Ein Tag wie jeder Andere im Leben eines Senators wie Avarus. Er war am frühen Morgen auf den Palatin gezogen, um noch vor der Senatssitzung seine Aufgaben für den Cursus Publicus zu beenden. Schon zu oft hatte Germanicus Avarus die letzten Tage und Wochen mit der alten Tradition: keine Arbeit mehr nach der heißen Mittagszeit gebrochen.
Natürlich gelang es ihm wieder nicht alles abzutragen, das Sribae und Tabellarii in seinem Arbeitsräumlichkeiten so tagein und aus verteilten. Mit Verspätung erreichte er dann den Senat. Bekam dort einen dieser rhetorisch geführten Eklats nicht mit, was auch mal ganz gut für seine Seele war, und verschwand von dort als einer der Ersten. Schnell genug, um nicht in weitere Diskussionen gezogen zu werden. Frei nach dem Motto, wer später kommt, darf natürlich auch eher gehen.
Danach nahm er auf dem Forum einen Happen ein und ließ sich danach zu den Märkten begleiten. Er nahm seine Füße und keine Sänfte. In diesem Gefährt wäre Avarus sowieso dazu verdonnert gewesen mehr zu warten, als voran zu kommen. Da nützte auch kein Dutzend Diener etwas. Rom hatte ein echtes Verkehrsproblem, das mit den Wagen nur in der Nacht auch nicht gelöst wurde. Aber wenigstens die brutalen Unfälle wurden damit weniger.
Er erreichte den Markt und sah, das sich eine ansehnliche Traube elitärer Männer, von denen er eine Handvoll bei Namen und Gesicht kannte, beim Sklavenstand gebildet hatte. Gab es Frischfleisch?
Avarus trat hinzu und ließ sich von einem Mann das Angebot und letzte Gebot sagen. Laut dem Anblick sollten sie schon etwas höher stehen, doch naja so richtig Geld war hier auch nicht anwesend. Höchstens Crassus, aber seine Stellung ließ es nicht zu über die Stränge zu schlagen.
Mit der Meinung befangen, sein Neffe Sedulus könnte hierbei etwas lernen, schickte der Senator Terillus los ihn her zu bitten. Er selbst suchte sich eine gute Sichtposition und überlegte, ob es sinnvoll war die Masse mit einem passenden Gebot auszustechen.