Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    "An unser Anwesen..." wiegelt er ab und setzt hinzu: "Die Hitze dort ist auch nicht gering, aber eine ordentliche Casa auf dem Land läßt sich immer besser mit Luftströmen kühlen, als ein Haus in Rom. Da nützen auch die ganzen Hügel nichts."


    Der Sklave schenkt etwas verdünnten und trotz der Hitze gut gekühlten Wein mit siebzig prozentigen Wasser ein. Ein Luxus, den Avarus nicht missen wollte: Eiswasser im Sommer.


    "Dir liegt ja ziemlich viel an diesem Faustus. Wie nah ist er denn mit dir verwandt oder habt ihr die Jugend miteinander gelebt?"

    Er genoss die Umarmung und setzte sich dann auf eines der weichen Kissen. Hier im Atrium war es noch verhältnismäßig kühl. Angenehm, wenn er an den Innenhof zurück dachte, dann schwitze Avarus gleich wieder. "Ohja der Sommer ist dieses Jahr wirklich heiß." Diese Empfindung lag wohl eher daran, das der Senator es üblicherweise vorzog nicht in Rom zu weilen, wenn die Sonne am Längsten strahlte.


    Natürlich hatte er viel zu tun, würde ich dem allerdings nicht preisgeben. So winkte er ab, setzte ein fröhliches Lächeln auf und sagte:" Du weißt es doch bereits wir Senatoren haben immer zu tun. Die Arbeit muß gemacht oder eben zur Seite gelegt werden." :D Und jene Gabe hatte Medicus einige Tage nun schon erfolgreich verwendet. Einige Scriba hielten den Cursus Publicus am Laufen, während im Senat eh so eine dicke Schwere der Lider herrschte und Germanicus Avarus sicher nur einer unter vielen abwesenden Senatoren war. "Ich habe eben im Garten über Mauretanien sinniert. Es war wirklich eine schöne Reise damals..." Jaja der Garten. "Möchtest du etwas trinken, einen Happen essen?" Suchend blickt er sich nach einem greifbaren Sklaven um und geht fix noch auf ihre Beunruhigung ein. "Die Post? Natürlich wird sie ankommen."

    Noch vor Jahren hatte er die Senatoren im alten Semester belächelt, als sie in den Sitzungen tuschelnd oder davor über ihre Rosenstämme schwatzten. Wie und wo sie geschnitten wurden, um noch saftigere Blütenmeere zu bekommen. Heute stand er selbst im Garten und blickte über eine Hecke Rosen, die allderdings von einem Diener, auch als Gärtner eingesetzt, geschnitten wurde.


    Hier und da mußte er Einwände zeigen, ansich allerdings machte es der Bub ganz hervorragend. Nur mehr als diesen Garten hier würde Avarus in Rom kaum mit prächtigen Pflanzen füllen können. Immer öffter wanderte daher sein Blick in den Süden des Imperiums. Immer wahrscheinlicher war ein Umzug.


    'Mal mit Lucilla beschwatzen, ging ihm durch den Kopf.' als eben dazu der Türdiener erschien und seine Verlobte und Geliebte Lucilla ankündigte.


    "Oh..." tat er etwas überrascht, blickte dabei an sich herunter. So förmlich waren sie lange nicht mehr und so beschloss der Senator sich in diesem Gewand zu ihr zu begeben. "Ich komme sogleich." Ein letzter Blick über die Rosenbänke und dann schritt er ins Atrium.

    Eine andere Reaktion hatte Avarus auch nicht erwartet. Das der Feingeist nicht gerade in einem Octavier geboren war, zeigte diese Art und Weise der Äußerung zutiefst.


    "Nichts der Gleichen werde ich tun. Entscheide selbst, ob du den Konflikt suchst oder dich damit zufrieden gibst, das jene Leistungen auch weiterhin nur für Iulianus bereitstehen. Es liegt an dir das Gespött zu verbreiten oder Stillschweigen zu halten. Ich glaube kaum das es in deinem Interesse liegen kann, die Exikutive derart in die Enge zu treiben."


    Der Senator hatte sich erhoben und winkte einen Sklaven herbei.


    "Der Octavier möchte nun gehen. ... Vale."


    Dann machte er sich auf die Bibliothek aufzusuchen soviel geistliche Leere mußte mit frischem Wissen aufgefüllt werden.

    "Hm wie du meinst, aber bedenke, das das Geld meist aus dem gleichen Topf kommt. Der Kaiser gibt Geld an die Legionen weiter, diese nutzen es, um einen Wagen bestückt mit guter Bewachung zu einer Mansiones zu fahren, um eine Wertkarte zu erwerben. Auch der Weg von der kaiserlichen Finanzabteilung zur Einheit muß mit bedacht werden. So mit meinem Vorschlag gäbe es nur eine Fahrt. Nämlich die zum Cursus Publicus. Die Unterstützung hier müßte aufgestockt , die der Legionen könnte verringert werden."


    Überlegte kurz und hob dann die Schultern, ansich war es ihm auch gleich, die Arbeit in der Mansiones würde die Selbe bleiben. Da hatte der Praetorianerpraefect schon Recht.


    Zu dem Briefwert kommend, fügte Avarus noch an:


    "Ich denke eine glatte zehn würde dem am Nächsten kommen."

    Avarus nickte zu dieser Antwort, notierte es sich geistlich.


    "Nur entfernte Verwandte soweit ich weiß. Honorius und Cinna sind bei der Zweiten. Dazu hat Ersterer wohl eine Tochter adoptiert. Doch darüber sprachen wir nicht, ist also nur ein aufgeschnapptes Gerücht. Außerdem müßte sich Varus dort oben noch rumtreiben. Naja vielleicht siehst du ihn mal und kannst Grüße aus Rom ausrichten."

    "Wenn du schon so fragst, dann jener deines Vaters. Da kann ich dir nur gratulieren. Auch wenn es dich nun ebenfalls aus Rom fort treibt."


    Nicht mehr lange und er saß allein in diesem rießigen Haus.


    "Wieviele Tage wirst du noch bleiben können?"


    Ansich war es doch immer das Gleiche. Erst warteten die Buben oftmals Jahre darauf um ein Tibunat zu bekommen und dann mußte alles ganz schnell gehen.

    Seid wann intressierte sich der Sedulus denn für die Arbeit des Onkels? Hm da war was im Busch.


    "Briefe kommen an und werden verschickt. Hab ich Grund zu der Annahme du wirst diesen Weg der Kommunikation mit deinem Onkel in Zukunft fröhnen wollen?"


    Mit einem forschenden Blick betrachtete er den Neffen.

    Üblicherweise bewegte sich nicht der Berg. Avarus aber hatte eine Nachricht zu überbingen und diese unter den Büchern in der Bibliothek des Hauses verfasst. Zu dem Schlafsaal der Sklaven war es daher nicht weit.


    "Terillus..." Der Junge sprang regelrecht auf und kam zu seinem Herren geeilt. "Ich möchte das du diese Nachricht überbringst." Der Senator reichte dem Jungen eine kleine Rolle Pergament, die nicht auffällig gesiegelt war. "Binge das in die Stadt und beeil Dich."


    Ein "Ja Herr, sofort" ertönte und der Knabe begab sich außer Haus...

    "Sedulus.... salve."


    Sie hatten sich eine Weile nicht gesehen, der Onkel war gespannt, was den Neffen zu ihn führte. Einige Gerüchte machten auf der Straße vor der Casa ihre Runde. Einerseits würde er es begrüßen sie als wahr zu sehen, anderseits den Sohn seines Bruders aus Rom fortführen.

    Mit dem Wein in der Hand und ne Keule voll saftigen Fleisch sah sich Avarus gerade auf dem Forum sitzen, doch auch an diesem Tag mußte er seine Mittagspause verschieben, denn wichtige Arbeiten wollten erledigt werden. Nebenbei hatte er noch nicht alle Provinzberichte bekommen und jene, deren Weg wohl kürzer war als Andere lagen ungelesen auf einem Stapel.


    Er seufzte und spielte in Gedanken mit dem Wunsch irgendwann einmal all das hinter sich zu lassen. Doch wenn es soweit war, mußte er sehr konsequent sein und auch Rom, den Senat und einiges Anderes verlassen. Das das in dieser Zeit so gut wie ausgeschlossen war, drückte ihn diese Gedankengänge zu vergessen. Und so war er wenig später wieder bei den unzähligen Anfragen auf Postbeförderungsfreischeine.

    "Ganz ein Octavier also. -.^


    Nun ich sehe arge Parallelen zu einem Senator Octavius Anton. Jener begab sich in eine ähnliche Enge, um dann auf einem Beckenrand das Jenseits zu suchen und zu finden. Ich war eigentlich der Meinung du seist intelligent genug, um selbst auf den Familienstamm zu kommen. Ich bin mir sicher, das ein Iulianus die Handelsgesetze kennt und achtet. Willst du das mit deiner Aktion sinnlos und unnütz an den Tag gelegt, bezweifeln? Ich glaube kaum, das du es darauf anzulegen versuchst."


    Vorerst ließ er den Mann auf dem Trockenen sitzen. Zuviel des guten Tropfen schien ihm den Geist und Verstand zu rauben.


    "Es ist im Interesse des Reiches, wenn diese Sache dort bleibt wo sie noch ist: Unter Verschluss. Ein Edikt kann abgenommen werden, eine Aufbauschung zu Gericht wird nicht nur Deinem Ansehen schaden. Denn du ziehst damit öffentliche Kreise, die es zu verhindern gilt. Wenn du deinen Sturkopf einmal einschalten könntest, wäre ich dir verbunden.


    ... dann lass uns darüber sprechen, wie wir diese unschöne Sache Deiner Anklageschrift aus der Welt schaffen können ohne den Namen des Kaisers darin zu verstricken. Dir muß doch klar sein, das ein promovierter Architekt wie ich nicht darauf verzichten wird eben jener Gens so leidenschaftliche Architektur zu bieten und Wünsche zu erfüllen. Bist du der Meinung jemand anderes könnte seine Illusionen in diesem Maße umsetzen?"


    Wohl kaum nicht umsonst hatte jener so lange Zeit den Besten genommen und mit ihm unnütze Gesetze umschifft.


    Er wischte diese Anmaßung dessen mit der Hand aus der Luft und schüttelte den Kopf. Der Hunger trieb ihn dann dazu die Sklaven etwas Herzhaftes auftragen zu lassen. Immernoch erregte es ihn, das der Octavier ihn einer Lüge anmaß, weil er diesem Bürokraten nicht eine Liste auflegte, welche Künste seine Arbeiter in den Villen, den Palästen, den Gärten und Landgütern des Kaiserpaares errichteten.

    "Das ist durchaus wünschenswert, das es die Götter wissen, denn für sie entspreche ich nicht den Normen und gebe mich hin zu tun, was man verlangt, um Rom im Schein der Sonne glänzen zu sehen. Rom wird mit fester Hand geführt und jene Hand sieht die Leistungen der 'Architectura Avarus' seit vielen Jahren nun schon als so besonders gut an, das ihm die erheblichen Mehrkosten nicht verschrecken.


    Nein vielmehr ist es nicht nötig andere Aufträge anzunehmen. Der Betrieb funktioniert nach einem besonderen Schema. Anders als diese Bauhöfe außerhalb der Stadt. Diese Männer die hier arbeiten, verwirklichen meine Ideen und sind nur im Auftrag eines Mannes Gottes gleich unterwegs.


    Ich hoffe nun wird dir klar, wem du mit diesem Edikt ebenfalls vor den Kopf stoßen wirst. Vielleicht war das nicht sichtbar, doch ansich bekannt. Architektur aus dem Hause Germanicus Avarus kauft man nicht um die Ecke, sie ist teuer, aber in gewissen Sinne auch günstig, denn sie ist zuverlässig. Eine Arbeit, die ein Mann in Rom zu schätzen weiß. Dies so gut, das er mit seiner Familie zu dem alleinigen Kundenstamm gehört."


    Vielleicht konnte sich Victor nun denken auf wen Senator Avarus hinaus wollte, ohne Namen zu nennen.

    Der Prudentier war ein Consul gewesen und damit bekam der Berechtigungsschein das nötige Signum. Weiterhin soll man nicht schlecht über Tote reden, also warum nicht.


    :dafuer:
















    PRAECEPTOR - SCHOLA ATHENIENSIS
    MAGISTER ARCHITECTURAE - SCHOLA ATHENIENSIS
    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    "Treten sie einmal auf, wird es sie immer weiter geben. Probleme sind wie der Schnee im Winter. Erst kommt er vom Himmel, dann friert er auf dem kühlen Boden an und weit im Frühling wird er sich noch nicht von den hohen Lagen zurück gezogen haben. Im Postdienst gibt es diese Dinge schon immer. Doch nie hat man sich darüber Gedanken gemacht, wie Probleme abgeschafft werden können, nein vielmehr wurden neue Verordungen geschaffen und wieder mehr Posten eingestellt. Irgendwann wird diese aufgeplähte Masse das Reich derart im Staatssäckel belasten, das die Informationen zum Erliegen kommen.


    Gestrafft sollte es werden.


    Dazu zählen neben Veränderungen im preislichen Bereich auch klare Richtlinien zur Eilig- oder eben Uneiligkeit. Weiterhin könnte man die Bürokratie um die Hälfte senken und Kosten damit sparen."


    Greift nach einer Apfelsine und öffnet sie mit einem Messer.


    "Wenn man staatliche Post kategorisch als kostenlos einstuft und somit Schreiben der Verwaltungen, der stehenden Heere, der Flotte, der kaiserlichen Kanzlei ohne Wertkarten und nur verwaltet durch die Übersichtslisten versendet, spart man Kosten für die bürokratische Geldabwicklung. Weiterzu könnte man im Gegenzug private Post zu einem Einheitspreis der etwas weiter oben angesiedelt ist, wie der jetzige Normalpreis transportieren. Dabei fiele dann die Unterteilung in Eil und Normalpost weg. Frachtgut bliebe mit 50 Sesterzen wie gehabt und ist schon durch den Aufwand eines Karren nicht als Schnellgut anzusehen."


    Blickt zu Crassus und macht eine Redepause. Vielleicht gibt es ja Gegenargumente oder Zustimmung. Avarus jedenfalls schiebt ein Stücken der süßen Frucht in den Mund und kaut genüsslich.