Beiträge von Narrator Italiae

    Caius lächelte leicht. "Ich habe eine Einladung hierher erhalten. Von einem Tiberius Dolabella. Wegen der Rennfahrer. Für die Factio." Er wirkte etwas außer Atem und zudem etwas unsicher, ob das hier auch alles so richtig war.

    Der Kanzleibeamte, zu dem die beiden Gäste geführt wurden, scherte sich wenig um das Gehabe des Consuls, soweit er es überhaupt mitbekam. Nach dem Augenschein hatte er keinen Zweifel daran, dass er hier tatsächlich Flavius Furianus und Tiberius Durus vor sich hatte, so dass es keine Sicherheitsbedenken gab und er den Wachkommandanten erst einmal mit einem Dank wegschicken konnte.


    "Nun, nehmt Platz", bot er den beiden hohen Herren an und winkte einen Sklaven herbei. "Wünscht ihr eine Erfrischung?"


    Dann kam er zum Dienstlichen. "Ist eure Angelegenheit so dringend, dass der Kaiser unverzüglich informiert werden muss?" erkundigte er sich.

    Caius war in Eile. Das war nichts besonderes, denn Caius war immer dann in Eile, wenn er nicht verträumt war. Man konnte auch sagen, dass er immer dann in Eile war, wenn er vorher verträumt war. So wie jetzt. Jetzt kam er zu spät. Dabei ging es doch um die Chance auf ein großes Geschäft. Davon hatte er geträumt. So viel, dass er jetzt zu spät kam. Hastig klopfte er an.


    Natürlich kannte auch Azhar die Patrouillen, die regelmäßig durch die Stadt marschierten. Aber dass sie derart seinen Laden stürmten, damit hatte er nicht gerechnet. Niemand sprach mit ihm. "Ihr Herren! Bitte, bitte, was wünscht ihr denn? Das ist doch nicht nötig! Bitte, ihr Herren! Ich bin ein ehrlicher Händler! Nein, nein! Warum sagt ihr nicht, was ihr wollt? Bitte seid vorsichtig, die Schriften sind wertvoll!" Abwechselnd laut zeternd und herzerweichend flehend versuchte der Aegypter, sich Gehör zu verschaffen. Doch er wurde einfach nach draußen geschubst und gestoßen. So musste er sich in sein Schicksal fügen. Seine Gedanken rasten. Hatte er auch wirklich nichts Verbotenes im Laden? Mit bangem Blick versuchte er zu erhaschen, wonach die Truppen eigentlich suchten. Er hatte sich auf die Knie fallen lassen und erhob flehend und bittend die Hände. "Bitte zerstört nichts. Ich habe nichts Unrechtes getan! Das hier ist mein Leben! Der Laden ist alles, was ich habe! Bitte!"

    "Es freut mich ebenfalls, dich kennenzulernen", bekräftigte Ennius Cerealis auf die Nammensnennung seines neuen Kollegen hin. "So ist es", bestätigte er wenig später die zugewiesene Aufgabe, die ihm der Curator bereits mitgeteilt hatte. "Wenn man neu an einer Arbeitsstelle ist, dann ist erstmal alles ungewohnt und da ist man dankbar, wenn einem ein Kollege alles Schritt für Schritt erklärt, nicht wahr? Und genau so machen wir das." Er schien tatendurstig zu sein und gleich loslegen zu wollen. "Das hier ist also unser Büro wo jeder Aquarius einen Arbeitsplatz hat. Deiner wird dort drüben sein." Er deutete auf einen freien Platz. "Wir werden natürlich auch viel draußen sein. Andere Kollegen mit anderen Aufgaben sind häufiger nur hier", erklärte er munter drauf los.


    Der Curator Aquarum erkannte schnell, dass hier alles seinen geplanten Gang ging, verabschiedete sich von Ennius Cerealis und Prudentius Spurinna mit einem Kopfnicken und startete eine kurze Runde durch das Büro, um mit verschiedenen anderen Mitarbeitern zu sprechen.

    Auf dem Quirinal in der Nähe des Serapidis Tempels lag das Domus der Gens Hirtuleia. Es war kein besonders großes Gebäude wie es die meisten Frauen ihr Eigen nannten, die Lartia, die Frau des Hauses, für gewöhnlich zu sich einlud. Auch wenn das Haus nicht groß war, so war es mindestens genauso imposant eingerichtet. In jedem Raum schmückte ein kostspieliges Mosaik den Boden oder die Wand. Teure Möbel verschönerten den Anblick und kostbare Dekorationen wurden schmückend eingesetzt. Lange Zeit jedoch waren die Hausherrin und ihr Gemahl fort gewesen und erst vor Kurzem zurückgekehrt. Bei ihrem ersten Abendessen zurück in Roma, gab es folgendes Gespräch.
    "Caius, ich werde in einer Woche meine Freundinnen einladen. Wir müssen unbedingt ein Widersehen feiern."
    "Ach Lartia, du willst doch nur wieder den ganzen Abend tratschen und Freundinnen? Du suchst doch nur jemandem, mit dem du wieder alles schlecht machen kannst. Sogar deinen eigenen Mann."
    "Ach Caius, das stimmt doch gar nicht. Ihr Männer habt so viele Möglichkeiten euch zu treffen und was haben wir Frauen? Gönne mir doch diesen Abend. Du wirst sicher eine Verabredung für diesen Abend finden und gar nichts mit uns zu tun haben."
    "Ich finde da sicher Zerstreuung. Wann planst du diesen Abend?"
    "ANTE DIEM III NON AUG DCCCLX A.U.C. (3.8.2010/107 n.Chr.). Bis dahin habe ich hier alles wieder in Ordnung gebracht und man kann Besuch empfangen und du hast Zeit dich nach deiner Zerstreuung umzuschauen."
    Der Mann nickte nur und beide aßen weiter. In Gedanken verfasste Lartia schon den Brief an die Frauen, die sie einladen wollte und machte sich eine Liste, wer diesen Brief überhaupt erhalten sollte.

    Einer der Männer, der gerade eigentlich auf dem Weg zwischen einem Aktenschrank und seinem Schreibtisch unterwegs war, kam auf den Aquarius und den Curator Aquarum zu. "Ennius Cerealis? Das bin ich", stellte er sich vor. Er war nicht sonderlich groß, aber von kräftiger Statur, mit einem freundlichen Gesicht und einer angenehmen Stimme. Ganz der nette Mann vom Kundendienst. "Du bist also der Neue?" fragte er und blickte zwischen Prudentius Spurinna und dem Curator Aquarum hin und her. Offenbar hatte jener ihn schon informiert, dass er heute mit einem neuen Mitarbeiter hier vorstellig werden wollte.

    "Genau so ist es", bestätigte der Curator. "Ich werde dich erst einmal mit einem Kollegen in einen Bezirk stecken, damit du dir alles wichtige von ihm abgucken kannst. Danach lassen wir dich dann alleine auf einen Bezirk los. Galeo Ennius Cerealis wird bis dahin dein Kollege sein. Wir gehen mal herüber ins Büro der Aquarii, dort müsste er jetzt anzutreffen sein."

    Die Ausdrucksweise seines neuen Mitarbeiters war dem Curator schon beim ersten Zusammentreffen etwas wunderlich vorgekommen, aber ansonsten hatte er keinen Grund zum Kopfschütteln. "Sehr richtig. Dann brauche ich dir dazu ja nicht viel zu erklären. Die konkreten Kosten für die verschiedenen Anschlussgrößen wirst du bald auch noch im Kopf haben." Außerdem gab es sie ja auch in schriftlicher Form als öffentlichen Aushang und natürlich auch in den Akten. "Bei der Eintreibung des Wassergeldes und Kontrolle der Hausanschlüsse gehen wir nach Stadtbezirken vor", erklärte er dann das naheliegende Vorgehen. "Da unterscheiden wir dann noch zwischen der rechnungstechnischen Abteilung, die anhand der gemeldeten Anschlüsse Gebühren kassiert, sich um Neuanmeldungen kümmert und in der Schreibstube sitzt und die Ergebnisse zusammenfasst. Dazu gibt es dann noch die technische Abteilung, die Änderungswünsche aufnimmt und Handwerker damit beauftragt und die mit allerlei Mitteln denjenigen auf die Spur zu kommen versucht, die einen unangemeldeten Anschluss betreiben. Du bist erstmal in der ersten Abteilung."

    "Guten Morgen", grüßte der Curator aufgeräumt, als hätte er am Vortag einen sehr schönen Abend verbracht. "Dann wollen wir uns mal frisch ans Werk machen. Nimm Platz." Er schob noch ein paar Wachstafeln und andere Dinge ein bisschen auf dem Tisch hin und her, dann blickte er seinem neunen Mitarbeiter ins Gesicht. "Wassergeld - das wird dein neuer Aufgabenbereich sein. Was weißt du schon darüber?" erkundigte er sich, um nicht bei Romulus und Remus anfangen zu müssen, wenn der Mann schon Vorwissen hatte.

    "Waghalsige Montagearbeiten machen die Aquarii ohnehin nicht selber. Dafür beauftragen wir Unternehmer. Wir führen nur die Planungen aus und haben die Bauaufsicht inne", nutzte der Curator Aquarum die Gelegenheit, ein immer wieder gerne gesehenes Bild gerade zu rücken. "Aber wie dem auch sei, dein Aufgabenbereich ist ja nun wie gesagt ein anderer. Ich erwarte dich übermorgen früh, dann gebe ich dir eine Einweisung in deine Aufgaben und stelle dich deinen Kollegen vor."


    Es war eines dieser ganz gewöhnlichen Häuser, wie es unzählige in Rom gab. Zwei Ladenlokale flankierten den Eingang zu einem Wohnhaus, schattige Arkaden luden zum Verweilen ein, die Auslagen der Läden lockten Kunden in die Läden hinein. Der rechte dieser beiden Läden führte Schriftstücke aller Art und auch Schreibmaterial. Feinstes Papyrus wurde ebenso angepriesen wie die neuesten Abschriften einer philosophischen Abhandlung, die aus Alexandria ihren Weg hierher gefunden hatte. Ebenso konnten hier Schreibunkundige Schriftstücke verfassen lassen. Der Kunde war König und das Personal erfüllte mit Eifer beinahe jeden Wunsch der Kunden.


    Der Ladenbesitzer, ein ausgesprochen geschäftstüchtiger Aegypter namens Azhar, hatte seinen Laden durch das geschickte Aufstellen deckenhoher Regale in zwei Teile geteilt. Im hinteren Teil saßen zwei Sklaven, die für ihn Tag für Tag, Stunde für Stunde in sauberster Schrift Schriftrollen kopierten. Hier lagerten auch die Originalschriften, die als Vorlage genommen wurden. Im vorderen Teil des Ladens hingegen wurde die Ware zum Verkauf angeboten. Manche Schriften, meist die umfangreicheren Werke, die aus mehreren Rollen bestanden, waren in kunstvoll geschnitzte Kisten verpackt, andere waren in edle Tücher geschlagen und ansprechend zusammengebunden. Ein weiterer Sklave hielt sich in diesem Bereich des Ladens auf, erledigte Schreibaufträge oder räumte auf.


    Sim-Off:

    reserviert

    Die Geschichte des Mannes hörte sich an wie die Geschichte vieler Männer in seinem Alter. Der einzige Unterschied war, dass der Curator Aquarum bisher noch keine gehört hatte, die mit einer Anstellung als Aquarius geendet hätte. "Wohl wahr, sich für Rom einzusetzen ist immer ein gutes Ziel", stimmte er zu. "Das Amt eines Aquarius ist allerdings nicht gerade eines, dass ich einem erfahrenen Mann ans Herz legen würde, der seine Muße sinnvoll nutzen möchte. Ich kann mir schon vorstellen, dass du mir bei der Eintreibung der Wassergebühren eine große Hilfe sein könntest, aber das hat recht wenig mit Ingenieurskunst zu tun." Ein Mann in respektablem Alter, mit Erfahrung in Politik und Wirtschaft, war dafür dagegen in der Tat eine ziemlich gute Besetzung. Dass er andersherum einen Mann, der am Stock ging, bei der Wartung von Aquädukten nicht gebrauchen konnte, führte der Curator Aquarum dagegen aus Höflichkeit nicht direkt aus.


    Appius Minicius Paetus


    Die Stimmen wurden ausgezählt und bald darauf das Ergebnis verkündet. "Mit einer Mehrheit von dreiundsiebzig Prozent wird der Antrag des Magistratus Quintilius hiermit angenommen. Scriba, erstelle Kopien und sorge dafür, dass die neue Hafenverordnung im Namen der Stadtverwaltung veröffentlicht wird."




    Hafenverordnung der Stadt Ostia


    §1 [Hafen und Verwaltung]
    (1) Die Hafenverordnung ist Reglemant für sämtliche Aktivitäten an Ostias Kaien. Sie erfährt ihre Umsetzung durch die Hafenverwaltung und deren Kontrollorganen (Vexillatio Ostiensis).
    (2) Die Hafenverwaltung untersteht einem oder mehreren Magistraten der Stadtverwaltung. In Angelegenheiten der Getreideversorgung der Stadt Rom untersteht sie außerdem dem Procurator Annonae.



    §2 [Kapazität und Anlegesperre]
    Der Hafen bietet Anlegeplätze für maximal zweihundert Schiffe. Schiffen,


    1. die zu groß zum einlaufen sind,
    2. die zu sinken drohen,
    3. die Feuer gefangen haben,
    4. deren Mannschaft oder Passagiere mit einer schwer ansteckenden Krankheit infiziert sind, oder
    5. die ein Hafenverbot gem. §6 von der Hafenverwaltung erhalten haben,


    dürfen nicht in den Hafen einlaufen.



    §3 [Liegeplätze]
    (1) Der Hafen besitzt 10 Liegeplätze.
    (2) Auf Verlangen der Hafenverwaltung sind bestimmte Liegeplätze einzunehmen oder zu verlassen. Zugewiesene Liegeplätze dürfen nicht ohne Erlaubnis der Hafenverwaltung gewechselt werden.



    §4 [Betreten eines Schiffes]
    Die Hafenverwaltung hat das Recht, Schiffe jederzeit ungehindert zu betreten, zu besichtigen und zu durchsuchen.



    §5 [Aufenthaltsbeschränkung]
    Die Hafenverwaltung kann eine zeitliche Beschränkung des Aufenthalts eines oder mehrerer Schiffe anordnen.



    §6 [Strafen und Sicherheit]
    (1)Bei Zuwiderhandeln eines Kapitäns oder seiner Mannschaft gegen die Hafenverordnung kann die Hafenverwaltung


    1. Strafgebühren nach eigenem Ermessen,
    2. Auslaufsperre des betroffenen Schiffes, oder
    3. ein Hafenverbot gegen genannten Kapitän


    als Strafen verhängen.
    (2) Ein Hafenverbot kann auch gegen Schiffe verhängt werden, die eine oder mehrere Nummern aus §2 Hafenverordnung erfüllen und damit die Sicherheit des Hafens gefährden.



    §7 [Sperrung des Hafens]
    Die Hafenverwaltung behält sich das Recht vor, den Hafen jederzeit schließen zu lassen.



    §8 [Inkrafttreten]
    Die Hafenverordnung tritt ab dem Tag ihrer Verkündung in Kraft.



    Im Namen der Stadtverwaltung


    IULLUS QUINTILIUS SERMO


    "Kommen wir nun zum nächsten Punkt," fuhr der Duumvir fort. Es wurde über eine Gebührenänderung für die Einfuhr von Weihrauch gesprochen. Später stand dann noch die teilweise Erneuerung der Kaimauer zur Debatte. Schließlich wurde die Sitzung ganze anderthalb Stunden später geschlossen.





    Appius Minicius Paetus


    Einige kleinere Änderungen und einige umschweifendere Änderungen brachte der Quintilius da vor. Interessant. Und Wortmeldungen gab es dazu auch gleich, die der Reihe nach aufgerufen wurden.


    Titus Toranius Auruncus
    Toranius Auruncus war ein Mann mittleren Alters, der einen Gutshof in Stadtnähe und einige Werkstätten in Ostia selbst besaß. Er war Sprachrohr der Neureichen Kaufleute und Grundbesitzer im Ordo.
    "Quintilius, ich halte deinen Vorschlag für eine sinnvolle Reform der veralteten Verordnung. Besonders die Klärung der Kompetenzen gefällt mir."


    Sextus Camurius Gallio
    Ganz anders sah das der ehemalige Duumvir Camurius, der mit zitternden Knien aufstand und mit seiner dünnen Stimme sprach:
    "Wozu...brauchen wir eine neue Hafenver...ordnung? Die jetzige gab es schon immer und...sie hat schon immer funkti...oniert! Ich sage..." Ein leises Husten unterbrach den gestotterten Wortschwall. "...sage...keine neue Verordnung!" Damit setzte der alte Mann sich wieder, wobei er von einem Großteil der Anwesenden mitleidig belächelt wurde.


    Tiberius Cantilius Varenus
    Darauf erbat Cantilius Varenus das Wort. Er war Kaufmann, Politiker und ehemaliger Spitzensportler Ostias und teilte offenbar die Meinung von Toranius. "Camurius redet wirr! Die Änderungen der Hafenverordnung klingen vernünftig und erleichtern den Verantwortlichen wahrhaftig die Arbeit. Genauso wissen Kaufleute und Kapitäne nun was sie genau zu erwarten haben, wenn sie sich nicht entsprechend der Vorschriften verhalten."




    Appius Minicius Paetus


    Es meldeten sich noch einige andere Männer, doch letzten Endes kamen sie alle zum selben Ergebnis. Daher erhob sich der Duumvir irgendwann und schloss die Rednerliste. Daraufhin kam es zur Abstimmung.
    "Schreiten wir zur Abstimmung. Gibt es Stimmen dagegen (:dagegen:)? Enthaltungen? Und wer ist dafür (:dafuer:)?"




    "Salve, Prudentius Spurinna!", grüßte der Curator Aquarum zurück und musterte den Mann. Auf den ersten Blick musste er sagen, dass ihm dieser für einen Bewerber um eine Stelle recht alt vorkam. Auf einen Stock gestützt war hier noch keine herein gekommen. Nun war der Curator Aquarum selber auch nicht mehr der jüngste, so dass er sich kein abwertendes Urteil über das Alter erlauben konnte, aber bemerkenswert war die Tatsache in seinen Augen schon. "Nimm Platz! Was veranlasst dich zu der Annahme, dass die Aufgaben eines Aquarius gerade zu dir gut passen?" begann er das Gespräch dann wie üblich.


    Appius Minicius Paetus


    Endlich ware alle Decuriones und die Magistrate der Stadt eingetroffen und die Sitzung konnte eröffnet werden.
    "Decuriones, Magistrate, werter Amtskollege," begrüßte Minicius die Anwesenden. "Herzlich willkommen in der Curia. Hiermit eröffne ich die heutige Sitzung des Stadtrates."
    Als nächstes folgte die Verlesung und Genehmigung der Tagesordnung als erster Tagesordnungspunkt. Zweiter Tagesordnungspunkt war die Renovierung des Theatrums, mit der einer von Sermos Amtskollegen beauftragt war, weshalb der Quintilius sich entsprechend aus der Diskussion heraushielt. Dann wurde es spannend.
    "Punkt drei der Tagesordnung: Antrag auf Änderung der Hafenverordnung durch Magistratus Quintilius. Magistratus, du hast das Wort."




    Als dieses Frischfleisch anstalten machte zu gehen und sich endlich herumgedreht hatte, schüttelte der Gladiator den Kopf.
    Was es nicht alles für Leute gab. Meinte der doch glatt hier den Obermotz machen zu können, aber nicht mit ihm, nicht mit Barbusus.
    Da mußten schon andere Kaliber kommen als so eine halbdreiviertel Tunika da. Wobei, sein Chef war ja auch nur ein halbes Hemd, allerdings war er sein Chef und der da nicht. Dass war der feine Unterschied.

    "Was willst du?"
    Fragte der Koloss den Hadriani und sah ihn mit seinen buschigen Augenbrauen an.
    "So weit ich weiß sind bei uns alle Stellen besetzt. Und ich muß es wissen, denn der Chef und seine Schreiberlinge, sind heute morgen schon an mir vorbei und in den Ludi. Weißt du, an mir kommt keiner so schnell vorbei auch nicht du, selbst wenn du mir Honig um den Bart schmieren willst. Verstehst du?"
    Der Türvorsteher tippte Iustus dreimal auf die Brust und grinste breit. Dabei konnte man sehen, dass ihm schon einige Zähne fehlten.