Arbeitszimmer des Duumvir

  • Nachdem die letzten Säuberungsmaßnahmen abgeschlossen waren, bezog ich das neue Arbeitszimmer. Es war geräumiger als das alte und würde Besuchern in größerer Anzahl bequem Platz bieten.


    Wachstafeln, Griffel, Tinte und Pergamente lagen bereit. Akten, die sich für das Amphitheater und das geplante Stadtfest inzwischen angesammelt hatten, türmten sich auf dem Schreibtisch. Alles war vorbereitet, nun mussten nur noch der Magistratus und der Scriba eintreffen.

  • Ein schönes Arbeitszimmer Cadior.


    Ich blickte mich um - nicht neidisch - hatte ich doch erwartet das der Duumvir ein größeren Raum in Anspruch nahm, er hatte ja auch ein wenig mehr zu tun.


    Oje, die Akten türmen sich ja bei dir. Wir müssten jetzt noch auf den Scriba warten? Ich glaube das Stadtfest wird großartig werden. Wir wollten noch die Gästeliste durchgehen.

  • Nachdem ich den Raum betreten und die Tür geschlossen hatte, begrüßte ich die Herren.


    "Es tut mir leid, dass sie auf mich warten mussten!"


    Gespannt schaute ich meine Vorgesetzten an.

  • „Schön, nun sind wir vollzählig. Setzt euch bitte. Es geht also um das Stadtfest. Zunächst sollten wir dort anknüpfen, wo wir, Marcellus, stehen geblieben sind – bei der Gästeliste. Ingeniosus, du notierst dir bitte die Namen, entwirfst eine Einladung, die du mir vorlegst, und wenn ich sie geprüft habe, versendest du die Post.


    Marcellus, wir waren bei den mitgliedern der Curia provinzialis. Aventurinus und Sinona waren geklärt. Findest du zunächst noch heraus, wer für Rom in der Curia tätig ist, nachdem die Nachwahlen stattgefunden haben? Sinona, Quarto und Livia, das sind drei. Bisher waren dort immer zwei Bürger mit Wohnsitz aus Rom tätig. Ist also jemand ausgeschieden oder nicht? Für Mantua sind die Mitglieder klar. Da bist du einmal selbst und dann noch Commodus. Ihn möchte ich nicht auf die Gästeliste nehmen.
    Der Kaiser selbst wäre wohl zu hochtrabend. Ich würde ihn aber zur Einweihung unseres Amphitheaters einladen wollen, was aber noch in weiter Ferne liegt.


    Weitere Vorschläge?“

  • Nun, ich habe mir die Wahlunterlagen für die Curia nocheinmal angesehen. Es ist schon ein wenig wirr Cadior. In Rom scheint wirklich niemand ausgeschieden zu sein für die Curia, doch hat hat Rom vor einigen Tagen wie du weißt gewählt. Die beiden Mitglieder sind Tiberia Livia und Marcus Flavius Obscuro.


    Irgendwie verstand ich das nicht wirklich wußte aber das beide nun Mitglied in der Curia sind - niemand war ersetzt worden oder ähnliches. So musste ich die Tatsachen und hoffte der Duumvir würde nun nicht enttäuscht angesichts der Tatsache das ich nichts genaueres wußte - wohnte ich doch nicht in Rom.

  • „Danke, Marcellus. Bevor ich letzte Anweisungen gebe, habe ich eine Ankündigung zu machen. Ich werde die Führung der Curia ab sofort in eure Hände legen und die Provinz verlassen. Ich bin derzeit des Lebens müde und muss sehen, ob und wie ich wieder zu Kräften komme. Kandidiert habe ich nur aus Verantwortungsgefühl, weil sich zwei Tage vor Ablauf der Frist noch niemand beworben hatte. Nun aber hat Mantua zwei Bürger, die sicher auch ohne mich zurecht kommen.


    Ich habe euch Ideen geliefert, die euch erst einmal beschäftigen sollten. Das Stadtfest will organisiert sein und das Amphitheater muss weiter vorangetrieben werden.


    Marcellus, schau noch einmal in der Curia auf die dort aushängende Mitgliederliste. Sollten dort wirklich 4 römische Bürger stehen? Ich kann mir das nicht vorstellen. Commodus wird auch in meiner Abwesenheit keine Einladung zu dem Fest erhalten! Darauf bestehe ich!


    Ingeniosus, die Karten sollten weiter im Auge behalten werden. Ich habe eine davon an Macer, den Legat der Legion, weitergeleitet. Sein Kartograph wird noch das Lager eintragen. Danach kann sie als Aushang in der Curia veröffentlicht werden. Bitte bei Gelegenheit dort noch mal nach dem Stand der Arbeiten fragen.


    Falls alles schief gehen sollte odr ihr gar nicht weiterkommt, dann wendet euch an Aurelia Deandra. Sie wird wissen, wo ich zu finden bin. Zur Not komme ich dann zurück. Ich wünsche euch viel Erfolg.“


    Damit leitete ich meine Mitarbeiter aus dem Zimmer und hängte ein Hinweisschild an meine Tür.




    In Abwesenheit des Duumvir übernimmt Publius Sabbatius Marcellus die Leitung der Curia. Besucher melden sich bitte im
    Arbeitszimmer des Magistratus


    gez. Tiberius Corvius Cadior
    Duumvir Mantua

  • Bewaffnet mit Besen, Lappen und einem Eimer Wasser betrat ich den Raum. Etwas missmutig begann ich mit der Arbeit. Einsehen wollte ich sie nicht. Warum sollte ich neuerdings in der Curia putzen? War ich Stadtangestellte?


    Mit Schwung schüttete ich den Eimer Wasser aus, das es nur so spritzte. War mir doch egal, wie es hier aussah. Kontrollieren würde ja doch keiner. Derjenige, der hier sitzen sollte, hatte sich davon gemacht. Kassierte Geld fürs Nichtstun und ließ sich andernorts die Sonne auf den faulen Bauch scheinen. So gut wollte ich es auch mal haben.


    Er sollte gefälligst was tun für sein Geld, ich musste schließlich auch hart arbeiten. Mit Groll im Bauch arbeitet es sich gleich noch mal so schnell. Da konnte man tätlich seinen Frust ablassen.

  • Ich stieg mit großen Schritten über die Pfützen in meinem Arbeitszmmer.


    „Ja, ja, Samira, ich weiß, was du denkst. Du hast Recht, verlässt jetzt die Curia und ich habe meine Ruhe.“


    Trotz der unzureichenden Säuberung schob ich die Sklavin kurzerhand raus. Mir musste niemand ein noch schlechteres Gewissen, und wenn es mit Blicken war, einreden. Ich bezog Gehalt aus Steuergeldern, also sollte ich dafür auch was tun.


    „Marcellus, Ingeniosus, Lagebesprechung am morgigen Tag“, rief ich in den Gang der Verwaltung hinaus. Dann setzte ich mich hin und machte eine Liste für die Freigetränke und -esswaren zum Stadtfest.

  • Hatten meine Mitarbeiter den Dienstbeginn verschlafen? Waren sie etwa in der kurzen Zeit meiner Abwesenheit unpünktlich und unzuverlässig geworden?


    Ich runzelte die Stirn und rief nochmals in den Gang. Da ihre Zimmer unmittelbat neben de meinen lagen, sollten sie mich doch hören. Abwartend setzte ich mich an den Schreibtisch und sortierte erste Belege für die Belieferung von exotisches Geflügelfleisch für Mantua.

  • Wohl hatte ich die Besprechung im Zimmer des Duuvir nicht vergessen, jedoch waren noch einige Dinge im Auftrage des Magistraten zu tun gewesen, sodass ich jetzt etwas außer Puste das Zimmer des Duuvir betrat.


    "Salve Cadior!" rief ich, während ich nach Marcellus Ausschau hielt "Es tut mir sehr Leid, ich werde mich um mehr Pünklichkeit bemühen!"

  • Ich stürmte in das Büro.


    Cadior, Verzeih, aber ich muss unbedingt weiter, die Opferungszeremonie der Legio, Vertreter der Stadt und so. Du weißt sicherlich. Ich komme sofort nach der Zeremonie wieder her.


    Damit rannte ich aus dem Zimmer um pünktlich mein Pferd zu erreichen das von der Legio mir für die Parade zur Verfügung gestellt wurde.

  • Zuerst war ich sprachlos, ob der rasenden Erscheinung von Marcellus. Dann jedoch brach ich in schallendes Gelächter aus. Lange hatte ich mich nicht mehr so amüsiert. Bevor ich überhaupt zum antworten kam, war der Magistratus schon wieder fort.


    Losprustend sah ich Ingeniosus an.


    „Lief der immer so aufgescheucht die letzten Tage?“
    Ein erneuter Lachanfall schüttelte mich und es dauerte, bis ich mich wieder beruhigt hatte.


    „Salve Ingeniosus! Ich bin schon froh, dich hier zu sehen. Wenigstens einer mit dem ich reden kann.“ Wieder musste ich schmunzeln.


    „Den Statusbericht lasse ich mir dann von Marcellus geben. Von dir wüsste ich gern, ob du bereits Einladungen für das Stadtfest entworfen hast. Erst wenn annähernd alles in der Planung ist und wir absehen können, wie lange wir für welche Regelung brauchen, erst dann können wir uns auf einen Termin zu unserem Fest einigen. Wie steht es also mit den Einladungen?“

  • "Ich denke ich bin in Kürze damit fertig! Es fehlen nur noch einige Formulierungen, die ich überdenken sollte! Ich werde Sie mal schnell holen."


    Ich ging kurz an meinen Arbeitsplatz und holte die Vorlagen.


    Sim-Off:

    Ich stelle dir die Vorlagen morgen oder am Samstag (spätestens) rein! Leider bin ich durch die Schule mehr beansprucht als erwartet (steuer auf Abi hin). Ich hab das erstmal zum bessern sim-on Ablauf geschrieben, sodass ich die Vorlage einfach dahinter-editiere oder später nochmals in einem neuen Beitrag einsetze.

  • Ingeniosus war eine wirkliche Hilfe hier in der Curia. Ihn würde ich nicht mehr missen wollen.


    "Du musst dich nicht überstürzen! Ich habe heute auch noch Verpflichtungen. Das Opferfest verlangt meine Anwesenheit. Ich kann und will dort nicht fehlen", rief ich ihm hinterher.


    Wenig später packte ich meine Sachen zusammen und begab mich zu dem Festplatz, auf welchem die Opferungen stattfinden sollten.


    Sim-Off:

    Mach dir bloß keinen Stress! Und wenn das Stadtfest erst in fünf Wochen stattfindet, ist es auch noch zeitig genug. ;) Nimm also mein SimOn-Geschreibsel nicht soo ernst.

  • Am Tag nach dem Opferfest ging ich wie immer zur Curia. Offenbar war ich wieder der Erste. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und erstellte erste Planungen über den Ablauf des Stadtfestes.


    Was mich jedoch immer wieder ablenkte, war die Tatsache, dass in Mantua für meinen Geschmack noch immer die Religion nicht in dem Maße blühte, wie ich es mir einst vorstellte. Das lag ganz eindeutig am Personalmangel. Ich würde mich nächstens auch darum noch einmal kümmern müssen.

  • "Salve Marcellus! Ja, eine wirklich schöne Zeremonie, ich bin immer noch ganz beeindruckt. Überhaupt ... Das war ein Ereignis, was in Rom seinesgleichen sucht und sicher nicht finden wird. Du hast die Stadtverwaltung übrigens gut vertreten.


    Mit etwas Glück bekommt Mantua übrigens demnächst Priesterzuwachs. Es würde mich sehr freuen, aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben.


    Marcellus, wir sollten uns auch langsam Gedanken um einen Termin für das Stadtfest machen. Zwar warte ich noch immer auf die Entwürfe der Einladungen von Ingeniosus, aber erste Gespräche bezüglich des Termins sollten wir schon jetzt führen.
    Zu beachten ist, dass die Einladungen etwa 3 oder 4 Tage vor dem Fest herausgeschickt werden sollten. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn das zu zeitig geschieht, vergessen viele Zeitgenossen den Termin wieder. Zu knapp darf es allerdings auch nicht sein, klar. Was meinst du?"

  • Danke danke für die Lorbeeren lieber Cadior. Einen solch fähigen Mann wie dich zu vertreten ist jedoch eine fast schier unlösbare Aufgabe - man müsste sich - vierteilen wahrscheinlich.


    Ich grinste breit. Ich hoffte das man mit Cadior auch scherzen konnte, jedenfalls hatte ich das Gefühl.


    Priesterzuwachs - das ist wahrhaftig göttlich! Wenn wir hier ein wenig religiöser werden könnten - übrigens spricht man in der Curia Provinzialis sehr viel von Ostia, auch dort wird eine Tempel gebaut. Ich habe mir einfach erlaubt von den jüngsten Ereignissen in Mantua mal zu berichten, einige sind von der Information des Opferfestes fast vom Stuhl gefallen.


    Ich lachte.


    Tja, einen Termin für das Stadtfest. Das erscheint mir schwer. Ich denke das wir vielleicht das in zwei Wochen anvisieren sollten? Ich glaube so haben wir genügend Zeit für die Einladungen und Vorbereitungen - und müssen uns nicht überschlagen? Übrigens, das mit den Einladungen, da stimme ich dir voll zu.

  • Ich musste schmunzeln. Vierteilen – das traf mehr zu, als Marcellus wahrscheinlich bewusst war.


    „Tja, Ostia interessiert mich insofern gar nicht mehr, weil ich hier mehr als genug zu tun habe. Auch schaue ich mir in der Regel keine Ideen anderer ab, sondern verfolge meine eigenen Pläne.
    Dass allerdings in Rom kaum etwas über die Aktivitäten in Mantua bekannt ist, wundert mich – gelinde gesagt – kein Stück. Ich verfolge regelmäßig die Berichte, die über die Provinz berichten und da steht halt oft nichts drin. Die Recherchen eines Sergius Stephanus waren besser, eben detailierter, als die der jetzigen Amtsinhaberin. Sehr viel mehr als Liebesberichte, die vielleicht die weiblichen Leser interessieren, findet man dort nicht mehr. Früher bin ich regelmäßig in die Verwaltung des LAPP spaziert, um diese Berichte zu lesen, heute überfliege ich sie meist nur noch.


    Sim-Off:

    Ich gestehe, ich weiß nicht, ob diese Berichte aushängen oder einzig auf dem Tisch des LAPP landen und dadurch von niemand gesehen werden können.


    Aber egal, die Hauptsache ist, dass sich die Menschen in Mantua wohl fühlen. Was interessiert uns die Informiertheit der übrigen Welt?! Die verschließen sich doch sowieso vor den Wünschen der hier nach Vorbildern lebenden Römer.


    Tja, was das Stadtfest betrifft … Zwei Wochen, eher dürfte es nicht stattfinden, denn das schaffe ich sonst nicht. Zunächst brauchen wir aber die Einladungen. Marcellus, würdest du bitte einmal nach Ingeniosus sehen und mir berichten, wie weit er damit ist.“

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