Am nächsten Morgen, die Sonne hatte bereits die Wipfel der Bäume überquert, begab sich Avarus zur Baustelle. Frohen Mutes war er und recht ausgeschlafen, denn er hatte am Abend auf Anstandsbesuche verzichtet. Stattdessen war der Senator nach einer langweiligen Pergamentrolle schon beim Abendmahl entschlafen und wurde dann von einigen Sklaven ganz unbemerkt ins Bett verbracht.
Heute allerdings war viel zu tun. Manche mögen Anderen die Arbeit aufverteilen, der Architekt hatte jedoch gelernt, das es mancherorts notwendig war dabei zu sein. So erreichte jener Mann den Grund, an welchem Arbeiter und Sklaven damit beschäftigt waren Feldsteine und guten gebrannten Ziegel zu stapeln. Scheinbar war hier anleitende Arbeit ersteinmal nötiger.
Germanicus Avarus stellte sich an den Rand des Kellergewölbes. Der Winter hatte kaum Spuren hinterlassen. Lag das an dessen Milde oder an dem gemachten Vorschlag das Gemäuer mit Reisig abzudecken. Nun sei wie es ist und gut... dachte er und ließ sich nach unten helfen. Gewisse kleine Risse erkannte man nämlich besser von Nahem. Doch so sehr er sich auch anstrengte, die Mauern waren tatellos in Schuss.
Mit der Rechten winkte er sich einen Vorarbeiter herzu und gab die Anweisungen für den Tag. Dabei gab es viel zu tun und die Männer, die die Arbeiten mehr überwachten, als selbst mit ranzuklotzen, würden laut Befehle erteilen müssen, um das Tagessoll zu schaffen.
Zuerst würde man das Gewölbe zu beiden abgeschrägten Seiten mit Torfmull auffüllen, um dann in die bereits vorgemauerten Nichen dicke Pfosten zu schieben. Ihre Aufgabe war später den Boden aufzunehmen. Schwere Steinplatten sollten es sein. Andere Handwerker, es waren Steinmetze und Maurer aus der Stadt bekamen Anweisungen die Grundmauern des Erdgeschosses zu beginnen. Dazu erhielten sie auf einer Schaale, die mit feinem Sand gefüllt war, eine Skizze. In jeder Richtung sollten Fensternichen gelassen werden. Später würde man jene mit Balken überdecken und die Mauern darüber weiter führen. Auch für den Zugang sollte gesorgt sein. Eine große zweiflüglige Tür war geplant. Im Somme konnte jene gut offen stehen und viel Licht in den Innenraum, später die Ausschankstube lassen. Im Winter hingegen war es ein Leichtes nur einen Flügel als Tür zu benutzen.
Nach diesen Unterredungen mit den Bauführern und Arbeitsanleitern wendete er sich den Männern gröberer Mach- und Gangart zu. Jene die die Peitsche zu schwingen pflegten. Männer die Sklaven zu Höchstleistungen trieben. Neben den fachlichen Tätigkeiten gab es nämlich eine Menge zu tun, damit der Handwerksbetrieb am Laufen blieb. So mußten jene Steine, Kies und Mörtel herbei schaffen. Letzterer wurde gemischt und mit Wasser bindefähig gemacht. Dazu kamen eine Menge Holz. Auch errichteten sie Schaalungen und bauten Andernorts welche ab. Weiterhin brauchte man Ton und Lehm, um Holz zum Stein besser binden zu können. Haftete es ersteinmal konnte der Mörtel angetragen werden.
Zu guter Letzt waren es auch Sklaven, die die Arbeiter mit Essen und Getränken versorgten. Auch wenn man unter jenen Unfreien eine dicke Grenze zwischen Schleppersklaven, Mischsklaven und auf der anderen Seite den Dienstsklaven für das Wohl der Arbeiter ziehen mußte.
Fast Mittag war es an diesem ersten Tavernenaufbautag geworden, bis Senator Avarus alle Anweisungen für heute und die nächsten Tage verteilt hatte. Leicht erschöpft aber zufrieden machte er sich nach einem intensiven Rundblick über das Geschehen am Bau auf, sich etwas zur Mittagsmahlzeit zu versorgen...