• Etwas verunsichert räuspert sich Nepos - er glaubte schon unweit vom Vestibulum das Geraune einer größeren, dort versammelten Menschenmenge zu hören. Ob es hier überhaupt einen Ianitor gab? Nepos beschließt, noch etwas zu warten - trotz der Verwandtschaft, ist ihm der Hausherr schließlich nicht bekannt...


  • "Nur zu, nur zu, junger Mann.
    Zier Dich nicht, das Fest findet sonst ohne Dich statt."


    sprach der alte Marcus als er wieder in das Vestibulum trat. Er hatte heute so viel zu tun, dass er kaum nachkam. Soweit er zurückdenken konnte, hatte er jedenfalls noch nie so eine Gäste- und Geschenkeflut gesehen. Senator sollte man sein...

  • Zitat

    Original von Ancius Duccius Munatianus
    Ein Bediensteter der Bildhauerei Duccia kam im Vestibulum an und fragte, wo er denn das Geschenk für das Brautpaar hinstellen sollte.



    "Nach dort hinten in den Raum zu den anderen Geschenken."


    sagte der alte Marcus und japste bald nach Luft.
    Der Tag war nun doch zu stressig für sein Alter.

  • Der Mann dankte höflich und deutete den Sklaven, die immer mehr ächzten, dass sie die verhüllte Statue mit einem Glückwunsch dabei, mit dem bezeichnenden Titel Die Liebenden in den besagten Raum stellen sollten. Als sie dies endlich geschafft hatten, keuchten sie nicht schlecht und krochen mehr, denn das sie gingen, aus der Regia hinaus. Der Mann verabschiedete sich freundlich und verschwand ebenfalls.

  • Da ich den Weg schon kannte, grüßte ich den alten Ianitor und brachte alles gleich in den Raum mit den Geschenken....


    An: Maximus Decimus Meridius
    Regia Legati Augusti pro Praetore
    Mogontiacum, Regio Germania Superior
    Provincia Germania


    Livia Meridium salutem dicit


    Salve Maximus,
    obwohl ich leider nicht zu eurer Hochzeit erscheinen konnte, habe ich es mir dennoch nicht nehmen lassen, dieses Geschenk für dich und deine baldige Ehefrau zu schicken. Ich hoffe es gefällt dir.


    Vale bene, Livia
    ANTE DIEM XV KAL IUL


    Sim-Off:

    Schau Montag in deiner WiSim :)



    An Regia Legati Augusti Pro Praetore
    Mogontiacum
    Provincia Germania


    Secundus Flavius Felix et Lucius Flavius Furianus
    Maxime Decime Meride et Iuliae Severae
    Salutem Plurimam Dicunt


    Welch erfreuliche Nachricht die Villa Flavia Felix vor etwa einer Woche ereilte. Diese glückliche Verbindung.
    Möge Iuno ihre Hand über euch halten, mögen die übrigen Götter dieser Verbindung wohlgesinnt sein, euch einen reichen Kindersegen bescheren, so dass es Rom an großen Männern und Frauen nicht fehlen mag.
    Lebet froh, lasset euch jeden Tag feiern und genießt die schöne Zweisamkeit, wenn euch Rom aus seinen Fängen der Verpflichtung entlässt. Mögen eure Kinder euch erfreuen, Roms Macht und Ansehen mehren.
    Leider ist es meinem Vater, sowie auch mir, vergönnt an dieser zukunftsträchtigen Verbindung teilzunehmen. Senator Flavius Felix befindet sich derzeit auf seinem Landgut auf der Insel Sardinia, um Roms anstrengendem Treiben ein wenig zu entfliehen. Meiner Wenigkeit ist dies aufgrund von Pflichten vergönnt. Mein Aedilat verpflichtet mich am Dienste in Rom, welchen ich nicht missen möchte und kann.
    So seid von uns beglückwünscht und reich beschenkt.
    Ehrenwerter Senator Decimus Meridius, dir schenkt die Familia Flavia Felix eine mensa citrea (Tisch aus Zitrusholz), so dass auch du dem mensarum insania („Tisch-Wahnsinn“) verfällst oder er gar deine wertvolle Sammlung bereichert. Schätze dieses Sammlerstück und erinnere dich der Worte Martials, die lauten :


    “Holz schlägt Gold!
    Nimm, was herrlichen Wäldern entstammt,
    ein Geschenk von dem Atlas!
    Wer dir ein goldenes gibt,
    gibt dir doch weniger damit.“(Martial XIV 89)


    Dir, werte Iulia Severa, lässt die Familia crotalia (Perlenohrringe) zukommen, so dass sie dein lieblich Antlitz schmücken und dein Mann dir fortwährend verfällt. Doch bedenke auch du weise Worte und verfalle nicht selbst ihrem Glanze, wie Martial mahnt:


    “Nicht beim mystischen Kult der Dindymene,
    nicht beim Stiere des jungen Rinds vom Nile,
    kurz, bei keinem der Götter, keiner Göttin
    schwört die Gellia, nur bei ihren Perlen.
    Diese herzt sie, und diese küsst sie immer;
    Diese heißen ihr Brüder und Schwestern,
    diese liebt sie weit mehr als beide Söhne.
    Sollt`die Ärmste durch Zufall sie verlieren,
    sagt sie, würde sie keine Stunde leben.“(Martial, Epigramme VIII 81)


    So feiert und lasset die Götter an eurem Glücke teilhaben, so dass es immer währt.


    Gez.
    Lucius Flavius Furianus


    Zwei Pakete holte ich aus dem Sack und legte sie zu dem wahren Berg an anderen Dingen. Dann verließ ich die Regia wieder...

  • Ich betrat das Vestibulum, grüßte den Ianitor und ging zur Hochzeitsgesellschaft weiter. Meine Rüstung war blank poliert und saß wie angegossen. Ich kontrollierte noch einmal ob das Hochzeitsgeschenk vorhanden war...


    Nachdem ich es bei den anderen Geschenken abgeliefert hatte,
    trat ich ein.

  • Als es an die Tür klopfte öffnete der Ianitor sogleich, bisher hatte es an diesem Tag noch keinen Besucher gegeben und so war er froh über eine kleine Abwechslung. Argwöhnisch musterte er den Besucher , dann wanderte sein Blick zum spärlichen Gepäck das der Mann mit sich führte, doch bevor der Ianitor eine Frage an ihn richten konnte stellte er sich auch schon als Sklave des Decimus Maximianus vor.

    Warte hier, ich werde die Herrin holen"
    und mit diesen Worten machte sich der Ianitor auf den Weg.

  • Der Centurio hatte sich nach der Ankunft eines hohen Senators sofort auf den Weg gemacht, dem Legatus Augusti Pro Praetore Bescheid zu geben. Da sich dieser zur Zeit in seinem Domus aufhielt, musste er eben hier Bescheid geben. Es war nicht täglich, dass ein Senator aus Rom hier eintraf, und wenn es mal der Fall war, wäre es ein Unding, wenn er nicht empfangen würde. Man könnte ja weiß der Geier was denken...


    An das Vestibulum tretend, klopfte er an. Die beiden postierten Soldaten nickten ihm zu.


    Wo blieb nun dieser alte Marcus? Herrschaftszeiten...


  • "Ich komm ja schon, ich komm ja schon."


    sagte der alte Marcus und japste nach Luft. Öffnete die Türe und erkannte den Centurio. Es musste also dringend sein.


    --------------------------------------------------------------------------


    Doch noch ehe er antworten konnte, trat auch schon Meridius in das Vestibulum, hatte er sich doch selbt gerade auf dem Weg in die Regia befunden.


    "Was gibt es Marcus?"


    Er trat näher und erkannte den Wachoffizier.


    "Ah, Centurio. Was führt Dich her?"

  • "Legatus!"


    Der Centurio grüßte militärisch.


    "Legatus, ein römischer Senator Namens Germanicus Avarus ist in der Regia angekommen und hat das Officium des Cursus Publicus aufgesucht. Ich dachte, diese Mitteilung könnte wichtig sein."

  • Germanicus Avarus also. Meridius lachte. Sicher, es konnte nur Avarus sein. Kommen und Gehen ohne sich melden zu lassen. Um Besten gar nie dagewesen sein. Erinnerungen kamen ihm in den Sinn.


    "Ich danke Dir, Centurio. Du kannst an Deinen Posten zurückkehren."


    Er hielt inne.


    "Das heißt... halt, hat er gesagt wie lange er bleiben wird? Selbst wenn er nur auf der Durchreise ist, er kann genauso gut morgen weiterreisen. Überbringe ihm eine Einladung zum Essen gegen Abend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er schon heute weiterreisen wird, zumal der Praefectus sowieso einen Empfang vorbereitet hat."

  • "Nun egal, er wird eingeladen. Ende.
    Das wäre alles, Centurio!"


    Meridius nickte ihm zu und machte dann wieder kehrt. Durch die geänderten Vorzeichen, würde er heute doch eine neue Senatorentoga anlegen. In der schlichten Tunika eines Soldaten konnte er dem Verlobten seiner Schwester kaum entgegen treten.

  • Nach kurzem Weg gelangte Valeria am Eingang des Domus an. Dass nur wenige Tage später Maximian in Mogontiacum auftauchen sollte, davon wusste sie freilich noch nichts. Vor dem Domus standen ebenfalls Wachen. Sie nannte Namen und Anliegen und wartete, dass man ihr Zutritt gewährte und den Legaten über ihre Anwesenheit in Kenntnis setzte.

  • Meridius wollte gerade den Wohnbereich verlassen, als wieder jemand vor der Türe stand. Diesmal war es Valeria. Instinktiv atmetet er tief ein und nahm eine gewisse Anspannung an. Erst Avarus und dann Valeria. Der heutige Tag bot die ganze Palette an emotionalen Wallungen.


    "Sei gegrüsst, Valeria."


    sprach er dann dennoch lächelnd.


    "Was kann ich für Dich tun?"

  • Valeria war überrascht, als Meridius plötzlich direkt vor ihr stand. Das brachte sie irgendwie aus dem Komzept und für einen Moment hatte sie glatt vergessen, was sie eigentlich hier wollte. Dann setzte sie ein Lächeln auf und sprach.


    "Salve Meridius! Was du tun kannst? Verschiedenes, aber in erster Linie zuhören. Es gibt ein paar Dinge, die ich mit dir besprechen muss, geschäftlicher wie privater Natur."

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