Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    "Du bist die Braut, niemand wird es wagen dich als nicht die best angezogenste Frau auf dem Fest zu sehen. Ähnlich geht es dem Bräutigam. Deine Klatschtanten von der Zeitung wirst du doch unter Kontrolle halten können?!"


    Einen Moment überlegt Avarus, dann entscheidet er sich doch dafür mit Lucilla lieber vorher darüber zu reden. Er weiß ja wie hektisch sie in mancherlei Sachen werden kann.


    "Wollen wir nach dem Fest eine kleine Reise machen?"


    Aus dem Hause in das Gespann. Dahinter hingen eine Reihe Seile und daran Metallgeschirr die auf den Straßen so richtigen Lärm veranstalteten. Man könnte das auch Flitterwochen nennen. Wäre mal was Neues für Rom... 8)

    "Oh ich müßte dir, unwissend zustimmen. Wir sehen die Küste von Africa als solchen heißen Streifen mit ganz viel Winden, Sand und Kargheit an. Ich tat dies auch. Im letzten Jahr aber wurde ich eines Besseren belehrt und habe mir in diesem Kalender gleich ein weitläufiges Areal dort gesichert. Neben den wirklich angenehmen Nächten, sind es auch die Städte und Ländereien an der Küste zum Mare Internum, die durch ihren üppigen Grünwuchs auffallen. Als ich mich Lucilla und dem Cursus Publicus eine Inspektionsreise dahin machte, fielen mir diese Schönheiten auf und nicht nur ich verliebte mich sogleich in diesen Landstrich."


    Immer weiter entfernten sie sich vom eigentlichen Geschäftsessen. Mit den Vorschlägen für den Cursus Publicus war Avarus allerdings auch so fast durch. Nicht alle Ideen wollte er heute nennen. Zumal einige Weitere noch nicht wirklich ausgereift waren.

    Zitat

    Original von Aulus Octavius Avitus
    Zu Pferd und nicht in der Sänfte erreichte Avitus das Anwesen der Germanica, noch schwungvoll begab er sich vom Pferde und klopfte an die Tür ...


    Der Ianitor öffnete das Türblatt.


    "Salve der Herr..., ihr wünscht?"














    SKLAVE - GENS GERMANICA

    Zitat

    Original von Germanica Flava
    Germanica Flava war an solche Äußerungen gewöhnt, sie war ihrem Vater ja wirklich aus dem Gesicht geschnitten.
    Sie antwortete:" Ich bin Tacitus´Tochter und bitte um Einlass. Ich möchte bei euch wohnen, solange ich in Rom bin. Kann ich den Senator Avarus sprechen und ihm mein Anliegen vortragen?"


    "Natürlich... tritt ein." Eine Geste folgte und der Ianitor bat die junge Dame ihm zu folgen. "Er befindet sich im Esszimmer..."










    SKLAVE - GENS GERMANICA

    In einem großen Haus war es möglich jede Mahlzeit an einem anderen Ort einzunehmen. Dieses Essen fand im Speisezimmer statt. Einem Raum, der genau zu diesem Zweck die Casa vervollständigte. Oft aß der Senator, wenn er allein war, trotzdem nicht hier. Zuviele leere Klinen machten auch depressiv. Heute allerdings brauchte er etwas Platz. Eine Lieferung war eingetroffen und er scheuchte, während ihm das Mahl mundete, Diener hin und her, um sich die neu gekauften Gemälde genau ansehen zu können. Dabei war auch der Lichteinfall mit dessen Wirkung auf das Kunstwerk für ihn wichtig.


    ...

    "Immer die Frage, ob man die Freuden dann noch genießen kann oder ob man ihn erreicht."


    Bei Soldaten war das ja nun wirklich kein alltägliches Gebot - Ruhestand.


    "Wenn ich manchmal diese Hitze hier spüren muß, denke ich an meine Wahlheimat Germanien zurück. Dort verlebte ich viele Jahre und die Sommer waren auch warm, aber wenigstens nicht so drückend heiß. Trotzdem wird es mich wohl noch in wärmere Gefilde ziehen, wenn ich denn durch meine Ämter weitestgehend frei bekomme..."


    Er ließ offen, das das so ohne Weiteres eh schwierig werden würde. Zuviele Pflichten hielten ihn in Rom.

    "Letztlich bringen uns diese Kleinigkeiten aber vom eigentlichen Ansinnen meinerseits weg. Wenn wir das Imperium und die Städte des Reiches ein wenig sicherer machen können, wenn wir wissen, das Verordnungen und Gesetze mehr denn jetzt eingehalten werden, warum geben wir uns nicht den Ruck durch eine Bildungsoffensive jene Baumeister und Architekten zu schulen, die jetzt und heute noch nicht den Anforderungen entsprechen würden durch die Schola Atheniensis Phoebi Apollonis Divini ein Zertifikat zu erhalten?"













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    "Hm was würdest du davon halten, wenn ich den Senator Hungaricus einmal aufsuche und du mit deinem Cousin, der ja immerhin als Chefermittler am kaiserlichen Gericht tätig ist, redest?"


    Warf er ein, immerhin konnte er bei dieser Gelegenheit seine Konsessionserweiterung auch auf Rom (zurück) mit diesem besprechen. Seine Magisterstellung -hatte er sich schon sagen lassen müssen- sei doch etwas elitäres, das ihn befähigte gewisse Handwerke die unter das Muster Kunst fielen auch unter den Gesichtspunkten eines Senators zum Zwecke des Einkommens zu nutzen.


    "Wie du meinst... ich hoffe nur die tunica recta wird schick."


    Einem Bedenken, welchem er sich mit Sicherheit nicht hingeben mußte, war Lucilla doch eine der best angezogensten Frauen des Reiches, wenn nicht sogar die Trendigste. Bald war es ihm vorbehalten sie anders zu sehen... :]

    Zitat

    Original von Ioshua ben David
    Ich fände es ja ganz schön, wenn es eine Grund- oder Bodensteuer gäbe. ;)


    Ich finde Peregrini sollten den zehnfachen Prozentsatz von Römern zahlen. :P


    Es ist eben immer eine Frage auf welcher Lebensstufe man sich befindet und ob es einen selbst betrifft oder nicht. ;)

    "Wir haben uns diesen Frühherbst dazu erkoren. Lucilla verbrachte den Sommer auf dem Land, was uns zu diesem Datum wies."


    Er trank und merkte, das er die zweite Frage nicht gänzlich beantwortet hatte. Zwar war es allgemein bekannt, das man auf den Ländereien üblicherwiese gesünder lebte, als im Dreckloch Rom. Doch selbst eine verregnete oder kühle Woche konnte dort schnell auf die innerliche Gesundheit schlagen.


    "Ihr geht es prächtig und ich wünschte im nächsten Jahr ebenfalls auf dem Land zu übersommern. Das Klima hat ihrem Körper sehr gut getan.... wir werden ja auch nicht jünger."


    Er grinst und weiß aber in Gedanken, das diese Worte durchaus im Willen stehen erreicht zu werden.

    "Oh ihr geht es gut, denke ich sie sah zumindest erholt auf. Glücklich konnte sie sich schätzen, den Sommer auf dem Landgut ihrer besonders gemochten Großtante zu verbringen." Auch Avarus überlegt, warum sich Hungaricus so hecktisch zeigt, was seine Vermählung anbelangt. "Noch dieses Jahr wird es werden. Der Herbst ist für diese Art der Feiern sowieso immer günstiger als der Hochsommer. Ich hoffe wir können euch, deiner Frau geht es doch hoffentlich auch gut, dazu begrüßen...?"


    Er setzte sich auf die Bitte des Senators hin.

    "Salve Hungaricus..." grüßte auch Germanicus Avarus seinen Kollegen. Wandte sich dabei von der Einrichtung mit ab ohne eine Bemerkung in seinen Gedanken abzugeben. 8) Eher fiel ihm die Begrüßung seiner Verlobten Decima Lucilla ein, die sie immer pflegte, wenn dieser Senator Hungi(arcus) zu Gast war. Schon verwunderlich, das sie nur schwer den zweiten Teil auszusprechen vermochte... Doch auch diesen Gedankengang hing er nicht weiter nach. Seine Sprechpause sollte nicht zu lang werden.


    "... ich habe den Tag damit verbracht mir Rom anzusehen." Stimmt auch das klang komisch. Wenn man allerdings von früh bis (unrömisch) spät in seinen Ämtern gefangen ist, bleibt es lange Zeit aus neue Bauten in Rom zu erkennen und zu betreten. Das er dabei auch Staunen ausdrückte, naja so genau wollte das kein Architekt dem Kollegen nahe bringen.


    "...dabei kam ich hier vorbei und erinnerte mich an den letzten Nachmittag mit Lucilla. Es ist zwar schon ein Weilchen her, aber ich stimmte damals zu mich zu erkundigen. Dein juristisches Wissen könnte dabei von Belang sein."


    Er schätzte Hungaricus ab und wartete wohl darauf, das dieser fragte, um was es sich dreht.

    "So ziemlich ähnlich habe ich das gemeint: nur mit dem Unterschied, das die Arbeiter am Tag den leeren Wagen schon zurückfahren können. Gewisse Aufbauten verhindern zudem das zum Beispiel normale Ziegelgefährte derarte Risikoeinstufungen nicht haben. Es würde sich also vorallem um sperrige Transporte, wie die Marmorsäulen, Blöcke und Holzbalken zum Beispiel handeln. Eine gute Bauplanung schafft es dies zeitlich auszugleichen."


    Er mußte lächeln.


    "Deine Worte in allen Ehren Senator, wir wissen das und unsere Diener machen den Platz auch dort, wo die Masse sich dicht drängelt. Dem Bürger, dem einfachen Bewohner dieser Stadt ist es nur wichtig pünktlich auf Arbeit zu kommen. Er wird jeden Weg nehmen, um sein Einkommen nicht zu verlieren. Grenzt man - durch einen Zaun- ihn ein, muß er sich die sicherere Passage suchen."





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    Einer der vielen Laufburschen des Senators steckte eine Kopie, die ein Schreiber vorher in Reinlichkeit erstellt hatte bei den Urbanern ein.



    An den kommandierenden Offizier der Cohortes Urbanae


    Salve,


    mit diesen Zeilen reiche ich Beschwerde gegen die Vorgehensweise des Centurio Gaius Iulius Raeticus durch dessen ungerechtfertigtes Eindringen in die Casa Germanica ein. Die ungehobelte Frechheit einem Senator, Magister und ehemaligen Praetor gegenüber erwarte ich mit den nötigen Maßnahmen zu bestrafen und mir als Geschädigter mitzuteilen.


    Vorfall:


    Am ANTE DIEM VII ID SEP DCCCLVII A.U.C. verschaffte sich besagter Offizier ungerechtfertigten und völlig übertriebenen Zugang zu den Privaträumen der Casa Germanica und konnte schließlich nur auf Grund einiger anwesender Bewacher des Senators gebremst werden. Die entstanden Schäden am Fußboden und den durch das Wegstoßen des Ianitors beschädigten Wandgemäldes in Höhe von mehreren hundert Sesterzen wird der Cohortes Urbanae noch als zu zahlende Verbindlichkeit zugesandt.


    Rom am Tage des ANTE DIEM V ID SEP DCCCLVII A.U.C.
    (9.9.2007/104 n.Chr.)





    "Nein Senator Purgitius Macer das waren und sind nicht meine Worte. Baustellen werden immer ein besonderes Risiko behalten. Und bei den Göttern ich habe selbst große Bauwerke errichten lassen. Vielmehr sagte ich Materialien in der Nacht zu transportieren. So wie es die Händler tun. Beladen kann man die Karren getrost am Tage. Fahren sollten sie dann, wenn die Bürger dieser Stadt zumeist daheim verweilen, in der Nacht. Das Risiko eines Unfalls genau am Herd des Geschehens zu verringern würde eine einfache Erhöhung des Abstandes bedeuten, der zur Zeit zu den Wegen der Bürger unterhalb der Gerüste zu gering bemessen ist. Ich weiß auch, das Rom ein Verkehrsproblem hat und jede Einengung zu mehr Frust unter den Bürgern führt. Weil es aber ihre Sicherheit betrifft, werden sie auch einsichtig sein, dem bin ich mir gewiss."


    Der Blick zu Durus gewandt.


    "Ein vortrefflicher Einfall. Leider wie gesagt, kenne ich den Mann nicht. Er wird meine Einwände sicher widerlegen können."


    Irgendeine flache Ausrede gab es immer, um preislich billigere Varianten des Bauablaufes zu rechtfertigen.




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    "Das wird sich zeigen..." Das 'raus jetzt' konnte er sich verkneifen. Immerhin war der Anführer dieser verarmten Seelen schlau genug, um zu wissen wann die Zeit gekommen war das Weite zu suchen und dieses Haus zu verlassen.


    Avarus schickte vier Männer vor die Tür, um sicher zu sein, das diese Soldaten nicht nur die Casa sondern auch den Straßenzug verließen und alle anderen zurück an ihre Tätigkeiten.


    Er schüttelte noch den Kopf und ließ sich das Mittagsmahl in sein Officium bringen. Diese Tölpel hatten einfach kein Verständnis, wie man mit Magistern redete.

    "Oh ich hoffe du behältst deine Gedanken außerhalb dieser Casa für dich. Sonst wird dein Name nicht lange unbeklagt sein."


    Avarus verschränkte die Armee. Schön das dieser Offizier das genauso sah wie er. Er brauchte und wollte keine Stadtsoldaten im Umkreis seiner Casa haben. Das Thema war für ihn damit gegessen.


    "Steht das nicht in deinen Akten? Nun dann gibt es da das Katasterofficium am kaiserlichen Hof."


    Er machte gar keine Anstalten dem Centurio die Arbeit abzunehmen.

    "Riskiere hier keine dicke Lippe. Du bist in MEINEM Haus."


    Vergaß sich der Senator.


    "Überlege wem du gegenüber stehst und wie man sich einem ehemaligen Praetor gegenüber benimmt, Soldat."


    Waren seine ersten Worte. Blut konnte man abwischen und diese Holzstockträger in den Gossen der Cloaca Maxima auf 'nimmerwiedersehen' verschwinden lassen.


    "Wozu?" antwortete Avarus auf das erste Anliegen und blickte sich in seinem Atrium um.


    Und schlecht informiert waren sie außerdem noch.


    "Was wird das hier? Mir schwant du bist schlechter informiert, als der Pöbel draußen auf den Straßen. Dein Kommandant sollte sich mehr mit der Judikative absprechen. Meine Bedenken zu seiner Amtsmacht sind seit Wochen dort eingereicht."