Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    Wenn man sich die beiden zuletzt verurteilten Staatsfeinde ansieht, ist es eher unwwahrschenlich, das ein römisch-typisches exessives Verfahren angewandt werden wird, um das Leben aus einer unbedeutenden Seele zu rauben.


    Naja ansich ist das auch besser so. Zumindest für die Leser, die erst noch ganz groß werden wollen. ;)

    Also auch nichts Neues, das man von den Märkten nicht auch hörte. Auch Avarus nahm noch etwas von den gallischen Hühnchen. Keine Frage, das es nur eine Farm gab, wo diese leckeren Bissen heranwuchsen.


    "Hmmm..." kommentierte er dabei nur äußerst knapp und nahm sich vor nicht weiter auf das Thema Krieg in Parthien einzugehen. Vielmehr kam er zum nächsten Punkt -dieser war aber ebenfalls keine Idee- denn eher ein Anfragen.


    "Bevor ich zum nächsten Ansatzpunkt kommen will, würde ich gerne noch mit dir über den Cursus Publicus in Italien sprechen. Dieser Verwaltungstrakt ist seit gut zwei Monaten verwaist. Es werden Vertretungen geschoben, kein unendlich belastbarter Zustand. Die Möglichkeiten für mich sind mehr oder weniger ausgeschöpft. Einzigst die Acta Diurna wäre noch eine Möglichkeit, so das nächste Blatt demnächst erscheint. Du jedoch hast die Befugnis Offiziere und Soldaten aus dem ganzen Reich und aller Legionen zu ziehen, wenn es den Praetorianern irgendwo zwickt. Meine Frage wäre nun, ob ein Offizier abkommandiert werden könnte, der den Posten des Stationarius auszufüllen vermag.
    Vielleicht gibt es ja Abgänger, die für ihre Zukunft noch etwas zum Arbeiten suchen...?


    Ein Happen, ein Schluck, ein Bissen, ein Schlürfen ... das Übliche halt. :]

    Ein Lakai des Senator Avarus trieb sich immer in der Nähe der Stände rum. Wenn es Frischfleisch gab, dann wurde eine Bote in den Bezirk Circus Flaminius gesandt. Jener brachte dann auch eine Beschreibung dessen mit, sodas der Germanicus schon von vornherein wußte, ob er seine Sohlen belasten mußte, oder ob es sich eh nicht lohnte.


    Seit einigen Wochen, nein Monaten nämlich verzichtete er auf die Sänfte, um im Laufen etwas von seinen zuviel angelegten Pfunden abzugeben. Es gelang ihm nur schleppend, aber das er es merkte, wie es ihm besser ging und wie langsam seine Füße im geraden Stand wieder zu voller Augenweiten wuchsen, war schon beachtlich.


    Eine junge Sklavin sollte es sein. Nicht übermäßig hübsch, rebellisch. Naja letzteres trieb man eh allen aus. Die einen wurden eher zahm, wohl aus geistig gebildeteren Grund heraus, Andere blieben lange zickig und bockig. Das ihre Wahl keine war, glaubten eben die wenigsten Sklaven im Moment auf dem Podest des Sklavenhändlers stehend.


    Avarus erreichte die Bühne im Sonnenschein. Der Regen hatte ihm schon am Theatrum Marcelli verlassen. Das Klientel war noch erschreckend gering. War das nun, weil sein Bote so schnell war oder weil das angebotene Mädel nichts taugte und dieser Junge von Klient einfach zu unerfahren darin war. Hm egal da er nun schon einmal da war, ließ er sich das Gesagte vom Klienten Cossus Gavius Hormus nachtragen. Auch das Einzigste und Letzte Gebot war darin enthalten. Wie üblich der Einstiegspreis.


    "Eintausendsesterzen für den Senator Germanicus Avarus."


    Verkündete schließlich Gavius Hormus sich selbst produzierend.


    Der Senator indes zeigte Interesse für den Gedanken, das es bei jeder Versteigerung einen Läufer gab, der das Gebot so hoch wie möglich drückte und im gegebenen Moment des 'Gut' ein Zeichen von in diesem Fall Titus Tranquillus bekam. Demnach wäre das dieser Mann mit dem letzten Gebot.... doch hm irgendwoher kannte Avarus ihn. Eine Verwaltung auf dem Palatin. Die Curie von Italien? Das war schon lange her und er vermisste es auch nicht. Egal... gewisse Dinge legte er in letzter Zeit viel schneller ab, als sich den Kopf über die vielen 'W's zu zerbrechen.

    "Das wäre der Weg mit dem geringsten Widerstand. Ein Freigelassener würde sich nur nützlich zeigen, wenn er aus eurer Familie oder meiner stammt. Ansonsten denke ich nicht, das jene Burschen viel des Lobes und der Treue haben, wenn sie von einer Zelle in die nächste geschuppst werden."


    Ihre Worte machen ihm zwar noch keine Angst, aber sie beweisen, das er vorsichtig sein sollte.


    "Du wirst so oder so versorgt sein. Du bist eine bekannte Frau."


    Er lächelt sie an und fügt hinzu:


    "Ansich ist es doch eh ein Gesetz für Rom. Seit wann gelten diese Weisungen des Senats denn in den entferntesten und entlegensten Regionen? Wer maßt sich an die Rechtschaffenheit eines Legaten Augusti anzuzweifeln? Richtig keiner. Desswegen sollte uns das auch nicht tangieren. Immerhin haben wir zeitig vorgesorgt und unsere Unternehmungen außerhalb Italiens und den senatorisch verwalteten Provinzen angesiedelt.


    Wenn gewisse Personen es wünschen, das demnächst noch weniger Steuern in die Hauptstadt fließen... das Klientel mit dem nötigen Geldbeutel sich andere Märkte sucht, dann sollen sie nur so weiter machen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das es nicht nur uns elitäre Pleibes hart getroffen hat, sondern auch jene, die gerne ihre Ahnen als Götter sehen. Daher wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis in der Curia Iulia ein neuer Wind weht, der Altes und Unnützes davon trägt."


    Avarus legt den Arm um ihre Schultern.


    "Wollen wir nicht derweil von etwas Schöneren reden? Was stellst du denn für Forderungen unserer Hochzeitsfeier wegen?"


    Seine letzte und einzigste Hochzeit lag nun schon Ewigkeiten zurück. Damals hatte man ihn regelrecht verkuppelt. Wobei Felicia zu seinem Erstaunen auch die schönste Frau in jener Gegend gewesen war und ihm so seine Plicht mehr Vergnügen bereitete.


    Er seufzte und setzte dabei ein gestelltes Lächeln auf. Er wollte nicht daran denken, an sie denken Söhne, Töchter ... naja ein Vater sollte vor seinen Kindern sterben. Diese alten Geschichten kamen immer wieder in sein Gedächtnis und sie zermürbten die Seele. Mit einem Blick in Lucillas Augen wollte er diese Gedanken vertreiben. Er lächelte, diesmal etwas ehrlicher und verscheuchte seine Hintergedanken mit den Worten:


    "Was die Casa angeht, so habe ich bereits eine kürzlich zu Besuch erschienende Verwandte, nämlich Caia..." nahm er an, das Lucilla sie kannte, oder war es nur die Höflichkeit ihren Namen zu nennen? "...damit beauftragt etwas für die Ausstattung zu tun. Leider kam sie noch nicht wieder zu mir, sodas ich über den Stand der Dinge nicht weiter informiert bin."

    Allmählich wurde es Zeit einige Notizen zu machen. Avarus ließ sich dafür eine Tabula bringen und füllte diesen Augenblick mit privaten Gesprächsstoff.


    "Ich hoffe dir schmecken die kleinen Magenfüller? Mit immer mehr Festen und Feiern ist es schwierig das hohe Niveau der Köche und Gehilfen halten zu können. Einige werden schluderig, andere unachtsam und dabei sollte es ihnen doch eine Freude sein unsere Gaumen zu verwöhnen."


    Es dauerte wohl noch etwas. Zwar war das Arbeitszimmer des Senators gleich nebenan, wohl aber kein geeigneter Griffel zu finden.


    "Ersetzt man dann diese erst angelernten, dann vollendeten und schließlich gescheiterten Diener, kostet es nicht nur einen haufen Sesterzen, nein es ist in den letzten Jahren auch sehr schwierig geworden überhaupt noch gutes Personal erwerben zu können. Aber mit dem Krieg in Parthien wird das wohl alles besser. Frisches Fleisch für römische Küchen, Casae und Felder.


    Wie steht es eigentlich im Osten?"


    Der Hausherr spielte mit dem Weinbecher. Noch immer war keine Regung zu erkennen, die ihm das angeforderte Schreibutensil brachte.

    "Wenn du solch eine klare Ausage verlangst, dann kann ich mich -berufen auf das wirtschaftliche Wissen- dazu durchringen zu sagen: Wir werden etwas weniger an Verlust haben." ;)


    Ihm fehlte es eigentlich nurnoch, das Crassus ein Gedächtnisprotokoll verlangte, um Avarus im Fall der Fälle irgendwie festnageln zu können. Das er selbst aber schon im Namen trug, was andere nur vergebens versuchten, nämlich Kosten zu sparen, Geld zu horten und wirtschaftlich perfekt zu werden, wußte wohl nur er selbst. :P


    "Unsere Verluste sind in den letzten Jahre um fast eine halbe Milliion Sesterzen geschrumpft. Ich hoffe natürlich daran mit Änderungen diesen Wert noch ausbauen zu können."


    Ansich hatte er es vermieden bisweil Zahlen zu nennen, denn jene waren nur für die kaiserlichen Finanzbeamten von Bedeutung und wurden auch an jene halbjährig gesandt.
    Es sollte aber aufzeigen, das die Verwaltungsstrukturen im Cursus Publicus nicht dem allgemeinen Prass der Verwaltungen im Reich folgten und ihren Etat immer dicker aufplusterten. Demnach sah er, der Senator und Legatus auch diesmal von einer Gehaltserhöhung in seinem Sinne ab. :D

    "Ich weiß auch nicht, wie dieses Etwas von einer Verordnung,..." denn als gestandenes Gesetz konnte ein windiger Rechtsverdreher nun wirklich nicht sprechen "... überhaupt damals hatte eine Mehrheit gefunden, knapp aber mehrheitlich." Es mußte doch einen Weg geben dieses Ding dahin zurückzuschicken, wo es hergekommen war. Gerade ein Kohlebecken war dafür gut genug. "Er ist ein Anfang..." kommentierte er ihren Vorschlag kurz, das er nicht ausreichte, war klar und das Meridus nicht vor Freude einen Handstand machen würde auch. "... vielmehr müßte es uns aber gelingen gerade jene vom Gegenteil zu überzeugen, die dieses Umschreibung eines Verbotes in den Normen der Alten sehen. Das dem nicht so ist und das es eine verkorkste Schreibweise offenbahrt, sobald man etwas genauer hinschaut, muß ihnen doch auch klar sein. Wenn ich mir die Edikte der letzten Monate auf dem Forum anschaue, dann sind es doch ebenfalls vorallem die, die es als Recht den Ahnen gegenüber gepriesen haben, die jetzt am Pranger stehen."


    Er schüttelt mit dem Kopf. Auf gewisse -und das betrifft nicht nur ihn selbst- Amtsanmaßungen des Praefecten Urbi geht er dabei nicht ein. Denn es ist eine Vielzahl von Patriziern die dort zu safftigen Strafen verdonnert wurden.


    Oh jetzt sollte er auch noch sterben. Avarus blickte etwas betreten drein.


    "Ich hoffe doch meine Lebenszeit wird zwischen der Hochzeit und der Vereinbarung zu deinem Unterhalt nach meinem Ableben noch etwas dauern."


    Ansich konnte er es sich gut leisten sie mit durchzufüttern, aber er wußte auch darum, wie sehr Lucilla ihre Geschäfte ihren Zeitvertreib liebte. Marmor war eben das Gold der Reichen und der Glanz der Mittelschicht.


    Es mußte etwas geschehen, denn nur mit der rechtlichen Grundlage war auch er in Germanien vor dem Gesetz sicher. Noch erkannte man die Magistrale Tätigkeit der Architektur gesetzlich nicht an und das wo es von jeher ein hoch angesehenes Gewerke war. Dazu kamen jene, die das Magma der Mater Matura ernteten. Stein um Stein, Ton um Ton und Baumstamm um Baumstamm. Ein jeder Römer, der Erz schuf und Gold brach, der Fische fing lebte von der Natur. Das alles war einmalig und nie wiederkommend. All jene Gewerke waren harte urrömische Arbeit. Jeder Mann der etwas anderes behauptete, war kein geborener Römer, sondern ein auf sein eigenes Wohl ausgehender Ausländer mit dem Hang zum eigenen Vorteil entgegen aller römischer Werte und Tugenden.


    "Trotzdem sollten wir die Möglichkeiten ausschöpfen etwas zu tun, bevor es noch Tote gibt, die mit Übereifer zuweit gegangen sind, weil sie Römer ihres Lebenstandards beraubten."

    "Das tue ich doch garnicht. Natürlich müssen wir das Ganze in der Masse betrachten. Ein einzelner Brief ist aber dahin gehend ein schönes Beispiel, weil es auch Regionen gibt, wo nicht vielmehr als das aufgegeben wird. Auch aus dem Grunde heraus, weil es nur eine Rast- und Wechselstation und keine Verwaltung in unmittelbarer Nähe angesiedelt ist.
    Wenn wir eben so eine Station bertrachten, dann haben wir dort einen Fuhrpark von zirka zwei Wagen, einem Stationarius, an die fünf Tabellarii und von dem üblichen Personal zur Unterhaltung der Pferde, nebst dem Reparaturtrupp für Wagen und Ausrüstung noch ein bis zwei Mitarbeiter. Aus dem Grund der Eiligkeit konnten wir das bisweil nicht verändern. Wenn wir uns dazu durchringen, könnten wir die Postreiter reduzieren. Da private Post den durchreitenden Tabellarii mitgegeben werden kann. Ganz streichen jedoch auch nicht, denn mitunter wechseln sich die Reiter ab, wenn vorallem die Strecke besonders lang und anspruchsvoll ist."


    Er trinkt auch einen Schluck. Sicher wäre ein Preis von zwanzig immer besser für den Cursus Publicus. Doch sollten sie soviel Solidarität mit jenen Bürgern bewahren, für die das ein halbes Monatseinkommen ist.


    "Es ist ja nicht so, das wir heute kostendeckend arbeiten. Mit der Änderung wird sich daran nicht viel ändern. Mit etwas Hoffnung sehe ich dabei das höhere Aufkommen und eben die Einsparungen. Ansonsten bleibt der Cursus Publicus ein defiziöses System und bei aller Anstrengung wird es uns nicht gelingen das auszugleichen. Da müßte man uns schon das Monopol über alle Transporte im Reich übertragen."


    *lacht*


    Und leert den Becher aus.

    Gundhraban, der gleich hinter der Tür verharrte und sich über jeden Gast mehr freute, denn ärgerte, öffnete die Pforte.


    "Salve... äh irgendwie siehst du Decimus Germanicus Tacitus ähnlich..."


    Kratzt sich am Kopf. Aber diese Ähnlichkeit ist verblüffend.


















    SKLAVE - GENS GERMANICA

    Das dem so war, das konnte sich Avarus durchaus denken. Aber selbst ihr missratener Bruder würde nichts an der Tatsache ändern, das sie und Medicus vor den Altar schritten.


    Ihre Worte lenkten schließlich auf ein Thema, das auch ihm den letzten Nerv raubte. Nicht genug, das ein verblendeter Pleiber ihm gewisse Vorwürfe öffentlich zusandte, die weder Recht waren, noch in irgendeiner Weise den alten Satzungen entsprachen, nein es gab auch durchaus Nötigungen dazu gewisse Waren zu kaufen, weil jene, die man haben wöllte schlicht und einfach nicht reichen, um den römischen Markt zu sättigen. Wie sollte er ihr da raten?


    "Hm mir geht es da ähnlich. Aber ich bin der Meinung, das es gewisse Grenzen geben sollte. Schlecht nur, das ich einen Verbündeten suchen müßte, um meine Einwände zu diesem nichtsnutzigen Gesetzeswerk vor dem Senat zu vertreten. Jede andere Regung meinerseits stünde sofortig im Verdacht des Eigennutz. Wir sollten daher wirklich sehen, das diese Betriebe, in deinem Fall würde das doch nur der Marmorbruch sein auch in deinen zuverlässigen Händen bleibt."


    Was geschah, wenn die Steine von Lucilla ausblieben, hatten die römischen Architekten bereits schon einmal erleben müssen. Solcherlei Engpässe gab es zu meiden und Avarus würde alles tun, um diesen Tylusiern den Wind aus ihren monopolistisch angesetzten Segeln zu nehmen. Marmor für zweihundert anzubieten, war nun wahrlich mehr als frech.


    "Würde dir jemand einfallen, der diese Möglichkeit der neuerlichen Änderung mit guten Gewissen und rhetorischer Finesse auch im Senat zu vertreten weiß? Ich bin der Überzeugung man sollte die Bandagen lockern und gewisse Absätze hinzufügen, die Altes wie Traditionelles deutlicher verankern."


    Sie kamen deutlich von den Hochzeitsplänen ab, aber Avarus hatte ja bereits eine Germanica beauftragt etwas für die Casa zu tun. Zwar sah er Caia lange nicht mehr, hatte sie sich selbst nichteinmal ihr Geld abgeholt, doch war er voller Zuversicht, das sie einfach nur zu beschäftigt mit diesen Dingen war.
    Vorerst ging er nicht zurück, zuviel Durcheinandergerede klang immer danach nicht viel Zeit zu haben, für Lucilla war jene aber selbstverständlich. Nein vielmehr genoss er es mit ihr zusammen zu sitzen und zu plauschen.

    Zitat

    Original von Lucius Flavius Furianus
    "Meine Worte und diese lex zeigen auf, dass diese lex hier weder mehr wert ist, noch weniger. Sie zeigen nur auf, wo Missstände versteckt oder offensichtlich zu sehen waren, deren Behebung ich mir zum Ziel gesetzt habe. Falls du keine Missstände siehst, so sei es so, andere sind durchaus in der Lage welche zu sehen."


    "In jeder Lex gibt es Undurchsichtigkeiten, die der Senat gewillt ist auszumerzen. Auch in dem Gesetz zur Getreidezuweisung ist das der Fall. Jene deine Version jedoch hat diese nicht gefunden. Sie schreibt gestandenes Brauchtum um, aber verbessert nichts für die Hungerleidende Bevölkerung in Rom. Sie fasst Worte auf, die einfach gestellt waren, sodas auch jene die es betrifft mit kleinem Geist ihre Möglichkeit finden es zu lesen, es zu verstehen und es zu nutzen, wie sie es nach dem Gesetz dürfen und verwirrt sie in ein unverständliches Geschalle, das dir hier im Senat gefallen mag, das die Bürger auf der Straße aber nicht lesen wollen."


    Blickt sich um. Einigen Senatoren ist die Müdigkeit nicht nur anzusehen.


    "Was du neues ins Gesetz gebracht hast ist allesamt wirtschaftlicher Blödsinn, der dadurch noch verstärkt wird, das der Cura Annona rechtlich die Hände gebunden werden."


    Es dauert einen Augenblick nur, wo andere Senatoren berechtigte Fragen stellen und aufzeigen, das jene gewählten Worte soviele Fehler beinhalten, das Avarus auch ersteinmal ein Nickerchen macht. Erst als sein Name so plepsig ausgesprochen fällt, ist er wieder wach und hört dem Schwall nicht enden wollender Worte zu.


    Zitat

    Original von Lucius Flavius Furianus
    "In erster Linie ist Senator Avarus wohl Politiker und kein Bäcker, nehme ich an. Aus welchem Interesse er dies nicht befürwortet, das sei dahin gestellt, doch wir alle erwarten doch voneinander autonome Entscheidungen, auch ich von dir. Wenn du dich seiner Position anschließt, weil er Senator Avarus ist und nicht, weil dies die Stimme von Aurelius Commodus ist, so frage ich mich, wie groß der Senat eigentlich ist. Besteht er aus hunderten von Männern, die ihre Zeit zum Schutze des Volkes und des Reiches nach bestem Wissen und Gewissen einsetzen, Politiker sind, oder diese alten Hallen ein paar Senatoren und ihre meinungs- und stimmlose Klientel beherbergen."


    "In erster Linie kann man von Politik nicht leben. Sie wird einem Senator in nötigen Maße bekannt halten, wenn er sich nicht tag ein und aus in die hintersten Hallen setzt. Aber in erster Linie lebt ein Politiker in Rom von seinem ihm angetragenen Amt, den Ländereien und auch der Wirtschaft."


    Das das Leben eines Politikers durchaus kostspielig war, zeigten die vielen Pleiten im Cursus Honorum. Welcher Aediles konnte nach seiner Amtszeit schon noch gerade stehen. Nur jene, die das Geld von ihren Vätern geerbt hatten und es nun mit beiden Händen verprassten.


    "Aber auch du Flavius Furianus solltest dem Senat nicht eine Meinung auferlegen, die solltest jeden hier selbst entscheiden lassen, wie er mit seiner Meinung umgeht. Wem er mehr zustimmt. Wenn man dagegen ist, heißt das nicht, das man bei einem sinnvolleren Änderungsvorschlag der Lex ebenfalls ein klares 'Nein' vertritt. Vielmehr ist es doch so, das es mir persönlich nicht reicht, was du in gesalbte Worte fasst."


    Ihn wunderte es aber, das der Flavier das bekannte Klientelsystem so scharf angriff. Und das wo er dadurch und nur dadurch ebenfalls in die Reihen des Senats aufgenommen wurde. Das man hier dann als neuer Senator, als junges Mitglied eben jenen Gönnern parteiisch folgt, ist wohl mehr als nur angebracht. Naja auch das noch zu erklären? Nein dann schicke man diesen Mann doch lieber weit weg... hm Hispanien vielleicht?





    PRAECEPTOR - SCHOLA ATHENIENSIS
    MAGISTER ARCHITECTURAE - SCHOLA ATHENIENSIS
    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    "So einfach würde ich das nicht berechnen. Schön heute versenden wir deutlich mehr Privatpost als Öffentliche. Wenn wir diesen Schritt der Umstellung gehen, könnte dies zum Einen zu einem wachsenden Aufkommen eben unter Erstgenannteren kommen, zum Anderen lockert es auch unsere Kostenspirale. Immerhin müssen wir heute ständig und überall wachsam sein. Es könnte ja ein eiliger Brief aufgegeben werden. Morgen reicht es aus die Stationen rund um die Verwaltungsstrukturen, den Heeren und Flotten vorhaltend zu bewirtschaften. Alle anderen Mansiones könnten deutliche Einsparungen an die kaiserliche Kasse vermelden. Bei den Gebühren mögen wir fünf Dupondii Verlust machen, bei den Kosten drücken wir sie um tausend. Auch der Sammelversand ist nicht zu verachten." ;)


    Er nahm sich von einem weiteren Tablett, das fein gedünstetes Hühnchenfleisch in scharfen und würzigen Soßen trug und soeben durch einen Diener abgestellt wurde. Jener füllte auch die Becher nach.

    "Wie wahr wie wahr." Es war einer dieser Gründe, warum Avarus seine Söhne nie verstanden hatte. Sie suchten das Abenteuer und wußten nichteinmal was sie in der Fremde erwarten würde. Aber da waren wohl alle Söhne von vielen Vätern gleich.


    Er nippte am Honigwein und mußte lachen, als Lucilla so umständlich zum Thema kam.


    "Nein, nein meine Liebe ich werde Rom nicht verlassen, damit die Nervösität noch etwas in weiter Ferne bleibt. Gern nehme ich dich auf meine nächste Reise mit, aber sie wird nach unserer Hochzeit sein."


    Avarus blickt sie fest an und zeigt so, das er es ernst meint.


    "Wie sehen denn deine Pläne aus? Wartet deine Tante Drusilla bereits wieder auf die Lieblingsnichte :P oder können wir uns daran machen etwas zu planen, das im Finale mit dem Gelöbnis und einer feinen Reise durch die Welt endet?"

    Mit Wein am Schreibtisch ließ es sich nicht lange gut arbeiten. Irgendwann vernebelte der kräftige Geschmack die Sinne. Ganz egal um wieviel Teile er verdünnt war. Trotzdem kam der Senator an diesen Tagen kaum ohne einen guten Tropfen aus, behielt sich diesen Wein allerdings in seinem eigenen Haus vor.


    Zwischen der Mittagsmahlzeit und dem Nachmittag klopfte es ungestühm an der Tür.


    "Herein!" hörte der Willige und jener wurde mit dem Namen Philomelus gerufen. Völlig außer Atem war er.


    "Was gibt es?" fragte der Senator eher ruhig, als sich dem einströmenden Unruhepol annehmend.


    "Herr ich komme aus unserer Niederlassung in Ostia." Avarus wußte worum es sich drehte und blickte nun doch beunruhigt auf. "Unsere Kapazitäten wurden schon zu Anfang dieser Woche völlig ausgelastet. Gutes Geld wird gezahlt, ich bitte dich daher doch noch einmal darüber nachzudenken unsere Möglichkeiten zu erhöhen. Außerdem werden die Rohstoffe knapp."


    Fast erschrocken blickte Avarus auf. "zwölftausend Sesterzen?" brach es aus ihm hervor. "Kaufe Marmor bei Decima Lucilla ein und erhöhe unsere Menge um zweiunddreißig auf achtundvierzig. Die siebentausendsiebenhundertachtundzwanzig Sesterzen wird sie gut gebrauchen können." Der Grieche und erfolgreiche Diener nickt, Avarus denkt nach. Sicher war es keine Frage, doch der Rechtsleere Raum wollte erst noch gefüllt werden. "Wir warten ab. Es gibt zugezogene Römer, die Handwerk und Kunst nach den Traditionen unserer Vorfahren nicht zu unterscheiden wissen. Einige leider auffällige Prozesse werden dies jenen vor Augen führen müssen. Ich hoffe nur es wird nicht unser Verhältnis Schaden nehmen. Ich denke ich werde versuchen mit der Kaiserin in den nächsten Tagen zu sprechen. Vielleicht läßt sich etwas unternehmen bevor Rom voller dunkler Schatten ist. Du jedoch kümmere dich darum, das die Lager wieder gefüllt sind und achte auf die Qualität. Ich glaube zwar nicht, das Decima Lucilla mindere Steine anbietet, aber bei unserem Klientel können wir uns auch keine Fehler erlauben."


    Der Mann in Form eines Griechen nickte erneut, verbeugte sich und verschwand. Auf den Lippen des Avarus zeichnete sich eine Art Freude ab.


    "Nun gut es gab immer mal wieder kurze Gespräche, warum und wieso es so gehandhabt wird wie es ist, aber das führte nie dazu darüber ernsthaft nachzudenken. Es war jetzt vielmehr eine Idee, welche im Umbruch der Ämtersitze aufgestellt wurde. Doch es ist natürlich auch ein Mittel, um gewisse Lücken im System zu öffnen. Dort wo keine Beträge gebucht werden, wird es auch immer wieder Menschen geben, die private Post so deklarieren, als wäre sie im Dienste der Institution zu verschicken."


    Dreht den Becher, um dann auch auf die zweite Frage einzugehen.


    "Wenn ich mich an die letzten längeren Übersichtslisten erinnere, so hielt es sich meist die Waage. Mal gab es mehr Normalpost, mal schickte ein Bürger das halbe Vermögen zum Cursus Publicus. Ansich aber ist es so wie gesagt besser, weil wir mit immer weiteren Strecken auch immer mehr Zeit einplanen müssen. Von Katastrophen und Wettereinflüssen abgesehen, wünscht sich ein Eilbriefnutzer auch heute noch eine wirklich rassante Zustellung. Ihn intressiert es dabei nicht, wie und wo und warum sein Schreiben aufgehalten wurde, sondern nur das es zügig am Ziel angekommen ist. Aus auch diesem Grunde heraus würde ich die Einbriefartvariante bevorzugen."

    Bei ihm ist es schon ein ganzes Weilchen länger her. Nur schwer will dem Avarus daher einfallen, wie es einst zwischen seinem Bruder, ihm und den unzähligen anderen Kindern vorgegangen ist. Sicher haben sie Traianus und er ständig gezankt, gegenseitig die Spielsachen gestohlen und im Augenblick eines scharfen elterlichen Gesichtes Unschuldsmienen aufgesetzt. Bei diesen Gedanken muß er lächeln...


    "Kinder können doch nur mit genügend Gleichgesinnten aufwachsen. Die Streiche gehören dabei genauso dazu, wie der Kampf der Geschlechter."


    Und der wurde auch durch ihre Cousine -daran erinnerte Medicus sich immer wieder mit Schrecken- gnadenlos geführt. Manchmal mußten sich da die kleinsten Bälker als Haustierchen vorkommen.


    Sein Lächeln verstirbt, als Lucilla auf den Feldzug zu sprechen kommt. Es ist doch immer das Selbe und die Gens Germanica hat -wissen auch die Götter- genügend Blut auf den Feldern des da noch fremden Imperiums gelassen.


    "Zum Glück nicht. Was nicht heißen soll, das wir trotzdem jeden Tag die Sorge tragen müssen, Gensmitgliedern am Puls des Krieges, den ersten Reihen der Schlachtaufstellung, im Gebet beizustehen. Erst Sedulus ist vor wenigen Tagen nach Mogontiacum aufgebrochen, um sein Tribunat als Vorraussetzung eines höheren Amtes im Cursus Honorum abzuleisten. -Und weiß Gott- Germanien ist auch nach Jahrzehnten der Befriedung nicht hundertprozentig sicher. Armee bleibt eben Armee."


    Derweil stellte ein bediensteter Sklave in ordentlicher Haustracht gekleidet zwei Becher verdünnten Honigweines mit etwas Eiswasser vor den Beiden auf einem kleinem Holztischchen mit Marmorplatte hin.