Beiträge von Spurius Purgitius Macer

    Geführt durch den Türhüter der Casa betrat Macer gemessenen Schrittes das Triclinium, wo ihn die Gastgeberin offenbar schon erwartete. "Salve, Iunia Axilla", begrüßte er sie. "Es freut mich, heute dein Gast sein zu dürfen." Mehr sagte er erst einmal nicht, um sie nicht gleich mit Worten zu überschütten. Stattdessen gönnte er sich einen kurzen Blick auf das Ambiente. Ganz offenbar liefen die Geschäfte der Iunierin prächtig und sie geizte nicht damit, diese Erfolge sowohl in ihrer persönlichen Erscheinung als auch der ganzen Casa zu zeigen.

    Zum vereinbarten Termin für das Abendessen bei seiner Geschäftspartnerin erschien Macer an der Casa Pompeia. Standesgemäß in einer Toga gekleidet und begleitet von mehreren Sklaven ließ er nicht viel später als zur vereinbarten Uhrzeit anklopfen.

    "Ich war noch nie in Korinth", antwortete Macer und konnte daher auch nicht viel dazu sagen, ob es dort ein schöner Flecken Erde ist. "DU warst zur Ausbildung dort, nehme ich an und hast per Brief den Kontakt mit der Familie gepflegt?", erkundigte er sich weiter. Mit wem Albina Briefkontakt hatte, ging ihn ja nicht dirket etwas an, aber er nahm einfach mal an, dass jener Tiberier auch darunter gewesen war, sonst würde er wohl kaum hier einfach so aufschlagen. "Kann ich dir etwas zu trinken anbieten?", schob er dann noch eher beiläufig nach, als sein Blick auf Becher in Kanne fiel, die ohnehin im Tablinum standen.

    Der Laufbursche nickte und erhob sich wieder von seinem Platz. Die erste Hälfte seines Auftrags war erledigt und die noch ausstehende Hälfte war eben die, mit einer Antwort zu seinem Herrn zurück zu kommen. "Das werde ich ausrichten. Vielen Dank", verabschiedete er sich daher und machte natürlich tatsächlich einen Abstecher in die Küche, von wo er sich ein Stück Kuchen mitnahm. Man lebte tatsächlich nicht schlecht als Laufbursche eines Consulars.

    "Am achten Tag vor den Kalenden", wiederholte der Laufbursche zur bestätigung den vorgeschlagenen Termin. Das ging ja dann doch erfreulich einfach, stellte er fest. Bei der weiteren Frage guckte er allerdings erst einmal etwas dümmlich aus der Wäsche. Er kannte zwar inzwischen so manche Eigenheit seines Herrn, dem er schon ettliche Jahre diente, aber mit seinen Essgewohnheiten hatte er sich bisher noch nie genauer befassen müssen. Bestimmt hatte er irgendwelche Lieblingsgerichte, aber er hatte keine Ahnung, was das sein könnte. "Dazu kann ich leider keine Auskunft geben", antwortete er daher schließlich professionell und neutral, nachdem er sich wieder gefangen hatte und den dümmlichen Blick abgestellt hatte.

    Der Laufbursche wollte schon ablehnen, als ihm unüblicherweise ein Sitzplatz angeboten wurde, nahm dann aber doch Platz, weil das wohl unhöflich gewesen wäre. Für nötig hielt er es trotzdem nicht, da er ohnehin gewohnt war, herumzulaufen und herumzustehen. Auch die Frage irritierte ihn etwas, denn er hatte sich darauf eingestellt, dass Iunia Axilla einige Termine vorschlagen würde, zu denen er dann die Zusage oder Absage seines Herrn mitteilen konnte. Aber immerhin hatte er sich auf diese abweichende Situation jetzt vorbereitet. "Am ANTE DIEM VIII KAL IUN, am ANTE DIEM VII KAL IUN, am ANTE DIEM IV KAL IUN, am PRIDIE KAL IUN, an den KAL IUN, am ANTE DIEM IV NON IUN und natürlich auch noch an späteren Terminen", zählte er routiniert auf, was er sich an freien Tagen hatte merken müssen.

    Der Laufbursche interessierte sich ziemlich wenig dafür, ob Iunia Axilla eine gewissen Matronenhaftigkeit bewahrte, denn immerhin hatte sein Herr ihn nicht dafür angeschafft, das Aussehen römischer Damen zu beurteilen, sondern um Nachrichten zu übermitteln. Und sein eigenes Interesse am Aussehen römischer Damen war naturgemäß auch relativ gering. Dass Iunia Axilla gerade damit beschäftigt war, mit ihrem Sohn zu spielen, nahm er zwar wahr, aber besonders bemerkenswert oder ungewöhnlich kam es ihm nicht vor. Von daher kam es ihm auch ganz gelegen, dass Iunia Axilla auch gleich zum Thema kam. "Ja, der Consular bedankt sich für die Einladung und hat mich deshalb geschickt, einen Termin zu vereinbaren", beantwortete er ihre Frage entsprechend zügig und präzise.

    "Salve", grüßte der junge Mann. "Mein Herr, der Consular Purgitius Macer schickt mich, da ihn Iunia Axilla zu einer Cena eingeladen hat, für die noch ein Termin vereinbart werden soll", erklärte er dann sein Anliegen.

    Es war nicht allzu lange her, dass Iunia Axilla einen Brief an Purgitius Macer geschrieben hatte, da stand dessen Laufbursche auch schon vor der Tür der Casa Pompeia und klopfte an, denn es galt einen Termin für eine Cena abzusprechen, zu der die Iunierin seinen Herrn offenbar einladen wollte. Soviel wusste der Laufbursche und dazu hatte er noch eine Liste von möglichen Terminen im Kopf, von denen nun eben einer vereinbart werden sollte.

    So ganz wurde Macer aus dem Besucher noch nicht schlau und bleib daher erst einmal etwas distanziert. Einerseits hatte er angegeben, wegen Albina hier zu sein, aber andererseits schien er sich dann doch wieder nicht wirklich für ihr Befinden zu interessieren, sondern verwickelte Macer gleich mehr oder weniger geschickt in ein politisch angehauchtes Gespräch, bei dem seine größte Sorge allerdings der Zustand der Türen in der Villa iberia zu sein schien. Wobei sich hier Macer wiederum wundern musste, wieso dort jetzt noch Türen eingetreten wurden, wo der Tod von Tiberius Durus doch nicht erst gestern gewesen war. Alles in allem mal wieder sehr verwirrend, fand Macer, aber das war er in den letzten Tagen und Wochen ja gewohnt. "Von wo kamst du denn zurück?", erkundigte er sich daher erst einmal, bevor er auf die Durchsuchung einging. "In der Tat verwunderlich, dieses Vorgehen, da es mir keineswegs nötig erscheint", konnte er dazu allerdings nur feststellen. Aus der Entfernung urteilte es sich eben etwas schwerer.

    Zitat

    Original von Titus Duccius Vala
    Hallo SL... könnt ihr das irgendwie zurückverfolgen, wer die oder der Glückliche war, den 800.000sten Post niederzuschreiben? Kriegt man dafür einen Blumenstrauß, oder so?


    Das zurückzuverfolgen ist nicht wirklich möglich, da die laufende Postingnummer inzwischen eh bei weit über 800.000 ist und man wegen gelöschter Beiträge zwischendrin auch nicht einfach rückwärts zählen kann. Und einen Blumenstrauß gäb's eh auch nicht. :D

    Fast genauso neugierig, wie sich der Tiberier umzuschauen schien, betrachtete auch Macer den unbekannten Besucher. Von seinem Verwalter war er schon informiert worden, dass der Mann eigentlich zu Albina wollte, so dass er die Gesprächseinleitung auch nicht allzu ungewöhnlich fand. "Ja, das kann ich mir denken, dass du eher Albina als mich sprechen wolltest", nickte er daher verständnisvoll. "Ich weiß nicht, ob du es weißt, aber sie ist hochschwanger und empfängt daher nur sehr selten Besuch und unangemeldeten daher schonmal gar nicht, so dass du wohl mit mir vorlieb nehmen musst", erklärte er dann.

    Macer schüttelte den Kopf. "Nein, besondere Aufgaben habe ich im Moment nicht für dich. Sobald ich was habe, melde ich mich. Aber im Moment sind die Zeiten schwierig genug, dass man besonders viel nachdenken und beobachten muss, bevor man zu irgendwelchen Taten schreitet." Der letzte Satz passte vielleicht nicht ganz zur Fragestellung, aber Macer war einfach in der letzten Zeit sehr nachdenklich geworden angesichts seiner Orientierungslosigkeit im Bürgerkrieg und konnte daher auch seinen Klienten und sonstigen Schützlingen wenig konkretes anbieten, was sie für ihn erledigen konnten.