Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Der Ianitor öffnete die Porta. Immernoch plagte ihn die Sommererkältung...


    "Salve, werter Domine,... Ihr wünscht ?"


    Er blinzelte etwas... Kannte er diesen Mann ? War er einer auf seiner Liste ?
    Ach... hätte er sich doch wieder vertreten lassen....

    Tribun Tiberius Vitamalacus nimmt den Reihen der Zuschauer gerade noch Numerianuns wahr, der applaudiert, als ein junger Mann, scheinbar von gutem Stand, sich mit einer Frage an ihn wendet. Sogleich wendet er sich an den jungen Mann.

    "Nun, als Soldat bin ich gewohnt, jenen Posten auszufüllen, auf welchen mich mein Vorgesetzter weist. Und dies wäre in diesem Falle der Senat, welcher mich auf meinen Posten setzt..."


    "Natürlich würde ich, nach dem ich lange Zeit fern von Rom war, es begrüssen, der Senat wiese mir das Amt des Quaestors Principis, Consulum oder Urbanus zu. Doch auch in den Provinzen, oder gar als Quaestor Classis werde ich, obwohl ich ein Mann der schweren Infantrie bin, meine Fähigkeiten und Tatkraft einbringen, um zur zufriedenheit des Volk von Rom, des Senates und unseres Imperators zu dienen !"


    Er war dankbar über diese Frage, denn er hatte wirklich langsam den Eindruck gewonnen, das gewisse Kreise den Wahlkampf von einem Nebenkriegsschauplatz beherrschen lassen wollten.

    Auch am zweiten Tag war Tribun Tiberius Vitamalacus bei den Ludi erschienen, es war der angenehme Teil des Wahlkampfes, Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen und dabei noch unterhalten zu werden.
    So hat er es sich einen Platz gesucht, der ihn nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellt, der allerdings aber auch erlaubt, das man ihn gut sehen kann.
    Die Tierschau ist interessant, von den meisten Tieren hat er schon mal gehört, aber gesehen hat er die Wenigsten schon einmal. Doch ist ihm das eitle Gehabe der Pfaue unsympatisch. In all ihrer Farbenpracht sind sie dennoch nur eitle Tiere, leichte Beute für erfahrene Räuber.
    Er fragt sich innerlich, ob nicht auch andere, interessantere Tiere, seihen es Tiger, Löwen, Wölffe oder auch Bären, gezeigt würden.

    Tribun Tiberius Vitamalacus war auch an diesem Tag zu den Spielen erschienen. Gekleidet in einer eleganten Toga, die aber wie üblich an ihm etwas deplaziert wirkte, sass er aufrecht auf seinem Platz.
    In Germania gab es zu selten die Mögtlicheit solchen bei zu wohnen. Er war auch erfreut, das es nicht gleich mit grossen Kämpfen los ging, stattdessen genoss er die satirischen Aufführungen. Es zeugte von Grösse, das beide Aedile dieses Schauspiel übersich ergehen liessen.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Auch wenn mir nicht ganz klar ist, wieso du bei soviel Überzeugung davor scheust, als selbstbewusster Patrizier aufzutreten, ist dir meine Stimme gewiss."


    Tribun Tiberius Vitamalacus wandte sich an Senator.


    "Senator, ich danke dir für dein Vertrauen. Und nur weil ich ich sagte, das mir Standesdünkel fremd ist und ich hier nicht als Patrizier, sondern als Römer stehe, heisst dies nicht, das ich meinen Stand verleugne, oder stolz darauf bin, Patrizier zu sein."


    Er lässt seinen Blick über die Menge schweifen.


    "Doch mehr als Patrizier bin ich ein Soldat Roms, der mit seinem Leben den Pax Romanum zu verteidigen bereit ist. Und gerade als solcher wächst der Respekt, welcher ich vor einem Mann habe, mit seinen Taten und nicht mit seinem Erbe."


    "Ich trat in die Legion ein, weil es der Wille meines Grossvaters war. Ich tat es ihm zu ehren ! Und ich würde sein Erbe beschmutzen, wäre ich nicht stets bereit mein Leben für meinen Imperator, für Rom, meine Legion und meine Kameraden zu lassen. Und genau das gleiche erwarte ich von meinem Sohn. Der Name und der Stand ererbt man, doch es sind die Taten eines Menschen, die seine wirkliche Stellung in der Gesellschaft bestimmen."


    Mit Blick auf den grummelnd davon ziehenden verschrobenen Alten


    "Und wenn es sogenannte `konservative` Patrizier gibt, welche mir vorwerfen, ich sei liberal oder betriebe gar eine zersetztende Politik, so frage ich diese : Wo waren sie, als die Barbaren in Germanien einfielen ? "


    "Wenn ich nicht das Imperium bewahren möchte, warum tue ich dann meinen Dienst in der Legion, einen Steinwurf entfernt von den Barbaren entfernt ? Ich könnte doch genauso gut von dem Erbe meines Grossvaters ein Landsitz in Baie kaufen und dort in Ruhe mein Leben geniessen."


    Der Tribun schüttelt den Kopf.


    "Doch das tat ich nicht, denn ich will das Imperium und seine Traditionen beschützen und bewahren. Und dies werde ich auch in Zukunft tun, ob in der Legion oder in der Politik ! Hätten wir stets stur am Status Quo festgehalten, dann würden wir in einem Königreich leben, dessen Grenzen einige Steinwurf jenseits der Stadtmauer enden würde. Oder aber Rom wäre unter der Herrschaft der Gallier, Makedonen oder Gallier...
    "Das Gute bewahren und dennoch stets bereit zu lernen, das ist der wahre konservative Geist, der bewahrt und nicht durch Blind- und Torrheit das zerstört, was er zu bewahren versucht !"

    Als der Imperator eintritt, nimmt Tribun Tiberius Vitamalacus unweigerlich Haltung an und setzt sich, wie der Imperator es gewünscht hat. Er hält sich etwas im Hintergrund, lauscht aber sehr aufmerksam den Ausführungen des Imperators.
    Es ist etwas erstaunt zu hören, das der Ehemann seiner Cousine von seinem Posten zurücktreten möchte. Doch auf seinem Gesicht zeigt sich keine Regung, auch die Spannung darüber, wer nun für diesen verantwortungsvollen Posten vorgeschlagen würde, zeigt er nicht.

    Der Kandidat räuspert sich kurz und wendet sich dann der Frage des Aedils und Senators.

    "Senator, ich danke dir für diese Frage. Ich bin nur ein einfacher Soldat, erfahrener darin gegen die Feinde des Imperiums auf dem Schlachtfeld zu bestehen, weniger geübt mit dem Umgang mit gehobenen Worten, so verzeih wenn meine Antwort keine hochtrabenden Worte enthält."


    "Es gibt viele Traditionen, welche für mich wichtig sind : Den Respekt den wir unseren Ahnen zollen, die Verehrung, die wie unseren Göttern entgegen bringen, die Treue die wir unserem Imperator entgegen bringen und auch den Zusammenhalt in der kleinsten Einheit des Imperiums, der Famillie."


    "Eine der der wichtigsten Traditionen, welche wir haben, ist die Bereitschaft für ein ander einzustehen. Der Patron für seinen Klienten, der Klient für seinen Patron, der Sohn für seinen Vater, der Vater für Sohn, der Miles für seinen Vorgesetzten, der Vorgesetzte zu seinem Untegebenen.... Und die Bereitschaft für das Wohl des Imperiums Opfer zu bringen, im Dienst in der Legionen, in Politik oder der Götter."


    "Doch es gibt noch eine Eigenschaft die das Imperium zu dem Gemacht hat, was es heute ist : Der grössten Macht der Welt, ein Reich in dem Millionen Menschen in Frieden und Wohlstand leben. Vielleicht hat man es bisher noch nicht als Tradition erkannt, doch gerade unserer Bereitschaft zu lernen, hat es uns erlaubt die stärkste und beeindruckenste Streitmacht der Welt aufzubauen."


    " Als wir zum ersten Mal in den Krieg gegen Carthago zogen, wussten wir nicht, wie man eine Flotte bauen sollte, doch wir haben es gelernt. Und als wir die erste Flotte verloren, bauten wir eine grössere, bessere... "


    "Unsere Legionen haben sich von von einem bunt zusammen gewürfelten Haufen über die Jahrhunderte zu einer perfekt funktionierenden, einheitlich schwerbewaffneten Formation gewandelt. Immer wenn wir Niederlagen erlitten, steckten wir nicht zurück, sondern lernten aus unseren Fehlern und schlugen entschlossen zurück."


    " Und immer, wenn wir bei der Vergrösserung unseres Imperium ein anderes Volk eingliederten, dann brachten wir ihnen unsere Kultur und Lebensweise nahe, doch scheuten uns auch nicht gute und fortschrittliche Elemente der anderen Kultur in unsere zu übernehmen."

    Der Tribun begrüsst den dazukommenden Senator.


    "Salve, Senator. Ich habe mich in der Tat nach reiflicher Überlegung entschlossen, mich beim Volk von Rom für das Amt eines Quaestors zu bewerben."

    "Soweit ich ich weiss, wurde das Consulat des Avarus nicht anerkannt. Und ich bezweifle, das die Chance für ein Zweites bekommt."


    Auf dem Gesicht des Tribuns legt sich ein leichtes Lächeln.


    "Ich sage nicht, das wir vergessen sollten, welchen Auftritt der Consul sich geleistet hat. Doch der Imperator, der wahre Staatslenker und uneingeschränkte Befehlshaber unserer Truppen, hat seine Bestrafung ausgesprochen und damit sollten wir die Sache erstmal ruhen lassen."


    Fragend sieht er seinen Verwandten an.


    "Ich hörte es gab auch eine Gerichtsverhandlung. Warst du an ihr beteiligt ?"

    Auf die für ihn typische, militärisch steife Art erwiedert er die Begrüssung des Senators Flavius Felix und stellt sich selbst im gleichen Atemzug vor.


    "Salve, Senator. Tribun Tiberius Vitamalacus, Legio IX."

    Der Tribun nickt.


    "In der Tat, es ist der Imperator. Und diesem gebührt es daher, die Verfehlung des Consuls zu ahnden. Und wenn der Imperator sein Wort gesprochen hat, dann sollte es uns genügen."


    Bedächtig führt der Tribun sein Glass zu seinen mund und nimmt einen Schluck.


    "Bei allem Respekt, den wir unseren Ahnen zollen, es zeugt auch von Grösse, über die Entgleisung eines Einzelnen hinweg zu sehen, jebenfalls wenn unser Imperator es kann. Es ist ein Zeichen von Gravitas und Dignitas !"

    Der Tribun schüttelt leicht den Kopf.


    "Respekt ist etwas, das man sich zum grossen Teil selbst erarbeiten muss, nur einen kleinen Teil kann man erben. Als Patrizier zollt man dir ein gewisses Mass an Respekt, den Rest must du selbst durch deine Taten dir erarbeiten."


    Er lehnt sich leicht zurück, nimmt wieder dfas Weinglas auf.


    "Ich frage dich : Wer ist für dich der höchste Patrizier im Imperium ? Wer wurde also durch die unsäglichen Äusserungen des Consul am stärksten beleidigt ?"

    Der Tribun sah seinen jungen Verwandten ernst an.


    "Durus, du bist jung und ich kann dir eines Sagen : Rom hat und wird sich immer auf seine guten Traditionen verlassen können. Doch wir haben auch immer gelernt uns den Gegebenheiten der Zeit anzupassen. Und nur so ist Rom zu seiner jetzigen Grösse aufgestiegen."


    "Stell dir vor, wir hätten starr an Lebensgewohnheiten zu der Zeit des Romulus festhalten. Bestensfalls lebten wir heute in einem Königreich, dessen Grenzen einige Steinwurf hinter den Grenzen der Stadt lägen. Doch wahrscheinlich wäre es, das Rom heute zu Gallien oder Carthago gehören würde und nicht umgekehrt."


    Er stellt das Weinglas ab und nimmt eine Traube, die er, Gedankenverloren, in der rechten Hand herum rollt.


    "Wir haben immer gelernt, uns angepasst. Manche Lektionen waren schmerzhaft, so wie jene, welche uns Hanibal lehrte, oder jene, die wir in den Bürgerkriegen lernen mussten.Doch immer haben wir unsere Traditionen angepasst und sind gestärkt aus der Krise gekommen... "

    Geduldig wartet der Tribun, bis der Flavier zurück ist. Währendessen lässt er Titus auch die Voropfer heran bringen, eine Amphore Wein von seinem eigenen Gut für Iupiiter, frische Ziegenmilch für Iuno und Opferkekse für Minerva.


    Als der Flavier zurück ist, nickt er auf dessen Frage nur und zeigt auf die Amphore Wein, welche Titus in der Hand hält. Dann geht er zu dem Becken neben der Tür, reinigt seine Hände wie Flavius Gracchus es im gesagt hat, nimmt dann die Amphore von Titus entgegen und betritt gemessenen Schrittes die Cella des Iuppiters.


    Langsam geht er vor das Heilligtum, stellt die Amphore ab und geht dann wieder drei Schritte rückwärts.


    Leise beginnt er zu sprechen.

    "Oh oberster Gott, oh Sohn des Saturns und der Ops,
    Ich trete heute vor dich, um Anlässlich des wichtigen Schrittes, welchen ich zu tun im Begriff bin, erneut jenen Schwur zu sprechen, welchen ich vor langer Zeit meinem Grossvater vor unserem Hausschrein gab."


    Unauffällig zieht er aus seiner Toga einen kleinen Dolch, hält den Griff mit der Rechten und umschliest die scharf geschliffene Klinge mit der linken Hand.


    "Oh Iupiter, ich schwöre bei meinem Leben und dem Heil meiner Ahnen, zu dienen Rom. Es zu verteidigen, mit Worten und Taten, seine Bevölkerung zu schützen, ihr zu dienen, zu ihrem Wohl zu handeln."


    "Oh Iupiter, ich schwöre bei einem Leben und dem Heil meiner Ahnen, zu dienen dem Imperator, das zu tuen, was er von mir verlangt. Dort zu kämpfen oder zu dienen, wo er es für richtig hält."

    "Oh Iupiter, ich schwöre bei einem Leben und dem Heil meiner Ahnen, zu dienen meiner Familie, sie zu beschützen und zu verteidigen, mit meinen Worten und meinen Taten, ihren Ruhm zu mehren."


    Dann wartet er darauf, das der Popa den Widder opfert.

    Tribun Tiberius nickt bejahend.


    "Ich möchte jedem Mitglied des capitolinisachen Trias ein Tier opfern."


    Kurz dreht er sich um und gibt Titus, der an den Stufen des Capitoliums steht ein Zeichen, das er sich mit den Opfertieren nähern möge.


    "Ich habe drei Tiere besorgt, alle in makellosem Weiss. Ein Widder für Iuppiter, eine Ziege für Iuno und ein Schaf für Minerva."


    Auf dem Gesicht des Tribuns legt sich etwas, das einem Lächeln nahe kommt. Auch wenn der Flavier sicher kein Soldat ist, doch scheint er ein aufrechter Mann zu sein, der seinem grossen Ahnen gerecht zu werden scheint.


    "Werter Flavius Gracchus, ich wäre dir dankbar, wenn du mir bei meinem Opfer zur Seite stehst und ich denke, du wirst mir gut helfen."

    "Nun, "antwortet der Tribun gelassen,"ich habe nur meinen Dienst an Rom geleistet. Nicht mehr und nicht weniger. So wie ich es von meinem Grossvater gelernt habe und andere haben erachtet, das ich meine Beförderungen verdient habe. Die Götter waren mir glücklicherweise gewogen."


    Er lehnt sich leicht zurück, nippt noch einmal am Becher.


    "Und nun war es für mich an der Zeit das Schlachtfeld zu wechseln.Doch erzähl du etwas von deiner Arbeit. Sollte mir das Volk gewogen sein und mich wählen, sollte ich so schnell es geht mehr über das Geschehen in der Stadt aus erster Hand erfahren..."

    Ein dankbares Lächeln legt sich auf das Gesicht des Ianitors.


    "Danke, Domine, gerade bei diesem Wetter ist ein Erkältung unertäglich..."


    Dann schüttelt er bedauernd den Kopf.


    "Domina Tiberia Livia wohnt seit ihrer Hochzeit in der Casa Vinicia, und Domina Tiberia Claudia residiert vor den Toren der Stadt auf dem Landsitz der Familie."


    Ja, der Landsitz,... wenn er nur dort Ianitor wäre... Raus aus der drückenden Hitze der stadt,... das wäre was bei seiner Erkältung.

    Langsam öffnet sich die Porta der Villa leicht. Dem Ianitor steht die schwere Erkältung noch ins Gesicht geschrieben, von der er gerade erst Genesen ist.


    "Salve, Domine,.... was kann ich für dich tun ?"


    Kaum hat er geendet, muss er husten.


    "Verzeiht, Domine..."

    Gemessenen Schrittes betritt Tribun Tiberius Vitamalacus den Saal in dem der Conventus stattfinden soll. Noch ist kaum jemand anwesend, nur ein einzelner Mann, offensichtlich ein Militär, sitzt bereits auf einem der Stühle.


    Tribun Tiberius Vitamalacus grüsst gewohn militärisch knapp und stellt sich kurz vor.


    "Salve. Tribun Tiberius Vitmalacus, Legio IX."


    Wenn er nervös sein sollte, das erste Mal in einem so erlauchten Kreise zu sein, dann verrät nichts an seinem Auftreten davon. Sein auftreten ist Aufrecht und seine Stimme fest und entschlossen.