Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Die hochstehende Mittagssonne tat ihre Wirkung und seine rote Militärtunika war mittlerweile getrocknet. Nach langen Jahren Dienst im hohen Norden ist für ihn es eine ganz neue Erfahrung, solch ein Wetter in so angenehmer Gesellschaft zu geniessen. Sein Blick schweift über das Meer, der nur sehr leichte Wind kräuselt die Oberfläche des Meeres ganz leicht. Nur dort wo Ajax durch das Wasser jagd, spritzt es in die Höhe und der Hengst hinterlässt ein breite Spur schäumenden Nasses.
    Sein Blick wandert wieder zu ihr zurück, er registriert ihr leichtes Seufzen und er würde gerne wissen, worum ihre Gedanken kreisen. Hätte er er erahnt, das sie über die Möglichkeit nachdenkt, einfach ein Bad im Meer zu nehmen, wäre er sicher etwas verwundert gewesen, doch auch so kommen ihm Erinnerungen an früher."Unweit der Casa Rustica meines Grossvaters in Gallien verlief ein kleiner Fluss, der über einen Wasserfall in einen See mündet. Im Sommer haben Cato, Lucius und ich sehr oft darin gebadet,.... Jedenfalls bis Lucius es interessanter fand sich mit den Sklavinen der Casa oder den jungen Schönheiten des nahegelegenen Dorfes dort zu amüsieren...."
    Als er ihr erfreutes Lächeln über seine Unterstützungszusage bemerkt, verstärkt sein Lächeln sich noch, dabei war es für ihn eigentlich sofort klar, als sie ihm ihre Pläne offenbart. "Ja, es ist nicht schlecht schon einen Namen zu haben, bevor man in in die Politik einsteigt. Aber ich zweifele nicht, das du deinen Weg gehen wirst."

    Tiberius Vitamalacus, der sich gerade einer der zahlreichen Wachstafeln auf dem Tisch widmete, sah nicht auf. Stattdessen deutete er nur auf den Stuhl vor dem Tisch.


    "Setz dich !"


    Der Tonfall war gewohnt scharf, eben jener eines Mannes, der es gewohnt war Befehle zu erteilen. Und auch wenn sein Blick scheinbar auf die Wachstafel gerichtet war, entging ihm kaum etwas an ihrem Auftritt.


    "Du bist spät,... Wasser ? Wein ? "


    Ein Wink geht an Titus, der sich am Rand des Tabliniums aufhält, Livilla das zu bringen, was sie verlangt.

    Titus
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    Titus, verschwinde lieber so schnell es geht, bleiben bedeutet nur ärger, denkt sich der Hüne, auch wenn seine Gedanken nur langsam zustande kommen und sein Blick sich nur schwer von Livilla löst.


    "Legionarius Titus, Ordonanz des Tribuns.."


    Diesmal verwendet er den militärschen Rang und schlägt auch seine Caligae zusammen.


    "Er pflegt ungerne zu warten..."


    MIt diesen Worten wendet sich Titus zum gehen.

    Titus
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    Titus, in diesem Zwiesplat gefangen, einerseits eine Frau vor sich zu haben, welche durchaus seine Begehren erweckte,... anderseits auch eine Verwandte seine Tribuns,... und auch deulich höher gestellte Person vor sich zu haben,.... nahm Haltung an.


    "Tri....Quaestor Tiberius Vitamalacus wünscht dich im Tablinium zu sprechen !"


    Nur mit Mühe und Not lies er den miltärischen Rang weg und verwendete den korrekten Civilen.

    Tiberius Vitamalacus genoss das Lächeln, welches ihm Helena ihm schenkte, den Ausdruck in den Augen ihres Bruders ignorierte er einfach... oder nahm er ihn nicht wirklich wahr ? Er selbst war nie wirklich kleiner oder grosser Bruder gewesen, wie hätte er in einer soilchen Situation reagiert ? Stattdessen erläuterte er selbst seine Position in der Frage der Frauen in der Politik,...


    "Mann und Frau sind sicher nicht gleich,... Doch sicher können beide auf dem Feld der Politik agieren. es soll der Wähler, an Hand von Leistung und Wortgewandtheit urteilen, wer gewählt wird. Wenn ein Mann sich dahinter versteckt, sein Gegner dürfe nicht gewählt werden, weil sie ein Frau sei,... Das wäre für mich ein Zeichen von Feigheit !"


    Seine Worte sind energischer als sonst. Für den Soldaten ist Feigheit, der Unwille sich mit gleichen Waffen zu messen, etwas, das nicht sein darf.


    "Und bei der ganzen Diskussion, ob nun Frauen in den Senat berufen werden oder nicht, liegt die Entscheidung bei unserem Imperator und irgend sonst ! Für mich besteht kein Grund, einer Frau, die mit ihren Taten ihren Willen für Rom zu dienen bewiesen hat, den Zugang zum Senat zu verwehren !"


    Fast hätte er bei diesen Worten mit seiner Faust auf die Bank geschlagen, doch hält er sich, mit seiner patrizischen Gravitas zurück. Helenas Erläuterungen über die Arbeit der Prima in Mantua lassen ihm innerlich Schauer über den Rücken laufen. Ein Theater hat den vorzug für einen Temprel Bau ? "Oh Tempora ! Oh Mores !" entfährt es ihm sehr leise.
    "Gerne werfe ich einen Blick auf die Überreste des Tempel, vielleicht kann ich meine Bescheidene Künste der Aarchitektur einbringen. Der Bau eines Castellums, an dem ich beteilligt war, mag mit dem Bau eines Tempels nicht entsprechen, doch die Grundprinzpien der Statik sind mir sehr wohl vertraut. Und vielleicht könnte es einfach helfen, private Gönner zu gewinnen."
    Dann wendetr er sich wieder kurz ihrem Bruder zu.
    "Leider kenne ich vion den Römischen Tempeln nicht alle, vornehmlich das Capitolium,... Doch ich hörte, das fast der Tempel, welcher der göttloche Gaius Iulius Caesar verbauen liess zur Ehren der Venus, beinahe eingerisssen werden sollte ?"
    Venus,... dieser Göttin hatte er ewig nicht geopfert....

    Tiberus Vitamalacus öffnee die Tür und trat herein. Sein ganzes Erscheinungsbild war das eines Soildaten, auch wenn er in einer Toga das Officium betrat.


    "Salve, Tiberius Vitamalacus. Ich spreche mit Decimus Maior ?"


    Die Worte des hochgewachsenen Mannes waren bestimmt, aber nicht wirklich unfreundlich, eben nur sehr direkt. Die Worte eines Mannes, der nicht viele Umschweife zu machen pflegte.

    Er lacht leicht auf, diese Lachen blitzt regelrecht in seinen Augen auf. Doch er hat keine Vorstellung davon, wann er das letzte Mal so viel getrunken hat, das er schwanken musste. Und als Soldat ist er es gewohnt, öfter doch nicht geringe Mengen Wein zu trinken, doch stets immer nur zu der Grenze, das seine Sinne noch klar genug sind, seinen Dienst zu erfüllen. Doch er geht, fröhlich scherzend, auf ihr Szenario ein.
    "Hmm,... vielleicht sollte ich zum Wohl der Geschäftsleute von Ostia mich tatsächlich so sehr berauschen... Wenn es da einen Wirt gibt, dem du so ein lohnendes Geschäft gönnst,.. und der es auch noch schafft, das mein Fehlverhalten nicht zum Thema auf der Rostra wird,... dann gerne." meint er lachend, und wie um seine Worte zu unterstreichen, nimmt er noch einen Schluck Wein. "Dieser Wein ist allerdings so stark gewässert, das es wohl kaum möglich ist, dieses Szenario in die Tat umzusetzen. Ich muss dem Cellarius mal erklären, wie er meinen Wein zu wässern hat: An einem Nebeligen Tag kurz aus dem Fenster halten."


    Als ihm Helena allerdings von ihren Gedabken berichtet, selbst in den Cursus Honorium einzusteigen, wird sein Blick ernst.
    "Du weisst was es bedeutet ? Eine zeternde Meute wird sich auf dich stürzen, egal was du sagst, sie werden dir nur lautstark vorwerfen, das du ein Fraue bist. Jede deiner Leistungen werden von ihnen und ihren rückratlosen Anhängern herab gewürdigt."
    Doch dann lächelt er wieder.
    "Wenn es dir allerdings ernst ist, habe ich keinen Zweifel daran, das du erfolgreich deinen Weg machst. Auf meine Unterstützung und die meiner Klienten kannst du ganz sicher zählen."

    Tiberius Vitamalacus lächelt, ob ihrer erfrischenden Ausdrucksweise, aber eigentlich ist er es mittlerweile auch nicht andeers gewohnt und gerade das schätzt er so an Iulia Helena.
    "Ich muss sagen, nicht nur dich hat dieses Thema gelangweilt, da war ich erfreut über deine Frage. Und als wir uns dann wieder trafen, konnte ich nichts anders, als dein bezauberndes Gesicht wiederzuerkennen." Mit einer Gelassenheit, die ihm bisher Fremd war, rutscht ihm diese Äusserung herraus. Dankbar ist er ihr für die Umschreibung der Umstände ihre zweiten Treffens, trifft es doch wirklich zu.
    Als sie ihm von den den Problemen beim Tempelbau berichtet, schüttelt er nachdenklich den Kopf. Welchen Umfang hat das Bauprojekt in Mantua denn ? Es müsste doch möglich sein, zumindest eine Kohorte für den Bau in Ostia abzustellen.
    "Die Ruhmreiche Prima soll nun also den Bau übernehmen ? Welche Bautätigkeiten führt diese denn in Mantuia zur Zeit aus ? Ein Tempelbau in Stadt, die das Tor Roms zum Meer bedeutet, sollte doch eine hohe Priorität haben."
    Seine Bedenken bezüglich der Prima äussert er sich nicht, zu wenig kennt er die inneren Abläufe und alles, was er gehört hat, ist Hörensagen und den eindruck, den er von einem Optio der Prima gewonnen hat.
    "Wäre es nicht möglich, einen civilen Bauträger zu finden ?"
    Und diese Frage von ihm,... dem Soldaten. Er wundert sich über sich selbst.

    Titus
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    Titus kommt direkt vom Tablinium, in dem sein Tribun ihm ein Befehl gegeben hatte. Die Schritte seiner Calligae hallen schwer durch die Flure der Villa und man kann den einen oder anderen Sklaven weg huschen sehen, um dem riesigen Mann auszuweichen.


    An der Tür des Cubiculum der Tiberia Livilla klopft er kräftig an.

    Tiberius Vitamalacus war der der Richtungsangabe des Miles gefolgt und erreichte das Officium. Kurz rückte er seine Toga zurecht, ohne aber verhindern zu können, das sie immer noch wie eine Rüstung wirkte, dann klopfte er an die Tür des Officiums.

    Wann hatte er das letzte Mal so unbeschwert seine Zeit in so angenehmer Gesellschaft an einem so schönen Ort verbracht ? Er wusste es wirklich nicht mehr, es musste ewig her sein. Er spürte eine Leichtigkeit, die er schon lange verloren glaubte.


    "Gerade dann, " so ging er auf ihren Einwand ein, "darf ich wirkllich nicht dafür verantwortlich sein, das Ostias Verwaltung sich dem Rausch hin gibt." Mit diesen Worten nimmt er einen kleinen Schluck von dem verdünnten Wein. "Aber auch ich sollte mich nicht zu sehr mit dem Wein berauschen, sonst muss Ajax einen betrunkenen Quaestor nach Rom zurücktragen." Er legt den Schlauch beiseite und nimmt eine Olive aus einer Schale.


    "Worte statt Taten, da sprichst du wahre Worte denen ich mich nur ansxchliessen kann. Und ich habe auch den Eindruck, das das Amt des Quaestors überbewertet wird. Ein Quaestor ist doch stets nur ein Gehilfe und Sekretär, es ist der Einstieg in den Cursus Honorum, doch bei der Res Gestae des früheren Quaestor Principes, hatte ich zunächst den Eindruck, es war die Rede eine scheidenen Consuls."

    Helenas Bruder zeigte in seinen Worten wirkliche Leidenschaft für seinen Dienst. Es war erfreulich zu wissen, das solche jungen Männer ihren Dienst taten. Obwohl, er sprach ja auch mit einem Iulier, da war es nicht viel naders zu erwarten und er ahnte langsam, welche Sorgen Helena um ihren Bruder haben musste. Die Angst der Angehörigen um ihren Nächsten war etwas, das ihm als Soldat bewusst war. Wusste man als Miles um das Risiko des Dienstes, konnten die Angehörigen dieses Risiko nicht abschätzen, für diese endete der Einblick mit dem Tor des Castellums.


    Doch dann lenkte Helenas Bruder das Thema in eine Richtung, die leicht Heikel werden könnte. Wenn Helena ihren Bruder nicht über die Umstände ihres ersten wirklichen kennenlernens aufgeklärt hatte, könnte er selbst es kaum tun. Und zu lügen lag ihm wahrlich fern, so musste er sich anders behelfen.


    "Nein, es war nicht in Ostia, als ich die Freude hatte, deine werte Schwester kennenzulernen. Vielmehr direkt hier in Roma, auf der Rostra, sie wollte mein Wissen bezüglich der Lage hier in Roma testen und wissen, ob ich bereit sei mit Wort und Tat für die Tradition einzutreten."


    Doch der Tempel in Ostia war ein interessantes Thema und nicht nur eine willkommene Gelegenheit, Helena wieder in das Gespräch einzubinden.


    "Doch ich habe schon davon gehört, das es um die Situation der Tempel in Ostia seit längerem nicht bestens bestellt ist," wandte er sich mit einem Lächeln an sie, " Ich glaube, schon deine Vorgänger haben sich um eine Verbesserung bemüht. Mich würde wirklich interessieren, wie denn die aktuelle Lage ist."

    Er genoss es, wie sich ihre Hände beruhrten. Mehr als er es sich vielleicht selbsteingestehen wollte, oder er von sich selbst erwartet hätte. Doch das Gefühl, das er bei diesen Berührungeh hatte, hatte er schon selbst lsnge nicht mehr empfunden. Und er hätte er selbst darüber nachgedacht, wäre ihm diese Situation selbst leicht befremdlich gewesen. Doch ihm war dieses Standesdünkel fremd, er wusste nur, wie sehr er ihre Gesellschaft und igre Gespräche genoss. Er war schliesslch kein Grieche....


    "Es liegt an dir, ob du von diesem verdünnten Wein nimmst oder nicht.... "
    Warum suchte er den Kontakt mit ihren Augen ? Er wusste es nicht, aber er nahm ihr die Schüssel mit den Bohnen weg und konnte ihr so wieder die Meeresfrüchte zuschieben, das ganze natürlich nicht ohne Kontakt ihrer Hände.
    "Ich will sicher nicht daran Schuld sein, das Ostia Mangel leidet, weil seine beste Magistrata sich einem Weinrausch hingibt..."
    Er selbst nimmt einen kleinen Schluck Wein aus dem Schlauch und kehnt sich leicht zurück.
    "Es war traurig, zu sehen welche scheinbaren Probleme Rom beherrschen. Manchmal schien wir wirklich so zu sein, als ob `Hamibal ante Portas` wäre.. und die Rostra streitet sich um die Farbe der Hüte der Flamen."

    Der Gedanke daran, das einer Schreiberling der Acta Ajax bestechen würde, amüsierte Tiberius Vitamalacus sichtlich und er musste leise lachen.
    "Vielleicht sollte ich meine Cousine Livia mal fragen, wer solche Gerüchte der Acta zuträgt. So kann ich die Stallburschen richtig instruieren, wer sich den Ajax nähern darf. Und es gibt nicht viele, die sich überhaupt Ajax nähern können."


    Als sie ihm eine der Meerefrüchte reichte, nimmt er sie lächelnd entgegen. Er hat ihr gerne seine Portion überlassen, besonders als er gemerkt hatte, wie sehr sie dieses Gericht mochte. Aber gerade das sie nicht alle allein essen möchte und bereit ist, ihm etwas abzugeben erfreut ihn. Ganz leicht berührt er ihre Hand mit seiner, als er die Mererfrucht entgegen nimmt. Da er sich, wie üblich auf seinen linken Arm abstützt, kann er natürlich nicht richtig eingreifen, als sie nach der Schüssel greift. Stattdessen berührt seine Linke ihre freie Hand.
    "Du kannst auch gerne noch von dem Brot und Oliven haben, ich teile sehr gerne mit dir. Auch bei dem Wein, sei ungesorgt, wie ich den Cellarius der Villa Tiberia kenne, hat er den Landwein gut verdünnt."
    So sehr er sich an die Traditionen hält, das Wässern von Wein war ihm irgendwie immer fremd geblieben. Schon sein Grossvater hatte diese Sitte nicht gemocht.
    "Für mich bedeutet es Konservativ zu sein, das Bestehende bewaren zu wollen. gerade aus diesem Grund, diene ich in der Legio, wie mein Sohn, wie meine Ahnen.... Und wie du es sagst, man darf nicht vergessen, seine Taktik stets der Zeit an zu passen. Tempera mutantur, nos et mutamur in illlis..."
    Die stete Änderung der Zeit, und das Ändern mit der Zeit war etwas, das er auch selbst gelernt hatte. Passe deine Strategie, der Strategie des Feindes an,... sonst wirst du verlieren.
    "Es gibt zu viele verbohrte, die in ihrer krampfhaften Abwehr jeder Neuerung, das Bestehende einfach Opfern."
    Es tat ihm gut, so mit Helena sprechen zu können.