Beiträge von Maximus Decimus Meridius

    Meridius nickte mit dem Kopf. Sie standen bereits im Atrium. Dann ging auf eine offene Türe zu und blickte hinein. Es war niemand anwesend. Von einer weiteren Untersuchung des Hauses sah er jedoch ab. Es würde keinen Sinn ergeben. Dann wandte er sich an die Sklavin.


    "Also ist Scribonia Hestia eure Herrin."


    Er blickte sich um.


    "Wie kommt es, dass Du nicht sprechen kannst?"


    Er lächelte freundlich und versuchte ihr etwas von ihrer Scheu zu nehmen. Seine Hand hatte längst den Knauf des Gladius verlassen.

    Die beiden Sklavinnen traten zur Seite, die eine von den beiden nahm jedoch eine kämpferische beinahe soldatische Haltung an, die Meridius etwas verwunderte. Irgendetwas erschien ihm komisch hier, es lag eine gewisse Aggressivität in der Luft, von der jedoch nicht wusste, wo er sie zuordnen sollte. Er trat vorsichtig ein, die Nägel seiner Soldatenstiefel klapperten über den Steinboden der Casa.


    "Wie lange seid ihr beiden schon hier in der Casa Iunia? Du sagtest Euer Besitzer wäre Scribonius Curio..."


    Dann verabschiedete sich die eine der beiden. Meridius überlegte, ob er sie aufhalten sollte, beließ es aber beim Nichtstun.

    Meridius nahm eine entspanntere Haltung an. Dann lächelte er der Sklavin freundlich zu.


    "Nein, ist schon in Ordnung. Wenn niemand da ist, dann geht das schon. Aber könnte ich mich selbst davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist?"


    Er gab zwei Offizieren mit einer Handbewegung ein Zeichen so lange an der Türe zu warten.

    Meridius schlief auch in dieser Nacht nicht gut. Er wusste nicht warum, aber er konnte kaum Schlaf finden. Er lag wach auf seinem Bett und starrte an die Decke. Wie es wohl Julia ging? Warum sie ihm nicht antwortete?


    Er dachte nach. Marcellus war wieder zurück. Vermutlich hatte er seine Frau wieder zu sich zurückgeholt, vermutlich hatte sie ihn wieder in ihre Arme geschlossen. Er wäre ein Narr, wenn er glaubte, jetzt noch Chancen zu haben. Und wenn doch?


    Die Zeichen sprachen nicht dafür, denn sie hätte sich wohl schon gemeldet. Doch scheinbar war die Sache schon gelaufen.


    Würde es überhaupt Sinn machen an ihr festzuhalten? Sie war in Rom und er in Tarraco. Dazwischen lagen Meilen und Welten. Und er würde sowieso nicht viel Zeit für sie haben, wenn sie Rom überhaupt verließ.


    "Abhaken!" dachte er und drehte sich auf die Seite. Doch irgendwie konnte er nicht. Er liebte sie noch immer.


    Dann schlief er ein. Und träumte. Er träumte nicht gut.



    .

    Meridius überflog den Brief. Dann schüttelte er mit dem Kopf. Wie konnten solche Anschuldigungen zustande kommen? Er dachte nach. Sollte er mit einer Verleumdungsklage drohen? Immerhin ging es um die Ehre seines Hauses. Seine Familienangehörigen würden nie solche Dinge in Umlauf bringen und Gallus war loyal. Doch wie kam es dann? Hatte jemand anderes Zugang zur Casa? Konnte eigentlich nicht sein, die Mauern waren fest, die beiden Zugänge auch, und ein paar Männer seiner Leibwache immer auf Posten, wenn er sich zu Hause befand. Die Männer waren treu und zuverlässig und hätten kein Interesse Geschichten über ihren Kommandanten in die Welt zu setzen. Wie konnte es also passieren?


    "Gallus!"

    Sim-Off:

    Du legst ein Tempo hin, da komm ich kaum nach. Die Ala hier betreu ich nur provisorisch, weil gerade alle im Feldzug sind, also gönn einem alten Mann auch mal ein paar Momente zum Atmen. :D


    Am anderen Morgen stapfte der Decurio wieder auf den Übungsplatz. Nachdem die Rekruten den ganzen gestrigen Tag nichts anderes als auf- und absitzen geübt hatten, war es heute an der Zeit, dass sie sich mit der Führung des Pferdes vertraut machten.


    "Soldaten. Heute werdet ihr nichts anderes tun als mit dem Pferd hier eure Runden zu drehen. Das mag eintönig sein, doch sollt ihr für das Pferd ein Gefühl bekommen. Also abwechseln im Schritt, dann im Trab und auch im Galopp. Eine Runde nach der anderen. Und zwar achtet darauf, dass ihr zusammen bleibt. Ihr seid 30 Mann in eurem Trupp ohne Offiziere und ich will, dass ihr zusammen bleibt. Kriegt ihr das hin?"

    "Ich weiß es selbst nicht, wie das mit Colonius passieren konnte.


    Du wirst als an seiner Stelle den Feldzug übernehmen. Geh am Besten kein Risiko ein. Falls es zu brenzlig wird forder Verstärkung.


    Das ganze Unternehmen dauert sowieso schon länger als geplant. Irgendwie gefällt mir das nicht."


    Meridius macht eine skeptische Miene.