Es war später Nachmittag und die Wärme lag noch drückend über der Stadt, aber der Laufbursche aus der Casa Purgitia hatte keine andere Wahl, als trotzdem Aufträge seines Herrn auszuführen. Diesmal führte ihn sein Weg zur Casa Iulia, wo er einen Termin übermitteln sollte. Er klopfte und strich eine verschwitzte Haarsträhne zurück, während er wartete.
Beiträge von Spurius Purgitius Macer
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Der Türhüter bestätigte dies ohne zu Zögern mit einem Nicken. "Ja, der Senator wird einen Boten mit einem Terminvorschlag zur Casa Iulia schicken." Ihm war das nur Recht, denn das bedeutete, dass er nicht einmal eilig zwischen dem Sekretär des Hausherrn und dem Besucher hin und her hetzen musste, sondern ersteren einfach über die Anfrage informiert und dann nichts mehr damit zu tun hatte.
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Macer hörte den Schilderungen seines Klienten geduldig und aufmerksam zu, kräuselte dann aber am Ende nachdenklich die Stirn. "Eine Anstellung als Praepositus Stationarium? Solche Posten werden üblicherweise eher an ehemalige Militärs oder gar abkommandierte Soldaten vergeben, soweit ich weiß", gab er seine Auffassung von diesem Posten entgegen, die aber keineswegs völlig zutreffend sein musste, da er sich an keine nähere Begegnung mit einem solchen Amtsinhaber in der letzten Zeit erinnern konnte. "Wurdest du bei deinen Bewerbungen stets abgewiesen oder gar nicht bis zum Curator vorgelassen?", erkundigte er sich dann genauer, was das Problem mit den Bewerbungen war.
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"Vor allem sollte man wohl auch überlegen, was man mit dem Geld macht, das nach dem Krieg durch die Steuer eingenommen wird", warf Macer rasch ein, bevor der Consul antworten konnte. Seines Erachtens macht es sich dieser nämlich entschieden zu einfach, wenn er auf den laufenden Krieg verwies. "Der Bürgerkrieg wird ja nun eines Tages vorbei sein und die Götter mögen bewirken, dass dieser Tag nicht mehr fern ist, aber die Steuern werden auch danach noch fliessen. Im übrigen bin ich überzeugt, dass jeder Patrizier der Aufhebung seiner Steuerfreiheit weitaus besser zustimmen kann, wenn er weiß, dass das Geld für einen sinnvollen Zweck verwendet wird!", ergänzte er dann gleich noch ein Argument, das ihm recht spontan eingefallen war. "Geld einnehmen und es dann nicht zum Nutzen des Gemeinwohls ausgeben machen ja nun angeblich eben die Patrizier - wir sollten nicht den Fehler machen, es bei ihnen zu verhindern und es als Staat dann selber zu tun."
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"Ich kann nicht klagen, sondern bin den Göttern jeden Tag dankbar, dass es mir und Albina gut geht", antwortete Macer und demonstrierte damit ganz bewusst gegenüber seinen Klienten sowohl das Wohlergehen seiner ganzen Familie, als auch die notwendige Bescheidenheit, dieses Wohlergehen den Göttern zuzuschreiben. Er wollte damit ein ganz bewusstes Zeichen gegen jene setzen, die eine Hungersnot aufziehen sahen und diese irgendjemandem in die Schuhe schieben wollten. "Es freut mich, dass es dir ebenso gut geht. Was kann ich für dich tun?", setzte er dann das Gespräch fort.
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Die Wahlen rücken langsam näher und die Gerüchte über Getreideknappheit hielten sich hartnäckig, was beides zusammen dazu führte, dass Macer recht geschäftig unterwegs war jeden Tag, auch wenn das politische Leben angesichts des drohenden Bürgerkriegs insgesamt eher gelähmt zu sein schien. Und diese Geschäftigkeit wiederum führte dazu, dass man ihn ohne Termin nicht so einfach antraf. "Leider nein", teilte der Türhüter daher mit. "Aber wenn dein Herr warten mag, hat er vielleicht Glück, dass der Senator bald wieder nach Hause kommt. Oder er vereinbart einen Termin in den kommenden Tagen", schlug er die üblichen Alternativen vor.
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Der Türhüter öffnete nach wenigen Augenblicken und stellte seine übliche Frage. "Salve, womit kann ich weiterhelfen?"
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Wie üblich handelte Macer einen Klienten nach dem anderen ab, der mit seinen Anliegen vor ihn trat. Auffallend viele äußerten sich in diesen Tagen besorgt wegen der Getreideversorgung der Stadt, die spürbar ins Stocken kam, aber bisher hatte Macer noch jeden beruhigen können. Und noch kam auch längst nicht jeder Klient hungrig zur Salutatio. "Salve, Helvetius Varus, wie geht es dir?" erkundigte sich Macer beim nächsten Mann nach dem Befinden.
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Versehen, aber zu spät bemerkt worden, um es wieder zurückzudrehen.
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Quintus Pompeius Rufus, Publius Pompeius Rufus oder ein ganz neuer Pompeius Rufus?
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Den Augusta-Titel kann es durchaus mehrfach geben. So ähnlich wie in Großbritannien, wo es die Queen und außerdem noch "Queen Mum" gab.
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Die Antwort fiel in etwa so ungenau aus, wie Macer befürchtet hatte. Er hatte zwar nicht grundsätzlich etwas dagegen, im Senat auch einmal eine vage Idee zu äußern, aber gerade bei einem so ausgelutschten Thema wie diesem wünschte er sich doch deutlich mehr Substanz bei einem neuen Anlauf. "Dann sollte man dies vielleicht erst einmal vorab in Erfahrung bringen", schlug er vor. "Sonst machen schon morgen alle erdenklichen phantasievollen Zahlen die Runde auf dem Forum und übermorgen steht die halbe Armee vor unserer Haustüre, weil die Soldaten aus der vermeintlich prall gefüllten Staatskasse eine Solderhöhung haben wollen!" malte er dann gleich noch fröhlich ein Schreckensszenario, das sicher keiner haben wollte. "Ich glaube kaum, dass wir uns das in der aktuellen Situation leisten können und daher von Anfang an ganz nüchtern darlegen sollten, was die Staatskasse erwartet und auch, wer sich tatsächlich auf den Nutzen aus den Mehreinnahmen freuen darf. Verteilungskämpfe können bekanntlich sehr zäh sein und wie gesagt, können wir uns die im Moment ganz sicher nicht leisten."
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Als der Consul das Thema präsentierte, musste Macer aufpassen, nicht auffällig zu gähnen. Er konnte sich zwar zugegebenermaßen nicht mehr daran erinnern, wann genau es zum letzten Mal im Senat diskutiert worden war, aber neu war es ganz sicher nicht. Auch die Antwort von Germanicus Avarus kam Macer alles andere als frisch und unverbraucht vor. Mit ein bisschen Phantasie hätte er den Text fast mitsprechen können, so vorhersehbar war die Antwort.
"Gibt es seriöse Schätzungen, mit welcher Menge von Einnahmen die Staatskasse rechnen kann, wenn die Steuerfreiheit aufgehoben wird?", erkundigte sich Macer nicht ohne Hintergedanken, die er aber erst einmal unausgesprochen ließ.
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Zitat
Original von Marcus Iulius Proximus
bitte Rinderzucht "Armentarius Taureus Proxima" freischalten.
Wo ist die denn? Steht nicht auf der Liste.Dafür habe ich auf der Liste noch zwei Freischaltungswünsche von Quintilia Valentina, die hier im Thread nicht genannt wurden. Was ist mit denen? Sollen die beide tatsächlich freigeschaltet werden?
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Ist jetzt erledigt
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Alle liegengebliebenen Kontoeröffnungen sind jetzt nachgeholt.
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Original von Spurius Purgitius Macer
Ich bin die nächsten viereinhalb Wochen nur sehr eingeschränkt bis gar nicht anwesend.
Ich bin wieder da.200 km Streckenlänge
40 kg Marschgepäck
14 Etappen
5 Kameraden
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1 mal als römischer Legionär durch die AlpenUnbeschreiblich gut! Unglaublich intensiv! Unvergesslich!
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Macer erhob sich ebenfalls von seiner Kline und stand offensichtlich nicht ganz so wackelig auf seinen Beinen, wie Iunia Axilla. Als diese ihm entgegen stolperte, zuckte er kurz, bevor er sie dann tatsächlich halbwegs geistesgegenwärtig auffing. Seinen eigentlich ganz guten Eindruck von ihr störte diese Einlage aber schon ein wenig. Offenbar hatte sie entweder sich oder ihren Weinkonsum nicht ganz unter Kontrolle. Oder sie hatte es doch, und diese kleine Einlage war dann doch Absicht gewesen, was aber auch bestenfalls als albern gelten konnte. Immerhin hielt er ihr zu Gute, dass sie rot anlief und zumindest überzeugend peinlich berührt wirkte. Dementsprechend ging er galant über den Stolperer hinweg. "Ich werde Albina empfehlen, dich und deinen Mann auch einmal als Gäste zu uns einzuladen", antwortete er stattdessen. "Versäume bitte nicht, deinem Mann meine Grüße auszurichten, wenn er zurück ist", hängte er dann die übliche Bitte zum Grüße ausrichten hinten dran. Dann bewegte er sich ganz langsam in Richtung Ausgang, wo auch irgendwo seine Sklaven warten würden, auch wenn er annahm, dass Iunia Axilla ihn noch bis zur Tür begleiten würde.
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Macer hatte den Blick von Iunia Axilla nicht ununterbrochen verfolgt, so dass er das nachdenkliche Murmeln und das spätere Oh nicht so ganz in Verbindung bringen konnte. Er nahm aber an, dass es wohl nichts mit einander zu tun hatte und Iunia Axilla stattdessen darüber nachdachte, ob sie das Thema noch fortführen sollte oder nicht. Sie entschied sich offensichtlich dagegen, was Macer durchaus Recht war. "Es war ein kurzweiliger Abend, der schnell verflogen ist" antwortete er dann auf ihre Frage, denn er konnte sich auch nur auf sein Zeitgefühl und ihre offensichtliche Müdigkeit verlassen. "Es war mir eine Freude, zu diesem Abend dein Gast gewesen zu sein", schloss er dann gleich lächelnd an, um nicht eine weitere schweigsame Pause entstehen zu lassen.
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Einerseits sah Macer auch in dieser Frage nach dem Sinn des Soldatenlebens noch gewissen Diskussionsbedarf, denn nicht wenige Männer wurden Soldaten, weil man dort einen guten Sold bekam und ohne sich Gedanken über die SInnhaftigkeit eines Kriegszuges zu machen, aber andererseits merkte Macer, dass es vielleicht nicht unbedingt hilfreich war, Iunia Axilla nun noch bezüglich eines einzelnen Details zu widersprechen. "Spannend wird Politik vor allem dann, wenn es um etwas geht, das neu ist. Aber sicher hast du Recht, dass dies nicht auf alles zutrifft", antwortete er stattdessen, allerdings auch hier ohne das Thema durch eine allzu konträre Meinung noch zu vertiefen.