• Glücklicherweise waren die römischen Häuser vom Aufbau alle relativ ähnlich, so dass Aristea eigentlich keine Probleme gehabt hatte sich in der Casa Decima zu orientieren, aufpassen musste sie allerdings als Demetrios ihr die Räume der Herrschaften zeigte, schließlich wollte sie später nicht ausversehen an die falsche Tür klopfen. Kurz darauf, waren sie auch schon am Ende der Hausführung in der Küche angekommen.


    "Salve" begrüßte sie die Köchin die ihr Demetrios gerade vorgestellt hatte und erwiderte deren freundliches Lächeln, wobei sie auch gleich noch ihre Frage beantwortete.Ja ich würde wirklich gern etwas Essen. Kann ich mir auch etwas von der Suppe nehmen?"


    Fügte sie noch hinzu, weil sie nicht den Eindruck erwecken wollte, dass sie erwartete von der Köchin bedient zu werden, sie war ja auch nur eine Sklavin hier in der Casa. Nachdem die Köchin dies mit einem Nicken bestätigt hatte und Aristea sich auch etwas von der Suppe genommen hatte, folgte sie Demetrios Aufforderung und setzte sich zu ihm.


    "Nicht zum Haus, aber ich würde gerne wissen, was für eine Herrin domina Seiana ist? Ich habe bis jetzt nur kurz mit ihr gesprochen."

  • [Blockierte Grafik: http://img294.imageshack.us/img294/2627/demetrios.jpg~Demetrios~


    Candace nickte der Neuen zu, als diese fragte, ob sie sich auch etwas von der Suppe nehmen dürfe, und schnitt ihr dazu ein Stück Brot ab, bevor sie fortfuhr in der Küche herumzuwerkeln. Demetrios unterdessen hatte bereits begonnen, von der Suppe zu löffeln, langsam, bedächtig. Elena, die Leibsklavin der Herrin, war in der letzten Zeit immer häufiger außer Haus gewesen – entweder sie hatte also frei bekommen, oder Seiana gab ihr andere Aufträge –, und Demetrios hatte die ein oder andere Aufgabe von ihr übernommen. Wenn es darum ging, etwas für die Decima zu organisieren oder besorgen, beispielsweise, oder wie jetzt, wo er Aristea ins Haus einführte. Wie er sie einschätzen sollte, wusste er noch nicht, Demetrios war ein Mensch, der sich Zeit ließ, der keine allzu schnellen Urteile traf – mit ein Grund, warum Seiana ihn ausgesucht hatte. Allerdings wusste er auch, dass die Herrin ihn fragen würde, später, und dass er dann wenigstens irgendetwas sagen sollte. Insofern kam es auch ihm zupass, dass sie nun Gelegenheit hatten, sich ein wenig zu unterhalten, und er so einen Eindruck von ihr gewinnen konnte.


    Die Frage, die sie dann stellte, kam nicht wirklich unerwartet, auch wenn Demetrios eher gedacht hätte, dass sie sich damit vielleicht noch ein wenig Zeit ließ. „Wie sie ist…“ Der Grieche hielt inne in der Bewegung – eine Hand schwebte nun über der Schüssel, mit einem Stück Brot zwischen den Fingern, das er gerade hatte eintunken wollen. „Beherrscht. Sehr beherrscht. Und kühl. Manche würden sagen, kalt.“ Demetrios ließ offen, ob er das auch selbst dachte. Er kannte Seiana selbst noch nicht allzu gut, und die Wahrheit war, dass er es nicht einschätzen konnte, ob sie nur so kalt tat oder tatsächlich so war. Jetzt tunkte er das Brot doch noch ein, biss dann ein kleines Stück davon ab, kaute und schluckte in Ruhe. „Temperamentsausbrüche, bei denen du irgendwas abkriegst, wirst du nicht befürchten müssen von ihr. Weder gerechtfertigt noch ungerechtfertigt. Allerdings ist es schwer zu sehen, in welcher Stimmung sie gerade ist.“ Demetrios kratzte sich am Kinn. „Da sie aber eigentlich nicht ungerecht ist, lässt sich damit umgehen, finde ich.“





    SKLAVE - GENS DECIMA

  • Für eine junge Frau, war die Charakterzeichnung die Demetrios, dort gerade vornahm, eher ungewöhnlich. Darum lag Aristea auch schon fast die Frage auf den Lippen, ob Seiana schon immer so gewesen war. Aber wenn Demetrios darauf eine Antwort gewusst hätte, hätte er es vermutlich bereits erwähnt.
    Sie dachte über Demetrios andere Worte nach, es hörte sich wirklich so an, als wäre Seiana eine domina, mit der man gut leben konnte. Beruhigt von seinen Ausführungen, aß sie einen Löffel Suppe bevor sie antwortete.


    "Ja, das glaube ich auch. Zumindest hebt sie sich was die Temperamentsausbrüche angeht, angenehm von meiner früheren domina ab, darauf kann ich wirklich gut verzichten. Allerdings dürfte es bei Seiana auch schwierig sein zu erkennen, ob man eine Aufgabe zu ihrer Zufriedenheit erledigt hat oder nicht. Ich nehme an, dass sie was das angeht auch ziemlich beherrscht ist?"


    Sie überlegte eine Weile, während sie einen Bissen Brot nahm, nachdem sie es hinuntergeschluckt hatte fügte sie noch hinzu.


    "Hast du eigentlich auch die anderen Herrschaften kennengelernt? Bzw hattest du oft mit ihnen zu tun?"

  • [Blockierte Grafik: http://img294.imageshack.us/img294/2627/demetrios.jpg~Demetrios~


    Demetrios löffelte weiter seine Suppe, während er Aristea Zeit ließ, über seine Worte nachzudenken, und sich gleichzeitig Zeit nahm, sie zu mustern und einzuschätzen. Ihr schien seine Beschreibung der Herrin nicht allzu schlecht zu gefallen, und sie hatte auch Recht damit – mit der Decima ließ es sich eigentlich ganz gut leben, als Sklave, selbst wenn einem hin und wieder ein Fehler unterlief. „Deine frühere Herrin hat zu Temperamentsausbrüchen geneigt? Wie war sie denn so? Wie lange warst du bei ihr?“ fragte Demetrios, teils aus echtem Interesse, teils aus, nun, quasi berufsbedingter Neugier, wenn er schon derjenige war, der sich um sie kümmern sollte. „Dass du darauf verzichten kannst, glaub ich gern. Wie gesagt, bei der Decima… es müsste schon etwas extremes vorfallen, dass sie so die Kontrolle verliert. Da wirst du dir keine Sorgen machen müssen, denke ich. Hat aber auch Nachteile“, nickte er, als Aristea weiter sprach. „Ist nicht leicht zu merken, ob sie mit einem wirklich zufrieden ist oder nicht.“


    Demetrios biss von dem Brot ab und kaute, während er zugleich ihre nächste Frage hörte und darüber nachdachte. „Ich bin schon lang im Besitz der Familie, also ja, ich kenne einige. Aber ich hatte bisher immer eher oberflächlich mit ihnen zu tun. Bin eher mit allgemeinen organisatorischen Aufgaben hier betraut, bisher allerdings eher in der zweiten Reihe, weswegen ich selten direkt mit den Herrschaften zu tun hatte.“ Das hatte sich in der letzten Zeit jedoch geändert, als zuerst Meridius und nun auch Livianus gegangen waren und ihre eigenen Sklaven mitgenommen hatten. Und da auch Serapio nun Rom ganz verlassen und Mattiacus während seines Tribunats nicht in der Casa gewohnt hatte, war Seiana zu seiner ersten Ansprechpartnerin geworden. Und wer wusste schon, vielleicht hatte sie ja auch noch mehr Verwendung für ihn, vielleicht übernahm sie ihn komplett in ihre Dienste. Wäre nicht das Schlechteste, fand er. „Im Moment sind nicht allzu viele hier“, fuhr er dann unaufgefordert fort. „Ich hab dir ja vorhin schon die Zimmer gezeigt. Decimus Mattiacus ist hier, und Duccia Venusia, die Frau von Decimus Magnus, verbringt viel Zeit hier in Rom. Der Rest der Familie ist verstreut, du findest Mitglieder in Italia, Germania, Hispania… Sogar in Aegyptus, dort ist Seianas Bruder stationiert. Der einzige, der noch lebt, übrigens, das solltest du wissen. Nicht dass du bei ihr in irgendein Fettnäpfchen trittst, wenn du über ihre engste Familie sprichst. Ihre Eltern leben auch nicht mehr.“





    SKLAVE - GENS DECIMA

  • Aufmerksam hörte Aristea, Demetrios Ausführungen zur Gens Decima zu. Die Familie schien wirklich sehr groß zu sein und sie fragte sich, ob sie je alle Familienmitglieder kennenlernen würde, geschweige denn die Verwandschaftsverhätnisse komplett durchschauen würde.
    "Oh, danke für den Hinweis." sagte sie nur, als Demetrios anfing über Seianas engste Familie zu sprechen. Zwar fragte sie sich, wie lange der Verlust ihrer engsten Angehörigen schon zurücklag und wie viele Brüder Seiana eigentlich gehabt hatte, aber Demetrios machte auf sie nicht den Eindruck ein Klatschmaul zu sein und sie wollte auch nicht als zu neugierig erscheinen. Die Informationen die er ihr diesbezüglich geben wollte, hatte er ihr sicher gegeben. Stattdessen stellte sie lieber folgende Frage: "Und wie sind Decimus Matthiacus und Decimus Magnus mit Seiana verwandt?" Sie konnte zwar noch keine Gesichter mit den Namen verbinden, aber vielleicht half es ein wenig sich besser in der neuen Familie zu orientieren.


    Während Aristea überlegte, wie sie Demetrios ihre frühere Herrin am Besten beschreiben sollte, nahm sie einen Bissen vom Brot. Als sie fertig gekaut hatte, setzte sie mit ihrer Beschreibung an.
    " Ich habe mein ganzes Leben bei meiner alten familia verbracht, wie viele Jahre davon ich hauptsächlich als Sklavin meiner domina verbracht habe,weiß ich gar nicht so genau, aber 9 waren es sicher. Aber trotz der langen Zeit die ich bei ihr war, hat meine Herrin dafür gesorgt das trotzdem immer eine gewisse Distanz, zwischen uns herrschte. Wie sie sonst war ist schwer zu beschreiben, sie konnte, normal, nett und ausgeglichen sein, aber wenn sie etwas geärgert hatte oder sie in schlechter Stimmung war, konnte sie wegen einem falschen Wort, weil man sie im falschen Moment ansprach oder etwas nicht gleich so machte, wie sie es sich eigentlich vorstellte, furchtbar gereizt und wütend reagieren. Anschreien war dabei noch harmlos,wenn sie wirklich sehr wütend war flogen Türen ziemlich laut ins Schloss oder auch schon mal Sachen zu Boden, einmal hat sie mich sogarl mit dem calamistrum verbrannt. Bei ihrer Familie oder Fremden war sie nicht so, vielmehr war es so, dass sie sich da scheinbar zusammen riß und sie den Ärger den sie so aufstaute, dann irgendwann an ihren Sklaven ausließ. Leider konnte man nicht immer wissen in welcher Stimmung sie gerade war oder ob sie sich kurz zuvor über etwas geärgert hatte."

  • [Blockierte Grafik: http://img294.imageshack.us/img294/2627/demetrios.jpg~Demetrios~


    Demetrios nickte leicht, als Aristea sich für den Hinweis bedankte, und machte sich schon gefasst auf Nachfragen – die allerdings nicht kamen. Einen Augenblick lang musterte er sie und überlegte, warum sie wohl nicht nachhakte. Ob es sie nicht interessierte, oder ob sie nicht unhöflich sein wollte. Er hätte ihr durchaus mehr erzählt, hätte sie gefragt, aber da sie es nicht tat, beschloss er das ihr und der Herrin zu überlassen, sollten die beiden Frauen auf dieses Thema kommen - oder irgendwelchen anderen Sklaven, bei denen Aristea sich vielleicht eher traute, eine Frage in diese Richtung zu stellen. Bei ihm in jedem Fall blieb sie eher bei den oberflächlichen Informationen. „Beides sind ihre Onkel – Brüder von Decimus Livianus. Magnus ist der Praefectus Classis, in Misenum. Wie gesagt, seine Frau verbringt recht viel Zeit in Rom.“


    Als Demetrios nach Aristeas früherer Herrin fragte, schien sie zunächst überlegen zu müssen. Sie ließ sich Zeit, bevor sie zu einer Antwort ansetzte, und als diese dann kam, war es der Grieche, der sich Zeit ließ und darüber nachdachte. „Hört sich nicht sonderlich nett an. Gut, es gibt weit schlimmere, denke ich, aber das was du erzählst, klingt auch nicht gerade nach einer sonderlich angenehmen Herrin. Oder einem angenehmen Leben.“ Er löffelte ein wenig von der Suppe, schluckte und sah sie dann wieder an. „Strafen kannst du hier auch kriegen, wenn du etwas anstellst, aber normalerweise weiß man hier, was einen erwartet. Der Sohn von Livianus, der eine Zeit lang hier gelebt hat, bei dem wusste man nicht so Recht, woran man war…“ Und es hatte Geschichten gegeben über ihn, bei den Sklaven, vor allem bei den Sklavinnen, alle unter vorgehaltener Hand, aber wer hinzuhören wusste, hatte schon das ein oder andere mitbekommen. Nur hatte niemand sich getraut, es laut zu sagen, weil es eben der Sohn von Livianus gewesen war. Er selbst hatte, glücklicherweise, auch mit diesem Decimus wenig zu tun gehabt, und nun lebte er auch nicht mehr hier. „Aber der lebt inzwischen nicht mehr hier.“





    SKLAVE - GENS DECIMA

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    Nachdem ich mich rasch im Balneum frischgemacht hatte, und meine grobe Tunika gegen eine standesgemäße Equestunika aus herrlich weichem Linnen gewechselt hatte, fand ich mich in der Culina ein. Ich begrüßte Candace und ihre Küchenmannschaft, und ließ mich auf der Eckbank nahe am Herdfeuer nieder. Meine Ledertasche hatte ich die ganze Zeit bei mir. Endymion, ebenfalls frischgewaschen und sauber gekleidet, setzte sich dazu. Ich mußte mich nun wirklich entscheiden, was ich mit ihm anstellen sollte...
    Die Köchin servierte Brot und Käse, schwarze Knoblaucholiven und geräucherten Fisch mit Kräutertunke. Dazu tranken wir einen bodenständigen Sagunter.
    “Candace,“ wandte ich mich an sie, “für heute abend möchte ich eine schöne Cena familiaris. Ich weiß es ist ein bisschen kurzfristig, aber... kriegst du das hin?“
    “Natürlich!“ schnaubte sie. Ich unterdrückte ein Schmunzeln und schob mir schnell ein Stück Käse in den Mund.


    [Blockierte Grafik: http://img823.imageshack.us/img823/4826/endymion.jpg]Endymion


    “Was ist denn nun mit meinem Geld? Als du gesagt hast 'komm mit', da dachte ich nicht, dass du mich gleich mit nach Rom verschleppst!“
    “Du hättest in Zypern schon aussteigen können, Dulcis“, maulte ich zurück. “Keine Bange, du bekommst es, und dann kannst du machen was immer du willst.“
    “Wann?“
    “In den nächsten Tagen. Solange, genieße die Annehmlichkeiten dieses Domus, und bleib ein Philosoph dabei.“


    Ich hätte mich ja gerne noch ein wenig ausgeruht, aber die Pflicht rief. Ohne zu säumen leerte ich meinen Becher, vertraute den Syrer Candaces Obhut an und begab mich in Tablinum, rief Rhea und Orosius zu mir. Von ihnen ließ ich mich über die momentane Lage im Haus und in der Stadt in Kenntnis setzen. Darauf sandte ich eine Botschaft an meine Schwester, und bat Rhea alle Familienmitglieder zur Cena zu laden.
    Dann warf ich mich in meine schwarze Rüstung (mit Sidonius' Hilfe, Ravdushara war ja nicht da, und ich muß sagen, ich vermisste meinen vielseitigen Nabatäer), schnürte meine Calcei, ließ mir ein Pferd satteln und machte mich auf den Weg zur Castra.

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    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

    Klient - Decima Lucilla

  • Am Abend des Tages als Titus befördert wurde, betrat er mit ein paar Sklaven direkt, nach der Ankunft, die Küche der Casa um sich dort zu bedienen und die Sklaven einige Dinge abzustellen, er griff zu der Obstschale, nahm sich ein paar Trauben, Schwupps waren sie verschlungen und auf dem Weg zum Magen. Candace, die Köchin der Familie, erblickte den alten Decimer und eigentlich hätte sie ihn gemieden, da man so Böses über ihm tuscheln hörte, jedoch kam sie schlussendlich ihrer Pflicht nach und sprach ihn an. "Dominus, du kannst dich ruhig im tablium Platz nehmen, ich werden dir eine leckere Speise zubereiten." Gleichzeitig fing sie an einige Küchenutensilien zusammen zu suchen. Titus aber, anders als sonst... "Lass es, ich bediene mich heute Abend selbst, es gibt nämlich etwas zu feiern. Diese Speisen, die ich mitgebracht habe, bitte ich im tablium aufzustellen, damit die Familie ihre Mägen reichlich füllen kann." Kurz daraufhin verschwand auch schon Titus wieder, in Richtung Zimmer seiner Ehefrau, um die Neuigkeit zu berichten.


    Sim-Off:

    Ich denke der Anlass sollte nicht ausgespielt werden, da evtl. die Ernennung von Seiana zur Ritterin bestimmt noch gefeiert wird. Trotzdem gibt es von mir in der Wisim Wein, Trauben, Brot und Schafskäse als kostenlosem Angebot. Für alle Decimer und Bewohner dieser Casa bestimmt. Guten Appetit.

  • Ein grummeliges „ Guten Morgen.“ rang ich mir gerade so beim Betreten ab. Sonst nicht meine Art, aber nach der Nacht. Candace sah mich an und wusste wie der Hase lief. Mit ein paar Happen war da nichts zu wollen. Ich brauchte etwas Gutes. „ Guten Morgen, Dominus.“ sagte Candace kurz und begann zu werkeln. Es dauerte nicht lange und sie tischte auf. Ein kleine Schüssel Puls mit Honig, ein paar frische Trauben und ein Becher frisches Wasser vom Brunnen fanden auf sich auf dem Tisch ein. Mit einem Lächeln wünschte sie mir einen guten Appetit.
    Puls? Ich sah die Schüssel verdattert an. Einen Löffel Candace zu liebe. Sie meinte es immer gut. Mit dem Essen wurde meine Laune besser, vor allem schmeckte es. Puls zum Frühstück, mal was anderes. Das musste ich mir merken. Ein gutes Mittel gegen schlechte Laune. Zufrieden rieb ich mir über den Bauch. Herrlich war es bekocht zu werden. „ Danke Candace. Das war mal was anderes. Würde ich morgen früh wieder nehmen.“ Ein bisschen blieb ich sitzen. Der Becher war noch nicht leer und Brüderchen schlief bestimmt noch.

  • “Nein, Pontia nein,“ erklärte ich rigoros, während ich neben der alten Dame her ging, die unsere Vorräte überwachte. “Ich brauche dringend den guten Faustianer und nicht dieses billige Gesöff von… sonstwoher... Damit hatte ich meine Bestellung fast abgegeben. “Sagen wir...vier Amphoren!“ Ich erntete ein Nicken von Pontia, gerade als wir die Küche betraten. Ich war heute extra früh aufgestanden, denn immerhin hatte ich heute etwas mit Massa vor. Also konnte ich auch gleich mein Frühstück in der Küche einnehmen. Nachher würde ich auch noch in den Tempel der Minarva gehen müssen und ich wollte der Tonstrina noch einen Besuch abstatten. Doch in der Küche sah ich meinen Bruder natürlich sofort. “Salve Massa!“, sagte ich überrascht. “Du bist schon auf? Hast du nicht gut geschlafen?“

  • " Salve, Casca." ich leerte den Becher. " Du sagst es. Das Bett war so grausam weich." Eine Strohmatte war was anderes als ein Bett mit Matratze. Spürbar anders. " Wie sieht's bei dir aus ? Gut geschlafen und bereit für den Tempelgang nach dem Frühstück?" Casca wollte sicherlich eine Kleinigkeit Essen bevor wir gingen. Ich schenkte mir deswegen von dem frischen Brunnenwasser nach. " Irgendwie kalt heute morgen." mich fror. Dabei hatte ich mir extra eine Wolltunika angezogen. Es war nicht kalt, nur mir war kalt. Der Temperaturunterschied von Alexandria zu Rom machte sich bemerkbar. Ich war es wärmer gewohnt.

  • Mein Bruder war also schon erwacht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Zunächst hatte ich gedacht, er hätte es sich einfach angewöhnt, da man in der Truppe immer früh aufstehen musste, doch als er meinte, dass es am weichen Bett gelegen hätte, lachte ich auf. “Mir kann das Bett niemals weich genug sein!“, erklärte ich. “In meinem kann ich versinken und ich glaube deshalb habe ich auch besonders gut geschlafen. Nur etwas kurz, weil ich mich noch um einige Dinge kümmern wollte...“ Immerhin ging es um meinen persönlichen Weinvorrat, den ich zuvor noch mit Portia besprochen hatte. “Aber für den Tempelgang bin ich bereit. Ich muss nachher auch noch in den Minervatempel.“ Während ich noch sprach setzte ich mich an den Tisch und angelte nach etwas Brot. Frühstücken musste ich ja immerhin auch noch. Heute gab es auch sehr bekömmlichen, leckeren Käse, an dem ich mich auch noch schadlos halten wollte. Dazu schenkte ich mir einen großen Becher Wasser ein. “In Rom ist es nicht so kalt wie beispielsweise in Gallien oder Germanien, habe ich mir sagen lassen.“ Ich grinste. Im Sommer war mir eigentlich schon fast immer zu warm. “Ich hätte es in Aegyptus wahrscheinlich nicht ausgehalten… ich wäre zerflossen...“ Dann biss ich in das Brot. “Was möchtest du denn opfern?“, fragte ich. “Eine Taube, ein Lamm oder irgendetwas anderes?“ Ich sprach mit vollem Mund, doch ich störte mich nicht daran.

  • Noch kälter in Germanien. Was für Aussichten. Da frier ich mir wahrscheinlich den A…. ab. Ach woher, Aegyptus war mir am Anfang zu warm, das gab sich mit der Zeit. In Germanien wird es nicht anders sein. „ Man gewöhnt sich mit der Zeit dran. An das Klima mein ich.“
    Nach der Nacht, diese Frage. Ich fuhr mir mit beiden Händen durchs Haar, verschränkte die Finger am Hinterkopf, lehnte mich etwas zurück. „ Tja, was nehme ich.“ Schwierig? Nein. Meine Entscheidung war sehr schnell getroffen. „ Ein Lamm, ein schneeweißes Lamm sollte es sein. Besorgst du eins? Wie sieht‘s mit Wein aus? Apropo Wein. In welches Lupanar gehst du? Oder hast du eine von den besseren ? Ich war lange nicht in Rom unterwegs, könnte sein, dass sich da was geändert hat.“ Schließlich sorgte man so für Entspannung auf ganzer Linie und die war bitter nötig.

  • “Bestimmt hast du recht und man gewöhnt sich an alles. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich froh bin nicht in Ägypten zu sein.“ Bisher hatte es mich nicht dorthin gezogen und ich war mir sicher, dass dies auch in der nächsten Zeit nicht der Fall sein würde. Ich griff nach einem Stück Käse und biss herzhaft hinein. “Ich kenne da einen Verkäufer auf dem Forum Boarium,“ erklärte ich. “Von dem habe ich schon ein paar Mal Opfertiere gekauft. Wenn man sehr genau aufpasst, dass er einen nicht über den Tisch zieht, kann man ein gutes Geschäft machen. Natürlich werde ich ihn aufsuchen und dir ein Lamm besorgen, wenn du das möchtest.“ Schmatzend nahm ich nun einen guten Schluck Wasser zu mir, damit der Käse besser die Kehle hinunter fand. “Wein habe ich soeben in Auftrag gegeben. Vier schöne Amphoren Faustianer vom allerbesten Händler. Aber ein Lupanar?“ Ich schaute Massa entgegen und fühlte mich ein wenig ertappt. Wie wohl jeder Mann träumte ich oft von weiblichen Lenden und bisweilen kam selbst ich nicht umhin, aktiv nach diesen zu suchen. Dennoch fühlte ich mich wie ein kleiner Junge, als ich nun “Das Lupanar von der Morrigan ist ganz gut,“ vor mich hin nuschelte. “Es ist sehr groß und für jeden Geschmack ist etwas dabei.“ Irgendwie war es mir unangehm, dies Massa zu sagen, was gewiss daran lag, dass er mein großer Bruder war. “Sobald ich aufgegessen habe, können wir aufbrechen… also… zum Tempel, beziehungsweise zum Markt, wegen dem Lamm und äh… hast du sonst noch irgendetwas geplant?“ Nun schnitt ich mir ein gutes Stück Schinken ab.

  • Musste ich mir das Lachen verkneifen. „ Bruder es war ein Fehler dich so lange allein zu lassen.“ Das selbstverständlichste in Rom, machte er zur Flüsternummer. „ Wollen wir nach dem Tempel zusammen hin gehen? Ich bezahle.“ grinsend sah ich zu ihm und wechselte schnell das Thema. Ihm war es aus unerfindlichen Gründen unangenehm. Dabei hatten wir die gleiche Erziehung genossen. Die Ehefrau war zum Kinder kriegen da. Die Familie musste fortbestehen. Da war nicht viel mit Liebe und so. Für die anderen Spielchen und zur Entspannung in jeder Hinsicht waren die Frauen auf der Straße oder in den Lupanaren oder die teuren Damen zuständig.
    Ich wechselte das Thema, besser war‘s. „ Ein Lamm kaufen, zum Tempel gehen. So machen wir‘s.“ Ein Blick von mir zu ihm und prompt rutschte mir noch eine Bemerkung raus. „ Bruder du bist ganz schön angespannt. Sag jetzt nicht, dass du die Anspannung seit Valentina‘s Besuch mit dir rum schleppst.“ Er hatte meine volle Aufmerksamkeit. Ich lauerte förmlich auf seine Antwort. Meine Laune besserte sich zusehend. Puls, den Bruder ärgern, Top, das wird ein guter Tag. Die unangenehme Nacht war vergessen.

  • Noch im Begriff, den Schinken zu schneiden, fragte Massa nun, ob wir ins Lupanar gehen wollten. Mein Blick zuckte zu ihm empor und um ein Haar hätte ich mich in den Finger geschnitten. Ich zog meine Hand zurück und überprüfte, ob meinem Finger wirklich nichts geschehen war. Die Klinge hatte ich immerhin schon gespürt. “Ich weiß nicht, aber wenn du meinst, dann… obwohl ich ja noch eine Menge zu tun haben… und… ja, das Lamm will gekauft werden und so weiter...“, stammelte ich etwas ausweichend. Ich hatte nichts gegen Lupanare, nur redete ich eben nicht gerne darüber. Die schönste Sache der Welt sollte eben nicht breit getreten werden und zum Zentrum allgemeinen Geredes werden. Da war ich schon immer eigen gewesen, auch wenn manch einer es als ‚verklemmt‘ bezeichnen würde. Meine idealen Vorstellungen davon hatten eben noch nie zum Massengeschmack gepasst. “Und ich bin auch nicht angespannt. Wirklich nicht...“ Ich unternahm noch einen Versuch mit dem Schinken zurecht zu kommen und dieses Mal gelang es mir, eine Scheibe abzuschneiden. Massa saß mir lauernd gegenüber und erwartete offenbar eine Antwort. “Valentina ist jede Anspannung wert. Mehr noch. Ein jedes Beisammensein mit ihr erhöht die Freude auf die Hoffnung nach einem… ich will nicht sagen intimeren… Erleben aber… nun ja… es ist halt...nein… ich bin gar nicht angespannt...“ Schnell schob ich mir den Schinken in den Mund und kaute hastig. “Wir brauchen auch Schmuck. Also für das Lamm,“ sagte ich dann noch in der Hoffung das Thema nun zu wechseln.

  • Eine Absage auf Umwegen. Ich war Casca deswegen nicht böse. Ich kannte mein kleines Brüderchen, er hatte sich in der Frage nicht geändert. Jeder nach seinem Pläsier. Was mich freute, war die Aussicht, vielleicht in nächster Zukunft eine Frau hier im Haushalt zu wissen. Er musste sich da aber noch ein bisschen strecken. „ Mmmhhh, Schmuck für das Lamm. Ein paar Bänder? Müssen die eine spezielle Farbe haben? Oder muss es was bestimmtes sein?“ Auf dem Forum gab‘s genug Stände die so was anboten. „ Vergiss nicht, dass du Valentina einladen wolltest. Wenn sie sich nicht alleine zu uns beiden traut, kann sie ja jemanden mitbringen.“ Um das Frühstück als beendet zu betrachten, schob ich meinen Becher in die Mitte und erhob mich. " Können wir?"

  • Ich kaute noch einmal kräftig und schluckte dann den Schinken hinunter. Das sollte für das erste reichen. Zwar musste ich mir leider eingestehen, eine kleine Vorliebe für das Essen entwickelt zu haben – selbst in den frühen Morgenstunden – doch war dies eine Angewohnheit, die ich besser schnell wieder los wurde. Also ließ ich vom Essen ab. “Naja… wir können da ruhig ein goldenes Band nehmen,“ sagte ich lapidar. “Oder wir nehmen ein Tier mit Hörnern, die könnte man vergolden. Nur die sind leider immer auch ein bisschen teuer.“ Ich nickte. “Wir werden auf dem Markt schon etwas finden. Und Valentina werde ich zum Essen einladen. Oder zu einem kleinen Ausflug?“ Ich schaute Massa entgegen. “Und ich werde ihr auch ausrichten, dass sie ruhig auch Pina mitbringen kann.“ Dann trank ich noch einen Schluck, tupfte mir den Mund mit einem weißen Tuch ab und tat es dann meinem Bruder gleich, indem ich mich erhob. “Aber natürlich können wir… Soll ich Nepomuk rufen?“ fragend sah ich Massa an.

  • Ja, dann war das Tier teurer, nichts war mir für meine Schutzgöttin teuer genug. In ihren Händen lag schließlich mein Leben. „ Wir nehmen ein Tier mit Hörnern. Kein wenn und aber. Ich habe vor noch einen Weile zu leben.“ Die Idee mit dem Ausflug war gar nicht so schlecht. Blumen, lauer Wind, zwei Römer Hand in Hand. Uch, wohin trifftete ich da ab. Mit der angekündigten Pina wurde das mit dem „zwei Römer“ erst recht nichts. Blödsinn ich war ja eventuell auch dabei. „ Bei schönem Wetter wäre der Ausflug erste Wahl. Du solltest auf jeden Fall eine Schlechtwetter-Variante einplanen.“ Was wollte er mit Nepomuk? „ Ja rufe Nepomuk.“ Ich war wieder nur halb dabei. Wir brauchten einen Träger oder Halter, einen der sich um den Einkauf kümmerte. Eben diesen Nepomuk, wenn ich nicht falsch lag.

  • Kurz hing ich mit den Gedanken noch bei der Schönwetter-Variante des Ausflug mit Valentina. Ja, das würde ihr sicher gefallen. Zumindest hofft ich das. Gleich am Nachmittag würde ich ihr eine Nachricht zukommen lassen, bei der ich natürlich nicht zu dick auftragen durfte. Und bei schlechtem Wetter würde ich einfach mit ihr in der Dianalaube im Garten picknicken. Einen Moment lang schwelgte ich noch in diesem Gedanken, ehe mir einfiel, dass Massa ja wartete. Ich räusperte mich und nickte ihm zu. “Ja, dann lass uns aufbrechen und keine Zeit mehr verlieren.“ Ich schritt auf die Türe zu, bis mir einfiel, dass ich ja Muckel rufen wollte. “MUUUCKEEEEL!“ krakehlte ich durch die Gänge, dann lief mir Pontia über den Weg, offenbar erschrocken über mein lautes Organ. “Pontia. Sag Muckel Bescheid, dass er sich bereit macht. Mein Bruder und ich wollen zum Markt, ein Opfertier kaufen. Er soll ausreichen Geld mitnehmen und sich gleich im Atrium einfinden.“ Ich schritt voran und strahlte meinem Bruder entgegen. “Das wird ein wunderbares Opfer, du wirst sehen!“ Im Atrium warteten wir noch schnell auf meinen Sklaven und dann konnte es auch schon auf den Markt gehen.

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