Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Als er sich ihren Lippen annäherte, hatte sich Quintus Tiberius Vitamalacus auf ein Feld begeben, das ihm gänzlich unvertraut war und ihm schoss so fieles durch den Kopf. Was wäre, wenn sie ihn zurückweisen würde, ihn empört von sich stossen ? Und vielleicht einfach so im Regen verschwinden würde ? Wenn er mit dieser Geste, diesem Versuch sie zu küssen sogar die Freundschaft, die sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, zerstören würde ?


    Doch dann, in dem Moment, da sich ihre Lippen berührten, waren diese Gedanken verschwunden und Quintus Gedanken drehten sich nur noch um Helena, nur sie und den Kuss den sie austauschten zählte für ihn sie kam in seinen Gedanken vor. Seine Augen schlossen sich, und er sog jeden Momernt in sich auf und je länger der Kuss dauerte, desto mehr wuchs seine Sicherheit.


    Als sie ihre Hand auf seinen Hinterkopf legt, verstärkte er die Intensität des Spieles ihrer Lippen und seine Hände, die bisher auf ihrem Rücken gelegen hatten, wanderten langsam etwas weiter herunter und zog noch etwaws dichter an sich heran. Es war auch ihre Bestimmtheit, die ihm weiter über seine eigene Unsicherheit hinweg half.
    Wind, Regen und Donner waren für weit weg und auch als der Kuss geendet hatte, blickte er nur in ihr Gesicht, in ihre blauen Augen. Auf seinem Gesicht lag ein Lächeln und seine Augen funkelten. "Ich möchte hier gerade nicht mehr Weg, Helena, möchte mich nicht von Dir lösen." antwortete er ihr in einem leisen Flüsterton, der immer wieder im Donnern unterzugehen drohte. Doch selbst wenn sie es nicht verstanden hätte, der Ausdruck in seinem Gesicht verriet den Inhalt seiner Worte genau.
    Zärtlich strich seine rechte Hand über ihre Wange und langsam wanderte sie nach hinten, legte sich sachte in ihren Nacken und er zog sie leicht zu sich. Vorsichtig küsste er sie sanft auf Stirn, atmete tief den Duft ihrer Haare ein und setzte es fort ihr Gesicht mit zärtlichen Küssen zu bedecken.

    Quintus Tiberius Vitamalacus folgt dem Scriba in die Aula Regia, die kräftigen Schritte des beurlaubten Tribuns hallen leicht durch die Gänge und schliesslich auch in der Aula Regia.


    Die ganze Haltung des Tiberiers ist immer noch die eines stolzen und aufrechten Offiziers.


    Mit einem Nicken quitiert er die Worte des Scribas und wartet geduldig auf das Erscheinen des Imperators. Nichts an ihm deutet darauf hin, das er nervös sein könnte.

    Seine Geste hatte eigentlich nur einen sehr pragmatischen und freundschaftlichen Grund gehabt, nämlich einfach sie zu wärmen und vor dem Wind zu schützen, der unbarmherzig vom Meer her weht und beide spüren liess, wie nass ihre Kleidung war.


    Doch als er ihre Hand auf seiner Taile spürte, ihren Körper so dicht an seinen gepresstund sich ihr Kopf an sene Schuilter schmiegte, merkt er, das diese Nähe etwas in ihm auslöst, vom er nicht geglaubt hätte, es noch einmal so zu spüren. Bisher hatte es nur eine Frau für ihn gegeben, eine Frau, die auch als sie lebte für ihn unerreichbar gewesen war. Nie hatte er eine andere Frau so an sich heran gelassen, nie hatte er gar das bedürfnis empfunden, eine Frrau so wie jetzt Helena im Arm zu halten. Ganz langsam zieht er sie noch etwas dichter an sich heran und unweigerlich spürt er so ihren Oberkörper noch etws deutlich an seiner Brust und diese Nähe verfehlt ihre Wirkung nicht.


    Die Kälte spürt er nicht, das unaufhörliche Prasseln des Regens und das heftige Donnergrollen hört er nicht, ihm ist auch nicht kalt, er nimmt nicht wahr, was um sie herum passiert, er blickt nur zu ihr herunter, in ihr Lächeln und ihre Augen. Wann hatte er das letzte mal so in die Augen einer Frau geblickt ? Warum kommt gerade jetzt, gerade mit ihr, die Gefühl des Verlangens wieder in ihm wieder zum vorschein ? Er weiss es nicht, aber er denkt auch nicht darüber nach.

    Leise, sehr leise antwortet er, seine Worte fast nur gehaucht und wäre fast in einem Donnerschlag unter : "Es wird schon nicht so schlimm, Helena." Irgendwie eine denkbar dämliche Antwort, denkt er sich noch und wünscht sich in diesem Moment vielleicht, er hätte etwas von der Wortgekunst seines Freundes Lucius. Doch eigentlich ist es auch egal was er sagt. Er geniess diesen Moment einfach zu sehr, ihre Nähe, ihre Wärme zu spüren.


    In diesem Moment kommt der Offizier in ihm, diese kalte, starre, stets korrekte Persönlichkeit, nicht mehr zu Wort, dieser hätte ihn bestimmt zur Vernunft und zu Disziplin gerufen. Stattdessen beugt Quintus seinen Kopf leicht zu Helenas herunter, ganz langsam, schüchtern, beinahe ängstlich nähern sich seine Lippen den ihren.

    Er war es gewohnt durch den Schnee Germaniens zu gehen, mit kaum mehr bekleidet als heute, so friert er nicht wirklich, zumindest merkt er kaum den Wind, der Kalt durch seine nasse Tunika zog. Doch, er ist ein aufmerkasamer Beobachter, ihm entgeht nicht, wie sehr Helena die Kälte zusetzt.
    "So war es in Gallien auch selten,... aber häufig war der Regen ähnlich heftig... es wird sicher bald besser."
    Das Lächeln auf seinen Lippern ist wärmer, als ihm selbst ist, aber es ist ehrlich und offen. Und auch wenn die Haut unter seiner Tunika sich leicht zusammen zieht, er gibt sich unbeeindruckt. In seiner linken Hand hält er seinen Umhang, der noch fast trocken ist, da er ihn schutzenden unterseinen Oberkörper hielt. Quintus Tiberius Vitamalacus zögert nicht lange, seine Blick, der fast nüchtern über sie wandert, das zittern in ihren Worten , verrtät ihm, wie sehr sie frieren muss.
    Seine rechte streckt er aus, ihr auf zu helfen und sie an sich zu ziehen, die Linke hingegen breitet den trockenen Umhang aus, den er schwungvoll um Helena legt. Sicher, ihm war ihr makelloser, weiblicher Körperbau nicht entgangen und dieser reizvolle Anblick hätte so manchen Mann zu einer Dummheit verleiten löassen, aber Quintus Tiberius Vitamalacus sieht zunächst eine frierende Person vor sich.
    So legt er seinem Umhang um Helena, ganz fest, so das sie wirklich davon umschlosssen ist und zieht sie zu sich, ganz dicht, das er sie mit seiner Körperwärme mit wärmen kann. Sanft, aber denoch sehr entschlossen legen sich seine Arme um sie.
    "Sei unbesorgt, es ist alles gut..." flüstert er leise.
    Eigentlich ist dies eine ganz normale Geste des Schutzes, des Beistands in der Not, doch als er sie wärmend an sich zieht, spürt er ein Gefühl in sich aufkommen, das er seit langem nicht mehr gespürt hat. Noch nicht besonders intensiv, sie würde es noch nicht spüren können, aber er spürt diese Gefühl des Verlangens deutlich...

    Es gab keine Gelegenheit mehr für ihn, ihr auf ihre Gedanken zu antworten, auch wenn er es gerne getan hätte, doch der einsetzende Regen trieb ihn, genau wie Helena zur Eile. Allerdings, hielt er sich immer hinter ihr, auch wenn er natürlich jederzeit sie überholen hätte können. Doch dies Verbot sich ihm natürlich. Und wennn so mancher Mann hätte sich vielleicht daran anstoss genommen, das sie so pragmatisch und vielleicht unschicklich reagierte, aber als Soldat wusste er einfach um die Gefahr, in der sie sich befanden.


    Ein Blitz, gesandt vom Göttervater, war eine grosse Gefahr, da war eile geboten. NIcht der Regen, der seine Tunika mit jeden Schritt, mehr durchnässten, sondern der Blitz war geährlich. Würde Helena aus irgendeinem Grund straucheln, wäre er sofort da, ihr zu helfen. Doch das war nicht nötig.


    Sicheren Schritten näherten sie sich der Klippe und dem schützenden Vorsprung, auch wenn mit jedem Schritt immer mehr schwere Regentropfen, die sich zu wahren Wassermassen entwickelten. Quintus Tiberus Vitamalacus lief leicht gebückt, um noch den Umhang ,den er über den linken Arm gelegt hatte, vor dem Regen zu schützen.


    Ganz kurz darauf ereichten sich den Vorsprung und Quintus Tiberius Vitamalacus blickte in Richtung des Wäldchens in das Ajax verschwunden war. "Ich sollte mal ein ernstes Wort mit Ajax sprechen,... einfach so zu verschwinden."
    Er spürte wie durchnästs seine Tunika war, wie der Wind kalt vom Meer herüber wehte. Langsam drehte er sich zu Helena um...

    Manchmal wünscht sich Quintus Tiberius Vitamalacus es sich, noch einmal mit seinem Grossvater sprechen zu können. So verbittert er er auch über dessen Order für seine Heirat gewesen war, hat er ihm doch so viel mit auf den Weg gegeben. Auch viele Geschichten, jenes Hörensagen, welches oft nur mündlich weitergeben wird.


    "Dein Ahne war ein grosser Mann, mit einem Feldherren wie ihm sind römische Legionen kaum schlagbar. Und er war auch ein weiser Mann. Es war mein Ur,...," kurz muss er überlegen, " Urgrossvater, glaube ich, der im Stab deines Ahnen war. Er hat uns ein Ausspruch übermittelt, in dem dein Ahne darauf reagierte, das er König von Rom werden wollte : `Der erste König mag brilliant sein, sein Sohn nur noch mittelmass und der Enkel kann ein Idiot sein.` Ist es nicht wirklich so, bei aller Achtung für die Ahnen, das eben ein Mann sich durch seine Taten beweisen sollte und nich nur auf der Leistung seiner Ahnen ausruhen sollte ?"


    Hätte er geglaubt, das er so offen und philosopisch mit einer Frau sprechehn könnte ? Noch vor kurzem hätte er diese Frage sicher verneint. Doch nun geht er neben ihr und ist so tief in das Gespräch involviert, das er kaum den Wetterwechsel wahr nimmt. Er legt sich gerade ein paar Worte zurecht, um auf ihre Ausführungen zum schönen Strand zu antworten, als ihr Satz durch das Donnern unterbrochen wird. Er dreht sich um und sieht das Gewitter, das unweigerlich näher rückt.
    "Wir sollten schnellst möglichst Unterschlupf suchen." Sein linker Arm deutete zu der Klippe, noch gut 200 Schritt entfernt. "Dort scheint mir ein Felsvorsprung zu sein, vielleicht sogar eine kleine Grotte...." Er weiss, der Regen kann jedem Moment losgehen und er hat kaum den letzten Satz gesprochen, da fallen auch die ersten Tropfen auf sie herab. Noch nicht viele, aber es sind schwere, dicke und warme Tropfen....

    Tiberius Vitamalacus nickte nur knapp.


    "Wie dir sicher nicht entgangen ist, wurde ich vom Volk von Rom zum Quaestor gewählt und vom Senat zum Quaestor Consulum bestimmt."


    Er räuspert sich leicht, fährt dann fort.


    "Ich wollte mich erkundigen, ob unser Imperator, wie in den Vergangenen Legislaturen, zu einer Audienz für alle gewählten Quaestoren lädt, oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich um eine Audienz ersuchen."

    Vielleicht hätte der Fischer, der gerade noch mal zu dem Boot, das weit hinter ihnen auf dem Strand gezogen lag, eilte, den hochgewachsenen Soldaten und die kleinere Magistrata für eines jene Paare gehalten, die sich gerne in die nächste Bucht zurück zogen. Doch der Fischer sah die beiden nicht einmal, er war damit beschäfftigt schnell einige Netze zusammen zu raffen. Der Blick auf das Meer verriet nichts gutes, das Gewitter würde schnell heran ziehen, das verriet ihm die lange Erfahrung mit dem Wetter an der Küste.


    Diese Efahrung fehlte Quintus Tiberius Vitamalacus, der neben Helena entlang schritt und in das gemeinsame Gespräch ertieft war. Für ihn, als Mann der meist weit entfernt von der Küste gelebt hatte, war die Möglichkeit eines allzu raschen Wetterumschwungs ungewöhnlich. So genoss er der Gespräch mit Helena und dieses Gefühl der Vertrautheit, das sich zwischen ihnen entwickelt hatte. "Mein Grossvater war zwar ein Legatus Legionis, und als solcher hat man sicher mehr Möglichkeiten die Disziplin durchzusetzten, als im civilen Leben. Doch er warnte immer davor, zu Häufig zu solchen Massnahmen zugreifen. Den wahre Authorität kommt ohne Peitsche aus." Genau diesen Worte wurden von einem erneuten, leisen Donnergrollen begleitet und hätte er sich um gedreht, hätte er die Regenwand gesehen, die sich langsam auf den Strand den Strand zwischen ihnen und Ostia zu schob. Doch sein Blick galt der Klippe, der sie sich nährten. Auch er er noch nicht mit Regen rechnete, der vorrausschauende Offizier hatte schon eine STelle im Blick, welchen ihnen zur Not Schutz bieten könnte. Dann blickte er wieder zu ihr, lächelte freundlich, dieses Lächeln, das er erst so kürzlich wiederentdeckt hatte.
    "Ein Mann in der Legion muss sich stets selbst versorgen können. Und da ist der Stand egal, ob nun Plebejer oder Patrizier. Was heisst es schon Patrizier zu sein ? Die Ahnen meines Grossvaters gehen zurück zu den Königen, stets von Adel, vielleicht nie von grossem politischen Einfluss, doch stets in der ersten Reihe in der Schlacht. Der Stand ist für nicht ein Privileg, sondern eine Verpflichtung. Mein Grossvater sagte mir stets, verlange nie von jemanden etwas zu tun, was du nicht selbst zu tuen bereit bist."
    Bei diesen Worten blickte er zwar zu ihr, doch seine GEdanken waren bei seinem Grossvater, bei den nächtlichen Unterhaltungen, die sie so oft in dessen Tablinium geführt hatten. Und fast wörtlich zitierte er einen Satz seine Grossvaters. "Wenn dir eine Aufgabe zu unangenhm und deinem Stand nicht angemessen erscheint, bedenke, das deine ahnen es waren, die mit am Bau der Cloaka Maxima gebaut haben."

    Nur kurz überlegt er, dann kommt er zu einem Entschluss. Titus bei seiner Verwandten zu wissen konnte nicht falsch.
    "Ausleihen ist vielleicht das falsche Wort, denn Titus ist ein freier Bürger und ein Freund. Aber wenn er nicht gerade mit begleitet und dir Geleit bieten mag, natürlich gerne;
    Kurz blickt er zu Titus hinüber, der ihm etweas zu eifrig nickt. Bevor Titus mit Livilla das Haus verlassen dürfte, müsste er noch mal mit ihm reden.


    "Manchmal sollte man es vielleicht wirklich tun.... Zu viel Gesindel treibt sich herum...." Vielleicht klingen die Worte hart, aber in seinen Augehn blitzt kurz ein Lächeln auf."Doch ich muss dich warnen, ich bin es gewohnt Miles zu Bestleistungen zu bringen,....."

    Er schmunzelt leicht bei ihrern Worten und hätte beide sich über ihren Gedanken bei ihren Worten ausgetauscht, hätte sie beide wohl laut aufgelacht, denn sie ähnelten sich doch sehr, dachte doch der beurlaubte Tribun an die Reaktion der Stallknechte im Castellum auf Ajax und übertrug sich nicht gerade schmeichelhaft auf Civilisten. Kaum jemand schien Ajax so dicht an sich zu lassen, wie Helena.


    So süurte Tiberius Vitamalacus wie sich ihre Hand auf seinen Unterarm legte und wie schon neulich beim Ianusbogen genoss er diese leichte Berührung ihrer Hand. "Mein Grosvater hat mir stets gesagt, ich solle meine Umgebung kennen, denn nur so könne man richtig reagieren. Und ich denke, dies trifft auch auf eine Magistrata zu,... " Er blickte zu ihr, schmunzelte leicht. "So solltest du auch diesen Strandteil selbst kennen und so biete ich dir meine Hilfe dabei an ihn zu erkunden." Der Gedanke daran, das man sie und ihn als Liebepaar bezeichnen könnte, lag ihm wirklich fern, so fern ihm das Gefühl der Liebe schon seit langem war.
    Langsam Schritten sie durch den Sand, der Wind frischte merklich auf und sorgte für eine leichte Erfrischung. Das Donner grollen drang an sein Ohr, aber er schenkte ihm noch keine grosse Bedeutung, lieber wandte er sich ihr zu.
    "Boote sind nicht wirklich mein Fall, allerdings schätze ich doch einen frischen Fisch. Früher haben wir immer mal Fische gefangen und dann selbst auf dem offenen Feuer zubereitet. Mara hat uns verraten, das man verschiedene Holzsorten braucht, um den Fisch am schmackhaftesten zuzubereiten." Diese Offenheit, wie einfach er über seine Jugend mit ihr Sprach, dieses Gefühl des Vertrauens, zeichnete sein Verhältnis zu ihr aus.
    Mittlerweile hatten sie fast schon die Landzunge erreicht, die die Buchten von einandertrennten.
    "Ich hoffe, dich schockiert es nicht, das ein Patrizier in der Lage ist, sein Essen auch selbnst zuzubereiten ?" fragte er, während er lächelnd in ihr Gesicht blickte. Seine Worte wurde von einen recht Lauten, aber noch entfernten Grollen des Donners begleitet.

    Es dauerte wirklich nicht lange, bis alles verstaut war und beide im Sand des Strandes standen. Sie hatte den Wunsch, ihr Bündel bei ihm noch kaum geäussert, da hatte er schon seinen Arm ausgestreckt und es ihr abgenommen.


    "Ajax wird sie für uns tragen, " meinte er kanpp und drehte sich kurz um und gab Ajax ein Zeichen, auf das der schwarze Hengst langsam heran getrabt kam und bereitwillig sich die beiden Pakete auf dem Rücken befestigen liess. Dann klopfte Quintus Tiberius Vitamalacus ihm auf den Hals und flüsterte ein paar Worte in das Ohr des Hengstes, worauf dieser scheinbar bejahend den Kopf bewegte.
    Kurz blickte Tiberius Vitamalacus gen Himmel, er spürt, es liegt etwas in der Luft, doch sollten die Wolken den Himmel auch hier verdunkeln, wäre es wirklich ein willkomener schatten. Kurz blickt er auch über den Strand, es ist der Blick eines Soldaten, der das Terrain genau erkundet um für alle Fälle gerüstet zu sein.
    "Was hälst du von dieser Richtung ?" Er deutet etwas nach vorne, weg von der Stadt. Dort schiebt sich eine Felszunge in Richtung des Meeres, trennt so diese Bucht von der nächsten. In der anderen Richtung haben die Fischer mittlerweile den Strand verlassen. Nur ihr Boot, das weit den Strand hinauf gezogen ist und die Seevögel, die immer noch nach überresten des Fanges suchen.
    Er streckt den Arm aus und deutet auf ein Fischerboot, das in die nächste Bucht gerudert wird. "Vielleicht erreichen wir sie und können uns noch ihren Fang ansehen."
    Routiniert rückt er sein Gladius und Pugo zurecht und nimmt den Umhang vom Stein auf, auf dem dieser getrocknet ist, legt sich ihn locker über den linken Arm und bietet ihr seinen Rechten zum Geleit an.

    "Sein Vater war ein Soldat meines Vaters und irgendwie blieb er nach dessen Tot in unser Casa Rustica wohnen." Fast hätte er das Fehlen den nomen Gentile nicht bemerkt, aber als er es registriert, freut er sich innerlich, auch wenn er sein Cognomen nicht wirklich mag, es ist eine Erbe seines Grossvaters.
    Doch er spricht weiter über Lucius und bei seinen folgenden Worten muss er schmunzeln."Vielleicht sollte ich mal den Verlobten meiner Schwester fragen, was er davon hält, das ein kleiner Gauner seiner Gens eine Frau gestohlen hat. Doch meinen Segen hat Lucius und er weiss, was ich mit ihm machen würde, würde er einer Flavierin Schande machen."


    Als sie auf seinen Vorschlag einging, lächelte er erfreut und machte sich daran, die Reste des kleinen Mittagsmahls einzusammeln und wieder zu verstauen. Langsam erhebt er sich, und legt auch die Decke zusammen auf der er gesessen hat. Er reicht ihr seine Hand um ihr aufzuhelfen.


    "Darf ich dir aufhelfen, Helena ?" Ganz automatisch lässt er auch ihren Nomen gentile weg und ihm gefällt ihr Name, auch wenn er an andere Personen dieses Namens keine guten Erinnerungen hat. "Wir müssen gleich nur aufpassen, das uns Ajax nicht zu nahe kommt,... sonst sind wir gleich durchnässt."
    Im Stehen spürt er den Wind deutlich besser und dieser ist eine wirklich willkomene leichte Erfrischung.

    "Du solltest dich nicht scheuen, dich stets von einem kräftigen Sklaven begleiten zu lassen. Solch ein Schatten kann dir stets den Rücken freihalten und auch das schlimmste Gesindel lässt sich davon dahalten."


    Mittlerweile ist sein Tonfall freundlicher und fürsorglicher geworden. Ganz leicht könnte man auch ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen erkennen.


    "Ich denke, in Roma selbst wirst du nicht auf die Jagd können. Aber unser Landsitz würde sich anbieten, in der Umgebung sollte einiges an Jagdwild zu finden sein."


    Kurz überlegt er.


    "Wenn ich die Zeit finde, würde ich dir anbieten, dich um Umgang mit dem Spiess zu unterichten."

    "Lucius war in dieser Beziehung etwas eifrigen als die meisten Anderen. Hätte ich eine Tochter statt eines Sohnes, würde ich ihr den Umgang mit Lucius verbieten." Er muss trotz der ganzen Streitereien mit Lucius plötzlich lächeln. "Obwohl, dieser Sohn einer Lupa und eines Batavers hat sich wohl in letzter Zeit geändert. Nicht nur, das er das Bürgerrecht bekommen hat und in eine Gens adoptiert wurde, er hat sich sogar mit einer Flavierin verlobt und ihr die Treue gelobt."


    Er spürte wie die Hitze zunahm und merkte, das er jeden kleinen Windhauch schätzte, der etwas Kühlung brachte. In dieser Sitauation war er schon dankbar, das er sein Dienst in der Legio bisher hauptsächlich in Germania absolviert hatte.


    Während er ihren Erzählung aus iihrer Vergangenheit lauscht, lässt er ihr Lachen nicht aus den Augen und er muss auch leise lachen. "Das wäre für uns nicht möglich gewesen. Dem alten Centurio, der meine Ausbildung überwachte, wäre das nicht entgangen und seine Strafe wäre hart gewesen. Wir hätten das kurze Vergnügen sehr bereut."


    Irgendwie beneidet er sie etwas für ihre wahrscheinlich leichtere Kindheit. So löst er seinen Blick etwas von ihr und lässt ihn wieder über den Strand wandern. Vielleicht 200 Schritt entfernt ziehen gerade einige Fischer ihr Boot an Land, anscheinend haben sie eine recht guten Fang gemacht, denn ein Schwarm Möven lässt sie nicht aus den Augen, ihr Geschrei dringt zu ihnen herüber. Mittlerweile haben sich einige wolken am Himmel gebildet, und versprechen zumindest bald etwas Schatten


    Er schenkt ihr ein freundliches, verschmitztes Lächeln.


    "Ich kann dir zwar kein kühles Becken bieten und auch wäre es wohl unangemessen, wenn wir uns jetzt in die Fluten stürzen würden. Doch was würdest du davon halten, wenn mir noch ein Stück den Strand entlang spazieren. Ich spüre das der Wind vielleicht etwas auffrischt und uns so, etwaws dichter am Wasser kühlung verspricht."

    Während sie die Verhältnisse Schildert, kann er ihr nur zustimmen und sein Eindruck, das er sich auf ihre Wahl verlassen kann bestätigt sich mehr und mehr. Einen wie Lucius Didius Crassus würde sie sicher nicht verfallen, auch wenn dieser sich nun geläutert gab.
    So nickt er leicht zustimmend.


    "Gerade deshalb ist es auch wichtig, das Dudich nicht scheust, dich an mich oder deinen Bruder zu wenden. Damit eben nicht ein Mann dich mit falschen Worten täuscht."


    Für ihn war die Ehe nicht mehr eine Frage von Liebe. Dieses Gefühl, das er selbst einmal für Nova empfunden hatte, war nicht wirklich die Grundlage für eine glückliche Zukunft. Ihnen hatte es nur Leid und Schmerz gebracht.


    "Ein brünftiger Bursche," nahm er unvermittelt ihre Worte auf," würde auch kurz nach der Heirat sein Vergnügen mit den Haussklavinnen suchen. Ein Mann, der einer Patrizierin würdig ist, sollte wirklich schon anderen Kriterien genügen."


    Als sie ihn nach den Waffen fragt, sieht er sie ernst an.
    "Bist Du im Umgang mit diesen Waffen geschult ?"

    Tiberius Vitamalacus lehnt sich etwas zurück, lässt dabei seine Cousine nicht aus den Augen. Mit dem linken Ellenbogen stützt er sich auf der Lehne des Stuhls ab, während seine rechte Hand auf der Tischplatte liegt.

    "Das du heiraten wirst, daran sollte kein Zweifel bestehen. Es ist die Pflicht eines Römers und einer Römerin zu heiraten !"


    Seine Stimme ist hart und bestimmt, sein Blick ebenso so. Doch nach einer kleinen Pause fährt er wesentlich freundlicher fort.


    "Doch ich werde nicht einen Gemahl suchen, es sei denn du würdest es wünschen. Ich lasse dir da freie Hand. Ich habe nur zwei bitten : Achte darauf, das die Sitten und Traditiionen gewahrt werden. Und wenn du einen potentiellen Kandidaten gefunden hast, möchte ich, das du mir davon erzählst !"


    Ihm liegt es wirklich fern, ihr einen Ehemann vorzuschreiben, dazu hat er selbst zu schlechte Erfahrungen an seine erste Ehe, doch er kann es nicht zu lassen, das irgendein daher gelaufener Kretin sich einer Tiberia bemächtigt. Aber, so ist sein erster Eindruck, darüber muss er sich bei ihr keine Sorgen machen.


    "Wenn du in den Dienst an den Göttern gehst, kann ich das nur begrüssen. Sicher können dir meine Schwester Tiberia Claudia und auch unser Cousin Flaccus mit Rat und Tat zur Seite stehen."

    Von einem kleinen Tisch am Rande des Raumes nimmt Tiotus ein Glas, füllt dieses mit etwas Wein und Wasser, gibt eine Prise einer Gewürzmischung hinzu, die in eine kleinen Dose bereitssteht. Dann rührt er kurz um und geht mit dem Glas zu Livilla, reicht es ihr. Dabei mustert er die junge Frau etwas länger und etwas intensiver, als es ihm zu steht.
    Schnell blickt er zu seinem Tribun herüber, ob dieser seine Blicke bemerkt hat und als er sieht, das dieser noch auf eine Wachstafel blickt, zieht er sich schnell zurück.


    Tiberius Vitamalacus blickt erst jetzt auf, mustert seine Verwandte knapp.


    "Ich danke dir für deine Glückwünsche..."


    Auf den Rest ihrer Einlassungen geht er nicht ein, das sie kein Miles ist, sondern eine Verwandte, ist ihm natürlich bewusst, auch wenn er jene zwei Gründe, warum sie kein Miles sein kann, nicht wirklich wahr nimmt.


    "Ich bin erst seit kurzen in in Roma und werde mich verstärkt für das Wohl der Gens Tiberia einsetzen. Daher spreche ich mit jedem Familienmitglied sehr direkt darüber, welche Ziele es verfolgt, sei es privat, wie auch beruflich !"