Beiträge von Spurius Purgitius Macer

    Auch in Ostia hatte Macer keine allzu direkten Kontakte, so dass er lediglich die Namen einiger Senatoren beisteuern konnte, mit denen er sich gut verstand und die wiederum besser Kontakte als er selber nach Ostia hatten. Ob das Iunia Axilla im nötigen Maße weiterhelfen konnte, wusste er allerdings nicht. "Zumindest solltest du von deinem Vetter die eine oder andere militärische Information erhalten können", stimmte er dann zu. "Falls ich etwas höre, zum Beispiel durch Terentius Cyprianus, lasse ich es dich natürlich auch sofort wissen", versprach er dann außerdem. Sollte es wirklich zu Problemen in der Stadt kommen, wäre Kommunikation und Absprache untereinander wohl für viele Bürger überlebenswichtig.


    "Nichts zu danken", murmelte er dann, während Iunia Axilla mit ihrer Autorität als Gastgeberin das Thema dann nun doch beendete. Er nutzte die Gelegenheit, noch einmal bei den Speisen nachzunehmen und kam dann doch tatsächlich auf ein Thema, was dem aktuellen nicht ganz fern lag, aber trotzdem einen gewissen Themenwechsel darstellte. "Wirkt sich die angespannte Lage eigentlich auch auf die Arbeit der Acta Diurna aus?" fragte er schließlich. "Zumindest aus dem Senat gibt es ja derzeit etwas weniger zu berichten als zu anderen Zeiten", fügte er dann gleich noch etwas konkreteren Gesprächsstoff hinzu, falls Iunia Axilla noch ein Stichwort mehr haben wollte.

    Macer hatte sich zwar die trockenen Kommentare nicht verkneifen können, hatte aber andererseits auch nicht vor, den Mann unnötig zu belehren, da er ihn ja bisher kaum kannte und nur einen ersten Eindruck von ihm hatte. Und auch der war noch nicht völlig gefestigt, denn jetzt wiederum wirkte der Tiberier schon wieder ganz anders in seiner Mischung aus Trotz und Hilflosigkeit. Immerhin war er klug genug, offen zu sagen, dass er Hilfe brauchte. "Nun gut, Rom zu überblicken ist nicht einfach, wenn man frisch in die Stadt kommt", gestand er ihm daher ehrlich zu. "Warst du vor deiner Studienreise nach Griechenland hier in Rom?", erkundigte er sich dann, denn davon würde wohl abhängen, wie viele neue Verhältnisse man dem jungen Mann erklären musste und was er womöglich doch schon wusste.

    Während er das wirklich vorzügliche Essen genoss, folgte Macer aufmerksam dem Gedankengang seiner Gastgeberin. Wirklich schade, dass es um so ein ernstes Thema ging, denn so bot sich keine Gelegenheit, mal ein lobendes Wort über das Essen einzuwerfen. Das wäre zumindest reichlich unhöflich gewesen, das zarte Fleisch zu loben, während Iunia Axilla ganz offensichtlich Angst um ihr Leben hatte. Und ihre Gedankengänge klangen alles andere als unschlüssig, so dass Macer diese Angst nachvollziehen konnte. "Unter diesen Gesichtspunkten würde ich mich wohl deinem Vetter anschließen und Rom verlassen, wenn du dich hier nicht mehr sicher fühlst", antwortete er schließlich. "Dass es nicht leicht ist, in der Nähe von Rom und trotzdem in sicherem Abstand etwas zu finden, ist aber wohl genauso wahr. Mein Landgut liegt zum Beispiel bei Mediolanum, wie du weißt, und wäre damit auch weit weg. Albinas Familie hat auch noch Besitz in Misenum, da wären wir also auch nicht näher dran als mit dem, was dir an Möglichkeiten zur Verfügung steht", zählte er dann auf. Dabei hatte er gar nicht so sehr im Kopf, dass er möglicherweise einen passenden Ort kannte, den er Iunia Axilla anbieten konnte, sondern er wollte ihr vor allem zeigen, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht alleine war. Ihr einen Platz in Rom anzubieten kam ihm schlicht nicht in den Sinn, wo sie sich doch gerade noch einig waren, dass Rom unter gewissen Umständen tatsächlich zu gefährlich werden konnte.

    Zitat

    Original von Decima Stella
    öhm... ich würde gerne in den Stammbaum meiner Familie eingetragen werden...
    als Halbschwester von Marcus Decimus Catus, Tochter von Marcus Decimus Corbulos und seiner Gattin Lavinia Crispina.


    Bist du doch schon. :)
    Eventuell musst du mal deinen Browser dazu zwingen, die Bildchen wirklich neu zu laden (STRG+F5).

    Als Macer zwischen den weiteren eintreffenden Senatoren Octavius Victor erblickte, war er etwas überrascht. Er hatte zwar nicht angenommen, dass dieser ebenfalls aus Rom geflohen oder in aller Stille gestorben war, aber es war ruhig um ihn geworden, seit er sich völlig aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hatte. Dass er nun ausgerechnet jetzt und hier auftauchte, war eine echte Überraschung. Fast freudig grüßte Macer ihn zurück, als er die hand zum Gruß erhob, und hätte gerne einige Worte mit ihm gewechselt, aber der beginnende Aufmarsch der Prätorianer verhinderte dies.


    Tatsächlich sparten sie an nichts bei diesem pompösen Auftritt und Macer war sich ziemlich sicher, dass dies nicht nur eine Parade zu Ehren des scheidenden und des neuen Praefectus sein sollte, sondern auch eine Machtdemonstration des Kaisers, die allen Zweiflern und Gegnern klar machen sollte, wer die militärischen Trümpfe in der Hand hielt.

    Macer bekam nicht wirklich mit, dass seine Antwort das völlige Gegenteil von dem war, was sich Iunia Axilla erhofft hatte. Er hatte nicht einmal die Absicht gehabt, besonders abweisend zu antworten, aber andererseits ließ die Ernsthaftigkeit des Themas wohl auch kaum Luft für Gefälligkeitsaussagen. Dass Iunia Axilla mit seiner Antwort nicht völlig glücklich war, bemerkte er allerdings durchaus. "Du fürchtest, dass es hier in Rom zu Gewaltausbrüchen kommt?", fragte er daher nach, um ihrer Sorge auf den Grund zu gehen. Auch wenn sie das Thema wohl schon wieder beenden wollte, war nach den üblichen Gepflogenheiten eines römischen Gastmahls davon auszugehen, dass ihr das Thema wichtig war, denn sonst hätte sie es nicht zu Beginn des Hauptganges angesprochen. Und Macer wollte ganz sicher kein unhöflicher Gast sein, der die gewählten Themen ausschlug. Zumal er selber nicht unbedingt zu den Plaudertaschen gehörte, die jederzeit selber ein neues Gesprächsthema hervorziehen konnten. "Es sollte eigentlich im Interesse aller sein, genau das zu verhindern", sprach er dann langsam weiter. Abgesehen von den üblichen Gründen, die immer mal wieder zu Gewalt in den ärmeren Vierteln der Stadt führten, konnte er sich eigentlich nur eine massive Getreideknappheit als Grund für Unruhen vorstellen. Die war zwar nicht unwahrscheinlich, aber er sah keinen Grund, wieso dann Privathäuser bedroht sein sollten.

    Hatte Macer den Tiberier bisher lediglich skeptisch betrachtet, hielt er ihn inzwischen für einen reichlich naiven Dampfplauderer. So viele salbungsvolle Worte hatte er selten auf einem Haufen gehört und er hoffte inständig, dass die Ausbildung in Griechenland bei dem jungen Mann noch ein paar brauchbarere Eigenschaften gefördert hatte als die der blumigen Sprache. "Nicht sterben wäre ein guter erster Schritt", antwortete er daher auch völlig trocken und ließ danach einen Moment der Stille eintreten. "Als zweites würde ich die Augen aufmachen, um der Realität in die Augen sehen zu können und wenn du mutig sein willst, solltest du auch noch deinen Kopf benutzen, um zu denken!", schlug er dann genauso trocken vor. "Überleg doch mal: Die namhaftesten männlichen Vertreter deiner Gens sind tot oder verschwunden, überdies sind sie der Beteiligung an einer Verschwörung bezichtigt, du kennst fast niemanden in Rom und hast nichts in der Hand außer ein bisschen Bildung aus Griechenland. Ich an deiner Stelle wäre daher ganz vorsichtig mit meinen Träumen von Ruhm, Macht und Anerkennung. Umso leichter kannst du sie übertreffen."

    Die Frage war zwar prinzipiell einfach zu beantworten, aber trotzdem empfand sie Macer als ziemlich unangenehm. Hätte Macer dem Tiberier bereits sehr vertraut, hätte er kaum gezögert, wahrheitsgemäß zu antworten. Hätte er dem Tiberier deutlich misstraut, hätte er ebensowenig gezögert ihn anzulügen, um das Gespräch günstig zu gestalten. Da aber weder das eine noch das andere zutraf, wollte sich Macer eigentlich noch gar nicht entscheiden. Doch da keine Antwort und sogar ein langes Zögern bereits eine Antwort gewesen wäre, konnte er sich auch kein Schweigen leisten. "Ungeachtet aller Qualitäten oder Schwächen des neuen Imperators wäre es wohl etwas früh, nach einer so kurzen Amtszeit bereits ein völlig eindeutiges Urteil zu fällen", antwortete er daher diplomatisch und mit leicht reserviertem Blick. Sympathiepunkte hatte sein Gegenüber mit der Frage jedenfalls nicht gesammelt, aber darauf kam es ihm ja vielleicht auch gar nicht an.

    "Vielen Dank. Ich hoffe sehr, dass uns die Götter wohl gesonnen sind, denn schließlich ist es unser erstes Kind", bedankte sich Macer mit einem herzlichen Lächeln für die Segenswünsche. Beim ersten Kind war es wohl schließlich normal, besonders aufgeregt zu sein und außerdem war es ja nicht ganz unwichtig, dass gerade bei der Geburt des ersten Kindes alles gut ging.


    Dann widmete er sich wieder dem Essen und hörte sich während dessen mit besorgter Miene die Sorgen seiner Geschäftspartnerin an. Er nickte langsam und bedächtig, während sie sprach und ließ sie ausreden, bis sie abbrach. Er konnte ihre Sorgen verstehen und in gewisser Weise waren es ähnliche Sorgen, wie er sie sich schon um Albina und das bisher ungeborene Kind gemacht hatte. "Deine Sorgen sind zweifellos berechtigt und eine Antwort nicht einfach. Für Albina und mich habe ich entschieden, dass wir in Rom bleiben werden. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es zu Kämpfen in Rom selber kommen wird und selbst wenn, ist es hier noch einfacher Schutz zu organisieren, als irgendwo außerhalb." Dass Rom belagert werden würde hielt Macer in der Tat für extrem unwahrscheinlich. Straßenkämpfe konnte man im Bürgerkrieg natürlich nie ausschließen, aber Macer hoffte einfach, dass es nicht zu systematischen Plünderungen von Häusern kam. "Wie lang ist denn dein Mann noch außerhalb Roms und kannst du nicht vielleicht mit eurem Sohn zu ihm gehen?" schlug er dann eine weitere Alternative vor.

    Auf den Plätzen der Tribüne, die für Senatoren reserviert waren, hatte sich auch Macer eingefunden. Seiner Rolle als Consular entsprechend konnte er einem solchen Anlaß schließlich auch kaum fern bleiben. In seiner Rolle als Kommandeur der Academia Militaris führte ihn zudem persönliches Interesse hierher und schließlich war es die persönliche Verbundenheit zu Terentius Cyprianus, die allerletzte Zweifel an der Notwendigkeit seine Anwesenheit beseitigt. Dementsprechend war er sogar recht gut gelaunt, während er das Treiben auf der Tribüne und auf dem Platz davor betrachtete.

    Macer kratzte sich nachdenklich am Kinn. "Tiberius Ahala? In der Tat, von ihm habe ich auch schon länger nichts mehr gehört." Der Name sagte ihm etwas, auch ein Gesicht verband er vage mit diesem Namen, aber seit der mutmaßlichen Verschwörung war der Name zumindest in seiner Erinnerung nicht mehr in Erscheinung getreten. Die Gründe einer denkbaren Angst kommentierte Macer nicht weiter. "Er wäre nicht der einzige, der Rom verlassen hat", merkte er lediglich bedeutungsvoll an. Dann nickte er zustimmend. "Wohl wahr. Den Ruf einer Familie wiederherzustellen, die im Verdacht steht, an der Verschwörung gegen den Kaiser beteiligt zu sein, ist sicher alles andere als leicht."

    Macer machte eine abwehrende Geste und schüttelte den Kopf. "Oh, es braucht dir wirklich nicht Leid zu tun, dass du in dieser Sache auf deinen Mann wartest. Mehr konnte ich ja ohnehin nicht erwarten und dass du wegen der Anstellung schon selber im Palast vorgesprochen hast, ist schon mehr als ich mir zu fragen erlaubt hätte", bedankte er sich noch einmal wortreich für ihren Einsatz. "Von daher schulde ich dir wohl auch noch einen Gefallen jetzt", ergänzte er mit einem Lächeln, bevor er die nun aufgetragene Hauptspeise betrachtete.


    "Das sieht gut aus!", lobte er das Essen, während er sich bei Fleisch und Gemüse bediente, bevor er dann wieder auf das Gespräch zurück kam. Auch dabei wich das Lächeln nicht aus seinem Gesicht. "Ja, wir erwarten in Kürze Nachwuchs. Albina ist hochschwanger und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir ein Kind haben."

    "Ich denke nicht, dass Albina das so leicht fallen wird", kommentierte Macer recht zurückhaltend die doch recht deutliche Reaktion seines Gastes. "Aber zweifellos hast du Recht, dass man als Tiberier zur Zeit wohl einen schweren Stand in der Stadt hat. Vor allem, wenn man politisch oder gesellschaftlich aktiv sein will. Mit wem aus deiner Familie außer Albina hattest du denn sonst noch Briefkontakt hier in Rom?" erkundigte sich Macer dann weiter, da er sich vor allem nicht in der passenden Rolle sah, dem Tiberier jetzt ungefragt irgendwelche Vorschläge zu machen, wie er sich verhalten sollte. Auch wenn Macer durchaus recht klare Vorstellungen hatte, was er als junger Tiberier in einer solchen Situation machen würde. Erstaunlicherweise sogar klarere Vorstellungen als für seine eigene Person.

    Selbst wenn Macer schon einmal von dem Farbmischer in Alexandria gehört hatte, so hatte er es bis jetzt wohl wieder vergessen und freute sich dementsprechend unbeschwert, nun davon zu hören. Das hörte sich auf jeden Fall sehr spannend an in seinen Ohren, aber angesichts der geschäftlichen Schwierigkeiten aufgrund der politischen Lage wollte Iunia Axilla wohl doch nicht weiter über dieses Thema sprechen. Also zwängte Macer es ihr auch nicht auf, sondern griff noch einmal bei der Vorspeise zu. Die Gastgeberin wechselte dann auch rasch das Thema, so dass keine große Pause aufkam. "Nein, ich habe ihn seitdem noch nicht wieder gesprochen, aber auf jeden Fall ganz herzlichen Dank für deinen Einsatz!" antwortete er dann rasch.

    Macer beobachtete das Auftischen der Vorspeisen und griff erst einmal zu, bevor er weiter sprach. "Nein, ich habe auch kein Weingut. Als ich in Germania war, hatte ich dort ein Stück Land erworben, das für den Weinbau geeignet ist, doch inzwischen habe ich das Land wieder abgegeben. Es wäre von hier aus wohl doch etwas zu umständlich zu bewirtschaften gewesen. In mein Gut in Oberitalien ist von der Lage her nicht so gut geeignet." Aber man musste ja auch nicht überall Wein anbauen wollen.


    Dann kam er wieder auf eine Äußerung von Iunia Axilla zurück. "Du kennst dich mit Farben aus? Betreibst du auch eine Färberei oder handelst du mit Färberkraut oder Farben?"

    Das Einschenken eines Bechers stark verdünnten Weines erledigte Macer selber und nahm sich ebenfalls einen Becher, während er den Tiberier weiter sprechen ließ. Die Geschichte klang durchweg plausibel und seine Neugier ebenfalls, aber trotzdem blieb Macer etwas zurückhaltend. Natürlich wäre es das einfachste gewesen, Albina doch zu stören und ihr zu sagen, dass ihr Cousin zu Besuch war. So hätte dann wohl schneller einschätzen können, wie weit man ihm trauen konnte und außerdem wäre Macer dann eine Zeit von der Gesprächsführung entlastet. Aber soweit wollte er nun auch erst einmal nicht gehen, denn ganz so kritisch waren die Fragen ja nun auch wieder nicht. "Ja, selbstverständlich kannte ich Tiberius Durus", bestätigte er daher erst einmal gerne. "Durch meine Ehe mit Albina sowieso, aber auch durch das politische Tagesgeschäft. Wobei ich auch sagen muss, dass ich ihn nicht gut genug kannte um vorauszusehen, was passiert. Er hat sich selbst getötet, soviel steht wohl fest. Und das spricht tatsächlich deutlich dafür, dass er in eine Verschwörung verwickelt war", führte er dann weiter mit ernster Miene aus.

    "Das sind eine ganze Menge guter Dinge für einen Becher Wein", antwortete Macer mit einem Lächeln und erst später stellte er fest, dass sich das so anhörte, als hätte er vor, sich ordentlich zu betrinken. "Prosit!" stimmte er dann dem Trinkspruch zu, schnippte mit dem Finger den obligatorischen Tropfen Wein für die Götter auf den Boden und nahm dann selber einen Schluck. "Ein guter Tropfen. Auch aus eigenem Anbau?" erkundigte er sich, denn so genau wusste er gar nicht, was Iunia Axilla noch alles für Geschäfte betrieb abgesehen von der Imkerei.

    Macer konnte keineswegs behaupten, schon öfter Gast bei solchen exklusiven Gastmählen gewesen zu sein, aber andererseits wäre es wohl seiner Gastgeberin gegenüber unhöflich und für einen Consular wohl auch etwas unpassend gewesen, wenn er gesagt hätte, dass ihm die Situation so tatsächlich unangenehm wäre. Zumal es nicht stimmte. Genaugenommen sah Macer die Sache nämlich reichlich unemotional und dass seine Gastgeberin eine verheiratete Frau war, kam dementsprechend wenn überhaupt erst auf den zweiten Blick ins Spiel. "Keineswegs", antwortete er daher mit einem entspannten Lächeln und griff nach dem Becher, nachdem eingeschenkt worden war. "Worauf trinken wir?" erkundigte er sich dann, denn er nahm an, dass die Gastgeberin wohl eine Anlass hatte, ihn einzuladen. Ob gleich auf den oder auf etwas anderes angestoßen wurde, war natürlich ihre Sache.

    Eine Begrüßung mit Umarmung und Kuss hätte Macer zweifellos überrumpelt oder zumindest deutlich irritiert, aber da diese ja ausblieb konnte er ganz entspannt bleiben und mit einem Nicken Platz nehmen. "Sehr gerne", antwortete er und bezog sich damit wohl gleichermaßen auf den angebotenen Platz und das angebotene Getränk. "Ich bin der einzige Gast heute?" erkundigte er sich angesichts des Aufbaus des Tricliniums, auch wenn er das nach der Einladung durchaus schon so erwartet hatte. Wobei es ihn auch nicht gewundert hätte, wenn Iunia Axilla mehrere Geschäftspartner eingeladen hätte. Macer war sich zumindest ziemlich sicher, dass er nicht der einzige Abnehmer für ihren Honig war.