Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Ihr leise Lachen berührte ihn und erfreute ihn, er genoss es einfach, dieses warme Lachen zu hören. "Du weisst, wie ich das meine, Helena," ganz selbstverständlich liess er ihren Nomen gentile weg, er grinste verschmitzt, "Ich habe es natürlich überzeichnet." Doch es sollte nun genug sein mit der Politik, mit dem Gezeter manch verbohrter Köpfe auf der Rostra. Er wusste ja, das auch Helena sich mit dem Gedanken trug, den Weg in den Cursus Honorum zu beschreiten und er wusste auch, mit welchen Gepöbel des Pöbels, der sich auch noch Patrizier nannte, sie sich rum schlagen müsste. Er wusste nur, er würde dabei sein, ihr stets seine Unterstützung zur Verfügung stellen und hoffte auch , das sie wusste, das sein Angebot mit vollem Ernst ausgesprochen wurde.


    Als sich ihre Rechte zu ihrer Linken auf seinem Unterarm legte, liess er das Amulett in seiner Hand fallen, so das es nun über seiner Tunika lag und legte seine Hand safte auf ihre Hände. "Es ist ja nicht nur die Tradition meiner Ahnen, die mich davon abschreckt, die Prätur oder das Consulat anzustreben. Ich bin einfach zum Soldaten erzogen, ich fühle mich wohl im Castellum mit seiner Ordnung, Rom hingegeh ist einfach das Chaos." Er lächelt leicht, es tat gut so reden zu können. "Aber du hast recht, vielleicht ist es Zeit, mehr zu tun und ein anderes Schlachtfeld zu betreten."
    Er blickte ihn ihr Gesicht, das Gesicht einer jungen Frau aus einer Familie mit einem grossen Namen, die grosse Männer hervorgebracht hatte, ähnlich wie die Familie seiner Mutter,... Und doch waren die beiden sich so unähnlich...
    "Meine Mutter starb, ich war vielleicht gerade erst mal 6 jahre alt. Ich weiss nicht woran sie starb, aber Mara, meine Amme meinte stets, das sie zu sehr die Villa in Roma vermisst hatte, in der sie aufgewachsen war..." Doch war nicht eigentlich nicht Mara fast so wie seine Mutter gewesen ? "Ich denke, beide werden über mich wachen und so möchte ich es auch, auch wenn meine Mutter eine Patrizierin war und meine Amme eine Sklavin."
    Er schmunzelt, lenkt das Thema von sich zu ihr : "Du bist in eurer Casa in Tarracvo aufgewachsen ?" Er hat mehr von sich erzählt, als zu vielen anderen, zu gerne würde er auch noch mehr von Ihr erfahren.

    Das Verhältnis zwischen den Geschwistern war, davon zeugten die Blicke, die die Beiden austauschten, tief und von grossem Vertrauen und gegenseitiger Achtung. Etwas, das er selbst nie kennengelernt hatte. Er hatte keine leiblichen Geschwister, und seine beiden Jugendfreunde waren eben nur Freunde, denen er zwar vertraute, aber sie waren keine Geschwister für ihn.


    Erst blickte er nun zu Helenas Bruder, dann wieder an Helena und setzte seine Berichte aus Germania fort. "Der Germane ist wohl in der Regel grösser und auch stärker, als so mancher Römer und ein ernst zunehmender Gegner mit grossem Mut und Kampfeswillen. Das wusste schon euer Ahne, der göttliche Caesar, beschrieb er doch eben jene Keltenstämme als die mutigsten, welcher permanent im Kampf mit Germannen seien."


    Wie oft hatte sein Grossvater ihn den gallischen Krieg lesen lassen ? Wahrschenlich könnte er ihn im Schlaf rezitieren."Doch in der Schlacht fehlt dem Germane oft die Diszplin und die Einheit, welche uns Römer auszeichnet. Tatsächlich gibt es auch nicht den Germanen, es sind hunderte von Stämmen, oft untereinander vereinfeindet, verfolgen eine einfache Politik nach den Prinzip, das der Feinde eines Feindes ein Freund ist. Gefährlich ist es, wenn sich grosse Teile der Stämme vereinen und zusammen in die Schlacht ziehen."


    Er denkt an den letzten Einfall der Barbaren, welcher nur mit grossen Anstrengungen zurückgeschlagen wurde, und an jenes dunkle Kapitel, als drei Legionen vernichtet wurden. "Doch der Germane berherrscht auch den Verrat und den Hinterhalt, erinnern wir uns doch den Verrat des Arminius. Und dann nutzen sie gerne ihre Wälder, um Hinterhalte zu legen. Gerade die dunklen Wälder verhindern es, das wir unsere taktische Stärke voll zum tagen bringen können. Männer wie euer Onkel sind es dann, die unter Einsatz ihres Lebens uns absichern. Mit ihren Pferde durch das Unterholz reiten und uns warnen, wenn ein Feind sich nähert, sei nur, weil wir nicht mehr das Geräusch ihrer Pferde höhren."


    Während er darüber spricht, verfinstert sich sein Blick etwas, doch als sein Blick wieder Helena trifft, hellt sich sein Gesicht wieder auf und er lenkt das Gespräch auf schönere Kapitel Germaniens. "Doch gerade der friedliche, gesichterte Teil Germaniens hat seine schönen Seiten, gerade im Frühjahr oder Sommer, die Wälder bieten herrliche Möglichkeiten zum Ausreiten, oder auch zur Jagd. Ihr sollte es einmal bereisen, wenn es eure Zeit erlaubt."

    Der Blick des Tiberius Vitamalacus wandert von ihm zu ihr und wieder zurück. Ganz traute er der Situation nicht, etwas lag im Blick des Mannes, das ihn ahnen liess, das er mehr beabsichtigte als nur ein Abendessen. Und das Titus ihm Bescheid begeben hatte, bestärkte ihn darin, denn der Legionär hatte sich in der Villa ein gutes Informationsnetzwerk.
    Aber, er hoffte das seine Verwandte etwas gelernt hatte, so entschloss er sich, die Erklärung des Sergiers zu akzeptieren.


    "Dann will ich die wichtigen Geschäfte der Verwaltungen nicht stören. Doch erlaube mir noch eine Frage, bevor ich mich zurückziehe: Weisst du, wie es um die Classis bestellt ist, die in deiner Stadt stationiert ist ?"

    Tiberius Vitamalacus verfolgt das Geschehen aufmerksam und ist mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. Erfreut registriert er, das Iulia Helena ihm lächelnd zuwinkt. Immer noch fragt er sich, wer die junge Frau bei dem Geschwisterpaar ist, irgendwie kommt sie ihm bekannt vor, doch kann er sie nicht wirklich zuordnen. Einen Moment überlegt er, zu den dreien hinüber zu gehen, doch die Menschenmassen lassen dies zu einem schwierigen Unterfangen werden.


    Als dann auch noch, pünktlich zum Finalrennen der Imperator erscheint, verstärkt sich das Gedränge und das Rufen noch, so das er das unterfangen erst einmal aufgeben muss, er die drei sogar kurzfristig aus den Augen verliert.


    Stattdessen kommen in ihm die Erinnerungen an früher hoch, damals in Hispania, jenes Rennen dessen Verlauf er nicht mitbekam, weil er an diesem Tag seinen Nova wieder sah.


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    Es dauert nicht lange, dann tritt Titus in das Zimmer. Immer noch steht Tiberius Vitamalacus im Türrahmen zum Balkon, sein Blick ist finster und er lässt Titus einige Zeit mitten im Raum stehen, bevor er seine Stimme erhebt.


    "TITUS ! WAS SOLLTE DAS ?"


    Die Stimme ist nur leicht leiser als zuvor und riesige Mann mitten im Zimmer weis, was nun auf ihn zukommt. Er wirkt dann gleich deutlich kleiner und seine Stimme ist wesentlich leiser, als die seines Vorgesetzten.


    "Ich dachte, das könnte dir mal gut tun, Tribun. Du brauchst auch...."


    Es ist nur eine Handbewegung des Tiberius Vitamalacus, die Titus zum Schweigen bringt. Es ist nur gut gemeint gewesen von Titus, das ist Tiberius Vitamalacus klar und so ungewöhnlich ist es sicher nicht, das ein Mann sich Sklavinnen aus seinem Haushalt in sein Bett holt, doch ihm wiederstrebt es, dies zu tun.


    "TITUS,... Was ich brauche oder nicht, das entscheide ich ! Verstanden ? WEGTRETEN !"


    Etwas kleinlaut nickt Titus nur, dreht sich um dann um verlässt das Zimmer. Zurück bleibt Tiberius Vitamalacus, der nun die Lichter löscht, allerdings sich noch nicht zu Bett begibt.

    Tiberius Vitamalacus mustert den Mann, den Honoria als Sergius Glabrio vorstellt. Es ist wieder sein üblicherm kalter und durchdringender Blick, der sein Gegenüber trifft, dieser Blick der in kürzester Zeit das Potential eines Mannes erfasst, ohne allerdings ertwas über das Urteil zu verraten.


    "Tiberius Vitamalacus, Quaestor Consulum, " stellt er sich selbst vor, da Honoria es versäumt hatte.


    "Ich nehme an ihr habt ein Arbeitstreffen ?" fragte er, obwohl ihn der Ort für ein solches etwas befremdlich erscheint.

    Als die zweite Strähne von ihr zurechtgerückt wurde, bedauerte er es kurz, aber er liess sich nichts anmerken, stattdessen ging er auf ihre Äusserungen über ihren Standesunterschied ein.


    "Warum sollte ich nicht ernsthaft auf deine Frage antworten, denn sie hatte wahrlich Substanz und Bedeutung. Und danach soll man eine Frage beurteilen und nicht nach dem sozialen Status des Fragenden." Er lächelte verschmitzt und überlegte dabei, wie er wohl auf eine andere Frage reagiert hätte. Und es zeugte auch von der Offenheit, die er zu ihr hatte, das er seine Gedanken laut aussprach. "Wenn du mich gefragt hättest, welche Farbe ich für meine Toga bevorzugt hättest, oder ob ich lieber Puls oder Bohnenbrei habe,.. du hättest der Imperator selbst sein können, ich hätte deine Frage mit einer vernichtenden Antwort gewürdigt... Ein Stand ist geerbt, doch es ist die Persönlichkeit, die einen Menschen ausmacht."


    Und wenn sich seine Standeskollegen sich auch einer Frau und Plebejerin gegenüber abfällig verhielten, er tat es sicher nicht, nicht ihr gegenüber. Und er wusste, was er selbst von den meisten Männern seines Standes hielt und die wenigsten hielten seinem Standard stand.


    Er spürte in ihren Worten, in ihrer Gestig das sie en Vertrauen in ihn hatte, in seine Fähigkeiten, ein Vertrauen das über das hinaus ging, das er selbst in sich hatte. Er war Soldat, Offizier und vielleicht mal ein Feldherr. Doch Consul ? So hatte er sich wirklich nie gesehen.


    "Das, was dein Vater dir sagte, meinte mein Grossvater auch stets zu mir und immer bemühe ich mich ihnen zu folgen. Doch sie sind Soldaten...."
    An dieser Stelle machte er eine kleine Pause, bevor er fort fuhr. "...Sie starben im Dienst, oder begnügten sich mit einem Kommando in der Legio." Vielleicht würde er es zu mehr bringen,... doch allein ?


    Dann offenbarte sie etwas, über das er schon desöfteren gerätselt hatte. Um ihren Hals trug sie diesen einfachen Anhänger, das Symbol ihrer Gens, geschnitzt aus einfachen Holz. Und es war ein Andenken an ihren Bruder, nicht an ihren Mann und irgendwie erleichterte ihn der Gedanke. Doch das veriet er nicht, er sprach weiter über seine Mutter und den Tag ihres Todes : "Es war meine Amme, die mir dieses Amulett gab, am Tag, als meine Mutter ins Elysium einzog,... und ich muss gestehen, meine Amme kannte ih besser und viel länger als meine Mutter. An sie habe ich nur wage Erinnerungen..."


    Und da war sie wieder, die Strähne, die ihr Gesicht umspielte,... und zog ihn in ihren Bann,... So beachtete er nicht Ajax, der sich dem Pferdekarren fast genähret hatte.

    Titus hatte ihm gemeldet, das seine Cousine Honoria die Villa in Begleitung eines Fremden betreten hatte und sich mit ihm ins kleine Triclinium zurück gezogen hatte. So hatte er entschlossen, sich selbst ein Bild zu machen.
    Kraftvoll öffnete er die Tür und trat ein.


    *"Honoria, möchtest du mir deinen Gast nicht vorstellen ?"


    Die Worte mochten höflich formuliert sein, doch die Srtimme war befehlend.

    Natürlich ging sie zuerst auf diese Seidengewänder zu und so antwortet er kalt und bestimmt.


    "Du kannst dir eines Kaufen. Doch tragen wirst du es erst, wenn du verheiratet bist ! Oder allein in deinem Zimmer !"


    Er deutet auf einen Stand weiter, der Kleider aus Britanischer Wolle anbietet.


    "Diese Kleider kannst du jederzeit tragen !"

    MIt leichtem Bedauern registrierte er, das sie eine der beiden Strähnen zurück schob, doch immer noch fand er die verbleidende lockere Strähne, die locker vom Wind umspielt wurde, äusserst bezaubernd. Immer noch reizte es ihn, ihr diese Strähne einfach aus dem Gesicht zu streifen und ihr Blick verriet auch keine Scheu, keine falsche Scham wegen dem Zustand ihrer Frisur.


    "Ich hoffe, ich habe deinen Erwartungen entsprochen, Helena," meinte er lächelnd, während er sie ansah, " ich zumindest habe diese Frage geschätzt, ich galube sogar, es war die beste Frage, welche mir gestellt wurde, eben gerade weil sie nicht leicht zu beantworten war." Was wäre wohl passiert, wenn sie diec Frage nicht gestellt hätte ? Sicher hätte sie auch nicht gewagt ihn unter dem Ianusbogen anzusprechen und sie hätten sich niemals so kennengelernt, wie sich sich nun kannten. Er konnte mit ihr reden, wie er es mit niemand anders konnte, so offen und unbeschwert und schon beim ersten Treffen hatte er diese genauso empfunden.
    Und so verwunderte es ihn eigentlich kaum, das er nicht zusammenzuckte, als er seine Eltern erwähnte, ein Thema, das er kaum jemals wirklich erwähnte, zu sehr hatte sein Grossvater sein Bild von seinem Vater geprägt.
    "Mein Grossvater war einst vielleicht kurz davor, damals, als der Ursupator Vitellius vertrieben wurde und sein Waffengefäherte, der götlliche Vespasian Imperator wurde." Doch auch jetzt, auch ihr gegenüber, ging er nicht weiter daraufein, warum es nicht so weit kam, auch erwähnte er seinen Vater nicht weiter. Aber, er tat etwas, das er lange, sehr lange nicht getan hatte, er sprach über seine Mutter. "Vielleicht würde es meine Mutter sogar erwarten, das ich den Weg zum Consul einschlage, finden sich doch unter ihren ahnen zahlreiche Consule. Doch sie starb als ich noch keine 6 Jahre alt war, das Klima in Gallien war nicht das richtige für sie. Ich habe nicht viele Erinnerungen an sie, doch trage ich stets ein Amulett bei mir, das sie von ihrem Vater bekam."
    Bei diesen Worten lässt er Ajax los, und holt unter seiner Tunika dieses Amulett herraus. Und während er dieses Helena zeigt, trabt Ajax ungeduldig an, direkt auf den Pferdekarren zu.

    Doch es kommt keine Antwort aus dem Zimmer, niemand sagt drinnen etwas. Einen Moment wartet Tiberius Vitamalacus, bis er umdreht und langsam in Richtung der Tür des Balkons geht.


    "Titus, ich hoffe, es ist etwas wich...." In seiner Stimme klingt schon ein gewisser Ärger durch, doch als er den Raum betritt, verstummt er sofort, denn er vermag seinen Augen nicht zu trauen. Statt das er Titus dort vorfindet stehen zwei jungen Frauen mitten im Raum, vielleiht gerade mal zwanzig Jahre alt, beide äusserst hübsch anzusehen und nur mit einem dünnen Seidenumhang bekleidet, der kaum etwas verdeckt, sondern ihre Reize noch deutlich betont.
    Dieser Anblick verfehlte seine Wirkung nicht auf den hochgewachsenen Mann, er spürte, wie das Verlangen, das er erst kürzlich wieder entdeckt hatte. Und nun brauchte er nur die Hand ausstrecken und zwei Frauen wären ihm zu willen. Und er war einen Moment sogar versucht, diesem Verlangen nach zu geben,..


    Doch er tat es nicht, es schien ihm einfach falsch und irgendwie wollte er es nicht,.. nicht so, nicht auf diese Art, sie wirkte auf ihm primitiv, fast barbarisch und er wollte es nicht mit ihnen. So blieb er stehen, blickte in die Gesichter der beiden, die er langsam als zwei Sklavinnen der Villa erkannte. Seine rechte Hand wies zur Tür.
    "Ihr könnt gehen !" befahl er schroff, aber nicht wirklich verärgert, denn er wusste, er für diese Geschichte verantwortlich sein musste. So wartete er, bis die Beiden den Raum verlassen hatten, dann erst ertönte seine Stimme lautstark, das sie in weiten Teilen der Villa zu hören sein musste.
    "TITUS !!!!"

    Wieder einmal führte sie eine Hand auf ihre Brust und irgendwie war er neugierig, was sich dort verbarg, welches Erinnerungstück dort um ihren Hals hingb und ihr Sicherheit und Kraft schenkte. War es ein Andenken an ihren Mann ? Und, so fragte er sich, warum interessierte es ihn überhaupt ? Er wusste es nicht, wusste nur, das er es tat.


    Zumindest wusch ihr offenes Haar seine Bedenken weg, ihr Komplimernt könnte nicht ernst gemeint sein und sein Lächeln verstärkte sich noch etwas. Einen Moment war er versucht, Ajax Zügel losuzulassen und mit seiner Hand sanft die beiden Strähnen zurecht zurücken, dabei sanft ihre Wange zu streifen, doch er tat es nicht. Zum einen schickte es sich nicht, auch wenn sie ein Niveau des Vertrauens erblebt hatten, in dem er es es sicher getan hätte, doch sie waren nicht mehr unter Klippe, sie waren wieder Magistrata und Quaestor. Doch vielleicht ihn zurück, das er es einfach bezauberd anzusehen fand, wie der Wind mit ihrem Haar spielte.


    "So, so, eindrucksvoll fandest du mich ? " ging er mit einem Schmunzeln auf den Lippen auf ihr erneutes Kompliment ein. "Das du denoch nicht gescheut hast, mir deine Frage zu stellen, freut mich besonders, auch wenn es eine Frage war, mit der du mich fast in Verlegenheit gebracht hast. Denn zum einen, kannte ich die Verhältnisse in der Stadt nur aus Berichten in der Acta und dem was man in der Provinz so aufschnappt. Ausserdem war es schwierig für mich, offen über das Urteil zusprechen, ist doch mein Cousin einer der Kläger gewesen, zum anderen meine Cousine die Richterin,... Wäre ich zu der Zeit in der Stadt gewesen, hätte ich wohl meinen Cousin von der Klage abgeraten, denn leider greift das Gesetz nicht,... "
    Er spricht ganz offen mit ihr, so wie er es sonst mit niemanden bisher getan hat, nicht einmal mit Nova, in ihrer Beziehung hatte er stets die Position der Stärke innehaben müssen. Sein Entschluss, der Legion vorerst den Rücken zuzukehren und als Quaestor zu kandieren, hatte er in einem längerem, stillen Zweiegespräch mit sich selbst gefasst. Und heute war er sich sicher, sicherer als je zuvor, den richtigen Weg gewählt zu haben.
    "Wenn ich ehrlich, daran je Consul zu werden, daran habe ich bisher nicht gedacht. Keiner meiner Ahnen war je Consul, es waren stets immer Soldaten, die es zurück in die sichere Ordnung eines Castellums zog. Natürlich hege ich den Gedanken, als Aedil zu kandidieren und habe dann natürlich die Hoffnung, nach dem Aedilat vom Imperator in den Senat berufen zu werden, doch weiter dachte ich bisher nicht..."
    Es tat gut, so offen mit ihr zusprechen und besonders schätzte er es, ihre ehrliche Meinung zu hören. Und das ihr Meinung ehrlich war, dessen war er sich mittlerweile sicher, es würde nicht zu ihr passen, ihm zu diesem Thema falsche Komplimente zu machen.

    Das hätte er auch ahnen können, das eine Frau zuerst daran dachte, sich für einige neue Kleider zu interessieren. Wahrscheinlich hatte sie eine grosse Kiste Kleider mitgebracht und dazu noch eine grosse Auswahl an Schuhen.


    Doch er sagte nichts, lenkte stattdessen seine Schritte in Richtung jener Reihe von von Ständen, an denen verschiedene Händler aus allen Ecken des Imperiums ihre Waren feil boten. Schon als er den ersten Stand war, wusste er, warum er daraufbestanden hatte, sie zu begleiten.
    Der Händler aus dem tiefsten Osten bot Kleider aus solch dünner Seide an, das sie mehr zeigten als sie verbargen. Wäre sie allein auf den Märkten unterwegs, könnte sie, geblendet von der Vielfalt der Angebote, auf die unmögliche Idee kommen, eines jener Kleider zu kaufen und sogar noch tragen zu wollen.

    Sie kommen direkt von der Villa Tiberia, Quintus Tiberius Vitamalacus, Tiberia Calvina und ihr Gefolge. Diesmal geht Titus voran, der riesige Legionär schafft den Platz den die beiden und ihr Gefolge benötigen.


    Die beiden Tiberier schweigen den Weg über und erst als sie den Markt erreichen, bricht Tiberius Vitamalacus das schweigen.


    "Wohin möchtest du zuerst ?"

    "Ein Soldat trägt stets seine Rüstung, und wenn er sie ablegt, ist es ein Zeichen, das er zu Hause ist, in Sicherheit. Vielleicht hat jeder Mensch dieses Kleidungsstück, das die Sicherheit des Hauses mit nach draussen trägt." Es ist dieser lockere Plauderton, mal scherzend, mal ernsthaft philosophierend, der für ihn das besondere an seinen Gesprächen mit Helena ausmacht. Die Scherze unter Milites waren anders, rauer, obzöner,... diesen hatte er nie etwas abgewinnen können. Und der Wechsel zum Philosphieren war dann kaum möglich. "Vielleicht ist es nur ein kleiner Gegenstand für einen Zivilisten, der diese Sicherheit bietet, ein Tuch oder so etwas....."


    Er spürt den Druck ihrer Finger auf seinem Unterarm, wendet sich ihr zu und blickt in ihr Lächeln. Der schelmische Ausdruck entgeht ihm nicht und es wählt ihm schwer, ihre Worte dazu richtig einzuordnen. Meint sie es erst, das sie ihm stattlich findet ? Und warum interessiert es ihn überhaupt ? Er war doch Soldat, ihm lag daran, durch seine Taten zu überzeugen, nicht durch sein Aussehen. Aber, er muss es sich eingestehen, ihm liegt daran, das sie es ernst meint,.. sich nicht einen Scherz mit ihm erlaubt...


    "Die Tunika trage ich seit langem, sie ist mir einfach vertraut, doch du hast recht, die Toga werde ich immer öfter tragen müssen. Zwangsläufig werde ich mich daran gewöhnen müssen, Helena," meint er lächelnd, nicht wirklich auf ihr Kompliment eingehend, doch er lächelt, und das funkeln in seinen Augen zeugrt davon, das er sich, bei all seiner Unsicherheit daüber freut. "Mein Grossvater hatten eine Toga mit breitem Purpurstreifen,... meinst Du, einer solcher würde mir auch stehen ?" Dieser Satz, scherzhaft geäussert, zeugt wirklich von dem Vertrauen, das er zu ihr hat.

    Tiberius Vitamalacus hatte schon ungeduldig auf seine junge Verwandte gewartet, doch natürlich liess die Weiblichkeit mal wieder auf sich warten. Als sie dann endlich in das Vestibulum trat, blickte er sie an.


    "Calvina."


    Der Ton der Stimme ist bestimmt, in leichter hauch von Freundlichkeit klingt aber durch. Die aber verschwindet, als er sie näher betrachtet...


    "SO willst du auf die Strasse ? WO ist deine Palla ?"

    Nachdem sein Verwandter sich kurz vorgestellt hatte und keine Fragen an diesen gerichtet hatte, trat Tiberius Vitamalacus vor und blickte kurz in die Runde. Mittlerweile hatte er sich etwas an die Toga gewohnt, doch seine Schritte, seine Haltung zeugen immer noch davon, das er ein Soldat ist und auch bleiben wird.


    "Sodales, Salve ! Mein Name ist Quintus Tiberius Vitamalacus, diente der Legio IX als Tribun und amtiere nun als Quaestor Consulum."

    Wieder war ein besonderer Moment zu ende, eigentlich ein alltägliches Ritual, welches sich vielen Haushalten tag täglich abspielte, vielleicht hatte sie ihrem gefallenen Mann auch öfters das Haar gekämmt. Aber, das war der Unterschied, dachte er sich, während sie langsam ihren Weg fortsetzten, sie waren kein Ehepaar, sondern Freunde, obwohl sie sicherlich ein besonderes Niveau des Vertrauens und der Vertraulichkeit erreicht hatten.


    "Nun, da die Germanen sicher nicht für ihre Haartracht und auch ihre Körperpflege bekannt sind," begann er leise zu erzählen, während er sich im gehen immer wieder zu ihr wandte, "würden sie sich sicherlich nicht, von einem ungepflegten Miles beeindrucken lassen. Aber vielleicht sollte wir die Ausrüstung der Milites um einen Gegenstand erweitern. So eine Klammer, mit welcher man sich die Nase verschliesst, um den Körpergeruch der Barbaren von sich fern zu halten." Das Lächeln auf seinem Gesicht wurde schelmisch und dieser Schalk setzte sich in seinen Augen fort.


    In der Ferne näherte sich ein Pferdekarren, vielleicht ein Fischer, der seinen Fang nach Ostia bringen wollte. Sicherhaltshalber nahm Quintus die Zügel von Ajax in die freie Hand, so das sie nun zu dritt nebeneinder her spazierten, wobei Ajax das Tempo merklich zu langsam war.
    "Es ist vielleicht so, das jeder einige Gegenstände hat, ohne die er das Haus nicht verlässt und wenn es dennoch tut, sich fast nackt vorkommt, " sinnierte er, so wie er es gerne in ihrer Gegenwart tat, einfach seinen Gedanken freien Lauf lassend, "Ich bin es so gewohnt, stets mein Gladius und Pugo mit mir zu führen, doch wenn ich meine Casa oder Unterkunft betrete, sind sie es, die ich zu erst ablege. Stell dir vor, welche Umstellung es war, in Rom rein in Civil herum zu laufen und dann noch in einer Toga.