Der Magistrat nickte bestätigend. "Betriebe und Geld - dann scheint es mir tatsächlich, dass ich hier die richtige Akte in meinen Hände halte.", gab er an, dass diese Aussage offensichtlich eine gewisse Schnittmenge mit seiner Akte aufwies. Anschließend musste er jedoch einen kurzen Augenblick nachdenken.
Wie drückte er sich am geschicktesten aus? "Nun, der gesamte Nachlass deines Verwandten bleibt wohl rein rechtlich erst einmal bei deinem Verwandten, bis sich irgendwann", sah er bei diesen Worten kurz in die Luft, "ein Decemvir dem überaus komplizierten Erbschaftsverfahren in diesem Fall hingibt. Der Decemvir wird aufwändig im Tabularium nachsehen müssen und wird den weiten Weg bis zum Atrium Vestae auf sich nehmen müssen, allein nur um zu erfahren, ob oder ob nicht dein Verwandter zu Lebzeiten ein Testament errichtet hat.", schmückte der Magistrat ein wenig aus. "Gibt es ein Testament, so wird er ganz kompliziert dessen Rechtsgültigkeit prüfen müssen, um feststellen zu können, welche Passagen er zu berücksichtigen hat und welche womöglich keinen Bestand haben vor unseren Gesetzen. Möglicherweise tritt sogar der Fall ein, dass das Testament in Gänze nicht berücksichtigt werden kann. In diesem Fall - ebenso wie in jenem Fall, dass es kein Testament gibt - würde sodann die gesetzliche Erbfolge in Kraft treten. Diese umfasst selbst noch einmal kompliziert anzuwendende Regeln und Vorschriften, die ich im Einzelnen gar nicht alle ausführen möchte.", schüttelte er den Kopf.
"Es handelt sich schlussendlich eben wirklich um ein sehr komplexes, sehr kompliziertes, sehr zeitraubendes Verfahren, das sich durchaus in die Länge ziehen kann.", fasste der Decemvir mit mitleidvoller Miene zusammen. "Würde ich beispielsweise heute damit beginnen, diesen Fall zu bearbeiten, ich würde gewiss nicht fertig werden, bevor an den Kalenden des Monats April mein Nachfolger ins Amt kommt.", malte er ein eher düsteres Bild, bevor sich seine Miene nach kurzem Warten plötzlich doch ein wenig erhellte. "Hätte ich die nötigen Ressourcen dafür", Ressourcen, welche in der Gens Germanica in einem bestimmten Umfang gewiss vorhanden waren, "so wäre es mir selbstredend durchaus möglich, bestimmte Prozesse in diesem komplizierten Akt der Bürokratie teils erheblich zu beschleunigen. Ohne diese Ressourcen jedoch", schüttelte er bedauernd seinen Kopf und seufzte, "wird es wohl erst unter meinem Amtsnachfolger passieren, dass der Erbschaftsfall deines Verwandten abgewickelt werden kann.", lehnte sich der Decemvir ein wenig zurück und beobachtete gespannt, wie sich der Germanicer entscheiden würde. Wollte er jetzt erben und war bereit, dafür auch einen kleinen Obulus zu zahlen oder reichte es ihm auch, wenn erst einer der künftigen Decemviri ihm zu seinem Erbe verhalf?
