valeria dankend annahm. Sie zog sich leichtfüßig empor und stand nun neben Maximian, der sie Romanus vorstellte.


    "Salve, Romanus, schön dich kennenzulernen", antwortete sie und lächelte, noch immer etwas verschämt. Als er dann schon wieder gehen wollte, schüttelte sie rasch den Kopf.
    "Nein, bleib ruhig. Du bist Maximians Cousin?" erkundigte sie sich.
    Und plötzlich stand dann noch jemand bei ihnen. Eine ältere Frau, die Valeria nicht kannte. Wieder fiel ihr auf, wie wenig sie doch von ihrer neuen Familie wusste. Der Wahl ihrer Worte nach zu urteilen, konnte es Maximians Mutter sein, was Valeria dazu veranlasste, schnell noch ein Stückchen weiter von ihm abzurücken und sich ziemlich unwohl zu fühlen. Wusste sie etwas? Der Ausdruck auf ihrem Gesicht ließ darauf schließen, doch im nächsten Moment begrüßte die Frau sie alle und Valeria sagte einfach nur "Salve...", sonst erst einmal nichts. Sie fühlte sich unsicher und irgendwie fehl am Platze.

    Kurz darauf, Valeria hatte sich gerade zu Maximian herunter gebeugt, um ihm die Entscheidung zu erleichtern, was die Zeit nach dem Baden anging, sprach sie ein kleiner Junge an, der plötzlich wie aus der Erde geschossen neben Maximian stand. Valeria sog erschrocken die Luft ein und ließ sofort von Maximian ab. Waren sie denn nirgendwo allein?


    Sie blickte den Kleinen mit großen Augen an. Valeria konnte mit Bestimmtheit sagen, dass sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Ob er neu hier in Rom angekommen war?
    Vorerst entscheid sie sich, Maximian das Reden zu überlassen, während sie einfach nur dasaß und zu dem Jungen hinaufsah, Maximian an ihrer Seite liegend..


    Sim-Off:

    :) Reihenfolge: du, ich, Max?

    Sie schmunzelte, als er sie wieder los ließ, und sah ihn nachdenklich an.
    "Hmm...du hast Recht...du könntest ein Bad gebrauchen", sagte sie und wedelte mit der Hand vor ihrer Nase herum, um ihre spöttisch gemeinten Worte noch zu unterstreichen.
    Dann ließ sie sich rückwärts ins Gras fallen und streckte die Arme gen Himmel.
    "Wie sich die Wolken woh anfühlen..." murmelte sie geistesabwesend. Es dauerte aber nicht lang, bis sie sich wieder herumdrehte und Maximian nun von der Seite her ansah.
    "Und wenn du dein Bad genommen hast?" grinste sie ihn an.

    Sie grinste und musste wieder kichern, als er es ihr zurückzahlte und ihr ebenfalls in die Seite piekte. Sie legte das Kinn auf Maximians Brust und sah ihn an, als sei sie der Schabernack persönlich.


    "Was hältst du von....etwas Verbotenem?" flüsterte sie geheimnisvoll und verzog den Mund zu einem verführerischen Grinsen. Sie schmuzelte und war aufgregt, was Maximian wohl antworten würde. Sie dachte auch an Livianus, der ihnen das letzte Mal ein rasches Ende bereitet hatte. Aber das Grinsen wollte einfach nicht von ihrem Gesicht abfallen und so sah sie ihn an, mit dem Kinn auf seiner Brust, und wartete.

    Valeria grinste. Es war das erste Mal, dass sie sich einfach nur gut fühlte, seitdem ihre Mutter gestorben war. Sie streckte Maximian die Zunge heraus und kicherte dann wieder.


    "Weißt du, worauf ich jetzt gerade Lust hatte?" grinste sie schelmisch und küsste ihn auf die Nasenspitze. Dann piekte sie ihn in die Seite, nur um ihn kurz darauf hefitg zu umarmen. Dabei hätte sie ihn fast umgeworfen, so viel Schwung war dahinter. Valerias glockenhelles Lachen klang durch den Garten.


    "Oh, ich glaube, das willst du gar nicht wissen", kicherte sie albern.

    Lange Zeit saß Valeria einfach nur da und dachte nach. Sie dachte an die Welt und welche Rolle Rom in ihr spielte. Ganz so einfach, wie Maximian es darstellte, war es nämlich nicht. Wer wollte Rom angreifen? Wer würde es wagen, das größte Reich aller Zeiten anzugreifen? Das war es doch, Rom. Das war es, was man in der Schule beigebracht bekam.
    Sie spürte deutlich, dass Maximian sie nicht verstand; oder sie nicht verstehen wollte. Sie würde alles daran setzen, das zu ändern, aber zugleich flüsterte eine leise Stimme tief in ihrem Inneren, dass all das Reden nichts nutzen würde und dass Maximian gehen würde. Vielleicht nicht jetzt und vielleicht nicht im nächsten Jahr, aber irgendwann bestimmt. Und dann würde sie um sein Leben bangen und darum, dass er vielleicht keine Kinder zurückließ, die von da an ohne vater leben mussten.
    Valeria lächelte sachte. Was dachte sie da nur? Kinder... Das hatte noch Zeit, wenn es überhaupt jemals soweit kommen würde. Seine Worte machten sie allerdings trotzdem traurig.


    "Lass uns jetzt nicht darüber reden", bat sie. Es würde nur in einer hitzige Diskussion enden, das ahnte sie einfach. Und sie wollte die Zeit mit Maximian jetzt nicht damit verplempern. Zu viel hatten sie nachzuholen. Und wie um ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen, wandte sie den Kopf und küsste an Maximians Hals empor bis zu jener Stelle, wo seine kräftigen Kiefer saßen. Fragend und leicht schmunzelnd sah sie ihn an und musste kichern.

    "In Tarraco ist es schöner als hier", sagte sie überzeugt.
    "Aber ich möchte dort sein, wo du auch bist."


    Sie blickte Maximian kurz an, dann sah sie wieder aufs Wasser hinaus und seufzte tief. Und plötzlich lehnte sie sich an ihn und vergrub ihre Nase an seinem Hals. Sie zog seinen unverwechselbaren Geruch ein und seufzte abermals.


    "Ja, das hatte ich gehofft. Ich möchte nicht, dass du Menschen mordest und selbst irgendwann fällst", erklärte sie leise und mit geschlossenen Augen.
    "Krieg ist schrecklich, ich mag ihn nicht."

    Valeria war sehr erleichtert, als Maximian ihr die Worte scheinbar abnahm. Und umso glücklicher war sie, als er sie nun bei der Hand nahm und mit ihr durch den Garten schlenderte. Im Schatten fröstelte sie leicht, doch da es mehr sonnige Ecken gab als schattige, war das nicht wieiter schlimm. ein kleiner Teich war in der Anlage zu finden, zu dem sie Maximian jetzt hinzog. Auf seine Worte hin sagte sie ersteinmal nichts, sondern ließ sich stattdessen ins Gras fallen und blickte aufs Wasser.


    "Jaah. Ja, ich denke schon. Wo soll ich sonst hin?"


    Eigentlich fand sie Tarraco schöner als die Stadt. Hier war es laut und groß und unruhig; und es stank. Mit Tarraco verband sie nur schöne Dinge. Wenn sie die Wahl gehabt hätte, wäre sie sicherlich nicht auf Rom gefallen.


    "Seltsam, nicht?" fragte sie zaghaft.
    "Hast du immer noch den Wunsch, in die Legion einzutreten?"

    Valeria schluckte unmerklich und ließ Maximian los, um ein paar Schritte von ihm wegzugehen. Das wirkte theatralisch und half ihr zugleich, ihr bestürzt dreinblickendes Gesicht vor ihm zu verbergen. In einigen Schritt Entfernung blieb sie stehen und sah zu Boden.


    "Es ist schlimm, wenn man seine Mutter verliert", sagte sie zu einem Grashalm.
    "Und wenn der einzige Mensch, dem du etwas bedeutest, hunderte von Meilen weit weg ist. Dann weißt du nicht mehr, wo du hingehörst. Du weißt nicht mehr, wer du bist."


    Puuh... Das hörte sich sehr überzeugend an. Vielleicht deswegen, weil in Valerias Worten auch ein wenig Wahrheit steckte....wenngleich es nicht die ganze war. Aber sie durfte es Maximian nicht erzählen. Es würde sonst das Ende ihrer Liebe bedeuten.
    Sie seufzte tief und wandte sich dann wieder um, den Kopf nun schief gelegt und ein Lächeln aufgesetzt.


    "Und, wonach ist dir? Was möchtest du gern machen?"

    Valerias Lächeln erstarrte, doch sie räusperte sich und sagte dann bestürzt.
    "Hmm....nicht ganz... Ich..ich habe Alessa von uns erzählt. Aber sie behält es für sich. Ich konnte nicht alles in mich hineinfressen", gab sie zu und wich Maximians Blick aus. Und dann fragte er nach Neuigkeiten bei ihr. Valeria blickte auf und ihr wurde ganz heiß. Sie war eine miserable Schauspielerin.
    "Oh, äh, eigentlich nichts. Ich fühle mich nur immer noch etwas schlapp und...naja...traurig. Auch, wenn es besser für sie ist, dass sie nicht mehr da ist."
    Hoffentlich nahm er ihr das ab. Hoffentlich glaubte er, dass sich da nicht noch mehr dahonter versteckte.

    "Jetzt?" fragte sie und sah ihn an. Dann zeichnete sich ein warmes Lächeln auf ihren Zügen ab.
    "Besser."


    Und sie hob die Arme und legte sie um seinen Nacken herum, ehe sie sich auf die Zehenspitzen stellte und Maximian zärtlich und zugleich doch leidenschaftlich küsste. Dann fiel ihr die Vereinbarung mit Meridius ein. Ob Maximian etwas ahnte wegen ihres letzten Briefs? 'Ich bin nicht mehr die, die ich einst war. Oder zumindest glaube ich, dass ich es nicht mehr bin', hatte sie geschrieben. Das wusste sie noch, als sei es erst gestern gewesen. Ahnte er etwas? Sie hatte von Neuigkeiten erzählt, von denen sie nicht wusste, ob sie Anlass zur Freude oder zur Trauer waren. Und sie hatte geschrieben, dass sie wünschte, es sei ersteres. Mit großen Augen blickte sie Maximian an. Sie musste herausfinden, wie viel er sich selbst zusammenreimte. Und dann musste sie schauspielern. Und sie musste es gut machen, denn sonst war es das letzte Mal, dass sie hier bei Maximian stehen und ihn küssen konnte.
    Valeria schluckte.


    "Und....gibt es sonst irgendetwas...was dir auf dem Herzen liegt? Oder...etwas Neues?"

    Valeria legte nur den Kopf an Maximians Brust und umarmte ihn kurz über der Hüfte herum, sich an ihn pressend und die Augen geschlossen.


    "Danke", flüsterte sie. Doch sie weinte nicht, denn Maximian war bei ihr und spendete ihr Trost.
    "Auch mir tut es leid um Alessas Vater. Wie war er mit dir verwandt?"


    Sie legte den Kopf in den Nacken und sah zu ihm auf, ernst und mit einer Sorgenfalte auf der Stirn, die dort war, seit sie von Maximian weg nach Rom und damit zu ihrer kranken Mutter gereist war. Am liebsten wäre sie ewig hier geblieben, mit Maximian im Garten. Allein.

    Valeria ließ sich von Maximian mitziehen. Ein erwartungsvolles Lächeln auf dem noch geröteten Gesicht. Dann, endlich, kamen sie in einer lauschigen Ecke des Gartens an. Während Maximian sich vergewisserte, dass auch wirklich niemand zugegen war, nagte Valeria ungeduldig an ihrer Unterlippe und trat auf der Stelle. Sie hasste es schon jetzt, dass sie jedes Mal so Acht geben mussten, ehe sie zärtlich zueinander sein konnten.


    Doch das, was danach folgte, war dafür umso schöner. Sie spürte Maximians Hände, die von ihren Schultern bis zu ihrem Hals hinaufwanderten und dort ihren Kopf hielten. Allein diese kleine Berührung löste eine Gänsehaut auf ihrem ganzen Körper aus und das Kribbeln der freudigen Erwartung wuchs noch mehr an. Seine Worte ließen beinahe die Tränen von neuem hervorbrechen, doch Valeria schlug sich diesmal wacker und hielt sie zurück. Statt zu weinen, legte sie ihre Hände auf Maximians Brust und fuhr sanft darüber. Ihre Augen waren nur noch halb geöffnet und schlossen sich ganz, als sie seine Lippen auf den ihren spürte, endlich wieder spürte! Als hätte auch er die Dauer dieses winzigen Kusses viel zu kurz empfunden, trafen sich ihre Lippen erneut und diesmal ließ Maximian sich ein wenig mehr Zeit, ehe er sich von ihr löste.


    Valeria schlug die Augen auf und ließ den Blick über sein Gesicht gleiten. Ein Funkeln und Glänzen war in ihre Augen getreten, das man lange Zeit nicht in ihnen hatte sehen können. Allein Maximians Anwesenheit hatte genügt, um den Glanz zurückzubringen.


    "Ach Maximian, ich bin so froh, dass du hier bist... Ich weiß nicht, wie lange ich es noch ohne dich ausgehalten hätte. Es war, als fehlte mir die Luft zum Atmen. Und so viel ist passiert... Hast du meinen letzten Brief erhalten?"


    Eine Hand liebkoste sanft sein Gesicht, fuhr über seine Wange und seine Nase, nur um dann die Konturen seiner Lippen nachzufahren und wieder zur Wunge zurückzukehren. Valerias andere Hand hatte sich in eine Maximians verflochten. Auch hier streichelte sie ihn sanft, indem sie den Daumen über seine haut gleiten ließ. Ihre Augen blickten ihn voller Liebe an, doch auch eine Sehnsucht nach mehr Zärtlichkeiten war darin zu erkennen.

    Eine ganze Weile blieben sie so noch miteinander stehen. Valeria hatte Mattiacus gar nicht mehr wirklich wahrgenommen; sie hatte nur noch Augen für Maximian, der endlich hier war und sie endlich wieder festhielt. Sie lächelte ihn unter Tränen tapfer an und seufzte dann. Er wandte sich nun an den Sklaven, der sein Gepäck beiseite schaffte. Valeria wischte sich verstohlen die Tränen fort, sah dann wieder Maximian an, der ihr bedeutete, dass er mit ihr allein sein wollte. Sie musste ihm immer wieder Blicke zuwerfen und seine Hand drücken, als er die ihre ergriff. Valeria konnte es kaum glauben, dass es wirklich Maximian, ihr Maximian war, der vor ihr stand.


    Ein großes Kribbeln breitete sich in ihrem Körper aus. Wo er sie wohl hinführte? Was er sagen würde? Was er tun würde? Sie sagte nichts, sondern ließ sich überraschen. Ihre Hände waren nun nicht mehr eiskalt, sondern schwitzig.

    Valeria konnte es noch immer nicht glauben und starrte Maximian nur weiterhin an. Da hatte sie so lange auf ihn gewartet und nun stand er plötzlich vor ihr! Beinahe kamen ihr die Tränen vor Freude, ihn endlich wiederzusehen, doch noch hielt sie sie zurück. Eine unendlich lange Pause entstand, als er einfach vor ihr stand und sie musterte. Dabei war es nur ein winziger Moment, ehe er sie in seine Arme schloss.
    Nun fiel alles von Valeria ab und sie ließ sich gehen. Sie drückte sich an maximians Brust und sog den Duft ein, den sie so lange hatte missen müssen. Mit geschlossenen Augen, durch die sich nun doch die Tränen ihren Weg bahnten, seufzte sie tief. Seine starken Arme, die sie hielten, ließen sie sich nach so langer Zeit endlich wieder geborgen fühlen.


    "Endlich", nuschelte sie in Maximians Tunika und drückte sich fest an ihn, ihn nun ebenfalls umarmend.

    Valeria trat mit gesenktem Kopf ins Atrium und wollte es gerade durchqueren, als sie eine ihr bekannte Stimme vernahm. Mattiacus, schoss es ihr durch den Kopf, noch ehe sie den Kopf hob und ihn erblickte. Doch das Lächeln, dass sich auf ihre Züge gestohlen hatte, gefror mit der gleichen Schnelligkeit, mit der auch ihr Herz mit dem Schlagen aussetzte. Nach einer endlosen Sekunde (in der sich auch ein gewaltiger Kloß in Valerias Hals gebildet hatte), setzte ihr Herzschlag wieder ein. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Herz so laut von innen gegen ihren Brustkorb pochte, dass die beiden, die dort standen, es hören mussten. Ihre Finger waren mit einem Mal eisig und sie stand stocksteif.


    "Maxi-mi-an", krächzte sie.