Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus
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Tribun Tiberius nickt leicht, während er den jungen Commentarius mustert. Es ist sein üblich kühler Blick, mit dem er fast automatisch die Eignung seines Gegenübers zum Soldaten einschätzt. Die lange Zeit auf dem Exzierplatz hat dies zu einer schwer ablegbaren Gewohnheit gemacht.
"Salve, Flavius Gracchus. Mein Name ist Quintus Tiberius Vitamalacus, Tribun in der IX., und ich habe mich zur Kandidatur zum Quaestor entschlossen. In anbetracht der Tragweite dieses Schrittes möchte ich dem Capitolium ein Opfer bringen. Auf das Iupiter, Iuno und Minerva mir beistehen mögen."
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Die beiden Männer, welche sich am frühen Vormittag ihren Weg durch in Menschenmenge in den Marcati Traiani bahnen, stechen schon allein aufgrund ihrer Grösse heraus.
Tribun Tiberius geht langsam an den Ständen vorbei, gekleidet in eine schlichte Tunika. Dicht hinter ihm folgt in Titus, hält seinem Tribun den Rücken frei.An einem stand mit Glaswaren bleibt Tiberius Vitamalacus stehen, betrachtet nachdenklich die Auslagen.
"Wieviel ? " fragt er knapp.
"8 Sesterzen...."
"7"
"7 einhalb "
"Gut,..." Der Tribun bezahlt und gibt das Stück seinem Begleiter zu tragen.
Während er weiter geht, fragt er sich, warum er denn das Glasstück gekauft hat. Wäre sie noch da, ja dann,... Aber sie ist nicht mehr da, schon lange nicht mehr...
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Tribun Tiberius Vitamalacus geht mit gemessenen Schritt hinauf zum Palatium Augusti. Sicher hätte er eine Sänfte nehmen können, doch er zieht es vor die Stadt zu Fuss zu durchqueren.
Wieder haben sich die Sklaven die grösste Mühe gegeben, das die Toga des Mannes perfekt sitzt, doch bleibt sein ganzes Auftreten das eines Soldaten.
Er war erstaunt gewesen, die Einladung zum Conventus erhalten zu haben, besonders so kurz nach seiner Ankunft in RomDen Wachposten grüsst er miltärisch knapp.
"Salve, Miles ! Tribun Tiberius Vitamalacus, Legio IX.. Ich wurde gebeten beim Conventus des Consilium Principes zu erscheinen."
Er zeigt kurz seine Einladung vor.
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Tribun Tiberius Vitamalacus nickt zustimmend. Für ihn war es wirklich an der Zeit, das ein erfahrener Soldat, der die Lage an den Grenzen kannte den Weg in die Politik wählte. Auch wenn ihm die Legion fehlen würde, er spürte, das er hier nun gebraucht wurde.
"Deine Schwester hat in der Tat , soweit ich das aus der Ferne in Germania feststellen konnte, stets hervorragende Arbeit geleistet. Und wenn sie sich durch die Äusserungen der Aurelierin beleidigt fühlt, dann sollten wir ihrem Beispiel folgen."
Er nimmt noch einen kleinen Schluck Wein.
"Ein guter Tropfen... Vielleicht sollte ihr Vater dafür sorgen, das Aurelia Deandra bald möglichst herheiratet ist, wenn er sie nicht unter Kontrolle hat. Nichts stört mich mehr, wenn man von anderen etwas verlangt, das man nicht bereit ist selbst zu tun."
Dann begrüsst er Durus knapp und lauscht den Ausführungen Flaccus.
"Salve, Durus. Du hast schon eine interessante Karriere gemacht."
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Den Landsitz ausserhalb der Stadt erreicht Titus gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit.
Tiberia Claudia
Salve Schwester,
nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen in die Politik einzutreten. Anlässlich meiner Ankunft in Roma möchte ich dich zu einem Abendessen ANTE DIEM III ID IUN DCCCLVI A.U.C. (11.6.2006/103 n.Chr.) im Kreise der Familie in der Villa Tiberia einladen.
Ich hoffe dich an diesem Tag begrüssen zu können,vale bene,
Quintus T.V.
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Titus, der riessige Legionär, hinterlegt an der Villa Flavia eine Einladung.
Lucius Flavius Furianus
Salve,
anlässlich meiner Ankunft im Roma möchte ich dich und deine Verlobte meine Schwester, ANTE DIEM III ID IUN DCCCLVI A.U.C. (11.6.2006/103 n.Chr.) zu einem kleinen Abendessen in der Villa Tiberia einladen.
Vale,
Q.Tiberius Vitamalacus
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Militärisch steif, wie es seine Art war, setzte sich Tiberius Vitamalacus wieder.
"Es war eine Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht habe, den die Legio IX. ist auch meine Familie. Doch sie ist gut aufgestellt, daher kann ich sie guten Gewissens zu mindest Zeitweise verlassen. Aber ich muss dir sagen, nachdem was ich auf der Rostra gehört habe, ist es an der Zeit, das mehr Männer in die Politik eintreten, die um die wirklichen Gefahren des Imperiums kennen."
Er schüttelte den Kopf.
"Jenseits des Limes, keine 300 schritt von meiner kleinen Casa im Castellum, stehen die Barbaren und könnten immer wieder angreifen. Und auch in Daccien, Thracia, Asia und Syria könnte es jederzeit wieder zu Angriffen auf das Imperium kommen. Und was ist, wenn es, wie zur Zeit des Imperators Vespasinus, es zu Aufständen in Judäae kommt ? Davon, das die Romanisierung der Germanischen Provinzen zu wünschen übrig lässt, davon rede ich ja garnicht."
Fragend sieht er Flaccus an.
"Aber, was ist das Thema auf der Rostra ? Frauen in den Senat oder nicht... Was soll ich von einem Mann halten, der die Diskussion mit einer Frau scheut ? Was kann ich von einem solchen Mann erwarten, wenn er sich plötzlich einer Horde Barbaren gegenüber sieht ?"
Der Tribun hat sich langsam aber sicher in Rage geredet. Jedes seiner Worte meint er so, wie er sie geäussert hat. Sicher sieht er das weibliche Geschlecht als das Schwache an. Doch eine starke Frau in einem Amt ist ihm immer noch lieber als ein schwacher Mann.
Er nimmt kraftvoll eines der Gläser vom Tablett, so das die Sklavin ängstlich zurückschreckt. Doch der Tribun beruhigt sich langsam....
"Verzeih, Flaccus, wenn meine Worte etwas heftig waren... Ich hörte von den Angriffen auf deine Schwester und Tiberia Honoria, es ist unglaublich. Kannst du mir Berichten, wer sich daran beteiligte ? Je mehr ich aus erster Hand weiss, desto besser kann ich darauf reagieren."
Tribun Tiberius trinkt einen grossen Schluck und merint mit einem Lächeln:
"Ich bin es nich gewohnt, so viel am Stück zu reden, doch ich fürchte, dies wird sich nun ändern."
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Als er die Worte hörte, erhob sich der Tribun zu voller Grösse. Der lange Redeschwall Flaccus gab Tiberius Vitamalacus die Gelegenheit sich darüber klar zu werden, wer ihm hier gegenüber stand.
Es musste Flaccus sein, uberlegt er sich, der Bruder von Livia. Er war sich sicher, auch wenn er ihn wahrscheinlich nur ein oder zwei mal vor bald 20 Jahren gesehen hatte, doch Lucius Dosier über die Familie war sehr gründlich gewesen."Flaccus, es freut mich dich wieder zu sehen."
Wie es üblich war bei einem Wiedersehen nach langer Zeit, reichte er Flaccus die Hand zur Begrüssung.
"Darf ich dir meinen Sohn Marcus Tiberius Lupus vorstellen ?"
Auf dem Gesicht des Tribuns legt sich die Andeutung eines leichtes Lächelns.
"Uns liess ein Sklave ein, er gehört wohl Tiberius Durus."
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Titus, der riesige Soldat, kommt im Auftrag seines Tribuns an die Casa Vinicia und gibt eine Nachricht für Tiberia Livia.
Sen. Tiberia Livia
Casa ViniciaSalve geschätzte Cousine,
ich habe mich dazu entschlossen, den Schritt in die Politik anzutreten und für das Amt eines Quaestors zu kandidieren.
Leider konnte ich dich nicht vor meiner Abreise nach Roma unterrichten, doch ich würde mich geehrt fühlen, dich und deinen Gemahl ANTE DIEM III ID IUN DCCCLVI A.U.C. (11.6.2006/103 n.Chr.) zu einem kleinen Abendessen in die Villa Tiberia einzuladen.Vale bene,
Quintus T. Vitamalacus
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Tribun Tiberius nahm platz und wiess seinen Sohn mit einer kleinen Geste an, es ihm gleich zu tun.
Etwas verwundert war er, das ihm der Sklave noch nichts zu trinken angeboten hatte... Wahrscheinlich lag es daran, das Livia nicht mehr in der Villa weilte. -
Der gross gewachsene Tribun nickt knapp.
"Tu das."
Mit einem kurzen Blick auf Titus meint er noch:
"Mein Sohn und ich werde einige Zeit bleiben. Weise meiner Ordananz die zu Zimmer zu, in denen wir Unterkommen können."
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Q. Tiberius Vitamalacus antwortet knapp.
"Quintus Tiberius Vitamalacus,..." mit einer knappen Geste, weist er auf seinen Sohn,. " Mein Sohn, Tiberius Lupus."
"Ist ein Mitglied der Familie im Hause ?"
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Tiberius Vitamalacus stützt sich leicht auf das Geländer und mustert die junge Frau, welche sich mit einer Frage an ihn wandte.
"Auch in Germania konnte ich von diesem unsäglichen Vorfall hören, und wenn es stimmt, was mir zugetragen und in der Acta lesen konnte, so handelt es sich um eimne unsägliche Entgleisung, welche ich mehr von einem Betrunkenen in der hintersten Ecke einer Taberna kurz von dem Ende einer durchzechten Nacht erwarten würde, aber nicht von einem Senator und amtierenden Consul in der Offentlichkeit."
Er schüttelt den Kopf und lässt den Blick über den Platz wandern.
"Allerdings war ich nicht Anwesed und der Imperator als Höchster unterjenen, welche beleidigt sein sollen, hat in dieser Sache sein Wort gesprochen. Damit und mit dem Freispruch vor Gericht, ist diese Geschichte für mich zunächst erledigt."Dann blickt er wieder zu der jungen Frau.
"Doch ich verspreche dir, ich werde gegen jeden, der in meiner Nähe so unsere Traditionen verhöhnt und unsere Ahnen beleidigt mit meinem Wort und wenn nötig mit der Tat der Anklage entgegen treten."
Mit dem letzten Wort schlägt seine rechte Hand auf das Geländer der Rostra.
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Er hatte es geahnt, das diese Frage aufkommen würde, obwohl es für ihn eigentlich kein Frage Frage war.
So beugte er sich etwas vor und führte dann aus."Es war der Wille unsere geliebten Imperators Frauen in den Senat zu berufen. Ich sehe keinen Grund, an dieser Entscheidung zu zweifeln. Es ist ja nicht so, das er, wie der unsägliche Calligula ein Pferd in den Senat berief."
Er schüttelt heftig den Kopf.
"NEIN ! Er hat bisher durchweg nur Frauen und Männer in den Sênat berufen, welche sich durch ihre Leistungen empfohlen haben."
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Die Toga Candida wirkt an dem hochgewachsenen Mann etwas deplaziert, auch wenn die Sklaven sie perfekt drapiert haben. Doch jeder erkennt sofort, das Quintus Tiberius Vitamalacus es gewöhnt ist, nur Militärtunika und Rüstung zu tragen und diese civile Kleidung fremd an ihm wirkt.
Mit geraden Schritten geht er erhobenen Hauptes über das Forum und betritt die Rostra. Einen kurzen Moment sammelt er sich, legt beide Hände auf das Geländer.Dann erhebt seine Stimme
„Volk von Rom !”Die Worte des Mannes dringen bis in die hinterste Ecke des Platzes, ohne allerdings übertrieben Laut zu wirken.
„Ich trete heute vor Euch, um meine Kandidatur zur Quaestur bekanntzugeben.“„Vielen von Euch wird mein Gesicht unbekannt erscheinen, doch dies soll sich heute ändern. Mein Name ist Quintus Tiberius Vitamalacus und ich diene als Tribun der Legio IX. Hispania. In ihren Reihen kämpfte ich mit gegen den Einfall der barbarischen Germanen : Bei der Befreiung Germanicums und in der entscheidenden Schlacht bei Vicus Murrensium. Viele tapfere Männer sah ich dort ihr Leben für den Frieden und die Sicherheit des Imperiums lassen.“
An dieser Stelle macht er eine kurze Pause ehrlichen Gedenkens. Dann fährt er fort.
„In der Legio IX. oblag es mir, aus jenen Männern, welche sich in der Legion bewähren wollten, richtige Soldaten zu machen. Ich tat dies stests mit harter Hand und manch rauen Worten. So mochte mich so mancher Probatus verflucht haben, doch tat ich dies, um ihnen, euren Söhnen, Brüdern und Freunden, das Überleben in der Schlacht zu ermöglichen und damit sie mit ihrer Kampfkraft den Pax Romanum zu sichern vermögen.“„Heute trete ich nun vor euch, um mich für das Amt des Quaestors zu bewerben."
" Ich tue dies auch in der Verantwortung und der Tradition meiner Ahnen, doch vielmehr um euch und dem Imperium zu dienen. Aufrichtig, ehrlich und aufopferungsvoll werde ich ein mir übertragenes Amt ausüben, welches Quaestur es auch sein mag, welche Aufgabe es auch zu erfüllen gilt. Denn schon auf dem Exzierplatz pflegte ich sehr viel zu verlangen, doch nie etwas, das ich nicht selbst bereitbin zu tun.“
„Jede Form von Standesdünkel liegt mir fern und ich stehe vor euch nicht als Patrizier, sondern als Römer.“
Er hebt leicht die rechte Hand, hält sie leicht zur Faust geballt vor seine Brust. Seine Stimme wird etwas kräftiger und bewegter.
„Ich glaube an ein Rom, in dem jeder Mann und jede Frau durch eigene Leistung zu Wohlstand und Ansehen kommen !"
"Ich glaube an ein Rom, das fest an seine besten Traditionen hält, aber auch bereit ist, sich den Gegebenheiten der Zeit anzupassen !""Ich glaube an ein Rom, das sich stets auf seine Legionen verlassen kann und das auch fest zu seinen Legionen steht !“
Dann lässt er seine Hand wieder auf das Geländer sinken.
„Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit.“ -
Noch bevor er den Gang zur Rostra antrat, führte die Schritte des Tribuns Tiberius Vitamalacus zum Capitolium. Vor einem wichtigen Schritt gehörte es sich, das man mit einem Opfer versuchte, die Gunst der Götter zu erwirken.
Gemessen Schrittes stieg er die Stufen zum Tempel hinauf und wandte sich zum Heiligtum des Iuppiter Capitolinus.Dort sah er sich nach einem Priester um, der ihm bei sei seinem Opfer beiseite stehen würde.
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Nach dem kurzen Aufenthalt geht es weiter nach Rom.
Dem Tribun verbietet nicht nur das Gesetz, die Stadt Rom unter Waffen zu betreten, es ist für ihn auch eine Frage der Tradition. Auch wenn sie nur drei Mann sind, das ein Kandidat unter Waffen die Stadtgrenzen übertritt, kommt für ihn der unsäglichen Zeit der Bürgerkriege vor 150 Jahren nahe.Nach dem kurzen Aufenthalt geht es weiter zur Villa Tiberia.
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Zu Dritt treten sie vor die Porta der Villa Tiberia. Tiberius Vitamalacus trägt nun Civil, eine elegante Toga, die allerdings an dem Soldaten befremdlich wirkt. Titus steht im Hintergrund, er trägt das Gepäck seines Tribuns.
Dieser klopft mit fester Hand an die Porta.
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Als die kleine Gruppe Rom fast erreicht hat, hält der Tribun an einer kleinen Taberna.
"Wir werden hier Rüstung und Waffen ablegen und danach machen wir uns zur Villa Tiberia auf," meint der Tribun knapp.