"Die Centurie ist unter Sollstärke, Optio? Gibt es dafür besondere Gründe, wie Urlaube, Krankheiten, Großmutterbeerdigungen? Mir erschien die Gesamtlegio auf voller Sollstärke zu sein?"
Beiträge von Camillus Matinius Plautius
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Plautius nickte Medeia freundlich zu und steuerte dann auf das Essen zu, wo ein unglaublich dicker Kerl mit Glatze und gallischem Akzent(?) bereits die Platten lehrte und einem aufmerksamen Publikum (durchweg weiblich) Anregungen zur Verbesserung der Eier oder Empfehlungen abgab, welche unbedingt zu versuchen seinen.
Gut, das Opfer hatte er verpasst, aber Mars würde das hoffentlich zur Not mit den anderen
Noch während Plautius sich die Eier ansah, wurde seine Aufmerksamkeit als Architectus gefesselt. Das Wasser im Brunnen wurde abgepumpt und stattdessen floß Wein ins Becken. Interessant. Vor allem wie schnell das Ablaufen vonstatten ging und das Füllen nur dauerte.
Hm, auf die Mischung von Vitamalacus war er mal gespannt. Bestimmt hatte er morgen einen übelsten "germanischen Wolf".
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Plautius lachte leise und freundlich.
"Bei Mars, Artoria Medeia. Ich hoffe dein nächster Mann, sofern es einmal einen geben wird, besitzt die Umsicht ein weiteres Gladius im Hause zu haben, wenn die Barbarenhorden oder ein 2. Spartacus vor der Tür steht. Dir traue ich noch zu, daß du es ihm wegnimmst und zum Kampf läufst, bevor er sich versieht."
Plautius ging mit Medeia wieder hinein. Eine stolze Frau, die sich zu helfen wußte. Avitus Tante wurde immer interessanter und hübscher. Er freute sich, daß sie seine Einladung angenommen hatte.
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Plautius trat mit seiner Militärtunika etwas näher an die Tür heran.
"Sklavin! Hat Es etwas mit den Ohren, daß es der Aufforderung von Primus Pilus Matinius Plautius nicht Folge leistet? Und gebe Es endlich den Brief für meine Nichte her!"
Diesmal duldete der befehlsgewohnte Ton noch weniger Widerspruch und schien noch eine Spur kälter zu sein.
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"Legatus Decimus Livianus wurde auf Gesuch des Imperators versetzt und er hat einen Teil der Offiziere aus Germanien mitgenommen. Es stand sogar ein Bericht in der letzten Acta darüber. Bei den Cerealien? Gut möglich, obgleich ich zugeben muß, daß meine Tempelbesuche mich überwiegend zu Marstempeln führen. Bis vor Kurzem noch in CCAA? Hm, wisst Ihr etwas Neues in Sachen Diebstahl aus dem Marstempel in Mogontiacum."
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Zitat
Original von Publius Matinius Agrippa Minor
"Salve, mein Name ist Publius Matinius Agrippa und ich bin in Abwesenheit meines Vaters der Hausherr hier in dieser Casa in Rom, also was führt dich hier in diese Casa?"
Plautius hatte einige Waffenübungen im Innenhof durchgeführt, als er auf dem Rückweg zu seinem Zimmer am Eingangsbereich vorbei kam. Er schmunzelte etwas bei den Worten von seinem Neffen, denn man konnte sich streiten, ob er jetzt gerade der Hausherr war oder Plautius. Aber es war andererseits nicht schlecht, daß sein Neffe Verantwortung zeigte.
Weniger gut gefiel ihm aber was er da so hörte. Also wandte er sich in befehlsgewohnter Stimme an seinen Neffen und die Sklavin.
"Sklavin! Komm rein! Agrippa, solche Dinge sind kein Gespräch für die Tür. Außerdem zieht es und weht den Dreck rein."
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Plautius trat näher heran, schaute Medeia tief in die Augen und sprach leise.
„Artoria Medeia, ich bewundere deine Selbstbeherrschung, denn das ist ein Charakterzug, der für mich als Soldat einen hohen Stellenwert hat. Sowohl auf dem Exerzierplatz, wie auch auf dem Schlachtfeld. Du führt geschickt als „Mater Gentes“ eine Gens, leitest einen Haushalt und betätigst dich in der Politik und hast gute Kontakte. Du bist wahrlich vielseitig.
Ich mag deine intelligente und auch intellektuelle Art, aber ich habe eine Bitte an dich. Wenn du mir ein kleines Lächeln schenkst, dann sollte es ehrlich sein und aus dem Herzen kommen. Ich mag kein Lachen und Lächeln, das die Augen nicht erreicht. Dann verzichte ich lieber freiwillig darauf.
Man sagt mir nach, dass ich seherische Gaben habe. Ich selbst bezweifele das, denn warum sollten die Götter mir so etwas schenken. Aber ich halte die Augen für den Spiegel der Seele. In den Augen eines Menschen kann ich mitunter lesen wie in einer offenen Schriftrolle. Und natürlich sagt einem auch die Körpersprache viel. Daher habe ich bei Germanen auf dem Schlachtfeld immer zuerst den Augenkontakt gesucht. Das brachte oft mehr als ein suchender Blick nach der blitzenden Axt.
Ich glaube in dir lesen zu können, Artoria Medeia. Daher möchte ich Dir als Tante und Familienmitglied eines meiner besten Offiziere unter mir folgendes sagen, so wie ich das auch schon an anderen Stellen tat. Solltest du Probleme haben, so scheue dich aber nicht dich an mich zu wenden. Die Macht der Offiziere einer Legio ist groß, der Arm reicht weit und oft haben wir auch noch hilfreiche Verwandte und Freunde in einflußreichen Positionen in der Hinterhand. Die Legio ist wie eine Familie. Wir kümmern und um unsere Mitglieder und deren Angehörige.
Abschließend möchte ich Dir nur noch eines sagen. Es wurde hier und heute in diesem Garten nichts gesprochen oder gehört. Es sei denn, dass du auf mich zukommst und der Meinung bist, dass dem anders sein soll. Bei Mars und meiner Ehre!
Wenn du es möchtest würde ich mich freuen dich nun wieder zum Fest zurück begleiten zu dürfen. Außerdem würde ich dich gerne als meine Begleitung zu den Gladiatorenspielen und den weiteren Rahmenveranstaltungen einladen. Als möglicher Aedilis Plebis gehörst du zwar zu den Veranstaltern, aber so wie ich dich und deine vielen Aktivitäten einschätze, wage ich es zu bezweifeln, dass du ohne Einladung Zeit findest Dir die Spiele selbst anzuschauen und etwas zu entspannen.“
Plautius hielt den Augenkontakt zu Medeia bei, wandte seinen Körper aber ruhig halb ab und bot höflich seinen Arm an. Ein freundliches Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht.
Innerlich sah es allerdings etwas anderes in ihm aus. Das waren so die Situationen, wo es ihm flau im Magen wurde. Nicht, daß er keine Erfahrungen mit Frauen hatte, aber so die gesellschaftliche Ebene in der Öffentlichkeit ... *Schluck*
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Mit dem Sklaven Strullus als Führer und einigen muskelstarken Begleitern als Leibwächter bog Plautius um die Ecke und schaute sich um. Hier schien er richtig zu sein. Zumindest sah er dort den kleinen Zwerg von Medeia und vermutlich auch ihre Sänfte.
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Plautius erreichte rechtzeitig das Puppenspiel und setzte sich auf 2 freie Plätze ziemlich weit vorne. Auf den 2. Platz setzte er einen Sklaven aus der Casa Matinia, quasi als Platzhalter. Der durfte dann später gehen, wenn noch jemand kam. Plautius hatte mit Strullus eine gute Wahl getroffen. Er hatte zwar keine Zunge mehr, aber in Roma kannte er sich aus, wie Plautius in einem Castellum. Gespannt wartete er jetzt auf den Beginn des Puppenspieles.
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Plautius drehte sich um und betrachtete die Frau freundlich, während er überlegte. Ah, das war doch die Frau, welche den Tribunus zum Weinkönig vorgeschlagen hatte. Irgendeine Verwandte von Iulius Numerianuns. Die ältere Schwester? Na ja, egal. Und ihr Name war Iulia Lucilla! Ach ne, das war ja Decima Lucilla gewesen. Hm, Antonia? Livia? Hysteria? Ja, das war es: Iulia Helena. Er nickte Helena und ihrem Begleiter zu.
"Seid gegrüßt Iulia Helena. Danke, ich habe allerdings einige Anläufe gebraucht bis ich hier war. Da lobe ich mir die Kleinstädte wie Tarraco, CCAA oder jetzt Mantua. Ich habe mich 2 x verlaufen. ich bin einfach zu selten in Roma."
edit = lobe
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Plautius setzte sich.
“Zunächst einmal habe ich einen Brief von meinem Bruder Matinius Fuscus aus Germanien erhalten, die Ermordung von Tribunus Prudentius Balbus betreffend. Ich habe da vor einiger Zeit, unmittelbar nach unserer Ankunft, nach Resultaten nachgefragt und quasi als Privatperson und ehemaliger Ermittler den Comes angeschrieben. Unbefriedigend!”
Plautius übergab dem Legatus den halboffiziellen Brief.
Primus Pilus Camillus Matinius Plautius, Legio I., Mantua, Italia
Salve Primus Pilus,
da die Comes ihren Posten abgegeben hat und noch kein neuer Comes ernannt wurde, übernehme ich dereit kommisarisch auch diese Aufgaben.
Leider muss ich Dir mitteilen, dass die Ermittlungen ins Stocken geraten sind. Es gibt diverse Verdachtsmomente und Äusserungen, aber alle führten bisher in Sackgassen. Der Regionarius ist untröstlich, hat aber seinen Centurio Statorum ausdrücklich nur für diesen Fall freigestellt, so dass dieser sich in seiner ganzen Zeit darum kümmert. Zwischendurch wurden zwei Verdächtige festgenommen, die jedoch wieder laufen gelassen werden mussten.
Bei Veränderungen und Neuigkeiten in diesem Fall, werde ich Dich auf dem Laufenden halten.Vale bene
Maniua Matinius Fuscus -
Plautius sah nicht auf. Er saß an seinem Schreibtisch und studierte die Bauzeichnungen eines Belagerungsturmes und schien Berechnungen anzustellen.
"Salve. Setz dich, Centurio. Nimm Dir etwas zu trinken. Was kann ich für dich tun?"
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"Ah, Mantua hat dann keine eigene Curie wie zum Beispiel Tarraco in Hispania. Die Stadt stellt Kandidaten für die Curie Italia auf, die dann entsandt werden?"
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"Ich habe bis vor Kurzem als Centurio unter Legatus Decimus Livianus in der Legio IX gedient. Im Castellum bei CCAA in Germania. Zwischenzeitlich wurde ich mit anderen Offizieren nach Mantua versetzt und diene nun als Primus Pilus in der Legio I."
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Plautius trat aus dem Schatten ins Licht. Seine Miene war ausdruckslos, seine Augen fixierten Medeia wie ein Raubtier und schienen sie bis ins Kleinste zu beobachten. Dann zeigte sich ein freundliches Lächeln und der Ausdruck des Gesichtes wurde weich und er antwortete mit sanfter Stimme.
„Ja, ich habe mich verlaufen, denn zuerst wollte ich woanders hin. Allerdings fand ich einen schönen Garten, wo ich etwas zu Atem kommen konnte. Ich bin solche Feiern nicht mehr so gewohnt. Ich fand einen Garten voller schöner Blumen. Eine schöner als die andere. Auch das gesehene Unkraut kann diesen schönen Gesamteindruck nicht trüben. Entspanne dich, Artoria Medeia, hier lauert jetzt nichts im Garten, was Dir das Fest verderben kann.“
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Plautius zuckte leicht zusammen und seine Hand glitt automatisch zum Gladius. Er war in Gedanken weit bei Mars und den Schlachtfeldern in Germanien gewesen. Dann erkannte er eine Priesterin, die da neben ihm stand. Er entspannte sich.
“Ich danke Euch, aber heute wurd emir bereits geholfen. Ich bin neu in Mantua und wollte erst einmal den Tempel von Mars generell besuchen. Allerdings würde ich die Tage gerne in Ruhe für ein Opfer vorbei kommen. Wo kann man hier in Mantua denn die besten Opfertiere und Opferwaren erstehen? Auf dem Forum oder direkt bei den Tempeln?
Sim-Off: Letzteres war bestimmt nicht so ungewöhnlich bzw. die Tempel hatten bestimmt ihre bevorzugten “Lieferanten” als Empfehlungsadressen, wo die Qualität stimmte.
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“Ach ja, eine Frage hätte ich doch noch. Wenn auch in eine ganz andere Richtung gehend. Wann sind die nächsten Wahlen zur Curia von Mantua? Ich hörte, daß sich hier in Mantua auch Mitglieder der Legio aufstellen und wählen lassen können und ein aktives Wahlrecht haben.”
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Plautius war alleine in seinem Officium. Optio Aristides war mit rauchendem Kopf infolge der vielen Akten mal kurz an die frische Luft gegangen. Die Akten stapelten sich auf seinem Schreibtisch.
Auch Plautius hatte eine Pause gemacht und betrachtete gedankenverloren einen riesigen aufgehängten Bauplan, welcher die halbe Wand einnahm und offensichtlich Skizzen, Grundrisse und Elemente eines Tempels zeigte. Neben unzähligen handschriftlichen Anmerkungen von Plautius. Das Gespräch mit Vitamalacus ging ihm nicht aus dem Sinn und so hatte er sich einige Zeichenabende und das Studium seiner vielen Unterlagen gegönnt.
Er wandte sich um, sah den Legatus und nahm Haltung an.
“Legatus. Das ist richtig. Ich habe eine “halbdienstliche” Nachricht aus CCAA erhalten, sowie auch noch einen “Gegenstand persönlicher Natur” für dich. Außerdem brauche ich deinen Rat und vielleicht deine Hilfe in einer privaten Angelegenheit, welche einen Klienten von Dir betrifft. Ich ziehe in Betracht mich auf unerforschtes Gebiet zu begeben und deine Erfahrungen könnten sehr hilfreich sein. Soll ich zur Unterredung in dein Officum kommen? Legatus.”
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Der Optio lief Plautius bei einer Begehung des Castellums über den Weg. Zumindest wußte Plautius jetzt wo sich alle Latrinen befanden und hatte einen guten Überblick über das Castelllum. Die Unterschiede zu CCAA waren sehr gering.
Obgleich der Optio nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fiel, erkundigte sich Plautius freundlich bei ihm wie die Lage war.
“Salve Optio! Irgendwelche besonderen Vorkommnisse auf deinem Rundgang?”
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“Hm, dein Vater macht sich immer so viele Sorgen. Etwas Kampferfahrung ist Gold wert und steht jedem Manne gut zu Gesicht. Vor allem, wenn er später mal auf der Rostra seine politische Laufbahn starten möchte. Ich denke es kommt gut, wenn man aufrichtig sagen kann, daß man für das Imperium und das Volk im Feld gestanden und geblutet hat.
Und um ehrlich zu sein sind die Germanen nur halb so gefährlich, wie die ganzen Patrizier die hier als Offiziere im Lager herum laufen. Dem Germanen reisse ich den Kopf ab und scheisse ihm in der Hals. Bei den Leuten hier ist das komplizierter. Der Germane kommt dafür ehrlicherweise mit der Axt von vorne und murmelt hier nichts hinter dem Rücken der Leute und geschlossenen Türen.
Tiberius Vitamalacus meinte ich. Er war früher Tribunus bei uns und wird es nach seiner Zeit als Aedil auch wieder sein. Hoffen wir alle zumindest einmal. Artorius Avitus ist ein sehr guter Mann und es ist gut, daß er noch nicht so bekannt ist. Denn sonst könnte er nicht mein nachfolger als Primus Pilus werden, weil die Praetorianer ihn als Ausbilder nach Roma “rekrutieren” würden.
Daher kann ich dich ihm auch als Ausbilder anvertrauen. Und im schlimmsten Fall bin ich ja immer noch als dein Onkel da. Obgleich ich angeblich auf dem Exerzierplatz noch schlimmer bin als Centurio Artorius. Aber das sind alles nur böse Gerüchte.