Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Zunächst war der Blick des Tiberius Vitamalacus auf die Rennbahn gerichtet, weniger in die Zuschauerränge. Er freute sich darauf, endlich einmal wieder einem Rennen in voller Länge und ihr in Rom beiwohnen zu können.


    Erst als ihM Titus auf die Schulter klopfte, wandte er sich um.


    "Dadrüben,.... ist doch Kleine von neulich Nacht."


    Er sparte es sich Titus zurecht zurücken, zu lange kannte er den riessigen Legionär, so das er wusste, es würde eh nichts nutzen. Stattdessen drehte er sich in die Richtung, in die Titus gezeigt hatte und entdeckte wirklich nicht weit entfernt Helena und ihren Bruder.
    Er lächelte ihr freundlich zu und winkte auch zurück. Sie unter den Venetaanhängern zu finden überraschte ihn mittlerweile auch garnicht mehr.


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    Er musste leise lachen, als sie wunderbar missbilligend gespielt sein Angebot zurück wies. Obwohl der Gedanke sie häufiger in der Vila Tiberia zu Gast zu haben ihm zunehmend gefiel. Doch es würden wohl wirklich zu schnell zu viele Gerüchte geben und so ihren Ruf Schaden. Und dies wäre etwas, das er ganz sicher nicht wollte, dazu schätzte er sie zu sehr.
    Doch als Soldat wusste er, wie wichtig Informationen waren, auch wenn es sich nur um Gerüchte handelte. So war es für ihn selbst selbstverständlich auch den Klatsch und Tratsch der Acta zu lesen.


    "Es waren wir, die gemeint war. Hätte einer meiner Verwandten die Tochter meine Freundes und Klienten Numerianuns kennengelernt, hätte ich davon erfahren." Er sah sich kurz um und blickte dann wieder Helena an, schmunzelte leicht dabei."Sollte von diesem Treffen etwas in der nächsten Acta auftauchen, werde ich ein paar ernste Worte mit Ajax reden, schliesslich ist er der einzige Zeuge."


    "Mein Grossvater hat mich gelehrt, das ich auch auf die Gerüchte hören soll. Häufig haben sie einen wahren Kern, es ist nur schwierig, diesen zu erkennen," erinnerte er sich, während er langsam weiter den Bohnen Brei löffelte. Dann legte er den Löffel weg und beobachtete, wie sie genüsslich eine der Meeresfrüchte mit geschlossenen Augen verspeiste. Leise sinnierend führte er ihre Gedanken, die so gut mit seinen übereinstimmten fort. "Die guten Traditionen bewahren, doch stets den Gegebenheiten der Zeit anpassen. Von jenen Völkern, die wir ins Imperium integrieren, das Beste übernehmen. Hätten wir nicht gelernt Schiffe zu bauen, hätten wir nicht Carthago geschlagen, würden wir immer noch mit der Phalanx kämpfen, würden nicht nicht die Kelten Latein sprechen, sondern wir ihre Sprache."
    Traurig schüttelte er den Kopf.
    "Doch manchmal habe ich den Eindruck, das man, wenn man sich auf diese uralte Tradition beruft, für einen romzerstörender Liberalen gehalten."

    Quaestor Tiberius Vitamalacus war in schlichten, blauen Toga erschienen, dicht gefolgt von Titus, seinem ewigen Schatten. Beide hochgewachsen Männer hatten kein Problem, sich ihren Weg durch die Menge zu bahnen. Titus klopfte einem Jungen, der sich gerade anschickte, dem Patrizier um seinen Sesterzenbeutel zu erleichtern, kräftig auf die Schulter, so das dieser einfach verschwand. Tiberius Vitamalacus, der dies aus dem Augenwinkel wahr genommen hatte, warf dem Jungen eine Sesterzen zu.


    "Titus, wann warst du das letzte Mal bei einem Rennen ?"


    Titus überlegte, und wenn Titus überlegte, dauerte es immer etwas länger.


    "Das,... Das war damals in Tarraco, erinnerst du dich ?"


    Und ob er sich erinnert an jenen Tag, allerdings weniger an das Rennen, sondern vielmehr daran, das er damals Nova wieder getroffen hatte.


    "Ja,... tue ich...."


    Doch anders als bisher sürte er nicht mehr diese Kälte in sich bei den Gedanken daran. Mittlerweile hatten sie seinen Platz erreicht und Tiberius Vitamalacus widmet sich dem Start.


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    Der Abend näherte sich dem Ende und die Sklaven der Villa trugen den Hauptgang ab. Bald darauf servierten sie die Nachspeisen. Die Auswahl an Höniggebäck, kleinen süssen Leckereien so wie einige Variationen gefrosteter Fruchtspeisen.


    Dann irgendwann war der Abend beendet und nach und nach verliessen die Gäste die Villa, beziehungsweise zogen sich zurück.

    Während er langsam den Bohnenbrei ass und auch wirklich genoss, beobachtete er Iulia Helena, wie sie sich an den Krustentiere sichtlich erfreute. Ihn störte es nicht, die vermeintlich plebejische Speise zu sich zu nehmen und nicht die patrizischen Krustentiere. Auch wenn er gute, edle und sehr kunstvoll angerichtete Speisen schätze, ein einfaches, aber gutes Mahl erinnerte ihn immer wieder an Mara und die Culina der Casa Rustica in Gallien. Und das sie das Mahl so offensichtlich genoss, erfreute ihn ganz besonders.


    "So lange ich in der Villa weile, bist du jederzeit bei uns willkommen," lachte er leise, sie dabei nicht aus den Augen lassend," ich sehe also keinen Grund, warum du den Kch stehlen müstest. Nachher müsste ich dann selbst Kochen, denn bevor ich Titus an doie Töpfe lasse, bereite ich der Familie lieber selbst Maras Glückseintopf."


    Wann hatte er selbst das letzte Mal an Bord eines Schiffes gestanden ? Es war Jahre her und er hatte wahrlich keine gutre Erinnerung daran, er hatte all seine Kraft gebraucht, sein Gesicht zu waren
    Immer noch lies er Helena nicht aus den Augen, er wusste ja, dass Ajax in der Nähe bleiben würde und als sich ihre Blicke trafen hellte sich seine Miene auf.


    "Ich bin zu sehr Soldat der schweren Infantrie und das Meer macht mich misstrauisch. Wir Römer verstehen zu wenig von der Seefahrt und sich in voller Rüstung in die Hand Neptuns zubegeben ist einfach nicht zu empfehlen. Ich ziehe vor, auf den Rücken eines Pferdes über das Land zu reiten. Was vielleicht auch nicht wirklich römisch ist,..." meinte er leicht schmunzelnd.

    Wahrscheinlich hätte er auch zustimmend genickt, wenn sie ihm etwas von Titus angebrannten Puls zum Tausch angeboten hätte. So schob er ihr einfach die Schale mit den Krustentieren zu, die er zuvor geöffnet hatte und nahm sich selbst den Bohnenbrei. Er probierte den Brei und meinte danach anerkennend: "Nicht Schlecht, dieser Bohnenbrei,... Fast so gut , wie der den Mara früher zubereitet hat."
    Sein Blick folgte ihrem, der Ajax beobachtete. Der Hengst schien das kühle Nass zu geniessen und auch Tiberius Vitamalacus genoss den kühlen Wind, dr langsam aber sicher seine Tunika trocknete. Es war um Welten besser, ihr am Strand von Ostia zu sein, als im stickigen Roma, auch wenn das Klima in der Villa Tiberia angenehmer ware und es auch stets kühle Getränke gab. Und dann auch noch in so angenehmer Gesellschaft sein, war das allerbeste.
    "Das Meer ist ein wundervoller Anblick, zumindest wenn man sich nicht darauf befindet. Irgendwie kann ich mich nicht damit anfreunden, mich auf ein Schiff zu begeben."
    Mittlerweile erstauntes es ihn nicht mehr, das ihr so offen seine kleinen Schwächen eingestand. Allerdings verwunderte es ihn und betrübte ihn auch ein Wenig, das sie ihren Blick so oft von ihm Abwand. Dafür hatte er einfach keine Erklärung.

    Die Reaktion von Ajax erstaunte Quintus Tiberius Vitamalacus wirklich. Nicht nur, das Ajax nicht misstrauisch und launisch reagierte, sondern er schien Helena richtig zu mögen. Aber ihm gefiel die reaktion
    Er sah seinem Hengst noch etwas kurz nach und warf ihm noch einen Apfel zu, den der Hengst so gleich frass.


    Den feuchten Umhang breitete er auf einem kleinen Felsen zum trockenen aus und holte aus dem Paket das er von Ajax rücken genommen hatte eine Decke und liess sich auf dieser neben Helena nieder, so wie er sich auch auf einer Kline niederlassen würde. Die mitgebrachten Speisen und den Weinschlauch hatte er zwischen ihnen ausgebreitet.


    "Es sind nur Kleinigkeiten, die die Küche der Villa Tiberia hergeben hat. Im Castellum bin ich eigentlich einfachere Kost gewöhnt, erst seit dem ich die Tribunen Casa bezogen habe habe ich vom täglichen Puls abstand genommen."


    Er betrachtete sie freudlich lächelend. Er hatte diesen Ausritt so spantan geplant, da hatte der Koch der Villa nicht wirklich viel Zeit gehabt und hatte das Mittagsmahl für diesen Ausflug einfach nur schnell zusammen gewürfelt. Doch daran dachte er nicht wirklich, als er Iulier Helena so ansah, er dankte vielmehr den Göttern, das sie die Schritte von Ajax hier her an diesen Strand gelenkt hatten.
    Bei dem Gedanken an Sandalen zum Verzehr musste er leicht schmunzeln.


    "Vielleicht muss man nur den richtigen Koch für Sandalen finden," warf er mit einem schelmischen Lächeln ein, "doch solange teile ich liebend gerne meine Krustentiere mit dir."

    Innerlich freute sich Tiberius Vitamalacus, das Ajax Helena mochte, denn dies war keine Selbstverständlichkeit. Das das was sie über Ajax, ihn und Ajax Namen sagte, gefiel und erfreute ihn wirklich. So war das Lächelen ina das sie blickte offen und ehrlich und blitzte auch ihn seinen Augen auf.


    "Ich hab ihn in einem kleinen Dorf in der nähe des Castellums gekauft, von der Familie eines Eques meines Grossvaters. In den Ställen der IX. war Ajax gefürchtet, denn er lies kkaum einen Stallburschen an sich heran. Ich muuste ihn meist selbst versorgen."


    Er blickte sie an, doch nichts in seinem Gesicht verriet ob er diese leichte Rötung auf ihren Wangen oder ihren leicht beschleunigten Atem wahrnahm. Und selbst wenn, wäre nicht deutlich geworden, das er irgendeine Idee hatte, das dies mit ihm zu tun haben könnte.
    Stattdessen löste er die Fibel, die seinen Umhang festhielt, legte diesen schwungvoll über seinen Linken Arm und drehte sich zu Ajax und nahm das Gepäckpacket von Ajax Rücken.


    "Gerne bleibe ich eine Weile, denn ein weiteres Gespräch mit einer so charmanten wie Intelligenten Frau wie dir möchte mir um nichts in der Welt entgehen lassen." Er gab Ajax einen leichten Klapps, worauf dieser einige Schritte davon galoppierte. "Lauf, alter Junge, aber nicht zu Weit."


    Dann drehte er sich zu Helena, lächelte sie freundlich an. Sein Tonfall war so locker und leicht, so wie er schon lange nicht mehr war.


    "Und gerne teile ich dein Mittagsmahl, wenn du auch das meinige mit mit teilst. Leider kann ich nur etwas Hispanischen Landwein, Brot, Garum und in Olivenöl und Knoblauch gebratene Krustentiere anbieten...."

    Langsamen schrittes näherte sich Ajax der jungen Frau und etwa 5 Schritt vor ihr glitt Tiberius Vitamalacus schwungvoll von seinem Rücken und landete mt sicheren Schritt im Sand. Ihr leise Lachen wat nicht entgangen und er freute sich innerlich, das es ihr offensichtlich gefiel ihn zu sehen. Obwohl ? Hätte sie gerufen wenn sie lieber darauf verzichtet hätte ihn zu sehen ? Sicher nicht. Die Laune des Soldaten hob sich sich deutlich an, obwohl er sich bemühte seine Freude nicht zu deutlich zu zeigen und die militäarisch, patrizisch, stoische Ruhe an den Tag zu legen.


    "Das ist Ajax, und er braucht einen gewissen Ausritt. Wir liessen uns einfach treiben, hauptsache ein hohes Tempo möglich und so kamen wir hier ans Meer und nutzten das Wasser zur leichten Kühlung... "


    Er sah an sich herab, seine Tunika und Umhang waren gut durchnässt.


    "Daher sehe ich auch etwas mitgenommen aus."


    Da hob sie ihre Hand und für ihn war es ein kritischer Moment, wie denn Ajax auf Helena reagieren würde, auf ihren Audgestreckten Arm. Normal wäre ein wütendes Schnauben und eventuel eine Handlung, die eine schnelle Reaktion von Tiberius Vitamalacus erfordert hätte. Aber Ajax gab sich ganz friedlich, reckte sogar leicht sein Kopf zu Helena hin.


    "Er scheint dich zu mögen,... "


    Tiberius Vitamalacus war erstaunt, den Ajax reagiert sonst ganz anders. Und auch wenn er sich Mühe gab, sein Erstaunen war schon sichtbar.

    Reiter und Pferd genossen das kühlende Nass beide, genau so, wie sie den wind genossen und das hohe Tempo. Für Tiberius Vitamalacus war es die perfekt Gelegenheit abzuschalten, er konzentrierte sich nur auf den Ritt und da er ja nicht im wilden Germanien war, somit keine wirklche Gefahr lauerte, achtete er auch nicht auf das, was um ihn herum geschah.


    Doch plötzlich drang eine Stimme an sein Ohr, die ihm, auch wenn sie ihn nur schwach erreichte, freulich Bekannt vorkam. Doch das konnte nicht sein, er erwartete einfach nicht Iulia Helena hier am Strand zu sehen. Sicher, wäre es möglich, aber warum sollten ihn die Götter solches Glück bescheren.


    Aber trotzdem, einerseits das Vertrauen in seine Sinne, anderseits der wunsch, das es wirklich so war, liessen ihn seinen Blick wenden und fast gleichdarauf, als sie erkannte, sein Pferd abbremsen und im Schritt auf sie zu steuern. Ajax war das zwar zu wieder, aber der Hengst gehorchte seinem Reiter, protestierte nur Stum


    Noch aus einiger Entfernung grüsste er Iulia Helena.


    "Salve, werte Iulia Helena, welch angenehme Überraschung dich hier zu sehen."

    Rom hatte er an diesem Tag hinter sich gelassen, er hatte eine Verpflichtung gehabt, die neben dem Amt auch nicht vernachlässigt werden durfte. Ajax brauchte Bewegung. Bei den Stallungen, in der er seinen Hengst hinterlassen hatte hatte man zwar gesagt, der Hengst käme Tagsüber auf eine Weide und man würde auch Ausritte mit ihm unternehmen, aber dazu kannte er Ajax zu gut.


    So hatte er seine Militärtunika übergestreift, seinen Militärumhang umgelegt und auch seine Waffen und hatte Ajax abgeholt. Der Hengst hatte freudig geschnaubt, als sein Besitzer im Stall auf getaucht war.
    Tiberius Vitamalacus war allein, Titus war einfach kein Reiter und hätte Ajax und ihn nur aufgehalten.
    So waren Reiter und Pferd über die Landstrassen gejagt, immer wieder mussten einzelene Reisende fluchend ausweichen und es dauerte nicht lange, da hatte sie ostia erreicht. Endlich fühlte sich Tiberius Vitamalacus wieder in der Rolle, in die er geborene war, er war Soldat. Und Ajax liebte das hohe Tempo, besonders als sie den Strand erreichten.
    Zielstrebig lengte er sein Pferd in die Brandung, das das Wasser nur so aufspritzte, und Reiter und Pferd etwas Kühlung an diesem Tag verschaffte.

    Der junge Iulier zeigte jenen Einsatzwillen, den Tiberius Vitamalacus von einem Miles erwartete und er bereute es etwas, das er nicht den Weg zu seiner Legio, der Legio IX. Hispnaia, gefunden hatte. Irgendwann würde aus dem jungen Miles sicher ein guter Offizier, gar Stabsoffizier. Spätestens dann würde er aber auch erkennen, das manche Befehle auf alten, gewachsenen gepflogenheiten beruhten, die man auch als Kommandeur nicht wirklich ändern könnte.


    "Vielleicht muss das Verhältniss zwischen Cohortes Urbanae und Vigilen neu geregelt werden, oder es Bedarf einfach einer flexibleren Regelungen zwischen den Stabsoffizieren. Wir dürfen aber nie vergessen, warum nicht Legionen die Sicherheit Roms gewährleisten dürfen."


    Er räuspert sich leicht und nippt noch einmal am Wein.


    "Zwar ist es nicht mehr wie zu den Zeiten der Republik, das die Legionen einzelnen Politiker geregelrecht gehörten, aber die Macht eines Legatus Legionis dürfen wir ncht unterschätzen. Hat dieser die Centurionen hinter sich, hat er auch die ganze Legion hinter sich und könnte sich so auch gegen einen Imperator wenden. Eine oder mehrere Legionen in der Stadt könnte natürlich auch Sicherheit behaupten, aber auch den Grundstock zum Bürgerkrieg legen."


    Während er spricht wandert sein Blick zwischen den beiden Geschwistern hin und her. So entgeht ihm auch nicht der gedankenverlorene, beinahe sorgenvolle Ausdruck in Helenas Gesicht.


    "Auch wenn es des Nachts in den Strassen Roms nicht so sicher ist, wie zum Beispiel in Tarraco, doch es nichts gegen einen Bürgerkrieg, wie wir ihn zuletzt hatten, bevor Vespansianus Imperator wurde. In dieser Zeit verloren zu viele römische Bürger ihr Leben. Und die Cohortes Urbanae wurde fast aufgerieben."


    Welche Gedanken mögen Helena so mit Sorge erfüllen ? War es die sicherheit der stadt ? Oder die sorge um ihren Bruder ? Oder etwas ganz anderes.
    Irgendwie beschäftigt ihn diese mehr, als das Gespräch über die Stadteinheiten und er tappt sich bei dem Gedanken, das er gern seine Hand auf ihre Schulter legen würde und sie ermutigen, ihre Sorgen mit ihm zu teilen, so wie er ihr neulich von seinen tristen Gedanken berichtet hatte. Doch ihr Bruder ist anwesend und zudem verbittet ihm auch der Anstand diese Geste der freundschaftlichen Zuneigung.
    So muss er sich darauf beschränken, ihr ein aufmunterndes Lächeln zu zuwerfen, eines jener Lächeln, zu dem er erst seit kurzen wieder fähig ist.

    Einen Moment kommt Tiberius Vitamalacus der Gedanke, der Wünsch seines Klienten könnte mit seinem Privatleben zusammen hängen, aber das verwirft er. Zu den Praetorianern zu wechseln ist schwer, und wenn er nur dicht bei seiner Angebeten sein will, wäre der Wechsel zu den anderen Stadteinheiten wesentlich einfacher...


    So mustert er seinen Klienten scharf.


    "Die Garde unseres Imperators ? Ein hehres Ziel. Die Einheit hat einen neuen Kommandeur, so könnte es sein, das neue Miles gesucht werden. Ich werde schauen, was ich für dich tun kann."

    Tiberius Vitamalacus schüttelte den Kopf.


    "Noch steht eine Ehe für Lupus nicht an, als Miles ist sie ihm verwehrt. Aber ich werde die Augen offenhalten, damit er dieser Pflicht nachkommen kann, wenn es ihm erlaubt ist."


    Dann wandte er sich wieder den Wachstafeln auf dem Tisch zu.


    "Von mir wäre dies alles."


    Es ist eine knappe Geste, mit der er seinen Verwandten entlässt.

    Auch wenn die Worte, von wilden Germannen, die durch die Strassen Roms ziehen, von Iulia Helena sicher nicht ganz ernst gemeint sind, bei diesen Worten erinnert er sich an die stadt in Raetia, welche eben jenes Schicksal ereilt hat von dem Helena spricht.


    "Ich hoffe, das wir dieses nicht erleben, das Germannenhorden durch die Strassen, Gassen und Casa Roma stürmen."


    Das er es nicht erleben würde war ihm klar, da er in einem solchen Falle schon lange in einer Schlacht gefallen wäre. Eine römische Stadt in der Hand von Barbaren war unerträglich für. Er hatte gesehen, was die Barbaren mit den Civilisten getan hatten.
    Doch schnell schiebt er diese Erinnerungen weg und sein Gesicht hellt sich wieder etwas auf.


    "Sicher, es gibt sichere und ruhigere Orte im Imperium. Rom hat von allem am meisten, leider auch vom Verbrechen. Doch es war auch schon schlimmer, in der Zeit der Bürgerkriege.... Vielleicht sollte man die Aufgaben der Vigilen und Cohortes Urbanae klarer Verteilen und zum Beispiel den Vigilen nur den Brandschutz übertragen."


    Er schüttelt auch leicht den Kopf.


    "Eine Provinzstadt hat oft den Vorteil, das die Legio durch die Strasse patroulliert. Auch wenn dabei nur auf darauf geachtet werden soll, das Miles mit Ausgang nicht über die Stränge schlagen. Doch hat eine solche Streife immer auch abschreckende Wirkung."

    Dieses starre Trennung zwischen Tag- und Nachtwache, war für den Soldaten, der stets pragmatisch dachte, nicht unbekannt aber wirkte für ihn doch unpraktisch. Das er, als Soldat der Legion, von den miliitärischen Fähigkeiten der Vigilen nichts hielt, darüber musste er nicht viele Worte verlieren. Sie sollte die Feuer löschen und gut war es,...


    "Vielleicht ist das der Grund, warum es Nachts in Roma in Roma so gefährlich sein soll, das man nur ungerne allein durch die Stadt geht."


    Ganz unweigerlich kommen bei diesen Worten in ihm Bilder von jenem späten Abend an dem er unter dem Ianusbogen die junge Frau kennengelernt hat, die nun ihm Gegenüber sitzt. War bis dahin doeser Ianusbogen ein Ort des Schreckens für ihn, hatte sich diese mittlerweile geändert.
    Doch er blickt nur kurz zu Iulia Helena, wendet sich dann wieder ihrem Bruder zu.


    "Doch wir sollten froh sein, das die Cohortes Urbanaes nicht mehr wirklich als letzte Linie gebraucht wird. Denn so können die Bürger im Imperium in Frieden leben. Diesen Frieden zu sichern, dafür Leben die Miles fernab ihrer Familien. Ich denke, wenn du den Dienst in einer Legion abtreten wollen würdest, würdest du dich recht schnell zu recht finden."