Beiträge von Spurius Purgitius Macer

    Was Germanicus Avarus an der Tür als Gelegenheitsbesuch hatte ankündigen lassen, konnte man genauso gut auch als Überraschungsbesuch bezeichnen. Zumindest tat Macer das, nachdem ihn kürzlich auch schon ein weiterer Germanicer überrascht hatte. "Salve, Germanicus Avarus!", grüßte er den Senatskollegen. "Habt sich die Gens Germanica vorgenommen, mich regelmäßig zu überraschen? Sedulus stand erst kürzlich völlig überraschend vor der Tür", teilte er mit und lud mit einer Geste zum Sitzen ein. "Was führt dich hierher? Keine Kandidatur, oder?"

    "Nein, eine so offene Provokation wird er sicher nicht nötig haben. Dafür sind wohl auch die Anliegen eines Aedils zu ungefährlich für die höheren Ebenen, um da allzu auffallend zu sein. Aber selbst wenn die Cohortes Urbanae nur präzisen Dienst nach Vorschrift schieben, kann es schon nervig genug sein. Aber reden wir nicht über ungelegte Eier. Man wird ja sehen, was passiert", spekulierte Macer erst weiter und wischte die Diskussion dann doch weg. "Hast du denn ganz konkrete Pläne, was du machen möchtest?"

    Nach der Rede blieb es erstaunlich ruhig im Senat, was Macer durchaus erstaunte. Er hatte bisher den Eindruck gehabt, dass die Iulier dem amtierenden Kaiser recht nahe standen und hätte daher mit kräftiger Unterstützung für den Kandidaten aus den Reihen von Salinators Parteigängern gerechnet. Aber es kam zu keiner nennenswerten längeren Lobrede. Macer schloss sich dem allgemeinen positiven Gemurmel an und nickte zumindest zustimmend. Den kandidaten kannte er zwar nicht genauer, aber die Rede kam ihm kurz, bündig und überzeugend vor. Fragen hatte er keine.

    Zitat

    Original von Marcus Iulius Proximus
    Wenn Du sage Ort und Zeit , ich gehe H´erre frage, dann ich komme zu Tür und Dir sagen ob geht oder nicht. Einverstanden?


    Mit diesem Vorschlag konnte der Laufbursche prima leben. "Ja, gerne. Mein Herr würde sich freuen, wenn ihn Iulius Proximus in zwei Tagen zur vierten Stunde des Tages aufsuchte."

    "Stimmt, da hast du nicht Unrecht", stimmte Macer zu. "Wobei ich annehmen würde, dass sich der Praefectus Urbi da nicht allzu viel reinreden lassen würde im Moment, zumal mit Vescularius Salinator sein direkter Vorgänger und Gönner der starke Mann in Rom ist", mutmaßte Macer dann weiter. "Ihr verhältnis zum Senat ist ja durchaus als kühl und distanziert zu bezeichnen und ich würde annehmen, dass das auch für die Arbeits- und Kompetenzverteilung dann so aussehen wird." Erst dabei viel ihm auf, dass man dazu wohl vor allem einmal die amtierenden Aedile fragen könnte, welche Erfahrungen sie denn derzeit machen, wenn sie die Cohortes Urbanae einsetzen wollen.

    Tatsächlich war Macer auch von dieser Ankündigung überrascht und das durchaus positiv. "Ah, als Aedil? Ein schönes Amt! Hat mir damals sehr viel Spaß gemacht", erinnerte er sich auch diesmal wieder an seine eigene Amtszeit. "Aufgrund deiner bisherigen Tätigkeit willst du den Fokus deiner Amtszeit aber mehr auf öffentliche Bauwerke legen, nehme ich an?", mutmaßte er dann weiter. Selber hatte ihn ja eher das Marktwesen interessiert.

    Macer saß in seinem Arbeitszimmer und erhob sich lächelnd, als der Senatskollege eintrat. "Germanicus Sedulus. Salve. Das nenne ich mal einen überraschenden Besuch. Was führt dich so plötzlich zu mir? Nimm' Platz." Mit einer Geste deutete er auf einen bequemen Besucherstuhl und nahm selber auch wieder auf der anderen Seite des Schreibtisches Platz.

    "Es geht um eine Einladung zu einem Termin", erklärte der Laufbursche. "Ich soll auf Antwort warten", ergänze er dann. Ob es dazu einfacher wäre, dass er den Hausherrn direkt belästigte oder ob der Bote den Terminvorschlag annehmen, mit dem Hausherrn absprechen und die Antwort wieder an ihn melden würde, war ihm herzlich egal. Als Laufbursche hatte er gelernt, mit jeglichen Gepflogenheiten fremder Häuser zurecht zu kommen, wenn es irgendwie ging.

    Der Türhüter brauchte wie immer nicht lange, um zu öffnen, zumal er sich kurz vor der Wahl quasi in erhöhter Alarmbereitschaft befand, denn an der Tür des Consulars wurde es in dieser Zeit spürbar geschäftiger. "Salve! Womit kann ich helfen?" erkundigte er sich nach dem öffnen.


    Sim-Off:

    Du hättest ruhig auch den Haustür-Thread benutzen dürfen. ;) Und weil ich jetzt eh schon ein Sim-Off-Kästchen hier habe, nutze ich die Chance, mal einen Tipp loszuwerden, den ich schon immer mal den Besuchern an Macers Tür geben wollte: Wenn ihr in euer Posting eine sinnvolle (!) Tageszeit einbaut, erhöht das spürbar die Chance, dass Macer zu Hause ist und Zeit für euch hat.

    Wieder einmal war der Laufbursche aus dem Haushalt von Purgitius Macer unterwegs, um Aufträge seines Herrn zu erfüllen. Diesmal führte ihn sein Weg zur Casa Octavia. Er klopfte und wartete, dass ihm geöffnet würde.

    "Mit einem selbst gekelterten, hervorragenden Wein wirst du sicher den einen oder anderen beeindrucken und für dich gewinnen können", nahm Macer die augenzwinkernde Bemerkung auf, bevor er zu den restlichen Ausführungen wieder ernst nickte. "Aber ich sehe, du schätzt deine Lage und deine Möglichkeiten realistisch ein. Wie gesagt, werde ich schauen, was ich bei Octavius Victor für dich erreichen kann. Immerhin sind wir in derselben Factio aktiv, so dass ich zumindest nicht vor verschlossenen Türen stehen bleiben werde", gab sich Macer vorsichtig optimistisch und tatsächlich würde er die Kontaktaufnahme mit dem Curator auch für Gespräche über die Factio Russata nutzen wollen. "Ich lasse es dich auf dem einen oder anderen Weg wissen, wenn ich etwas erreicht habe." Womit wohl auch der indirekte Weg gemeint war, wenn dem Helvetier eine Einladung zu einem Gespräch mit dem Curator zugestellt wurde.

    Die Idee gefällt mir eigentlich ganz gut, aber im Moment würde ich sie nur sehr ungerne umsetzen, da die Taberna schon drei Produkte anbietet. Je mehr Produkte ein Betrieb hat, umso schwieriger sind die Produktionsmengen auszubalancieren und bei drei Produkten ist es schon schwer genug.

    Macer zuckte demonstrativ mit den Schultern, als der Consul auch auf die wiederholte Nachfrage hin kein konkretes Konzept vorlegen konnte, was mit dem Geld getan werden sollte. "Mit anderen Worten, du bist lediglich überzeugt, dass wir das Geld schon irgendwie wieder loswerden, wenn wir es denn erst einmal haben", fasste er seine Sicht auf die consulare Planlosigkeit zusammen und nahm dann wieder Platz., um die Diskussion nicht weiter aufzuhalten. Gegen mehr Steuergerechtigkeit hatte er schließlich nichts einzuwenden.

    Erneut hörte Macer zu, ohne seinen Klienten zu unterbrechen und war sogar ganz froh, dass dieser von sich aus viel erzählte. Damit ersparte er ihm nämlich die Notwendigkeit, Nachfragen zu stellen oder Erinnerungen aus früheren Gesprächen heranzuziehen, die bei ihm häufig nur noch spärlich vorhanden waren. So aber entfaltete der Helvetier vor ihm ein umfangreiches Bild, zu dem Macer nun seine Meinung abgeben konnte. "Das klingt nach vielen würdigen Plänen, aber du solltest dir schon bewusst machen, wie ambitioniert einige deiner Ziele sind. Den Ritterstand zu erreichen ist für jemanden, der weder jenen Ordo inne hat noch Verwandte mit diesem Ordo aufweisen kann, ja nicht einmal zum Ordo Decurionum seiner Heimatstadt gehört, ein äußerst hohes Ziel. Ich möchte dich nicht entmutigen, denn es ist zweifellos erreichbar, aber beispielsweise meine Einflussmöglichkeiten am Kaiserhof sind derzeit begrenzt und jene von Germanicus Sedulus wahrscheinlich auch, wenn ich die Lage richtig einschätze. Selbst wenn wir dort vorsprechen und dich empfehlen können, bleibt doch wenig, was du bislang vorzuweisen hast", resümierte er erst einmal die gegenwärtige Lage. Aber auch wenn er hier ein eher düsteres Bild malte, konnte er psoitive Aussichten anschließen. "Mit Octavius Victor werde ich aber gerne versuchen, Kontakt aufzunehmen und dich ihm zu empfehlen, so dass du bei einem weiteren Versuch hoffentlich mehr Erfolg hast."