Dezent nimmt er den Blickwechsel zwischen den Geschwistern zur Kenntniss und äussert sich noch kurz zu ihrem Einwurf, in dem sich leicht auf seine Schläfe klopft.
"Diesen Schädel einzuschlagen, haben schon einige Barbaren probiert. Und ich denke, du liegst ganz richtig, eine massive Bronzevase sollte es schon sein."
Dann wendet er sich der Frage ihres Bruders zu.
"Ich würde sagen, der grossse Unterschied in der Ausbildung zwischen einer Legion, die nur durch einen zugegeben breiten Fluss von Barbarenhorden getrennt ist, und einer Stadteinheit, liegt in den unterschiedlichen Aufgaben. Eine Grenzlegion muss immer bereit sein, in die Schlacht zu ziehen und ihre Miles müssen perfekt den Umgang mit dem Pilum und auch zahlreiche Feldformationen beherrschen."
Tiberius Vitamalacus macht eine kleine Pause, nippt am Wein und gibt der Hausherrin mit einer kleine Geste zu verstehen, mit der er die Qualität des Weines honoriert.
"Eine Stadteinheit hat vornehmlich andere Aufgaben. Ein Pliasalve in den Gassen Roms ist unwahrscheinlich,... und auch die meisten Feldformationen haben keinen Sinn. Ich würde natürlich die Einheiten der Cohortes Urbanaes nicht in die vorderste Reihe werfen, sondern sie als Reserve zurückhalten, eben weil sie nicht für die Feldschlacht ausgebildet sind. Doch genauso denke ich, das die Miles der Legion nicht unbedingt auf die Aufgaben in der Stadt vorbereitet sind."
Er schmunzelt leicht, ungewöhnlich für ihn. Doch er erinnert sich an die ersten Nachtwachen mit einigen jener Miles die zur IX gewechselt sind.
"Wenn man durch Rom in der nacht geht, hört man ganz andere Geräusche als im tiefen Germanien. Und ein guter Soldat muss die Geräuschkulisse seiner Umgebung kennen, um zu erkennen, wenn Gefahr droht."