Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    "Freut mich, das sie dir gefallen und ich deinen Geschmack getroffen habe. Komm lass uns in die Stadt gehen, etwas Essen und einen Spaziergang machen. Die Sonne steht hoch, sie wird uns wärmen."


    Er stand auf und griff nach ihrer Hand. Dann turtelten sie hinaus.

    Er kam aus dem Arbeitszimmer, an der Tür nahm er etwas entgegen, endlich aus Rom eingetroffen...


    "Felicia... ah du bist schon wach. Du schliefst so fest, da wollte ich dich nicht wecken, als ich unser Lagen verließ."


    Er war bei ihr angekommen, sie las etwas und er nahm es ihr weg. Verständnislos blickte sie ihn an. Er lächelte nur und zog das kleine Schmuckkästchen hervor. Es war vergoldet und mit kleinen, funkelnden Edelsteinen besetzt, auf dem Deckel prangte das Genswappen als Gravur.


    "Das ich habe es in Rom für dich anfertigen lassen, du sollst doch deinen Schmuck endlich samt einlegen können, so fallen die Häufen im Bad weg und die Sklaven werden nicht ermutigt zu klauen. Aber und das ist der eigentliche Zweck, will ich dir Platz für die nächsten Kettchen geben..."


    Er küsste sie sanft und schob ihr das Kästchen zwischen die Hände.


    "Na mach schon auf."


    Er strahlte sie an.

    "Ave Agilis, ich hoffe der Ritt war nicht zu beschwerlich? Komm doch herein, wir müssen uns nicht im Stehen unterhalten."


    Mit einen kräftigen Ruck öffnete er die Türe und zündete das Kohlebecken an, dann ein zwei Ölkessel zum besseren Licht.


    "Setz dich doch..."


    Avarus nahm auf der anderen Seite des Tisches Platz und schaute Agilis fest an.


    "Unser Verhältnis hat sich ein wenig geändert, ich als dein und vieler anderen ihr neuer Vorgesetzter möchte dich verstärkt einsetzen. Die letzten Wochen waren recht gemütlich für dich, du hast dadurch Kraft getankt, nun du wirst sie in den nächsten Tagen brauchen."


    Er ordnete einige Pergamente, eigentlich legte er sie aber nur zur Seite und stütze die Ellenbogen auf den Tisch.


    "Solange ich noch kein neues Arbeitszimmer habe, in welcher Provinz auch immer, wird dieser Raum hier dein Hauptanlaufpunkt sein. Ich werde die Sklaven instruieren, das dein Weg frei durch die Casa sein darf. Schnelligkeit soll auch in Zukunft dein Zugpferd sein."


    In den Stuhl lehnte er sich zurück, dann fuhr Medicus fort.


    "Ich möchte, das du zuerst nach Hispanien reist. Mir sind gar unglaubliche Dinge von dort zu Ohren gekommen, überbringe dieses Schreiben..."


    Er griff in eine Schublade und reichte ihm eine Pergamentrolle.


    "Es soll an die Praefecti Vehiculorum Fabia Marciana persönlich überbracht werden. Sollte es Probleme geben, bitte eile zurück und ich werde selbst nach Hispanien reisen, um mir ein Bild zu machen.
    Sollte es reibungslos verlaufen, reise weiter nach Italien und nimm bitte dieses Papyrus..."


    Wieder kramte er in der Schublade, bis er endlich den richtigen Farbfaden erblickte und übergab ihm das Schreiben.


    "...mit. Es soll an die kaiserliche Kanzlei überstellt werden, ich sehe Publius Decimus Lucidus als den richtigen Empfänger, sollte dies nicht so sein, bitte folge seinen Anweisungen.


    Nach diesen Sendungen möchte ich dich mit Bericht hier zurück erwarten.


    Soweit klar?"

    "Wir haben noch einige Tage, wenn nicht gar Wochen Zeit, also keine Angst. So schnell werde ich nicht verreisen. Paulus hat noch einige Vorarbeiten zu machen. Der arme alte Mann..." :D


    Er legte etwas Holz nach und ließ sich auf die Liege fallen mit den Armen forderte er sie auf ihm zu folgen.

    "Nein, nicht wahr. Jede Stunde meiner Ferne von dir ist eine traurige Stunde, ich liebe dich, nur dich und ich fühle mich sauwohl in deiner Nähe, nie wird sich das ändern, so du es nicht willst."


    Er schaute auf ihre Lippen, dann stand er auf.


    "Paulus ist nicht da, ich werde Lydia schicken, sie soll das Essen bereiten, Teutonicus meinte mal sie sei eine begnadete Köchin."

    "Stimmt, aber es ist auch Winter, sei doch froh, das es deine Söhne zu etwas gebracht haben... auch wenn einer verschwunden bleibt. Immerhin ist die Gens Germanica dreimal im Senat von Rom vertreten, das gibts nur einmal. Das sie dadurch seltener hier sind, wohl klar. Aber du hast mich Schatz."


    Er drückte ihr einen leidenschaftlichen, langandauernden, innigen, verliebten, gut schmeckenden, zärtlichen, süchtigen.... [SIZE=7]ja gut *g*[/SIZE] Kuss auf ihre Lippen und schaute sie treu an. Dann griff er zu einem Weinglas und schnaltze mit der Zunge.

    Nein es war nicht sein erstes Mal. Verträumt schaute er die Original romanisch-dorischen Säulen an und schwengte in Errinnerungen. Er dachte an seine Studien und daran sie endlich zu vertiefen. Dann trat er näher an die Opferschalen heran.

    Endlich die warme Stube war erreicht, doch es war nimmer seine. Er begrüßte die herum eilenden Beamten und setzte sich auf den alten Stuhl. Wer würde jetzt diese Geschicke lenken? Gab es überhaupt jemanden? Wenn ja würde er es fester anpacken? Medicus stand auf, ging zum Fenster und schaute in den Schnee.


    Noch hatte er von keinem Nachfolger gehört, noch hatte er kein neues Arbeitszimmer. Er würde sicher die nächsten Monate auf Reisen verbringen, aber nicht bevor Traianus zurück war... er hatte es ihm versprochen und etwas festeres als Brüderehrenwort gab es nicht.


    Avarus drehte sich um, schaute auf die Berge Pergament und packte sie an. In einer guten Stunde waren sie auf die arbeitenden Beamten verteilt und er einer Sorge weniger, der Sorge um Germania Superior, angehangen. Sie hatten wirklich gute Beamte hier, ein neuer Comes und das Rad würde sich weiter drehen.


    Etwas sehnsüchtig schaute er nochmals auf die geordneten Regal, den Tisch, die kleinen Öllampen, das Fenster, dann ging er hinaus und machte sein Schild von der Tür ab. Um den Rest würden sich die Sklaven kümmern.


    Zeit den Berg zu erklimmen...

    Es stürmte weiter, er stappte durch den Schnee, trieb sich voran und verfluchte sich selbst, das er die Sänfte nicht nahm. Auf seinem Weg kam ihm ein hübsches Mädchen entgegen. Eine Priesterin, ihrer Kleidung nach.


    Er grüßte sie kurz und eilte weiter.


    "Was für ein grimmiges Wetter." murmelte er.

    "Du kommst spät... *hüstel* ich habe hier einige Schreiben, bringe sie nach Rom, doch kehre schnellstmöglich zurück. Ich brauche dich für weitere Aufgaben."


    Paulus nickte und wollte bereits gehen...


    "Paulus, sei auf der Hut und gute Reise."


    Er trank den letzten Schluck aus, legte zwei Sz. auf den Tisch und ging hinaus. Im Flockenwirbel angekommen, schaute er Paulus noch ein wenig nach, doch verschwand dieser schnell im Treiben und so ging er zurück in die Regia.

    Leicht erkältet betrat er die Taverna, hüstelnd zog er sich in den abgetrennten Teil zurück und rief einen Sklaven herbei. Dieser zog beim Wunsch des Medicus die Gusche leidend auseinander, brachte dann aber das heiße Mett.


    Avarus bedankte sich und begann schlürfend den Krug zu leeren.

    "Gute Reise wünsche ich dir, solltest du schreiben wollen, Gnaeus Petellius Agilis befindet sich noch in Rom, seine Stube ist bei den Sklaven der Casa, ein kleiner Verschlag...


    Ansonsten gibt es keine amtlichen Anweisungen weiter?"