Beiträge von Narrator Italiae


    Mamercus Minicius Rutilus


    Der Duumvir deutete auf einen Stapel Pergamente, der am äußeren Ende des Tisches lag.


    "Das hier sind die Wählerverzeichnisse mit den entsprechenden Vermerken. Selbstverständlich wurde dabei auf die gesetzlichen Vorgaben geachtet. Die Vorsitzenden der Wahlkommission haben alles darauf vermerkt. Wenn du dich davon bitte selbst überzeugen möchtest."



    Mamercus Minicius Rutilus


    "Salve Consular Decimus. Es ist mir eine Freude dich hier bei uns in Ostia Willkommen zu heißen. Natürlich auch deine Begleiter. Selbstverständlich habe ich alles entsprechend vorbereiten lassen. Hier auf dem Tisch, lieben sämtliche Unterlagen und bei Fragen stehen dir meine Magistrate und ich jederzeit zur Verfügung."


    Dienstbeflissen deutete Rutilius mit einer einladenden Geste auf den großen Tisch und ging auch einige Schritte zu diesem hinüber. Er hoffte dabei in der Tat, dass die Überprüfung so wie eben vom Curator angekündigt nur kurz dauern würde und vor allem zu einem Positiven Ergebnis der Wahlen kam.



    Mamercus Minicius Rutilus


    Mamercus Minicius Rutilus, frisch gewählter Duumvir von Ostia saß nervös hinter seinem Schreibtisch im Arbeitszimmer der Duumviri. Für heute hatte sich der Curator rei publicae angekündigt, der sich derzeit auf einer Rundreise durch Italia befand und in Ostia die vor kurzem stattgefundene Wahlen überprüfen wollte. Grundsätzlich konnte er von sich selbst behaupten keinen Einfluss, in welcher Form auch immer, auf die Wahlen genommen zu haben. Allerdings waren Wahlen auch immer sehr chaotisch und kompliziert. Das dabei vielleicht irgendwo oder irgendjemand einen Formfehler begangen hatte, konnte er nicht ausschließen. Und nach gewonnener Wahl an so einem Formfehler nun doch zu scheitern, wollte er sich gar nicht erst ausmalen.


    Alle für die Überprüfung nötigen Unterlagen hatte er jedenfalls auf einem großen Tisch stapeln lassen, der ansonsten den Stadtmagistraten und Duumviri als eine Art Besprechungstisch diente. Soweit wie möglich hatte er auch alles selbst überprüft oder von seinen Magistraten überprüfen lassen und so gesehen bestand auch eigentlich kein Grund zu Besorgnis - dennoch war er sehr nervös und klagte fast Stündlich den Göttern und jeden anderen der in seine Nähe kam, warum diese Überprüfung ausgerechnet ihn treffen musste und das sie hoffentlich schnell und zur Zufriedenheit aller wieder vom Tisch war.


    Er hatte einen Sack voll Geld erhalten, eine Schriftrolle und für Geld Tat man ja bekanntlich so einiges. Also schwang sich der Mann auf ein Podest und seinen laute Stimme schallte über das Forum.



    Volk vom Rom lasst euch sagen was sich hat so zu getragen.


    Die Aufständischen wurden gefasst und hingerichtet, doch die Aufarbeitung dauert noch an. Der Consul ist bemüht es zu ergründe doch die Masse der Senatoren hält es nicht mal für nötig (obwohl sie berufen wurden ) in der Kommission mitzuarbeiten.


    Auch der Zwischenbericht zu den Untersuchungen interessiert keinen genau so wie die Lage des Staates.


    Ja die Sicherheit Roms unsere Sicherheit interessiert keinen außer unsere geschätzten Consul.


    Was aber unsere Senatoren dazu bringt aktiv zu erden, ist ein Gesetzt über Wagenrennen. Aber nicht das ihr jetzt denkt sie sind konstruktiv. Nein nein Bürger Roms. Unsere werten Senatoren setzten sich selbstgerecht hin, zerreden einen Entwurf des Consul ohne dabei jedoch konstruktiv zu sein.
    Einige böse Zungen behaupten, dass sie das nur tun, weil Aurelius Lupus selbst ein Gesetzt auf den Weg bringen will und dafür holt er sich allerlei Unterstützung und buhlt um die Gunst der Senatoren. Bestechungsgelder sollen nicht ausgeschlossen sein so sagt man.
    Ja lieber Bürger Politik wird nicht im Sinne der Bürger sondern in Hinterzimmer gemacht.



    Und liebe Bürger ich soll euch noch sagen: ROM BRAUCHT KEINEN NEUEN DUCCIUS!



    Heute ist nicht aller Tage ich komm wieder keine Frage.





    [SIZE=4]im Auftrag für VL[/SIZE]




    Musste sie wirklich alles wiederholen? Das hatte sie doch alles schon dem Mann erzählt, der sie am Tag nach ihrer Festnahme befragte hatte. „Das sagte ich doch alles schon.“ knurrte sie nun auch entsprechend ungehalten. „Es war ein mehr als ein halbes Jahr vor den den Aufständen. Oder vielleicht war es auch länger? Zeit ist relativ und ich habe nicht Buch geführt.“ Nun sah sie doch wieder in die Richtung der Männer. Ihre Stimme war nun voller kalter Verachtung. „Ich habe Römer getötet. Jene die sich in der Subura aufspielten, die wahllos andere traten, ihnen Unrecht taten. Dies sprach sie herum. Ich habe jeden von ihnen ihre Statussymbole in den Rachen geschoben, damit sie an ihrem Rom ersticken mögen. Ich weiß nicht mehr wie viele es waren, aber es waren bei weitem nicht genug. Viel mehr Römer hätten sterben müssen um Rom von der Seuche der Arroganz und Selbstherrlichkeit zu befreien.“ Ja diese Frau hatte nicht zu verlieren und zeigte auch keine Reue. Sie würde nicht jammern oder um Gnade flehen. Dies tat sie nicht, auch nicht wenn die Soldaten täglich kamen um sie mit Schläge zu traktieren, zu foltern oder zu misshandeln. Sie flehte nicht, sie bat nicht um Gnade und sie bereute vor allem ihre Taten nicht.


    „Man sagt über uns, dass wir geboren sind um zu siegen. Wir wären launische, mordlüsterne Töchter des Kriegsgottes Ares, eingeschnürt in gepanzerte Rüstungen und schwer bewaffnet. Man sagt, dass wir uns die eigene Brust abtrennen, um beim Speer werfen und Bogenschießen den männlichen Kontrahenten in nichts nachzustehen. So zumindest will es die Legende. Es ist jener Mythos, den die Griechen uns angedichtet haben. Ein Teil Wahrheit, ein Teil Übertreibung.“ Sagte Varia. „Ich habe ihnen nichts versprochen. Es gab Toten, sie wussten dass ich es war. Sie sahen, dass ich die Ungerechtigkeiten nicht länger hinnahm. Das ich handelte statt zu reden. Es sind nicht die Worte die uns ausmachen, sondern unsere Taten. Sie sahen was ich tat und wollte sich mir anschließen. Es waren wenige am Anfang, aber es kamen immer mehr und mehr. Und so gab ich ihnen was sie wollten. Sie wollte die Tochter eines Gottes. So war ich für sie eben diese. Sie wollten eine die für sie kämpft und so tat ich das. Sie wollten Hoffnung und so gab ich ihnen diese. Reden hielt ich erst, als wir schon viele waren, als wir genug waren um uns zu erheben.“ Varia machte sich jetzt nicht einmal mehr die Mühe in Richtung der Männer zu blicken und schloss ihren Augen. Und sie wiederholte ihre Frage „Ihr beantwortet mir meine Frage nicht. Ist es Angst oder was hält euch ab mir direkt gegenüberzutreten?“ Ja es huschte sogar ein kleines Lächeln über ihr Gesicht. Sie verschanzten sich weil sie Angst hatten. Varia stellte sich gerade vor, wie die Männer dort auf dem Flur vor Angst zitterten.

    Die rothaarige verdrehte die Augen. Irgendwie schienen die hier alle bissen schwer von Begriff zu ein. Sie wandte sich zurrst an jene den man schon aus dem Lupanar kannte. Er war ein Arsch vor dem Herren und so schwand auch etwas Aggression in ihrer Stimme mit „Wir kannten die Varia. Wie wir schon sagten, als sie noch Sklavin war, war sie mit ihrem Herren öfter in unserem Lupanar. Sonst ist uns keiner bekannt, der Reden geschwungen hat. Einige Bekannt, sind seit dem Aufstand verschwunden, ob die sich nun dem Aufstand angeschlossen, während des Aufstandes ermordet oder einfach nur geflüchtet sind können wir nicht sagen.“ Ines wandte sich dem anderen zu. „Uns ging es gut, weil Morrigan uns gut bezahlt hat. Sie hat immer für faire Arbeitsbedingen gesorgt. Deshalb haben wir auch alle gern bei ihr gearbeitet. Uns mangelte es an nicht. Wir wohnen ja auch nur am Rand der Subura. Aber im Elendsviertel selbst herrscht Hunger, Elend und Not. Wann waren denn die hier anwesenden denn das letzten Mal dort? Wisst ihr überhaupt was dort los ist? Es stinkt, es ist dreckig. Krankheiten greifen um sich. Der Hunger kommt dazu. Viele Sterben aufgrund des Hungers oder an einer Krankheit, weil selbst der Zugang zu einem Arzt nicht gegeben ist.Geht in die Subura und macht euch selbst ein Bild, dann müsstet ihr hier nicht fragen, warum ein Aufstand ausgebrochen ist. Es war nur einen frage der Zeit, bis dieses Fass zum bersten gebracht wird. Die Parolen riefen dazu auf das ein Sklavenheer erwache und das man sich von den Unterdrücken befreien soll. An eine Passage erinnere ich mich noch genau. Heer der Sklaven, wache auf! Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger. Alles zu werden, strömt zuhauf!“


    Die Römer, die wohl weit genug weg standen und so ihre Mimik nicht sehen konnten, konnten somit auch nicht sehen, wie sei die Augen verdrehte. Was sollte sie denen schon versprochen haben? „Es war nicht viel von Nöten. Es ist eben nicht jeder zum dienen geboren sowie nicht jeder geboren ist um zu herrschen. Es ist kein Geburtsrecht, nicht die Geburt entscheidet wer Herr und wer Sklave ist. Und viele sind unzufrieden, es bedurfte keiner Versprechen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, auf ein Leben in Freiheit, auf ein Leben ohne Gewalt, auf ein Leben ohne Not und Elend, auf ein Leben ohne Hunger, reichte aus damit sie mir folgten. Ich versprach ihnen nichts. Ich gab ihnen Hoffnung.“

    Ein Germanicer war vor wenigen Tagen im Haus des Decemvirn gewesen, um einen offenen Erbschaftsfall prüfen und bearbeiten zu lassen. Dies war nun geschehen - mit einem Ergebnis, welches jedoch gewiss nicht jedem gefallen würde. Der Magistrat sprach es nicht laut aus, doch fragte er sich durchaus, weshalb ihn ausgerechnet solche Personen aufsuchten und ihm auf die Füße traten, die schlussendlich keinerlei Erbberechtigung in den vorgebrachten Fällen besaßen...


    Nichtsdestotrotz fühlte sich der Decemvir insbesondere dem Germanicer gegenüber verpflichtet, auch etwas dafür zu tun, dass dieser so großzügig eine Goldmünze gespendet hatte.



    Decemvir stlitibus iudicandis Germanico Cerretano s.d.


    Nachdem ich gemäß deiner vorgetragenen Bitte den Erbschaftsfall des Eques Paullus Germanicus Aculeo geprüft und bearbeitet habe, muss ich dich hiermit darüber in Kenntnis setzen, dass du in dieser Causa leider nicht erbberechtigt bist. Dies war vor der Prüfung des Falls natürlich nicht für mich abzusehen. Dennoch möchte ich mich für dieses Ergebnis bei dir entschuldigen. *


    Sim-Off:

    * Ich habe mir die Fälle leider erst angesehen, als ich das auch musste...


    Über deinen Vater Corvus, deinen Großvater Ursus, deinen Onkel Proeliator sowie deinen Cousin Impavida bist du leider nur im fünften Grade mit dem Verblichenen verwandt. Der von mir als erbberechtigt festgestellte Gaius Germanicus Varro hingegen ist über seinen Vater Honorius, seinen Großvater Proeliator sowie seinen Onkel Impavida im vierten Grade mit dem Verblichenen verwandt.


    Da dein als erbberechtigt festgestellter Neffe jedoch als Decurio der Ala II Numidia im Exercitus Romanus dient und zugleich nicht den persönlichen Status eines Ritters besitzt, wird er nach derzeitiger Rechtslage die ihm im Rahmen dieser Erbschaft zufallenden Betriebe nicht führen können. (Lex Mercatus § 4 Absatz 3.)


    Kannst du ihn überzeugen, diesen Teil der Erbschaft schriftlich an dich abzutreten, oder ist er sogar dazu bereit, die Erbschaft in Gänze schriftlich an dich abzutreten, so wäre die Situation selbstverständlich eine andere. Ich kann daher aktuell nicht mehr für dich tun, als dir anbei einige Schriftstücke mitzuschicken, die dir möglicherweise für ein derartiges Vorhaben behilflich sein könnten.


    Lass es mich wissen, wenn ich die Causa Aculeo zugunsten deines Neffen abschließen soll oder wenn du mit ihm anderweitig schriftlich übereingekommen bist. Ich werde diese Causa vorerst zurückstellen, bis ich entweder erneut von dir höre oder aber an den Kalenden des Monats April das Amt als Decemvir an meinen Nachfolger übergebe.


    Vale.



    Wie im Text angekündigt fanden sich in der aufklappbaren Tabula zudem zwei vorgefertigte Exemplare einer Abtretungserklärung, welche mit entsprechender Unterschrift des Germanicus Varro dessen Verwandten Germanicus Cerretanus dazu befähigen würde, selbst zum Nachlassempfänger in der Causa Germanicus Aculeo zu werden.


    Abtretungserklärung


    Hiermit trete ich, Gaius Germanicus Varro, die mir durch Erbschaft von meinem Cousin Paullus Germanicus Aculeo zufallenden Betriebe Aes Germanica, Ferrum Germanica und Marmorbruch an meinen Onkel Paullus Germanicus Cerretanus ab.



    Abtretungserklärung


    Hiermit trete ich, Gaius Germanicus Varro, alle mir durch Erbschaft von meinem Cousin Paullus Germanicus Aculeo zufallenden Rechte und Pflichten an dessen Nachlass, darunter insbesondere seinem Geld- und Sachvermögen sowie seinen Betrieben, an meinen Onkel Paullus Germanicus Cerretanus ab.


    Der Decemvir sah von seiner Arbeit auf, als der Besucher des Vortags ihm nun wie angekündigt erneut einen Besuch abstattete. "Salve, Senator Decimus.", grüßte er höflich zurück und verzichtete nach den gestrigen Drohungen darauf, seinem Gegenüber einen Sitzplatz anzubieten. Dieses Gespräch würde wohl ohnehin nicht allzu lange dauern. "Wie ich dir am gestrigen Tag bereits mitgeteilt habe, ist es vollkommen unmöglich, binnen eines Tages ganze drei Erbschaftsfälle komplett abzuschließen. Denn es müssen Verwandtschaftsverhältnisse im Tabularium überprüft werden. Es muss das Eheregister in der Regia des Cultus Deorum eingesehen werden. Es müssen die Vestalinnen aufgesucht werden und befragt werden, ob sie Testamente der Verstorbenen in ihren Hallen aufbewahren.", führte er sachlich und unemotional aus. "Denn so gern ich dir auch glauben möchte, wenn du mir sagst, dass in keinem der drei Fälle ein Testament aufgesetzt wurde, kann ich leider nicht darauf vertrauen, dass jeder Verstorbene vor seinem Tod jedem seiner Verwandten auch erzählt hat, dass er bei den Vestalinnen ein Testament hinterlegt hat.", mochte er den Decimer an dieser Stelle keineswegs der Lüge bezichtigen, jedoch sehr wohl darauf hinweisen, dass er als Magistrat ein gewisses Protokoll zu erfüllen hatte, welches sich auch in diesen Fällen nicht abkürzen ließ.


    Er ließ eine kurze Pause, in der er tief einatmete. "Trotzdem habe ich mich redlich bemüht, deine Fälle nicht unangetastet zu lassen.", strich er dann heraus, um nicht sogleich der nächsten Drohung anheim zu fallen. "Wie gesagt, habe ich es leider nicht geschafft, die Fälle final abzuschließen. Jedoch kann ich dir mit größtmöglicher Sicherheit bereits sagen, dass du in der Causa Aelia Vespa nicht erbberechtigt bist, da sie eine Aelia ist und du ein Decimus, und eure Ehe sine manu geschlossen wurde. Die Dos ist hier das einzige, das du behalten darfst.", klärte er den Senator auf. "In der Causa des Publius Decimus Lucidus muss ich leider feststellen, dass du ebenfalls nicht erbberechtigt bist, weil du lediglich ein Agnat vierten Grades bist, es jedoch lebende Agnaten noch geringeren Grades gibt. Das gleiche trifft zudem auch in der Causa des Marcus Decimus Scipio zu, mit welchem du im sechsten Grade verwandt bist.", war der Decemvir auch in diesen Fällen durch das Erbschaftsrecht gesetzlich dazu gezwungen, die Bitte des Senators abzulehnen, ihm eine dieser Erbschaften zu übertragen. "Wer genau an deiner statt in diesen drei Fällen erbberechtigt ist, konnte ich in dieser überaus kurz bemessenen Zeit erwähntermaßen leider noch nicht abschließend feststellen.", nahm er einer diesbezüglichen Nachfrage anschließend bereits vorweg. "Gibt es darüber hinaus noch irgendetwas, das ich für dich tun kann, Senator?", beendete er seine Ausführungen mit der gleichen höflichen Frage wie bereits tags zuvor.




    Varia bewegte sich leicht. Die Ketten die ihre Füße in Position hielten wurden mit einem klirrenden metallischen Geräusch über den Boden geschliffen.
    Wieder so ein selbstgerechter Römer, der einer Frau derartiges nicht zutraute.
    Sie kniff die Augen zusammen um besser erkenne zu können wer da mit ihr sprach. Doch die Umrisse der Männer hinter dem Gatter hoben sich nur dunkel von dem Licht der Fakeln im Hintergrund ab.
    "Hat Rom soviel Angst, vor einer angeketteten Frau, dass ihr euch hinter dem Gatter verschanzen müsst?" War das Erste was verächtlich über ihre Lippen kam. Ja man konnte fast meinen, dass sie die Männer außerhalb ihrer Zelle verhöhnte.
    Dann jedoch antwortete sie dem Mann. Mit fester, klarer Stimme.
    „Ich bin Varia, erste Tochter der Serdana und eine Kriegerin meines Stammes. Kriegerin und Anführerin. Ihr wart blind und taub. Viele der Unterdrückten, viele der Unzufriedenen, viele derer die am Rand eurer Gesellschaft leben schlossen sich mir an. Sie hörten von meinen Taten. Ich hatte einen Ruf und der Mythos, dass ich eine Tochter des Kriegsgottes bin half. Viele die ihr in Eurer Selbstherrlichkeit und Selbstsucht vergessen habt schlossen sich mir an. Ich musste sie nicht rufen. Sie kamen zu mir. Sie wollten, dass ich sie führe. Ich gab ihnen das was ihr ihnen nicht geben konntet Hoffnung. Ihr seid zu arrogant um das Elend in eurer eigenen Stadt zu sehen. Ihr unterdrückt und glaubt zu beherrschen. Ihr glaubt die Kontrolle zu haben. Aber sie entgleitet euch. Ich bin nur ein Symptom. Ein Symptom, ein Symbol der Ungerechtigkeit. Rom ist ein Ort voller Terror, Krankheiten, Seuchen und Hunger. Rom ist ein ungerechter Ort.“

    Der Decemvir lächelte zufrieden. "Nun, bei derartig glänzenden Aussichten", betonte er diese Worte besonders, während sich kurzzeitig der Glanz der Goldmünze in den Augen des Magistraten zu spiegeln schien, "bin ich mir ganz sicher, dass der Fall deines Verwandten Germanicus Aculeo aller Hindernisse und Hürden zum Trotz alsbald erledigt sein wird.", versprach er.


    Sim-Off:

    Die 100 Sesterzen bitte an die Staatskasse II und die Erbschaft wird bis Sonntag übertragen. ;)


    "Tolmides, na viel Glück. Der hat sich doch verdrückt. Unauffindbar ist der Scheißkerl.“ Echauffierte sich nun die Rothaarige. „Erst rennt er während des Aufstandes raus, lässt sich zusammenhauen. Dann lässt er sich von Morrigan zusammenflicken. Und war macht der Decksack zum Dank? Verrät sie an die Prätorianer. Wer weiß was der denen für Lügen aufgetischt hat. Der wollte sich das Lupanar doch schon immer unter den Nagel reißen. Nun hat der Decksack seine Chance gesehen und genutzt. Kurz nach der Entführung von Morrigan verschwand auch er.“ Oh ja man konnte deutlich sehen, wem die Frauen die Schuld an Morrigans Verhaftung gaben. Denn auch die beiden Anderen nickten zustimmend bei den Worten.
    „Woher soll ich wissen wen die gemeint hat? Ich habe selbst nie mit ihr gesprochen. Ich bin doch nicht total irre. Mit so was geben ich mich nicht ab. Wenn die meinen das sie sich mit den Soldaten anlegen wollen, dann sollen sie das tun. Aber ich halte mich von so was fern. Ich habe keinen Bock auf Ärger. Ich habe es ja auch nur gehört, dass einige die so genannt haben. Ich weiß nicht mal ob sie sich selbst so bezeichnet hat.“ Greta sah den Konsul an. Sie konnte nun wahrlich nicht sagen welche Beweggründe diese Frau hatte.
    Ines war es die die nächste Frage beantwortete „Na klar haben sie die Gauner, Diebe und sonstiges Geschmeiß der angeschlossen. Was habt ihr denn gedacht? Das waren drei tage ohne jegliches Recht und Ordnung. Die haben geplündert und gemordet was das Zeug hält. So einfach kommen die doch sonst nie an Beute. Die Tavernenbedinung, von der Taverne bei uns ums Eck. Die Magda die hat mir erzähl, dass die sogar einige von denen erkannt hat. Die hat auch gesagt, das viele von denen sich ganz schnell in der Subura versteckt haben. Also viel von denen treiben immer noch ihr Unwesen in der Subura. Denen war der Aufstand vollkommen egal. Die wollten nur ordentlich beute machen. Magda hat auch gehört, wie die sich gebrüstet haben, dass sie einige der Villen von dem ganz Reichen aufs Korn genommen die geplündert und abgefackelt habe.Die waren da wohl richtig stolz drauf. Son Geschmeiß ist doch immer da wo es was zu holen gibt.“


    Die Zelle lag im Dunkeln. Nur das Licht welches den Flur erhellte fiel nur spärlich in die Zelle. Varia hockte bewegungsunfähig am Boden. Normalerweise hob sie nur den Kopf, wenn jemand ihre Zelle betrat. Sie interessiere sich nicht dafür, was außerhalb ihrer Zelle passierte. Genaugenommen interessierte es sich auch nicht was in dieser Zelle passierte. Es war eh jeden Tag das selbe. Schläge, zwangsweise Nahrungszufuhr, Schläge, Misshandlungen. Ihr Körper zeigte natürlich auch deutliche Spuren. Offene Wunden, Male am Körper die in allen Farben der unterschiedlichen Stadien schillerten. Ja man konnte fast sagen sie sah aus wie ein Kanarienvogel. Nicht so fröhlich aber so bunt. De Arme hatte die Soldaten heute nach oben gestrafft, die Ketten noch fester gezurrt als sonst. Ihr Kopf lehnte an der Wand, die Augen hatte sie geschlossen. Sie hörte Stimmen? Nun war es wohl soweit. Sie wurde verrückt.
    'Konsul, du hast das erste Wort.' Sie öffnete die Augen und konnte niemanden in ihrer Zelle sehen. Sie war also wohl nicht gemeint oder sie wurde tatsächlich verrückt. Da wieder eine Stimme. 'Ich möchte dir Fragen stellen. Kannst du mich hören?'
    ja sie hörte die Stimme. Aber war sie real oder bildete sich sich das nur ein. Sie kniff ihre Augen zusammen und waren da am Gatter Umrisse von Menschen zu erkennen? „Was willst du?“ fragte sie also in Richtung der Gestalten und der Stimme.






    Sim-Off:

    Mit der Spielerin Varia so abgestimmt, der Beitrag ist von ihr, wie auch alle noch folgenden

    Greta hatte den Mann sehr wohl erkannt, sie erinnerte sich immer noch ungern an jene Begegnung. Aber wie war die Maxime? Genau niemals ein Erkennen außerhalb des Lupanar zeigen. "Ja es gab Parolen. Einige an den Wänden. Einige wurden von Mund zu Mund getragen. Es war so etwas wie Herr Sklaven aufwachen oder so." Greta überlegte einen Moment. "Sicher bin ich mir nicht mehr, aber ich meine das erste mal so einen oder waren es zwei Monate vor dem Aufstand diese Parolen gehört und gelesen zu haben. Aber wie gesagt. Sicher bin ich mir nicht. Also es können auch ein paar Tage mehr oder ein paar weniger gewesen sein." Genau, schließlich führte sie ja auch nicht Buch über so was. Die Schmierereien hatte sie mal auf dem weg zum Markt gesehen, gesehen ja, aber nicht für voll genommen, wer konnte denn auch ahnen, dass es genug Deppen in der Stadt gab, die sich von so was beeindrucken lassen? „Aber Reden selbst habe ich keine gehört. Es hat mich ja auch nicht interessiert. Mir .. uns ging es gut. Warum also bei allen Göttern sollte ich mir Reden anhören wo zum Aufstand aufgerufen wird gegen die die uns das Geld bringen und uns damit unserer Ein- und Auskommen sicher?“ Ines war es die sich dem Mann zuwandte, der die Frage konkretisiert hatte. „Ja Hören sagen. Wie so vieles in der Subura. Man hört und sieht viel. Ein direkt Betroffener. Von den die bei dem Aufstand mitgemacht habe? Bei den Götter nein! Wir wollten mit denen nichts zu tun haben! Wie Greta schon sagt, wir leben vom Geld der Römer, warum sollten wir sie bekämpfen. Aber was beim Aufstand direkt bei uns vor der Tür los war, dass haben wir aus erster Hand. Der Tolmides das ist der Typ, dem neben Morrigan das Lupanar gehört. Der musste ja unbedingt da raus gehen. Hat's nur knapp überlebt. Morrigan hat ihn wieder zusammengeflickt...hätte ihn besser verrecken lassen sollen, dass wäre wohl besser für sie und für uns alle gewesen. “ Auch die anderen beiden Frauen nickten und und jeder Blinde konnte sehen, dass die Frauen auf Tolmides nicht wirklich gut ztu sprechen waren.

    Der Decemvir nickte ruhig, als sein Gegenüber gleich mehr als nur eine offene Drohung gegen ihn aussprach. "Es tut mir Leid, dass es dich offenbar erzürnt, dass ich dir nicht weiterhelfen kann. Doch meine Vorgaben, was die Formalismen und die Qualität meiner Arbeit anbelangt, sind leider eindeutig. Und da vor dem Gesetz, welches ich als Hilfsmagistrat des Praetors im Bereich des Erbschaftsrechts vertrete, jeder Bürger das gleiche Recht auf die Bearbeitung seiner Erbschatfsfälle hat - sei er ein angesehener und hoch dekorierter Senator oder sei er nur ein kleiner Bäcker mit einem Geschäft auf dem Aventin -, kann ich leider keine Ausnahmen machen.", erklärte er mit bedauernder Miene. "Ich kann nur chronologisch, wie der Praetor dies zu Beginn des Amtsjahres von mir wünschte, Fall für Fall nacheinander bearbeiten. Würde ich deine Fälle vorziehen, nur weil du als Senator mich so eindringlich darum bittest, verstieße ich gegen diese Weisung des Praetors und würde die mir qua Amt zufallende Position in unzulässiger Weise ausnutzen. Das darf ich nicht. Da sind mir leider die Hände gebunden.", beantwortete er die Drohungen mit einer ruhigen und sachlichen Erklärung.


    Anschließend holte er noch einmal Luft. "Daher tut es mir ehrlich Leid, dass ich dir heute nicht deinen Vorstellungen entsprechend weiterhelfen kann, wie sich allerdings auch binnen eines Tages bis morgen aller Voraussicht nach nicht viel daran geändert haben wird.", kündigte er für den Fall, dass man ihn tatsächlich am nächsten Tag erneut aufsuchen würde, bereits an. "Gibt es darüber hinaus noch irgendetwas, das ich für dich tun kann, Senator?", endete der Magistrat höflich mit einer Frage.



    Der Magistrat hob abwehrend seine Hände und schüttelte den Kopf. "Ich muss mich ungünstig ausgedrückt haben, Senator Decimus. Denn sei dir versichert, ich käme nie auf die Idee, meine Amtsgewalt auszunutzen oder mich für meine Dienste bestechen zu lassen.", schob er diesen Vorwurf weit von sich. "Alles, was ich sagen wollte, war lediglich, dass dieses Amtsjahr sich allmählich dem Ende entgegen neigt, sodass ich beim besten Willen leider nicht weiß, ob ich deinen nicht nur einen Fall, sondern deine gleich drei Fälle innerhalb dieser Zeit zu bewältigen imstande bin. Als pflichtbewusster Magistrat ist es schließlich meine Aufgabe, jeden einzelnen Fall auch genau zu prüfen, um ganz sicherzugehen, dass meine Entscheidungen zum Schluss auch die richtigen sind.", zog er seinen Kopf dann aus der Schlinge. "Das dauert unweigerlich seine Zeit.", wollte er sich gerade innerlich die Notiz machen, dass der Decimer offenbar nicht interessiert war an dem Angebot.


    Dann jedoch schien der Senator sich doch noch einmal umzuentscheiden. "Wie gesagt könnte ich selbstverständlich auch schauen, wenn du dies nicht an die große Glocke hängst", war es gewiss nicht nötig, dass sogleich der Consul involviert wurde, "ob sich nicht womöglich in deinem Sinne etwas machen ließe. Denn zwar werden die Erbschaftsfälle für gewöhnlich in einer gewissen Chronologie abgearbeitet", wobei der Fall der Aelia Vespa keineswegs der älteste noch offene Erbschaftsfall war, "doch werden hier so häufig Akten von links nach rechts, und von rechts nach links geräumt, dass mitunter schnell einmal eine oder zwei oder drei Akten versehentlich den Weg auf den falschen Stapel finden und plötzlich viel früher bearbeitet werden, als dies eigentlich im Sinne der Chronologie vorgesehen ist.", lächelte der Decemvir schmal.


    Anschließend überlegte er einen kurzen Augenblick lang, was wohl ein guter Preis für eine schnelle Erledigung eines Erbschaftsfalls wäre. "Wie gesagt sehe ich mich als ehrlichen und pflichtbewussten Magistrat, der sich weder bestechen lässt noch absichtlich irgendwelche Akten falsch sortiert.", strich er noch einmal heraus. "Sollte ich jedoch - durch die Schicksalsgöttin gelenkt - versehentlich doch eine Akte falsch einsortieren, so bin ich mir sicher, dass es dir im Sinne des göttlichen Prinzip des do ut des ein Bedürfnis wäre, dich für jede Akte mit einer Goldmünze auf ihrem Schrein", wischte der Magistrat mit seiner Hand über den eigenen Schreibtisch, "zu revanchieren. Oder sehe ich das falsch?", war er auf die Entscheidung des Senators gespannt.



    Der Magistrat nickte bestätigend. "Betriebe und Geld - dann scheint es mir tatsächlich, dass ich hier die richtige Akte in meinen Hände halte.", gab er an, dass diese Aussage offensichtlich eine gewisse Schnittmenge mit seiner Akte aufwies. Anschließend musste er jedoch einen kurzen Augenblick nachdenken.


    Wie drückte er sich am geschicktesten aus? "Nun, der gesamte Nachlass deines Verwandten bleibt wohl rein rechtlich erst einmal bei deinem Verwandten, bis sich irgendwann", sah er bei diesen Worten kurz in die Luft, "ein Decemvir dem überaus komplizierten Erbschaftsverfahren in diesem Fall hingibt. Der Decemvir wird aufwändig im Tabularium nachsehen müssen und wird den weiten Weg bis zum Atrium Vestae auf sich nehmen müssen, allein nur um zu erfahren, ob oder ob nicht dein Verwandter zu Lebzeiten ein Testament errichtet hat.", schmückte der Magistrat ein wenig aus. "Gibt es ein Testament, so wird er ganz kompliziert dessen Rechtsgültigkeit prüfen müssen, um feststellen zu können, welche Passagen er zu berücksichtigen hat und welche womöglich keinen Bestand haben vor unseren Gesetzen. Möglicherweise tritt sogar der Fall ein, dass das Testament in Gänze nicht berücksichtigt werden kann. In diesem Fall - ebenso wie in jenem Fall, dass es kein Testament gibt - würde sodann die gesetzliche Erbfolge in Kraft treten. Diese umfasst selbst noch einmal kompliziert anzuwendende Regeln und Vorschriften, die ich im Einzelnen gar nicht alle ausführen möchte.", schüttelte er den Kopf.


    "Es handelt sich schlussendlich eben wirklich um ein sehr komplexes, sehr kompliziertes, sehr zeitraubendes Verfahren, das sich durchaus in die Länge ziehen kann.", fasste der Decemvir mit mitleidvoller Miene zusammen. "Würde ich beispielsweise heute damit beginnen, diesen Fall zu bearbeiten, ich würde gewiss nicht fertig werden, bevor an den Kalenden des Monats April mein Nachfolger ins Amt kommt.", malte er ein eher düsteres Bild, bevor sich seine Miene nach kurzem Warten plötzlich doch ein wenig erhellte. "Hätte ich die nötigen Ressourcen dafür", Ressourcen, welche in der Gens Germanica in einem bestimmten Umfang gewiss vorhanden waren, "so wäre es mir selbstredend durchaus möglich, bestimmte Prozesse in diesem komplizierten Akt der Bürokratie teils erheblich zu beschleunigen. Ohne diese Ressourcen jedoch", schüttelte er bedauernd seinen Kopf und seufzte, "wird es wohl erst unter meinem Amtsnachfolger passieren, dass der Erbschaftsfall deines Verwandten abgewickelt werden kann.", lehnte sich der Decemvir ein wenig zurück und beobachtete gespannt, wie sich der Germanicer entscheiden würde. Wollte er jetzt erben und war bereit, dafür auch einen kleinen Obulus zu zahlen oder reichte es ihm auch, wenn erst einer der künftigen Decemviri ihm zu seinem Erbe verhalf?



    Der Decemvir nickte und lächelte, als sein Gegenüber ihn bestätigte. Erst beim nachfolgenden Satz fühlte er sich zum Nachhaken verpflichtet. "Du sagst mir jetzt, deine verstorbene Frau hat kein Testament, nachdem du zu Beginn unserer Unterhaltung noch angabst, zu mir gekommen zu sein, um genau das - ihr Testament - anzutreten.", runzelte der Magistrat sichtlich angestrengt die Stirn. Dann massierte er sich mit seiner Hand zudem einen Augenblick lang die rechte Schläfe und überlegte.


    Als pfiffiger Mann sah er hier natürlich sofort eine sich ihm bietende Gelegenheit. "Ich werde nun also den weiten Weg bis zum Atrium Vestae zurücklegen müssen, werde anschließend ein zeitraubendes Gespräch mit einer der edlen Vestalinnen führen müssen, bevor ich dazu verdammt sein werde, zu warten. Während die Vestalin in den Archiven nach einem etwaigen Testament deiner Frau, einem etwaigen Testament deines Cousins und einem etwaigen Testament deines anderen Verwandten sucht, werde ich nicht dazu in der Lage sein, meine Akten zu ordnen und für meinen an den Kalenden des Monats April nachfolgenden Decemvir vorzubereiten.", schmückte der Decemvir mit mitleidvoller Miene aus. "Du siehst, es wäre ein ziemlich großer Aufwand, müsste ich dies alles in der wenigen mir noch im Amt verbleibenden Zeit erledigen."


    Der Magistrat nahm sich die Zeit, zweimal ruhig durchzuatmen. "Natürlich könnte ich für einen so großen - und vor allem großzügigen - Senator wie dich auch versuchen, bestimmte Prozesse dieser Bürokratie zu beschleunigen.", zeigte er sich nicht abgeneigt, eine kleine 'Spende' für seine außerordentlichen Mühen zu empfangen. "Wenn du das willst.", schloss er seine Ausführungen ab. Damit lag die Entscheidung beim Decimer. Wollte er jetzt erben und war bereit, dafür auch einen kleinen Obulus zu zahlen oder reichte es ihm auch, wenn erst einer der künftigen Decemviri ihm zu seinem Erbe verhalf?