Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Ja, das war etwas, das er von Helena wirklich erwarten würde, sie würde nie eine Schuld die sie hatte vergessen. Fast hätte er auch noch kommentiert, doch seine Worte hätten wahrscheinlich zu deutlich gemacht, welces Vertrauen er zu Helena hatte und so bei den beiden Anwesenden eventuel falsche Gedanken auslösen könnten. Oder vielleicht die Richtigen, die aber dennoch Helena in ein falsches Licht rücken könnten ?


    Doch er widmete wieder dem eigentlichen Anliegen seines Besuches. "Du magst nur ein Libertus sein, doch das Gesetz gilt auch für dich. Sei unbesorgt. Obendrein bist du ein Miles des Exercitus Romanus, das darfst du nicht vergessen."

    Tiberius Vitamalacus wirft einen Blick auf die Liste, überfliegt die Nmaen kurz. Ganz zufrieden ist er bisher nicht, die Angaben sind nicht Aussagekräftig genug. So antwortet er knapp : "Seit wann tuen diese Männer Dienst in der Classis ?" Gerade bei dem Nauta hegt er bedenken, ob dieser Mann bereitrs die erforderliche Dienstzeit von 3 Monaten absolviert hat. "Gibt es Dinge, die noch wichtig sein könnten ? Eventuelle Auszeichnungen oder ähnliches ? Und könnte ich mir die Miles einmal selbst ansehen ?"

    Aufmerksam lauscht er den Worten des Verwundeten und mit jedem Wort wuchs seine Misschätzung des Pompeianers immer weiter. Allein dieser Familie anzugehören, sollte jeden aufrechten Römer, der treu dem Imperator ergeben war, zur Vorsichtig gegen sein Gegenüber ermahnen. Doch die Zeit des grossen Bürgerkrieges war lange vorbei und die Slbstherrlichkeit des Pompeius Magnus war schon lange vergessen. Aber sein Grossvater hatte ihm genugg aus der Zeit berichtet, auch wenn dieser es nur von seinem Grossvater erfahren hatte.
    "Deine Wunden werden verheilen. Auch wenn ich den Medicusen nicht traue, meist liegen jene in den Legionen und militärischen Einheiten richtig." Die Stimme war schroff, aber denoch auch aufmunternd, die Worte eine Vorgesetzten zu einem Miles, den er motivieren wollte. "Deine Chancen sind nicht schlecht, du hast Zeugen und einer der Täter wurde gefangen. Ich werde mich dieser Sache für dich annehmen."
    Und da erwähnte er noch Helena, irgerndwie ein weiterer Grund für ih die Sache weiter zu verfolgen, auch wenn er nicht genau wusste warum. "Was führte den die ehrewerte Iulia Helen zu dir ? War sie es, über die der Pompeianer schlecht sprach ?"

    Tiberius Vitamalacus tritt mit bedächtigen Schritten auf die Frau zu, welche er eindeutig als Vestalin erkennt.


    "Salve, Tiberius Vitamalacus," stellt er sich knapp vor, "Ich bin gekommen, um mein Testament zu hinterlegen. Bisher trug die Legion dafür sorge, doch nun möchte ich es im Tempel der Vesta hinterlegen."


    Die Stimme ist, wie das Auftreten auch, sehr militärisch.

    "Zusammen mit dem Quaestor Principes erstelle ich eine Liste jener Ausländer in der Provinz Italia, welche das Bürgerrecht erhalten könnten. Daher frage ich dich, ob es in deiner Einheit Ausländer gibt, welche bereits jetzt oder zum Ende der Legislatur, ihren Dienst lange genug verichtet haben, das sie ihr Militärdiplom erhalten können und damit das Bürgerrecht."


    Die Stimme des Quaestor ist gewohnt fest und militärisch geprägt.

    Titus schenkte der jungen Frau wie gewünscht den Wein ein, sagte dabei allerdings nichts, sobdern blickte sue nur interessiert an. Als er dann allerdings seinem Tribun ein schenkte, traf ihn ein kalter Blick und Titus wusste, das er zu weit gegangen wear und das er sich besser zurückziehen sollte. Und genau das tat er, nach dem er den Wein eingeschänkt hatte und die Karaffen auf den Tisch gestellt hatte.


    Als Titus den Raum verlassen hatte, nahm tiberius Vitamalacus sein Glas und hob es leicht. "Zum Wohl und noch einmal Willkomen in der Familie." Mit einem kurzen Blick zur Tür fuhr er fort. "Titus mag es an Manieren fehlen, doch er ist ein treuer und verlässlicher Freund. Genau wie ich ist er bereit, die Mitglieder unserer Gens mit seinem Leben zu verteidigen."
    Er war auch froh, das Minervina sich einsichtig zeigt und bereit ist seine Regeln freiwillig zu befolgen, denn über sie hatte er nicht die gleiche Befehlsgewalt, wie über Calvina, nur die Kraft seiner Überzeugung und die Erfahrung seines Alters. "Rom kann ein gefährliches Pflaster sein, neben lichtscheuem Gesindel gibt es genug Männer mit zweifelhaften Absichten, welche sich mit einer Fassade der Freundschaft und des Charms jungen, atttraktiven Frauen nähern." Er lächelt dabei freundlich, auch wenn er seine Worte absolut ernst meint. Ihre Haarsplaterei allerdings, wann denn nun die dunkelheit beginnt, verstimmt ihn allerdings etwas. "Ich will hier nicht das Handbuch für die Legionen zitieren, wann denn die Dunkelheit beginnt, sondern baue da auf deine Vernunft und Einsicht."

    Er spürte, wie sie sich dicht an ihn schmiegte, zwischen ihnen nur der Stoff seiner Tunika und natürluich verfehlte diese Nähe nicht ihre wirkung auf ihn. Mit einer langsamen Bewegung stellte er sein Weinglas auf den Tisch hinter sich, wobei er unweigerlich seinen Oberkörper etwas bewegt und er durch die Bewegung des Stoffes noch etweas deutlicher ihre Nähe wahrnimmt.
    Dann blickt er zu ihr herunter, blickt in ihre Augen und auf ihr schmunzelndes Lächeln ud auch auf seinem Gesicht zeigt sich ein leichtes Lächeln, das sich aber nicht in seinen Augen wiederspiegelt. Langsam hebt er seine linke Hand, legt sie um ihre Rechte, die das Weinglas umschliesst und nimmt ihr dieses vorsichtig aus ihrer Hand und stellt auch dieses auf den Tisch hinter sich. Nun haben sie beide ihre Hände frei und seine legen sich fest auf ihre blanken Hüften.
    Jetzt bräuchte sie nur leicht nach hinten zu schieben, sein Bett ist nur knapp zwei Schritte entfernt. Sie ist bereit, sich ihm hinzugeben, freiwillig, sicherlich könnte sie das Verlangen in ihm stillen, das er seit einiger Zeit spürt. Er müsste sich nur seine Tunika abstreifen und dann sich auch auf das Bett niederlassen, sich nur seinem primitiven, aber doch vorhandenen Verlangen hingeben....


    Doch,... er tut es nicht, vielleicht weil er es nicht so will, nicht mit ihr, oder aber weil er weis, das er seine Position der Stärke aufgibt, wenn er sich erlaubt, sich ihr hinzugeben. Oder gibt es andere Gründe ? Würde er diese Erlebnis vielleicht lieber mit einer bestimmten anderen Frau erleben ?


    Egal aus welchem Grund auch immer, er schiebt sie von sich, so das sie auf dem Bett landet. Doch anstatt sich ihr zu nähern, dreht er sich um und geht hinter seinen Tisch, nimmt vom Stuhl dahinter sein Sagum auf und wirft es ihr zu.
    "Bedecke dich,..." sagt er, sein Tonfal ist befehlend, "...also tust du alles, um dich und deine Schwester durch zu bringen ? Wo haust ihr gerade ? Wie gross sind deine Rücklagen ? Oder hast du keine mehr ?" Er setzt sich langsam, lässt sie dabei nicht aus den Augen.

    Pompeius Strabo ! Wieder der Name dieser Kreatur. Noch nie hatte er so viel Negatives über einen Menschen erfahren, bevor er ihn überhaupt kennenlernte. Das war wirklich unglaublich, aber Tiberius Vitamalacus war auch froh darüber von dieser Geschichte zu erfahren. Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich, immer noch bedächtig und leicht steif.
    "Worum ging es in dem Streit ?" Die frage war sehr direkt und sie war nötig, er hatte die Entscheidung getroffen zu helfen und so musste er alles wissen. Das ein Emporkömmling wie dieser Pompeius sich so weit über einem Freigelassenen sah, war vielleicht nicht ungewöhnlich, doch zu solchen Mitteln zu greifen, war diletantisch. "Gibt es Zeugen für die Tat ? Wie schwer sind deine Verletzungen ? Und hast du schon rechtliche Schritte unternommen gegen diesen Strabo ?"

    Zitat

    Original von Aulus Ferrius Theodores


    "Herein!" hörte man aus dem Inneren.


    Tiberius Vitamalacus betrat das Offficium mit kräftigen, energischen Schritten und grüsste den Anwesenden militärisch knapp und stellte sich ähnlich knapp vor.


    "Tiberius Vitamalacus, Quaestor Consulum. Ich spreche mit dem Kommandierenden Offizier der Classis ?"

    Natürlich hätte er sich einen Stuhl heranziehen können und sich setzen, doch Tiberius Vitamalacus bleibt stehen, blickt einfach zu dem Mann herunter, sein Blick gewohnt kalt und durchdringend. Einen Moment wartet er, allerdings nicht um eine Antwort des Centurio abzuwarten, eine mögliche Solche wiegelt er mit einer knapp Geste ab.
    "Du hast dem Vater meines Klienten, Didius Crassus einen Brief geschrieben, in dem du um Hilfe ersuchst ? Nun, um dir zu helfen bin ich da. Was ist passiert, wer oder was hat dich in diese Lage gebracht ?"
    Scharf ist die Stimme des Tiberius Vitamalacus, er fordert fast befehlend Auskunft, doch lässt der Tonfall auch kein Zweifel daran, das sie aufrecht und ehrlich gemeint sind. "Sei unbesorgt, "fügt er noch etwas milder hinzu, "Didius Crassus ist ein langjähriger Freund und seine Bitte an mich dir zu Helfen war aufrecht und so kann ich nicht anders, als dir zu helfen."

    Tiberius Vitamalacus blickte sich kurz um, als keine Antwort kam, doch an einem der Betten stand ein Centurio der CU als Besucher und Tiberius Vitamalacus erkennt in ihm den Ausbilder der CU. Er steuert das Bett an, grüsst knapp den Centurio
    "Centurio Sura !"
    Dann blickt der hochgewachsene Mann in der Toga, die an dem Patrizier immer noch irgendwie Fehl am Platze wirkt, seine haltung verlangt mehr nach einer Rüstung.
    "Bist du Didianus Gabriel ? Tiberius Vitamalacus, Quaestor Consulum und Tribun der IX." Knapp stellt er sich vor, benutzt auch im Angsicht des Ortes seinen Militärischen Rang.

    Titus brachte die Karaffen und zwei Gläser Wein an den Tisch und stellte sie ab. Wie sein Tribun den Wein trank wusste er, aber der jungen Frau nahm er schon an, das sie ihren verdünnt, wahrscheinlich sehr verdünnt trank, daher sah er sie Fragend an-
    Und so konnte er sie mustern, seinem Tribun recht gegeben, sie war echt nicht übel, doch genau wie das Mündel seines Tribuns, war ihre Schönheit für Titus unerreichbar, für ihn für immer nur die kleine Küchenmaus überbleiben, oder vielleicht die Sklavin des Tribuns. Allerdings, so wunderte er sich hinter seinem leicht anzüglichem Lächeln, das der Tribun erkannte, das sie schön war. Den Sinn dafür kannte er nicht bei ihm. Hatte das vielleicht wirklich was mit Zusammentreffen mit dieser Frau unter dem Ianusbogen zu tun ?


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    Was hatte Minervina gesagt ? `Sie bandelte vor Allem eng mit dem Sohn Agrippas an.` Er kannte nur einen Sohn des Proconsuls und das war sein Amtskollege, der Quaestor Princepes. Natürlich erkanntze er auch, was dahinter steckte, das Minervinas Mutter und ihr zumindest zeitweiser Bruder eine Affäre hatten. Er nahm sich vor, Lucius einen bösen Brief zu schreiben, denn das dieser kleine Lump nicht irgendwie davon gewusst hatte, konnte er sich nicht vorstellen. Und dann wäre es seine Pflicht gewesen, ihm davon zu berichten. Das Minervinas Probleme mit der neuen Beziehung ihrer Mutter vielleicht ganz anders geartet waren, dafür fehlte ihn der Sinn, seine Eltern waren kurz aufeinander gestorben und sein Grossvater war für ihn immer ein Witwer gewesen, ohne Ambitionen dies zu ändern und wenn,... es wäre auch egal gewesen, denn Tiberius Vitamalacus hatte nie seine Grossmutter gekannt.


    So mustert er Minervina kurz und sagt dann : "Du bist hier willkommen, Minervina und ich werde ich gerne deinen anderen Verwandten vorstellen und zwar als das, was du bist : Minervina, Tochter des Tiberius Maximus. Ich will das alle dich als ein Mitglied der Familie betrachten. Und sollte dich irgendjemand abfällig behandeln, sage es mir, derjenige wird gehörig Ärger mit MIR bekommen." Auch wenn die Worte leicht scherzhaft klangen, das er es ernst meinte, war deutlich heraus zu hören. Sie war ein Mitglied der Familie, egal welchen Nomen Gentile sie trug und damit konnte sie auf seinen Schutz vertrauen.
    "Ein entfernter Verwandter hat mir übrigens kürzlich die Sorgfaltspflicht für seine Tochter Calvina übertragen, sie ist etwa in deinem Alter. Ich würde dich bitten, dich an die gleichen Regeln zu halten, wenn du hier wohnst : Die Villa nicht allein verlassen, wir haben genug Sklaven, die dich begleiten können und auch vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein. Roma ist ein sehr gefährliches Pflaster, selbst ich lasse mich stets von Titus begleiten."

    Er lauschte ihren Ausführungen und das, was er da hörte, konnte er kaum glauben. Von einer Familie zur nächsten, fast so, wie man eine Tunika wechselt , das war einfach unvorstellbar für ihn. Und was noch schlimmer war, Helena hatte dies auch mit ihren Kindern aufgebürdet und damit auch das Andenken an ihren Ehemann und den Vater ihrer Kinder beschädigt. Doch er zeigte dieses nicht Minervina gegenüber, ihr schenkte er ein freundliches Lächeln, während sich in seinem Kopf die ersten Gedanken zur Lösung dieser Miesere bilden.
    Er lehnt sich etwas zurück, entspannt sich etwas und gibt Titus einen Wink, das er die Karrafen mit Wasser und Wein bringen solle.
    "Möchtest du etwas trinken, Minervina ? " fragte er freundlich und ergänzte noch, "Das ist übrigens Titus, er diente mit mir lange Jahre in der Legio IX. Hispania und ist nun mit gekommen, um weiter als meine Ordonanz zu arbeiten."
    Das Thema ihres Gensnamens war für ihn erst mal vom Tisch, hier und jetzt konnte er eh nichts daran ändern, so sprach er lieber über anderes.
    "Du wirst also bald mit Claudia vom Landsitz hierher in die Stadt ziehen ? Sie hat mir neulich euer kommen angekündigt, sagte allerdings nicht wann ihr denn kommen werdet. Es war recht wage." Während er spricht, blickt er sie an, der Ausdruck auf seinem Gesicht ist freundlich und geprägt an die Erinnerungen an früher, an die schönen Zeiten, die es auch in Hispania gegeben hatte. "Du bist zu einer richtigen jungen, schönen Dame heran gewachsen, Minervina, wenn ich daran denke, das ich dich, als ich dich das erste Mal getroffen hatte, auf meinem Arm durch die Ställe getragen habe...."

    Tiberius Vitamalacus liess sich den Weg in das Valetudinarium weissen und auch den Teil, in dem sich dieser Didianus Gabriel liegen sollte. Er trat mit gewohnt militärischer Haltung auf und seine Stimme ertönte in einer Lauststärke, die gerade noch dem Ort angemessen war.


    "Didianus Gabriel ? Ich suche einen Didianus Gabriel !"

    Es war gut, das hier nur die Tochter und nicht auch noch die Mutter anwesend war. Denn in diesem Falle hätte er seine Stimme erhoben in einem Ton, den Helena, welcher Gens sie mittlerweile auch angehören mochte, sicher nicht vertragen hätte. Doch so schwieg er erst einmal, musterte, mit seinem harten durchdringenden Blick, den schon so viele Rekruten hatten ertragen müssen, währenddessen die junge Frau vor ihm.
    Doch anders als bei einem Rekruten, der nie wirklich am Blick des Tiberius Vitamalacus erkennen konnte, was dieser dachte, hellte sich diesmal das Gesicht des hochgewachsene Soldaten auf und der Anflug eines Lächelns legte sich auf sein Gesicht.


    "Für mich wirst du immer einer Tiberia bleiben ! Die Tochter des Senators und Tribuns Tiberius Maximus." Auch wenn er selbst nicht gut auf ihren Vater zu sprechen war, über dessen Tot und verschwinden kaum entsetzt, dies Tat hier nichts zur Sache. So konnte nich sein, das die Tochter eines Tiberias einfach, ohne auf ihre Wünsche zu achten, in eine andere Familie entführt wurde. Und Minervina hatte er immer gemocht, selbst in jenen Zeiten, in denen sein Hass auf ihre Eltern so gross gewesen war, hatte er immer ihre kleine Tochter gemocht.
    Er beugte sich etwas vor, stützte sich etwas auf dem Tisch hinter dem er sass auf, gab so symbolisch die Distanz zur ihr auf. Und auch seine Stimme veränderte sich, wurde freundlicher.
    "Ich versteh das, ich war einst genauso. Es ist der Respekt, den wir vor den Älteren haben und solange sie richtig mit ihren Entscheidungen liegen, ist das auch richtig so,..." Natürlich hällt er es für falsch, was ihre Mutter getan hat und es klingt auch in seinen Worten durch, aber noch wird er es nicht offen sagen. denn er er sieht das versagen nicht nur bei ihr, sondern auch bei denen, die dieses zugelassenen haben.
    "Erzähl mir genau, was passiert ist, ich würde gerne alles wissen...."sagt er, diesmal fast in ein väterlichen Tonfall, der dem Altersunterschied zwischen ihnen entspricht und setzt noch hinzu : "Es ist schön, dich wieder in der Villa Tiberia zu sehen."

    Wie üblich, wenn er Verwandte, Klienten oder Untergebene empfing sagte zunächst nichts, beendete in aller Seelenruhe die Lektüre, legte dann die Schriftrolle zur Seite, nahm noch eine Wachstafel, notiert etwas darauf und sah erst dann auf. Eigentlich hätte er jetzt mit seiner üblichen kalten Art nach ihrem Begehr fragen müssen, doch jetzt erkannte er sie.


    "Du bist die Tochter des Tiberius Maximus ? Und heisst Rediviva Minervina ?"


    Nur seine patrizische Erziehung zu Gravitas und Dignitas verhinderte, dass sein Erstaunen zu deutlich zu hören war. Sie war also die junge Frau, die er bei Helena und ihrem Bruder gesehen hatte, und deren Name Redi-irgendwas sein sollte. Aber jetzt, jetzt war es ihm klar, er erkannte in ihr das junge Mädchen, das er auf der Verlobung seiner Schwester gesehen hatte. allerdings, warum sie diesen Nomengentile trug war ihm unklar.


    "Wie kommt es dazu ? Du bist eine Tiberia !"


    Die Frage war scharf gestellt, in einem Tonfall, der eindeutig eine sofortige Aufklärung einforderte. Und die Feststellung dahinter verdeutlichte seine Haltung, das man eine Familie nicht so einfach verliess, verdeutlichte die Verantwortung welcher der Einzelne für die Gens hatte, aber es schwang auch ein wenige Willkomen für die junge Frau mit darin.

    Stesichoros
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    Tiberius Maximus ? Irgendwie kannte er den Namen nicht wirklich,... Naja er würde nachfragen müssen.


    "Einen Moment bitte,.... ich werde dich melden..."


    Langsam ging er in das Haus, zum einen, weil sein Gang schmerzte, zum anderen, weil im Tablinium sicher dieser Titus zu sehen war .


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    Kurz darauf kehrte er zurück.


    "Domine Tiberius Vitamalacus wird dich empfangen. Bitte folge mir mir ins Tablinium."

    An diesem Vormittag ging Tiberius Viatamalacus irgendwie schwer von der Hand, zu sehr beschäftigte ihn, was sein Briefe nach Germania wohl bewirken würden. Welche Antwort er wohl erhalten würde und wie die Reaktion vion Helena wohl wäre, wenn sie von seinen Absichten erfuhr. Eine Abfuhr würde ihn sicherlich nicht umbringen, aber es wäre eine Niederlage. Und er mochte niederlagen nicht ! Und dann war da noch Calvina, sie brauchte bald einen Ehemann, dann wäre er diese Sorge los.


    All diese Gedanken beschäftigten ihn, so liess er Titus die meisten Schriftrollen vom Tisch nehmen und nahm sich selbst lieber eine Ausführung der letzten Kämpfe in Judäae vor. Gerade wollte er Titus anweisen, ihm ein Glas Wein einzuschenken, da wurde ihm die Ankunft einer Besucherin gemeldet. Die Tochter des Tiberius Maximus ? Das müsste doch Minervina sein ? Die Erinnerungen an damals kamen wieder hoch, sein gefallener Pater Gentes, seine Frau Helena,.... jene beiden, die er mit für den Tot von Nova gemachte. Doch er spürte nicht mehr den kalten Zorn wie früher, sondern eher gleichgültig.
    "Bring sie rein... " befahl er knapp, dann blickte er wieder in die Schriftrolle, der Author schilderte militärisch trocken die Belagerung Jerusalems. Minervina,... Helenas kleine Tochter, die er durch dier Villa in Hisapnaia getragen hatte,... vor einiger Zeit hatte er sie wieder gesehen,... bei Claudias Verlobung,... sie musste mittlerweile eine junge Dame geworden sein...
    So sass er da, vertieft in Gedanken und die Schriftroille, gekleidet in eine schlichte Militärtunika, den Blick auf die Schriftrolle gerichtet, als sie eintrat.


    "Setz dich,.... Minervina." sagte er, gewohnt schroff und ohne auf zu blicken.

    Stesichoros
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    Es klopfte und natürlich trat der Ianitor an die Porta um sie zu öffnen, obwohl er lust hatte, einfach alles sein zu lassen. Wieder hatte seine Kleine die Nacht lieber mit diesem riesigen Legionär verbracht und als er etwas dagegen sagen, hatte der Hüne ihn doch einfach geschubst, so das er durch den ganzen langen Gang entlang geflogen war und äusserst schmerzhaft gegen die Wand gefolgen war. Doch schlimmer war, das beide herzlichlachend in ihrer Kammer verschwunden waren.


    Sein Gang war immer noch langsam, denn sein Rücken schmerzte immer noch und zu allem überfluss, war seine Nase verstopft.


    "Ja bitte ?" fragte er, als er die junge Frau vor der Porta sah, seine Stimme hellte leicht auf, als er zumindest keinen weiteren Soldaten dort stehen sah.