Legio VI Ferrata Victrix

Aus Theoria Romana

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Die Legio VI Ferreta, die Eiserne, wurde 52 v. Chr. in der Provinz Gallia cisalpina unter Iulius Caesar ausgehoben für den Gallischen Krieg. Ihr Emblem war ein Stier aber auch Romulus und Remus mit der Wölfin. Ihre Basis war Caparcotna (el-Leijjun, nahe Megiddo). Während des gallischen Krieges und dem anschließenden Bürgerkrieg zwischen Caesar und Gnaeus Pompeius von 58-45 v. Chr. entwickelte sie sich zu einer Eliteformation. Ihren ersten Einsatz hatte sie in der Schlacht um Alesia. Dann wurde sie 51 v. Chr. gegen die aufständischen Karnuten eingesetzt und sicherte die Gegend um Orleans.

Während des Bürgerkrieges zwischen Caesar und Pompeius war die Ferrata eine der wichtigsten Stützen Caesars im Kampf um die Macht; sie war extrem mobil und bei fast allen wichtigen Schlachten anwesend: Im Sommer 49 v. Chr. schlug sie in Spanien Anhänger des Pompeius in der Schlacht bei Ilerda. Im Frühjahr 48 v. Chr. war sie in Nordgriechenland und kämpfte in der Schlacht von Dyrrhachium. Im August desselben Jahres kämpfte sie bei der wichtigen Schlacht von Pharsalus, zog mit Caesar nach Alexandria und entschied die Schlacht um Zela in Pontus 47 v. Chr. Die Veteranen der Legion siedelten in Colonia Iulia Paterna Arelatensium Sextanorum (die ehrwürdige iulische Kolonie von Arles der Soldaten der Sechsten Legion). In der Schlacht von Munda 45 v. Chr. zeigte die Legion wieder ihre erhebliche Leistungs- und Opferbereitschaft.

Nach Caesars Tod stellte Lepidus die Legion wieder neu auf und unterstellte sie Marcus Antonius. In der Schlacht bei Philippi 42 v. Chr. bewies sie wieder ihre Leistungsfähigkeit, indem sie die Caesarenmörder Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus besiegte. 37 v. Chr. verlegte man die Legion nach Iudaea und brachte Herodes den Großen an die Macht. 40-33 v. Chr. zog sie mit Marcus Antonius gegen die Parther und konnte froh sein überlebt zu haben. Im Kampf gegen Augustus kämpfte die Legion 31 v. Chr. bei Actium für Marcus Antonius.

Augustus verlegte man die Legio IV Ferrata nach Laodicea ad Mare (Latakia) in der Provinz Syria. Dort beteiligte sie sich 20 v. Chr. am Feldzug des Tiberius gegen die Parther. Dabei gelang es die im Krieg 53 v. Chr. verloren gegangenen Legionsstandarten wieder zurückzuholen. Der syrische Statthalter Publius Quinctilius Varus schlug mit Hilfe der Legion den jüdischen Aufstand 4 v. Chr. nieder. 58-63 n. Chr. befand sich die Legion unter Gnaeus Domitius Corbulo im Krieg gegen die Parther. Dabei wurden Artaxata und Tigranocerta geplündert.

Im Jahr 63 n. Chr. führte Corbulo die Legion auf einen weiteren Feldzug nach Armenien. Danach blieb sie dort einige Zeit lang stationiert, bevor sie wieder nach Syria zurückkehrte. Im Jahr 66 n. Chr. beteiligte sich die Legio VI Ferrata mit einer Vexillation am Kampf gegen den jüdischen Aufstand. Im Bürgerkrieg 69 n. Chr. kämpfte die Legion auf der Seite von Vespasian, wobei sie nicht wirklich zum Einsatz kam, sondern unter Gaius Licinius Mucianus einen Einfall der Daker in Moesia abwehrte.

Im Jahr 70 n. Chr. löste die Legio VI Ferrata die Legio XII Fulminata in Raphaneia ab. Um 72-73 n. Chr. wurde die Legion vom syrischen Statthalter Lucius Iunius Caesennius Paetus zur Besetzung Kommagenes eingesetzt und in der neu errichteten Provinz nach Samosata (Samsat) an den Euphrat verlegt zur Sicherung der Provinz. 75 n. Chr. beteiligte sich die Legion mit einer Vexillation am Bau eines Kanals bei Antiochia. Die Legion trat wieder in den Jahren 105-106 n. Chr. während Trajans Dakerkrieg mit einer Vexillation in Erscheinung. 113-117 n. Chr. nahm sie am Partherfeldzug Trajans teil. Dabei kämpfte sie 114 n. Chr. in Armenien, 115 n. Chr. in Mesopotamien und 116 n. Chr. in Babylonien.

123 n. Chr. wurde die Legion dann in Caparcotna langfristig stationiert. Umgangssprachlich nannte man die Ortschaft nur noch „el Leijjun“. 132-135 n. Chr. wurde die Legion beim Bar-Kochba-Aufstand eingesetzt. Im Partherkrieg des Lucius Verus 162-165 n. Chr. war die Legion an der Eroberung von Ktesiphon beteiligt. Eine Vexillation unterstützte Marcus Aurelius 166-180 n. Chr. bei seinen Markomannenkriegen. Im Jahr 170 n. Chr. war Centurio Luius Artorius Castus bei der Ferrata stationiert.

Im Bürgerkrieg 193-194 n. Chr. des Severus gegen Pescennius Niger unterstützte die Legion Severus. 195-197 n. Chr. kämpfte die Legion mit Severus gegen die Parther. Im Jahr 260 n. Chr. beteiligte sich die Legion an Valerianus fehlgeschlagenem Feldzug gegen die Sassaniden und wurde in der Schlacht von Edessa großteils vernichtet. In der Notita Dignitatum ist von der Legio VI Ferrata im 4. Jahrhundert n. Chr. nichts mehr zu finden. Es wird daher angenommen, dass sie da bereits nicht mehr existierte.

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