Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Einerseits genoss er es, zu spüren, wie sie sanft sein Haar zurecht rückte, ihre Finger sanft seine Haare berührten und er dabei ihren Duft in sich aufnahm, doch anderseits musste er sich auch die ganze Zeit zusammenreissen, eben nicht den Verlangen nachzugeben, es einzudämen, das er die ganze Zeit in sich aufkommen spürte. Konnte es sein, das sie so ähnlich empfand ? Es schien ihm so, als ob ihre Hände zitterten, während sie sein Haar ordnete und wenn er auf ihre Atmung achtete, schien es ihm so, als ob es sie auch etwas in sich spürte, dem sie nicht nachkommen durfte. Doch vielleicht war es auch nur seine Einbildung, ein reines Wunschbild von ihm ?
    "Ich denke, dieses Decimatio werde ich ich wohl später ausführen lassen," erwiederte er ihr schmunzelnd, dankbar für diese Ablenkung, "Oder meinst du, das ein Aboleo angemessener erscheinen würde ? Auf jedenfall wäre ein `Alles Ab` dem Barbier leichter zu erklären." Doch die Ablenkung ist nur kurz, da spürt er wieder ihre Finger sanft über sein Haar gleiten, und er glaubt auch wieder eine Regung in Ihr wahrzunehmen, doch wahrscheinlich, so denkt er sich, irrt er sich nur.
    Als sie endet, macht teilweise Erleichterung in ihm breit, anders seits auch bedauern. Langsam erhebt er sich, öffnet wieder die Augen und sieht ihr zu, wie sie ihren Kamm verstaut. "Ich danke dir,..." meint er leise, in einem warmen, freundlichen Tonfall, der aber offenlässt, wofür er sich genau bedankt.
    Er reicht ihr wieder seinen Arm, damit sie den Weg fortsetzen können. Mit Blick auf dem Beutel an ihrem Gürtel, grinst er leicht und scherzt dann :"Wenn ich bedenke, was meine Milites so tragen müssen,... und doch fehlt ihnen häufig immer noch das wichtigste,.... Wobei manche, gerade in Germanien, ihr Gepäck freiwillig verdoppeln, um nicht zu frieren... "

    Tiberius Vitamalacus überlegt nicht lange, die Daten, die den vom Imperator gewünschten Termin entsprechen, hat er bereits im Kopf.


    "Mein Imperator, dann wäre der Termin für die Wahl ANTE DIEM VI KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (27.8.2006/103 n.Chr.) und ANTE DIEM V KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (28.8.2006/103 n.Chr.). Dieser Termin müsste bis ANTE DIEM VIII ID AUG DCCCLVI A.U.C. (6.8.2006/103 n.Chr.) bekannt gegeben werden und der Zeitraum, in dem die Kandidaturen bekannt gegeben werden lönnen reicht vom ID AUG DCCCLVI A.U.C. (13.8.2006/103 n.Chr.) bis ANTE DIEM XIII KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (20.8.2006/103 n.Chr.) reichen."


    Nach einer unmerklichen Pause fährt er knapp fort.


    "Mit Eingang der Kandidaturen würde ich beginnen, dieses auf ihre Rechtmässigkeit zu prüfen und wenn alle Kandidaten feststehen, werde ich, ANTE DIEM XII KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (21.8.2006/103 n.Chr.), meine Ergebnisse bekannt geben. Sollte ich mich entscheiden, selbst zur Wahl antreten, werde ich meinen Kollegen bitten, meine Kandidatur zu prüfen."


    Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, das er sich nicht selbst prüfte, dies widersprach seiner offenen, direkten Art.


    Dann schwieg er, sein Imperator mochte noch das Wort an ihn richten bis der Quaestor Principes eintraf, doch Tiberius Vitamalacus würde auch eine längere Phase des Schweigens neben dem Imperator nicht aus der Ruhe bringen.

    Es war ein ganz neues Gefühl, zu spüren, wie sie sein Haar berührte und dabei versuchte es zu ordnen. Wenn er es selbst tat, feuchtete er es einfach etwas an und benutzte einen groben Kamm, schnell und recht mechanisch und Mara hatte ihm, als er Kind war meist auch recht rau das Haar gekämt, ähnlich wie es eine Mutter tat, die ihr Kind nicht verweichlichen wollte. Helena hingegen kämmte ihn gerade ganz anders , sie ging so sachte und vorsichtig vor. Und dazu kam ihre Nähe....


    Zwar hatte er die Augen geschlossen, doch mit jeden Atemzug nahm er ei ihren Duft mit auf, berauschte ihn und in seinen Gedanken entstanden die Bilder, die er verhindern wollte, als er seine Augen schloss. Wenn er sich nur etwas nach vorn fallen lassen würde, würde er sie wieder spüren, dann würde sein Kopf auf ihrer Brust zum Liegen kommen. Er könnte immer noch sagen, das er das Gleichgewicht verloren hatte. "QUINTUS," rief ihm seine innere Stimme zurecht, die immer so klang wie die seines Grossvaters.


    Er war einerzeits dankbar, als sie zu Plaudern begann, doch anderseits, vielleicht bedeutete es auch, das ihr diese Situation nicht so nahe ging, wie ihm ? Aber er ging auf das Plaudern ein, gerade um seine Gedanken zu ordnen. "Wenn ich an meinen Grossvater denke, trug er sein Haar meist ganz kurz, zu kurz wie die Klinge eine Gladius. Aber Mara hat immer gesagt, das mein Haar widerspenstig sei, so wie Lucius Charakter..."
    Er lächelte dabei und unweigerlich öffneten sich seine Augen einen kleinen Spalt, nur ganz kurz, er schloss sofort wieder, doch dieser kleine Moment reichte, das Verlangen ihn zu schüren, das er erst seit so kurzer Zeit wieder kannte, seinen Atem zu beschleunigen."Aber, du kannst meinem Haar ja befehlen, es solle sich deinem Wünschen beugen," scherzte er, um dieses Verlangen zu verbergen, sich selbst abzulenken, "Es gehört zum Körper eines Soldaten, es wird sich beugen."

    Er tritt auf den Balkon hinaus, stützt die linke Hand auf die Brüstung des Balkons, während er einen Schluck Wein nimmt. Sein Blick wandert über den dunklen Garten und darüber hinaus, zu den Lichtern der Stadt. Seine Gedanken wandern in die Vergangenheit, zurück zu jenem Sommer, den er und Nova zusammen hatten, diese kurze, schöne Zeit zusammen. Doch dann ist er in seinen Gedanken wieder in Ostia, am Strand unter einer Klippe. Immer noch fragt er sich was in diesen Momenten passiert ist, was das war, das da zwischen Helen und ihm war.


    Als er ein Geräusch der sich öffnenden und schliessenden Tür seine Zimmers, dreht er sich nicht um, stattdessen fragt er nur : "Titus ? Was gibt es ?"
    Denn es konnte nur Titus sein, der es wagte einfach so in sein Zimmer zu gehen.

    Irgendwie erscheint ihm der Feldzug so fern und auch ist gerade Titus Essen das Schlimmste in seinen Gedanken an diese Zeit. Nicht die Schlachten, nicht seine Vorahnungen von Novas Tot. Er schmunzelt, als er erinnert, wie es war, wenn Titus mit dem Kochen dran waren. "Nein, Titus kann einiges, aber leider gehört kochen nicht dazu. Er hatte nie Schwierigkeiten gehabt, jemand zu finden, der seinen Dienst mit über nahm."


    Auf ihre Aufforderung sich etwas zu ihr herab zu beugen, nickt er leicht und blickt sich einmal um, um sicher zu stellen, das keine Zuschauer in der Nähe sind, die die Situation falsch deuten könnten. Dabei kann er sie selbst nicht zuordnen, denn was bedeutete es, wenn eine Frau einem Mann das Haar ordnete ? Eigentlich war es doch eine harmlose Geste, doch warum freute es ihn so, das sie es ihm angeboten hatte ?


    Er geht leicht in die Knie, das sie bequem sein Haupthaar erreichen kann, schliesst leicht die Augen, zum einen um zu verhindern das sein Blick auf ihren Oberkörper und ihre noch feuchte und eng anliegenden Stola fällt und dieses Verlangen in ihm verstärkt, das unweigerlich in ihm Vorhanden ist. Zum andern will er auch einfach diesen Moment einfach voll und ganz geniessen, sich diesen Moment einfach einprägen.

    Zu dem heutigen anlass hat sich Quintus Tiberius Vitamalacus seine beste Toga anlegen lassen und sich dann, gefolgt von Titus in Richtung des Templum Concordiae auf gemacht. Die Haltung des Patriziers ist wie üblich militärisch gerade und starr, und die Schritte äusserst weit ausholend. Immer wieder auf dem Weg weichen Paassanten ihm aus und als er den Tempel reicht, wiess er Titus an, vor dem Tempel zu warten.


    Darauf hin betritt er den Tempel, grüsst die Anwesenden mit einer stummen Geste und wrtet darauf, das die Sitzung beginnen würde.

    Es ist spät in der Nacht, doch im Zimmer des Tiberius Vitamalacus brennt noch Licht. Er schläft nie viel und sitzt meist noch lange über diversen Schriftrollen und Wachstafeln gebeugt im Tablinium und wechselt dann irgendwann in sein Zimmer. Doch auch dort ist nicht Schluss mit der Arbeit, Lektüre oder einfachen Nachdenkens.
    So auch an diesem Abend, einige Tage nach seinem Ausritt nach Ostia, als er an seinem Tisch sitzt, vor ihm ein Exemplar von Plinius Naturalis historia. Doch er liesst kaum, zu sehr wandern seine Gedanken umher.
    Er legt die schriftrolle weg und steht mit einem Ruck auf. Langsam geht er zu dem Tisch mit der Weinkaraffe und schenkt sich ein Glas ein. Sein Blick fällt automatisch auf den anderen kleinen Tisch, auf dem seine Andenken an sie liegen. "Ach, Nova," seufzt er leise, allerdings ohne die Bitterkeit die Früher in seiner Stimme lag.
    Mit dem Glas in der Hand geht er zu der Öffnung in der Wand, die hinaus auf den kleinen Balkon führt, von dem man in den Garten der Villa blickt.

    Er muss lachen, als sie ihre Vorstellung der neuartigen Kriegsführung hört. Es ist befreiend, so mit jemand schwerzen zu können und wieder ist er dem starren Offizier, der er eigentlioch ist, so fern, so fern wie schon lange nicht mehr. Sein Grossvater hatte nie gescherzut, höchsten die derben Scherze, die er und sein Centurio austauschten.


    "Ein Versuch wäre sicher wert," lacht er," obwohl ich nicht glaube, das die Miles sich so kleiden lassen würden. Und wenn du bedenkst, wie viel Stoff du für eine Stolla für Titus brauchen würdest." Das Bild seine Freundes in einer Stola lässt ihn noch etwas breiter schmunzeln.


    "Aber wir hatten auch während des Feldziges einen alterbativ Plan zur Schlacht. Unser ganzes Conturbinium war der Meinung, wir müssten den Germannen nur Titus als Koch andrehen. Bei seinem, angebrannte Puls wären die Germannen nicht nur wieder über den Limes verschwunden, sondern hätten sich noch hinter die Albis zurückgezogen und uns Germanien freiwillig überlassen." So heiter und gelassen war er eigentlich noch nie gewesen und so hatte er auch seinen Grossvater noch nie erlebt. Dabei waren sie sich doch so ähnlich, er und sein Grossvater. Wie konnte das sein ?


    Es ist sein dritter Versuch seine Haare zu ordnen, aber vergeblich. So bleibt er stehen, dreht sich ihr zu und lächelt leicht. Seit seinen Kindertagen hatte keine Frau mehr sein Haar gekämmt und wahrscheinlich hätte er vor kurzen noch ihr Angebot empört abgelehnt,.... und sie wäre wahscheinlich noch vor einer Stunde nicht einmal auf die Idee gekommen. Doch nun ist allein die Vorstellung verlockend. "Es ist lange her,... aber gerne, Helena,"sagt er leise.

    Am Morgen des nächsten Tages, pünktlich zur V. Stunde, tritt Tiberius Vitamalacus in Vestibulium, dicht gefolgt von Titus und zwei Sklaven, welche die Einkäufe des Tages tragen werden.


    Tiberius Vitamalacus bleibt mitten im Raum stehen, wartet darauf, das Calvina endlich erscheint.

    Tiberius Vitamalacus traffen die Worte des Imperators nicht unvorbereitet, hatte er sich doch, seit dem er erfahren hatte, welches Amt er als Quaestor ausfüllen sollte, sich mit dieser Frage beschäftigt.


    So beginnt er klar und deutlich die Termine aufzuzählen.


    "Mein Imperator, der Termin, welches das Gesetz vorsieht, wäre ANTE DIEM XIII KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (20.8.2006/103 n.Chr.)/ANTE DIEM XII KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (21.8.2006/103 n.Chr.). Dieser Termin müsste bis ANTE DIEM III KAL AUG DCCCLVI A.U.C. (30.7.2006/103 n.Chr.) bekannt gemacht werden. Im Zeitraum von PRIDIE NON AUG DCCCLVI A.U.C. (4.8.2006/103 n.Chr.) bis ID AUG DCCCLVI A.U.C. (13.8.2006/103 n.Chr.) müssten die Kandidaturen bekannt gegeben werden."


    Für den Quaestor Consulum ist dieses Situation nicht anders, als als eine Stabsbesprechung in der Legio. So gibt seine Stimme auch keinen Anlass zu denken, er wäre nervös, als er die möglichen Alternativen anspricht.


    "Es bleibt nur zu bedenken, das ANTE DIEM XII KAL SEP DCCCLVI A.U.C. (21.8.2006/103 n.Chr.) die Consualia begangen werden, allerdings würde eine Verschiebung um eine Woche bedeuten, das zu diesem Zeitpunkt die Volturnalia stattfinden. Und bei einer weiteren Verschiebung würde der Wahltermin mit den Ludi Romani zusammenfallen, daher würde ich mich für den, im Gesetz vorgesehen Termin aussprechen."


    Zu den weiteren Aufgaben meint er nur knapp.


    "Dann sollten mein Kollege und ich am besten erneut gemeinsam vor dich treten."


    Sicher wäre es am schnellsten, den Quaestor Principes hinzu zu rufen, doch scheint es ihm angemessener, wenn er und sein Kollege in einer erneutemn Audienz vor den Imperator treten. Doch dies müsste der Imperator entscheiden.

    Dankbar schlug er die Richtung ein, die sie gewiesen hatte, bedeutete es doch, das ihre gemeinsame Zeit noch etwas länger andauern würde. Auch wenn sie nicht mehr so eng umschlungen gingen, wie sie unter der Klippe gestanden hatte, er genoss ihre Gesellschaft, das Gespräch und ihre Hand auf seinem Unterarm. "Nun, die Militätunika ist eben dafür gedacht, schnell zu trocknen. Schiesslich passiert es immer wieder, das wir während eines Marsches vom Regen überrascht oder einen Fluss zu durchwatten haben."
    Dankbar nahm er dieses Thema auf, lenkte es seine Gedanken doch etwas von dem ab, was sein Sagum verbarg. Stattdessen drehte er sich einmla nach Ajax um, um sicher zu stellen, das der Hengst ihnen auch folgt.


    Als sie sein Haar ansprach, schmunzelte er nur, und fuhr sich mit seiner freien Hand durch das Haar, der vergebliche Versuch es zu ordnen, wobei er es fast noch mehr in Unordnung brachte. "Ich kann mir nicht erkären, wie es dazu kam, vielleicht der Wind und der Regen," meinte er mit einem breiten Lächeln zu ihr gewandt, während sie langsam sie dem Scheitelpunkt der Klippe nähern. "An der britannischen Küste soll der Wind noch stärker wehen, erzählte mir mein Grossvater, so stark das gestandene Legionäre umgeweht wurden."


    Wieder versuchte er, nur mit seiner freien Hand sein Haar zu ordnen, doch vergeblich,....

    Einen Moment überlegte er, ob sie nicht den Weg zum Marcatus Trainus in der Sänfte zurücklegen sollte. Doch er selbst hasste es, sich so durch die Stadt tragen zu lassen, daher entschied er sich dagegen.


    "Nein, wir werden zu Fuss gehen."


    Dann widmete er sich wieder den Unterlagen auf dem Tisch.


    "Du kannst dich zurückziehen,... Der Maior Domus wird dir ein Zimmer zuweisen."

    Er hätte es Ahnen können, natürlich würde sie Einkaufen gehen wollen. Gleich am zweiten Tag in Rom und die Märkte aufkaufen wollen. Ob ihm sdas gefallen würde ? Sicher nicht....


    "Ich werde dich Begleiten.... Wir treffen uns um die V. Stunde an der Porta."


    Wer weis, was für einen Sklaven sie sich aussuchen würde, besser er wäre dabei.

    Die Sonne würde sicher schnell ihre Kleidung trocknen, zumindest seine Tunika wäre sicher bald trocken, das wusste er aus längjähriger Erfahrung. Wie es um ihr Kleid bestellt war, konnte er nur ahnen, denn immer noch hatte sie sein Sagum umgelegt. Zum Glück, denn wenn er sich überlegte, wie ihr nasses Kleid eng auf ihr liegen müsste und welches Verlangen es in ihm ausgelöste, nur daran zu denken, wäre es so besser...
    "Das Wetter änderte sich wirklich schnell, "antwortete er ihr, bemühte sich dabei, den Gedanken an das, was sich unter seinen Sagum verbarg, zu verdrängen. "Es mag daran liegen, das wir direkt an der Küste sind und daher Neptunslaunen ausgeliefert sind." Er schmunzelte. "Da kommt mein Misstrauen dem Meer gegenüber wieder durch. Vielleicht weil ich nicht verstehe, wie das Meer und Wetter dort funktionieren."


    Die Sonne war wirklich sofort wieder mit aller Kraft da, der Sand des Strandes trocknete äusserst schnell und genauso seine Tunika. In Richtun Ostia waren wieder die Fischer auf den Strand hinaus getreten, kümmerten sich um ihre Boote und die Netze. Auf ihre Neckereien antwortete er, gespielt empört über die Nachlässigkeit seines Hengstes. "Von meinem treuen Hengst erwarte ich, dass er bereit ist, sein Leben für mich zu lassen. Und so ein bisschen Wasser, sollte ihn doch nicht stören." So empört er tat, das Lächeln in seinem Gesicht und seinen Augen sprachen eine ganz andere Sprache.


    Als er Ajax er blickte, löste sich Quintus Tiberius Viatamalacus einige Schritte von Helena, und legte zwei Finger auf seine Lippen und ein kräftiger Pfiff ertönnte. Der Hengst in der Ferne hielt kurz inne, blickte sich suchend um und hielt direkt auf die Beiden zu. Tiberius Vitamalacus ging wieder u Helena, bot ihr wieder seinen Arm an und blickte sie, mit einem Lächeln auf den Lippen, fragend an : "In welche Richtung sollen wir gehen ? Direkt nach Ostia oder in die andere Richtung ?"

    Vieklleicht hätte er noch vor kurzem den jungen Iulier vorwurfsvoll gefragt, warum er denn nicht in der Nacht dagewesen war, als Nova dort ihrem Leben ein Ende gesetzt hatte. Natürlich hätte dieser keinen Dienst gehabt, es war sogar so, das er damals noch gar kein Miles gewesen. Aber er hatte bis vor kurzem jedem die Schuld an ihrem Tot gegeben, sich selbst inbegriffen. Doch seit jenem Zusammentreffen am Ianus bogen, hatte er begonnen seinen Frieden zu finden.
    "In der Tat, Livia hat sich bisher sehr gut geschlagen und wenn sie entscheidet ihren Weg weiter zu gehen, werde ich natürlich sie voll und ganz unterstützen," meint er, geht aber nicht weiter auf die möglichen Wiederstände ein. Ihn langweilt dieses Thema zu genüge. Stattdessen fällt ihm auf, das sie zum wiederholten Mal die Hand zu ihrer Brust führte, etwas, das ihr viel bedeutet, musste sich dort unter ihrem Kleid verborgen sein. Vielleicht war es ein Medallion, von ihrem Mann, ähnlich wie er selbst stets jenen Dolch mit sich führte, mit dem Nova ihrem Leben ein ende machte.


    "Leider kenne ich Mogntiacum kaum, ich war nur einige Male auf der durchreise dort. schliesslich ist meine Legion weiter nördlich in Colonia Claudia Ara Agrippensum stationiert, " antwortet er leicht bedauernd, "aber ich denke, beide Städte sind sich recht ähnlich. Die Städte bieten eigentlich alles, was ein Römer zum Leben braucht. Die Häuser sind gebaut, wie wir sie kennen und durch die Fussbodenheizung ist es auch im Winter behaglich. Theater, Arenen und Thermen sind natürlich vorhanden...."
    Dann blickt er zwischen den Geschwistern hin und her. Die tiefe Verbundenheit zwischen ihnen ist offensichtlich."Anders ist es, wenn man die Städte verlässt. Dort ist es wesentlich wilder und rauer, dunkle Wälder herrschen vor und viele Einheimischen leben noch wie ihre Ahnen. Doch es gibt immer wieder typische römische Besitzungen, praktische Oasen der Civilsation."

    Er nickte bedächtig. Es musste ja nicht übereilt werden, vielleicht fand sich bei Gelegenheit eine gute Betätigung. Kurz überlegte er, was noch anstand. Es war etws anderes für einen jungen Mann Verantwortlich zu sein als für eine junge Frau. Wahrscheinlich hätte er einen Mann zunächst eiinmal in das nächste Rekrutierungsbüro geschickt.


    "Mit welchem Gepäck bist du aus Corsica gekommern ? Hast du alles was du brauchst ? Oder möchtest du noch etwas auf den Märkten einkaufen ?"


    Wahrscheinlich hatte sie alles was sie brauchte, aber würde wahrscheinlich gern noch einmal einkaufen gehen.


    "Und hast du deine Leibsklavin mitgebracht ? Oder soll dir eine aus dem Haus zu geteilt werden ? Oder sollen wir eine für dich Kaufen ?"

    Auch wenn sich sicher wieder zu fügen schien, er wusste es würde nicht leicht sein. Ihm selbst war klar, das er nicht einen Mann aussuchen würde, der ihr nicht gefiel, ihr vielleicht einige Freiheit lassen würde, doch das sagte er ihr nicht. Und auch das eine Heirat noch Zeit hätte, schliesslich war sie noch jung, verschwieg er zunächst.


    Stattdessen richtet er sich etwas auf, stütze seinen linken Ellenbogen auf die Lehne des Stuhl, legte die Rechte Hand auf den Tisch.


    "Zu einer römischen Dame gehört auch, eine gewisse Bildung. Ich möchte dir den Besuch der Kurse an der Schola nahelegen. Und natürlich solltest du dir ein Betätigungsfeld suchen, sei es ein Amt in der Verwaltung oder aber der Dienst an den Göttern..."


    Wenn sie denn der Ehe entgehen wollte, könnte sie immer noch wählen, in den Tempel der Vesta umziehen.

    Fast hatte er diesen Ausbruch erwartet, zu gut wusste er, wie es war, wenn ein junger Mensch darüber informiert wurde, das man heiraten solle und dazu noch einem Unbekannten. Damals, als sein Grossvater ihm gesagt hatte, er solle heiraten, und die Brat wäre nicht Nova, hatte er ihm zu ersten Mal wiedersprochen.


    Doch sein Grossvater hatte keinen Wiederspruch zu gelassen und auch er würde keinen solchen zu lassen.


    "SETZ DICH !"


    Seine Stimme war eine Spur schärfer als zuvor, unmerklich lauter und sehr bestimmt.

    Nachdem dieses Geklärt war, konnte er fortfahren. Obwohl er ahnte, das es noch nicht ganz ausgestanden war. Ihr Einlenken war zu schnell gekommen, es war zu leicht gewesen. Er würde Titus anweisen, ein Auge auf sie zu werfen und auch die Haussklaven entsprechend anweisen.


    Etwas freudlicher im Tonfall fuhr er fort.


    "Die Pflicht eines Römers und einer Römerin ist die Pflicht zur Ehe. Es wird also auch an mir sein, dafür zu sorgen, das du Standesgemäss verheiratet wirst."

    Und wieder klang es so gut, als sie seinen Praenomen aussprach, dieses Vertrauen das sie ihm dadurch entgegen brachte. Der Klang seines Praenomens von ihren Lippen hallte noch lange im seinen Kopf, er war einfach zu schön. Doch mischte sich auch leichte Wehmut in seine Gedanken, wusste er doch, das er ihn für längere Zeit nicht mehr von ihr hören würde, war doch diese Momente der Vertrautheit so gut wie zu ende.


    "Helena, " antwortet er leise, in einem Tonfall, den kaum jemand, der der ihn auf dem Exzierplatz oder der Rostra erlebt hatte, für möglich gehalten hätte, "ich werde dieses nicht vergessen, ich werde diesen Ort und diese Momente immer in meinem Gedächniss behalten, ist dies doch das schönste, was mir seit langem passiert ist. Ich binn es, der dir danken muss, Helena."
    Ein letzte Mal sagte er ihren Namen in diesen sanften, vertrauten Tonfal, ein letzte Mal für unbestimmte Zeit küsster er sie sanft auf die Stirn und löste sich dabei langsam von ihr.


    Und plötzlich erinnerte er sich an jene Abend in Tarraco, als er sich das letzte Mal von Nova verabschiedet hatte. Wie Unterschiedlich dieser Abschied doch zum jetzigen Moment war, obwohl sie sie sich doch auch so glichen. Dies lösen aus den Armen, der letzte Kuss auf die Stirn und die Ungewissheit, ob man je wieder so zusammen kam. Doch damals war es schwer gewesen, jeder seiner Schritte danach hatte angefühlt, als ob er grosse, schwere Steine an den Füssen hatte.
    Jetzt war es anders, zwar bedauerte er es, sie loslassen zu müssen, aber es war keine schwere in seinen Gedanken, vielmehr eine grosse Leichtigkeit. Und auch wenn sie nun gleich wieder den Konventionen unterstanden, irgendwie war in ihm ein Leichtigkeit erweckt, die er bisher so nicht gekannt hatte.


    Er trat einen halben Schritt zurück, rückte seine Tunika, die immer noch recht nass war zurecht. "Nun ist der Regen vorbei," meinte er leise, leichtes bedauern klng mit seinen Worten durch. Sein Sagum liess er ihr, sicher war ihr Kleid immer noch nass und sie könnte die Wärme gebrauchen, welches es spendete. "Wir sollten etwas durch die Sonne gehen, damit unsere Kleidung zu trocknen beginnt," meinte er heiter und reichte ihr seinen rechten Arm."Und ich bin mal gespannt, wann Ajax es wagt mir wieder unter die Augen zu treten," fügte er scherzend hinzu.