Beiträge von Camillus Matinius Plautius

    :motz: :motz: Roma war SCHEISSE! :motz: :motz:


    Zuerst hatte Plautius sich auf dem Weg von der Casa Matinia zum Eröffnungsopfer 2x verlaufen. Trotz der Wegbeschreibung eines Sklaven des Hauses und eines Praetorianers an einer Strassenecke. Und dann hatte er das Opfer nicht einmal in der ersten Reihe mitbekommen.


    Plautius brummelte leise.
    "Oh Mars, warum machst du diese Stadt nicht dem Erdboden gleich wie irgend so ein Gott von so einem kleinen Ziegenstamm in der Gegend um Palaestina das angeblich dort mal mit 2 Städten namens Sodomium und Callmorra oder so ähnlich gemacht hat. In dieser Stadt ist es als Ortsunkundiger ein Unding seinen Weg zu finden. Da werden Strassen beschrieben, die es gar nicht gab oder besser gesagt, da waren Strassen und Gassen nicht dort, wo sie laut Beschreibung sein sollten."


    Hätte man Plautius irgendwo in einem germanischen Wald ausgesetzt oder in der Kanalisation der Stadt mit einer Lampe und einer Karte dann wäre das alles kein Problem gewesen, aber Roma oberirdisch ... :motz:

    Verdammt! Die Katze würde ihn noch verraten. Plautius war gewillt dem Tier einen Tritt zu geben, aber die beiden Frauen hätten sich bestimmt gewundert, wenn eine schreiende Katze an ihren Köpfen vorbei durch den Garten geflogen wäre.


    Eine interessante Unterhaltung. Medeia schien eine Frau mit dunklen Geheimnissen zu sein. Ja ja, stille Wasser sind tief und unglaublich ... Nun. Die Andeutungen konnten fast alles bedeuten. Von der männermordenden Giftmischerin bis zu einem verbotenen griechischen Kult, der Hekate, den Harpyien oder den Furien huldigt. Finstere Rituale, nackte Frauen im Mondschein ... Plautius schüttelte den Kopf und lächelte. Er hatte heute abend wirklich eine ausschweifende Fantasie. Andererseits war er ein Mann. Die hatten solch triebhafte Gedanken. Und wer weiß, vielleicht spielte sich diese alte Hexe nur auf. Immerhin war sie Priesterin laut Eigenaussage und versuchte sich hier mittels ihres Gekeifes ein Dach für den kommenden Herbst und Winter zu sichern. Und das Blut an Medeias Händen konnte vielen bedeuten. Vielleicht hatte sie einer anderen Frau den Mann ausgespannt und diese sich aus Verzweifelung vor einen Ochsenkarren geworfen. So etwas kam vor. Pah! Plautius hatte als Soldat bereits in Blut und Leichen gebadet. Na gut, das war aber auch Teil seines Berufes. Außerdem interessierte ihn die Vergangenheit selten. Das Hier und Jetzt war wichtig. Obgleich seine Neugierde geweckt war und er Nachforschungen anstellen würde. Hm, ja damit interessierte ihn die Vergangenheit doch. Außerdem würde er mal Nachforschungen über die zukünftige Frau von Fuscus anstellen lassen. Und diese alte Hexe. Informationen konnten nie schaden. Man mußte sie ja nicht einsetzen.


    Endlich verschwand die alte Frau wieder im Haus. Medeia schien das gewährte Gastrecht nicht leicht gefallen zu sein. Da zeichneten sich Machtkämpfe ab. Plautius bezweifelte nicht, daß Medeia gewinnen würde. Sie war stark, was auch ihr politischer Werdegang zeigte, und intelligent. Nun, und manchmal starben alte Leute einfach. Man sollte einer Frau niemals im eigenen Haus drohen. Plautius hatte das in der Jugend einmal bei der Köchin des Hauses Matinius getan, in deren Küchenreich. Die Köchin, eine Matrone sondergleichen, hatte Agrippa, Crassus und Plautius die Ohren lang gezogen und 4 Wochen schlichtweg nur das gekocht, was sie nicht gerne mochten. Das würde noch spannend werden. Avitus hatte eine sehr interessante Tante.


    Medeia wandte sich um in Richtung Haus. Plautius trat lautlos aus dem Schatten und folgte ihr. Nur noch wenige Schritte und sie wäre wieder im Haus. Lautlos ging Plautius ihr nach. Sobald sie ihm Haus war würde er hinter ihr wieder hinein huschen und einen Säulengang nehmen und dann wieder etwas versetzt in den Innenhof gelangen.


    MIIIIIIIIIIIIAAAAAAAAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUU !!!!!!


    Bei Mars und allen Göttern. Warum mußten Katzen immer so im Weg sitzen, daß man ihnen auf den Schwanz trat? Er hatte so auf Medeia, ihren oberen und auch “unteren” Rücken geachtet, daß er die Katze übersehen hatte. Plautius war versucht die Katze mit einem Fusstritt über das gesamte Anwesen zu treten, wenn diese nicht mauzend ins Haus verschwinden wäre. Verdammt! Wer so eine Katze hatte, brauchte weder Wachhunde noch Gänse im Haus. Bestimmt war die Katze vom Geist eines getöteten Feindes beseelt worden. Oder Mars wollte ihm zeigen, daß ein Soldat kein Schattenlauerer war.

    Es war still im Innenhof geworden. Aha, das Opfer würde also wohl bald beginnen. Plautius erhob sich um wieder zur Feier zu stossen als Medeia und eine andere Frau den Garten betraten.


    Oha! Nun, genau genommen war er Gast auf einer Feier in dieser Casa, aber das Betreten des Gartens konnte man eigentlich auch als Eindringen in die Privatsphäre der Familie ansehen. Lautlos trat Plautius einige Schritte in die Dunkelheit und verschmolz ungesehen mit den Schatten. Was man so alles auf Nachtwachen lernte, wenn man sich als zuständiger Offizier an die eigenen Wachen heran schlich um mal zu sehen, ob sie auch aufmerksam waren. Und hier trug er nicht einmal seine Rüstung.


    So wurde er unfreiwillig einer Unterhaltung auf Griechisch. Der Dialekt war in seinen Ohren etwas befremdend, aber vermutlich lag es daran, daß beide gar keinen Dialekt in Wirklichkeit sprachen, sondern Griechisch als Muttersprache nutzten. Aber immerhin waren beide Frauen sehr gut zu verstehen und die “Adlernase” war ja auch laut genug. Dann fiel auch noch ein Name. Die Adlernase schien neidisch auf das zu sein, was Medeia hatte. Und dann brachte sie auch noch den Medeias toten Mann ins Spiel. Hm, das roch nach schmutziger Familienwäsche durch eine Frau, welche die Götter mit solch einer Nase gestraft hatten. Hätte Cleopatra solch einen Riecher im Gesicht gehabt, wäre Caesar schreiend weg gelaufen und die Geschichte Roms wäre anders verlaufen.


    Plautius hielt sich still und wartete in den Schatten lautlos wie ein Jäger auf seine Beute. Selbstbeherrschung war eine der Tugenden, welche einen Soldaten auszeichneten. Und die Beherrschung seines Körpers in heiklen Situationen. Verdammt! Hoffentlich würden die nicht stundenlang da stehen. Er mußte langsam wirklich pinkeln ...

    Bald würde das Opfer beginnen und er würde wieder hinein gehen. Jetzt genoss er aber noch einige Moment die Stille und Einsamkeit des Gartens. Die Feier war sehr nett, aber er mußte sich eingestehen, daß die letzte Feier schon sehr lange her war. So sicher er sich in einer Schlacht fühlte oder auf dem Exerzierplatz, so fühlte er sich etwas flau im Magen auf der gesellschaftlichen Ebene. Er schien das Entspannen etwas verlernt zu haben.

    "Ah! Probatus Bursa. Geh zu den Latrinen und kalke diese. ich will, daß du all diese Schmierereien und Karikaturen übermalt werden. Und nimm Dir Probatus Macro zur Hilfe."


    Plautius machte dem Probatus ein Zeichen, daß er gehen konnte. Dann wandte er sich wieder dem Optio zu, der mit verdrießlichem Gesicht über den Akten saß.


    "Optio. Höre und lerne. Das Kalken der Latrinen hat nichts damit zu tun, daß mich das Gekritzel stört. Aber es ist sehr unübersichtlich. Also kalken wir und verschaffen uns so einen aktuellen Stand und lesen alles interessiert mit. Das erleichtert den Überblick.


    Informationen sammelt man ganzheitlich. Mit Augen und Ohren, dem richtigen Riecher, dem Bauchgefühl. Gespräche mit Dritten, Akten, Stubenkontrollen, dem Zustand der Ausrüstung


    Du fragst dich, was das mit den Akten soll. Sehr viel Papier, viele Zeilen und noch mehr Buchstaben. Informationen! Und alle Informationen und Details summieren sich zu einem Bild. Auf dem Exerzierplatz siehst du zwar einen wichtigen Teil des ganzen Bildes, aber es bleiben kleine Lücken.


    Stell Dir mal vor du kommt in eine stinkende Gasse und siehst einen Legioär mit blutigen Händen und einem Dolch in der Hand über der Leiche von Centurio Avitus stehen. Eine Frau sitzt weinend am Boden. Aus den Fenstern gaffen Menschen und ein kleiner Auflauf bildet sich. Was ist passiert?"

    "Die Ala scheidet für dich aus. Zu schwächlich bist du nicht. Die Praetorianer nehmen dich noch nicht auf. Du könntest also zur CU in Roma gehen oder du machst eine Grundausbildung in der Legio I. Hier kenne ich zumindest den Ausbilder. Ein sehr guter Mann: Artorius Avitus. Er ist wie ich unter Tribunus Tiberius Vitamalacus ausgebildet worden. Und er hat vor allem auch Kampferfahrung. Ich hoffe, daß er einmal mein Nachfolger als Primus Pilus wird. Solange ich Leute wie ihn auf dem Exerzierplatz und bei der Probati-Ausbildung weiß, ist die Legio I eine gute Wahl. Zumindest wird er keinen reinen Paradesoldaten aus dir machen. Obgleich es einem Matinier gut stehen würde Schlachtfelderfahrung zu haben. Aber keine Sorge, vielleicht bekommen wir ja mal ein kämpfendes Kommando, wenn es einen Engpass in Germanien oder anderen Teilen des Reiches gibt. Dann melden wir uns freiwillig."

    "Herein!"



    Noch während die Tür aufging schrieb Plautius auf eine weitere Wachstafel.



    I. Centurie


    Primus Pilus Matinius Plautius
    1. Optio: Flavius Aristides
    2. Optio: Aurelius Antonius ???
    1 Signifer: unbesetzt (ersatzweise zur Zeit ein Legionär)
    1 Aquilifer: unbesetzt (ersatzweise zur Zeit ein Legionär)
    1 Cornice: Legionär
    1 Tubice: Legionär


    154 weitere Legionäre als kämpfende Truppe




    Sim-Off:

    alter mann? ne ne ne. das zieht nicht. alt sind saccus und flaccus von den valeriern. :D

    "Hui! Wie soll ich Dir beschreiben wie ein Soldatenleben ist. Hier in der Legio I ist es ganz anders als in germanien. Dort lauerte der germanische Feind hinter jeder Ecke und jedem Baum. Jederzeit konnte er angreifen und die Natur und das Wetter waren seine Verbündeten. Jenseits des Limes können ganze Legionen spurlos verschwinden.


    Hier in Mantua ist es ganz anders. Ein Feind ist nicht in Sicht und alles scheint ruhiger abzulaufen. Die Prioritäten sind anders. Aber ich bin sicher, daß die Offiziere, die mit dem Legatus und mir hierher kamen, sich sofort wieder zu einem kämpfenden Kommando melden werden, wenn es in Germanien oder sonstwo im Imperium besorgniserregend kracht.


    Das Leben in der Legio kannst du schlecht beschreiben. Das muß man erleben um es beurteilen zu können. Hm, du könntest eine Grundausbildung ableisten. Du würdest als Probatus einsteigen und dienst einige Zeit bis du Legionär geworden bist. Das dauert meist einige Wochen bis Monate. Danach entscheidest du dich, ob du noch etwas dienen willst oder ehrenhaft aus der Legio ausscheidest. Ich überlege nur gerade, welche Legio oder Einheit am besten für dich in Frage käme."

    "Tja, was soll ich sagen, Magistratus. Der Bautrupp der Legio I scheint langsamer zu arbeiten als wir damals in Germania. Bei uns hießen die Zauberworte "Improvisieren" und "Schnell! Schnell! Bevor es wieder schneit.". Offensichtlich hat man hier keinen zeitdruck oder arbeitet extrem gründlich. Das wird noch dauern. Schließlich steht die Funktionalität nicht alleine im Vordergrund, sondern auch die Ästhetik."

    Plautius lachte laut als die Wahl der Gäste knapp auf Vitamalacus fiel und meinte zu dem Tribunus.


    "Oh Oh. Tribunus, dein Stern sinkt. Du wurdest nur mit einer Stimme mehr gewählt. Nun denn, wie heißt es so schön. Alter vor Schönheit. Und Pech im Spiel, Glück in der Liebe, Weinkönig. Ich wünsche dir eine gute Amtszeit. Aber beschwere dich nicht, wenn heute abend alle hübschen Frauen bei mir und meinen Männern zu finden sind und der König alleine auf seinem Thron sitzt. Ein derart wichtiges Amt erlaubt leider wenig Zeit für Vergnügungen."

    "Nein! Ich war zwar vor meiner Versetzung in die Legio I bei der Legio IX in Germania der Lagerarchitectus gewesen und leitete den Bautrupp dort, aber in der Legio I habe ich damit nichts mehr zu tun. Aber als Absolvent des Cursus Architectura kann ich Dir zumindest sagen, daß die Arbeiten gut und sorgfältig ausgeführt werden. In einigen Jahren wird das sicher mal ein schönes Theater sein."

    Plautius trank und wurde dann sehr ernst und wandte sich an Numerianuns.


    "Seien wir froh, daß wir mit ein paar Narben aus den Germanenschlachten weg gekommen sind. Ich dachte damals wirklich, daß ich durch den Stein mein Auge verliere und erinnerst du dich noch daran, wie man Centurio Decimus Proximus in Stücke gehackt hat. Der Mann ist verblutet, wie ein abgestochenes Schwein, bevor man ihn fand. Mars hat uns beschützt und Fortuna ist zusätzlich hinter Mars herspaziert. Dagegen waren die Piraten eine Bande von Hühnerdieben."