Beiträge von Narrator Italiae

    Ein Sklave kam vorbei und gab dieses Einladungsschreiben ab.



    Meine Liebe Claudia Antonia,


    nach einer wie mir scheint endlosen Amtszeit meines Gatten in Britannia sind wir nun endlich zurück ins Herz des Imperiums gekommen. Um dies angemessen zu zelebrieren, möchte ich dich herzlich in unsere Villa einladen. Doch keine Sorge, es wird nur eine kleine, ungezwungene Cena sein, lassen die Temperaturen derzeit doch keine ausschweifenden Feierlichkeiten zu. Nichtsdestotrotz würde ich mich umso mehr freuen, wenn du Zeit finden würdest, schließlich habe ich nun viel zu lange auf meine Freundinnen verzichten müssen.


    Als Termin ist der ANTE DIEM IX KAL SEP DCCCLX A.U.C. (24.8.2010/107 n.Chr.) angedacht. An diesem Tag halten uns keine anderweitigen Feierlichkeiten von einem gemeinsamen Abend ab.


    Bitte teile mir doch mit ob ich mit deiner Anwesenheit rechnen kann.


    Vale


    Hirtuleia Lartia


    P.S.: Männer und sonstiger Anhang muss selbstverständlich zu Hause bleiben.

    Ein Sklave kam vorbei und gab dieses Einladungsschreiben ab.



    Meine Liebe Vinicia Petronilla,


    nach einer wie mir scheint endlosen Amtszeit meines Gatten in Britannia sind wir nun endlich zurück ins Herz des Imperiums gekommen. Um dies angemessen zu zelebrieren, möchte ich dich herzlich in unsere Villa einladen. Doch keine Sorge, es wird nur eine kleine, ungezwungene Cena sein, lassen die Temperaturen derzeit doch keine ausschweifenden Feierlichkeiten zu. Nichtsdestotrotz würde ich mich umso mehr freuen, wenn du Zeit finden würdest, schließlich habe ich nun viel zu lange auf meine Freundinnen verzichten müssen.


    Als Termin ist der ANTE DIEM IX KAL SEP DCCCLX A.U.C. (24.8.2010/107 n.Chr.) angedacht. An diesem Tag halten uns keine anderweitigen Feierlichkeiten von einem gemeinsamen Abend ab.


    Bitte teile mir doch mit ob ich mit deiner Anwesenheit rechnen kann.


    Vale


    Hirtuleia Lartia


    P.S.: Männer und sonstiger Anhang muss selbstverständlich zu Hause bleiben.

    Der Gesichtsausdruck des Beamten wurde tatsächlich gleich viel entspannter. "Wenn das so ist, dann sollte etwas zu machen sein." So voll war der kaiserliche Terminkalender nun auch wieder nicht, schließlich sollte er sich hier erholen. Umso einfacher war es auch für den Beamten festzustellen, wann noch etwas Zeit frei war. "Worum geht es denn? Dauert es lange?"

    Von den Soldaten recht unsanft herbeigezerrt, fiel der Aegypter vor Lepidus auf die Knie. "Bitte, Herr! Ich tu doch alles, was Du wünschst! Warum geschieht das alles hier? Ich bin ein ehrlicher Mann! Ich führe nur mein Geschäft in aller Bescheidenheit! Herr! Ich bitte um Gnade!" Flehentlich hatte er seine Hände erhoben, in der Hoffnung, mit dieser zur Schau getragenden Unterwürfigkeit ein paar Pluspunkte für sich verbuchen zu können. Ansonsten blieb ihm nichts weiter, als abzuwarten, was die Soldaten denn überhaupt suchten. Irgendwann würden sie ihm schon sagen, was sie ihm vorwarfen.

    Im Inneren der Villa war es bei weitem nicht so geschäftig wie in Rom und wenn man nicht gerade der amtierende Consul war, der sich am Tor aufgespielt hatte, als ständen die Gallier vor Rom, konnte es schonmal passieren, dass man ein wenig warten musste. Auch als Quaestor. Aber dann kümmerte sich doch ein Beamter um Octavius Macer. "Salve Quaestor. Du kommst, um nach einem Termin zu fragen? Hätte es denn kein Brief für diesen Zweck getan?"

    Caius wartete auch noch auf eine Antwort. Wann er das Geld bekommen würde. Ohne Geld keine Fahrer. Und der Circus hörte sich spannend an. Da hatte wohl einer eine ganz große Idee. Wofür 6000 lächerlich wenig wären. Das würde nicht mal für das Baugelände reichen. Wenn ein Circus gemeint war, wie Caius ihn sich dachte.


    Sim-Off:

    Sind beides Peregrini. Alter ist eh klar. Der Rest ist eurer Fantasie überlassen.

    Caius rechnete. Das Angebot nahm vernünftige Formen an. Natürlich hatte er Ausgaben. Die musste er bezahlen können. Aber es würde etwas übrig bleiben. Einiges sogar. Er war hierher gekommen, um ein großes Geschäft zu machen. Und er würde wohl eines machen. Dass sein zweites Angebot nicht angenommen wurde war in Ordnung. Er hatte nicht damit gerechnet. Es wäre das Geschäft seines Lebens geworden. Aber das konnte ja noch kommen. Er hatte heute auch so schon gut verdient. Also schlug er ein. "Abgemacht. Wann bekomme ich das Geld? Wo soll ich die Fahrer dann hinschicken?"

    Caius schlug nirgendwo ein. Er hielt nicht einmal seine Hand irgendwo hin. Für ihn war das hier noch lange nicht durch. "Gut. Das heißt, wir machen es ohne Option und ich bekomme die Differenz direkt? Also die 1000 für das erste gewonnen Rennen noch oben drauf? Die 500 für den zweiten Sieg könnt ihr behalten."


    Der Hausherr hatte eine komische Einstellung zu Geld, fand Caius. Aber er spielte gerne mit. Und lächelte bescheiden dabei. "Für 5000 wäre da vielleicht etwas zu machen."

    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ERHEBE ICH
    IULLUS QUINTILIUS SERMO


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM IV ID AUG DCCCLX A.U.C. (10.8.2010/107 n.Chr.).


    IN DEN
    ORDO DECURIONUM OSTIENSIS



    Appius Minicius Paetus
    _______________________________
    DUUMVIR - OSTIA


    "Eintausend Sesterzen gehen an die Stadtkasse," erklärte der Duumvir bereitwillig. "Und ein Zehntel davon könnte gewiss auch noch an anderer Stelle den Besitzer wechseln." Ohne mit der Wimper zu zucken hielt er die Hand auf, eine Geste, die er in seiner mehrjährigen Laufbahn in der Stadtverwaltung nur zu gut erlernt hatte.




    "Setz dich," wies Paetus den jungen Mann an, bevor er zu einer Erklärung ansetzte. "Quintilius, deine Wahl ist ungültig..." Aus Bosheit legte er hier eine kleine Pause ein, bevor er fortfuhr. "...wenn du nicht in den nächsten Augenblicken dem Ordo Decurionum beitrittst." Er räusperte sich, um dann etwas auszuholen und den ganzen Sachverhalt darzulegen. "Vorraussetzungen für das Duumvirat sind der Ordo Decurionum und eine vorangegangene Amtszeit als Magistratus. Letzteres Kriterium erfüllst du, doch dir fehlt noch der Ordo. Die Lex Octavia et Aelia schreibt vor, dass zum Beitritt ein Honorarium an die Stadtkasse zu zahlen ist. Wenn du dies jetzt nachholst, sehe ich kein Problem, die Wahl als gültig anzusehen." Paetus gab sich großzügig. Dabei erwartete er insgeheim natürlich auch eine paar Groschen auf die Hand, doch das wusste der Quintilius gewiss auch so schon. Der Mann war ja angeblich selbst auch nicht unempfänglich für großzügige Gesten.





    Appius Minicius Paetus saß geduldig hinter seinem Schreibtisch und wartete. Die Wahl war vor zwei Tagen entschieden worden, doch die Magistrate waren noch nicht vereidigt. Es gab da nämlich eine Schwierigkeit, die die Einsetzung des neu gewählten Duumvirs Quintilius verhinderte. Es war ihm unglaublich peinlich, aber man hatte offenbar übersehen, dass der junge Mann noch nicht Mitglied des Ordo Decurionum war. So ein Umstand durfte natürlich niemals publik werden, weshalb er den Quintilius unverzüglich vorgeladen hatte, um die Angelegenheit zu klären. Wenn das dann erledigt wäre, könnte er sich endlich von diesem Amt zurückziehen und seinen Lebensabend hoffentlich ungestört auf seiner Villa Rustica außerhalb Ostias genießen.




    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ERNENNE ICH
    IULLUS QUINTILIUS SERMO


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM V ID AUG DCCCLX A.U.C. (9.8.2010/107 n.Chr.).


    ZUM
    DUUMVIR



    Appius Minicius Paetus
    _______________________________
    DUUMVIR - OSTIA

    Caius war überrascht. Tiberius Dolabella hatte ihn mit seinem Redeschwall förmlich erschlagen. Erst langsam kam er wieder zu Bewusstsein. "Nein. Also, nicht so. Wegen mehrerem." Caius musste sich erstmal sortieren. Und einen Schluck trinken. Guter Wein. Schöner Garten. Hier konnte man gut leben. Bestimmt verbrachte der Hausherr hier gerne seine Zeit.


    "Also, Mastanabal vermittle ich gar nicht. Der ist Afrikaner. Afrikaner mache ich nicht." Warum, sagte Caius nicht. Spielte wohl auch keine Rolle. "Für Pheidon ist 750 viel zu wenig. Für ihn will ich 1000 sehen. Menaechmus für 500 ist in Ordnung." Caius trank einen weiteren Schluck. "Der Rest ist zu kompliziert. Ich mache einfache Geschäfte. Ohne Optionen."

    Caius war dem Janitor hierher gefolgt. Lächelnd blickte er in die Runde. "Salvete, die Herren. Bitte entschuldigt meine Verspätung. Ich hoffe, sie bereitet keine Probleme. Wo darf ich Platz nehmen?" Sein Blick schweifte kurz durch den Garten. Es schien schön hier zu sein. Man konnte sicher viel Zeit hier verbringen.

    Caius wusste nicht, was er wünschte. Er war hierher bestellt worden. Also war er hier. Anscheinend wie bestellt und nicht abgeholt. "Ja. Das heißt, wenn er sich gerade mit Tiberius Dolabella trifft. Dazu wurde ich eingeladen."

    Bürger der Stadt Ostia!!



    Hiermit geben wir, die Duumviri von Ostia, bekannt, dass vom


    ANTE DIEM VI ID AUG DCCCLX A.U.C. (8.8.2010/107 n.Chr.)
    bis
    ANTE DIEM V ID AUG DCCCLX A.U.C. (9.8.2010/107 n.Chr.)


    die Wahlen für die Ämter der Stadtverwaltung, namentlich der Magistrate und Duumvirn stattfinden.


    Jeder, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und sich berufen fühlt, Ostia zu verwalten und zu repräsentieren, möge seine Kandidatur bis zum NON AUG DCCCLX A.U.C. (5.8.2010/107 n.Chr.)
    der Stadtverwaltung bekanntgeben.


    Wahlberechtigt ist, wer das römische Bürgerrecht besitzt, den Cursus Res Vulgares erfolgreich bestanden hat und auf ostiensischem Stadtgebiet wohnhaft ist. Soldaten sind von den Wahlen ausnahmslos ausgeschlossen.



    Scitum per Signum:



    Appius Minicius Paetus
    _______________________________
    DUUMVIR - OSTIA

    Caius schüttelte den Kopf. Der Gedanke erschien ihm abwegig. "Ich? Das mögen die Götter verhindern! Nein. Ich bin ein Vermittler." Nach der ersten Abwehr wirkte seine Stimme wieder stolzer.

    Der Kanzleibeamte blieb trotz des harschen Tonfalls gelassen und dachte sich seinen Teil, während der Sklave die gewünschten Getränke einfüllte. "Das heißt, ihr kommt nicht wegen eines dringenden Anliegens, welches keinen Aufschub duldet, sondern aufgrund eines allgemeinen Bedarfs für ein persönliches Gespräch mit dem Kaiser", fasste er dann die Aussage zusammen. "Da wäre es wirklich empfehlenswert gewesen, euch vorher anzukündigen, denn das hätte euch die Wartezeit erspart. Ich werde dennoch versuchen zu ermöglichen, dass der Kaiser euch noch heute Nachmittag empfängt."