Die Brücke bei Ad Rhenum

  • Zitat

    Original von Lucius Germanicus Maximianus
    "Zu Befehl Optio."


    Ich salutierte, auch wenn es bei meinem Aussehen eher so wirkte als versuche sich ein Bauarbeiter als Soldat. Als ich schon einige Schritte gegangen war wandte ich mich noch einmal an den Optio:


    "Entschuldigung Optio, bevor ich es vergesse. Ich bin mir nich sicher, aber ich glaube wir haben nicht genügend Baumstämme für einen zweiten Damm. Wenn möglich sollten sich ein paar Männer darum kümmern, damit wir später gleich fortfahren können."


    "So? Eigentlich hatte ich das angeordnet! Nun dann wird sich eure Pause halt verkürzen und ihr werdet Holzschlagen!"

  • Wieso hatte ich mir nur schon gedacht, das dies wieder an uns hängen bleiben würde. Aber egal, so hatte zumindestens jeder was zu tun. :D


    "Nun, es fehlt nicht viel. Es kann auch sein, das genug Baumstämme da sind, aber ich möchte da auf Nummer sicher gehen. Nicht dass uns dann lediglich 10 Stück oder so fehlen. Aber wir werden uns sofort darum kümmern."

  • Mit diesen Worten trat ich ab und begab mich zu meinen Männern. Meinen Männern? Nun meine Männer waren es nicht, schließlich war ich ja auch nur ein einfacher Legionarius. Aber der Gedanke gefiel mir auch villeicht irgendwann ein paar Männer unter einem eigenen Kommando zu haben.


    Dort angekommen überbrachte ich ihnen die Nachricht vom Optio:


    "Heeeehhhh, Kameraden!! Freundliche Grüße vom Optio. Wir können Pause machen bis der erste Damm trocken gelegt ist, müssen aber noch ein paar Ersatzbaumstämme beschaffen."



    "Na das ist doch ein Wort!"


    antwortete einer der Älteren und der ganze Trupp kam wieder an Land. Zusammen setzten wir uns irgendwo in den Schatten und genossen unsere wohlverdiente Pause, bevor es wieder weitergehen würde.


    Nach und nach kamen wir ins Gespräch. Mittlerweile waren auch wir Neuen von den Anderen mehr als nur akzeptiert. Seit ich zum Legionarius befördert worden war kam ich mir vor als wäre ich in einer völlig neuen Einheit. Keine Scherze mehr, die auf meine Kosten betrieben wurden, keine blöden Anmachen. So ließe es sich aushalten.


    Sogar meine Lebensgeschichte ineressierte die anderen. Zuerst etwas skeptisch erzählte ich sie dann doch nach und nach........

  • Nachdem wir uns eine Weile ausgeruht hatten und uns mit derben Scherzen und Lebensweisheiten gegenseitig unterhalten hatten wurde es wieder Zeit an die Arbeit zurückzukehren.


    Wir beschlossen zunächst einen Abstecher in den Wald zu machen um noch einige Bäume zu fällen. Lieber wollten wir ein paar Baumstämme zuviel haben, anstatt zu riskieren, dass später ein unfertiger Damm instabil wird und von der Strömung mitgerissen wir.


    Wir begaben uns zum Offizier, welcher die Kontrolle über die Wagen hatten und nahmen uns auch gleich einen solche für den Abtransport der Stämme mit. Im Hintergedanken war natürlich auch der somit vermiedenen Fußmarsch in den doch etwas abgelegenen Wald......

  • Zitat

    Original von Servius Artorius Reatinus
    Während die anderen Legionäre sich abschufteten, habe ich ebenfalls dabei geholfen, die Innenräume trocken zu legen. Dabei machte ich mir als erstes mal Gedanken, wie wir anfangen sollten...


    - Alter Legionarius -


    Ein alter Legionarius, welcher bereits in unzähligen Kriegen und Provinzen gedient hatte und dementsprechend mit Narben überzogen war bemerkte das Zögern von Reatinus und einigen anderen Junglegionären. Er konnte es als alter Hase im Brückenbau nicht fassen, dass man keine Ahnung haben konnte wie so etwas funktionierte.


    Darum rief er rüber:


    "Was guckt ihr so blöd? Nehmt euch diese Holzeimer da und fangt an zu schöpfen. Von alleine wird der Innenraum sicher nicht trocken."

  • Etwas verwundert guckte ich den alten Legionarius an. "Jaja, wir machen ja schon! Immer die Ruhe bewaren.".
    Zusammen packten wir uns dann Eimer und fingen an, den Innenraum auszuschöpfen. Das Wasser leerten wir nacheinander alle in den Wald und in die Gebüsche. "Bis wir das ganze Trocken haben, dauert es eine Weile..."
    Nebenbei schielte ich noch zu dem Legionarius rüber, um sicherzustellen, dass er auch zufrieden sei...

  • "Wir sind fast fertig, Optio!", rief ich zurück. Die Arbeit ging vorran und bald wäre wohl kein Wasser mehr im Innenraum.


    -----------------------


    Knapp 15 Minuten später waren wir fertig, und der Innenraum war frei von Wasser. "Wir sind nun fertig Optio!"

  • Derweil kam ich mit meinem Trupp aus dem nahen Waldstück zurück und ich begab mich zum Optio. Mittlerweile begann es bereits leicht zu dämmern, trotzdem war es noch angenehm warm und die Sicht hervorragend.


    Ich salutierte und meinte:


    "Salve Optio. Wir haben noch etwa zwanzig weitere Baumstämme gefällt und hierhergebracht. Sollen wir bereits mit dem Damm für den zweiten Pfeiler anfangen oder fahren wir am morgigen Tag weiter?"


    Inzwischen hatte der Rest meiner Truppe begonnen die Stämme abzuladen und sie zusammen mit dem restlichen Baumaterial aufzustocken. Zufrieden stellte ich fest, dass der erste Damm schon trockengelegt war, was auf eine gute Konstruktion unsererseits schließen ließ, da kein Wasser eindrang.


    _______________


    - Baumeister -


    Inzwischen waltete der Baumeister seines Amtes und kontrollierte von seinem Boot aus den trockengelegten Bereich und den Damm selber. Lediglich ein kurzes Nicken zeigte, dass er soweit zufrieden war. Die Mannschaft die den Bereich trocken gelegt hatte wollte gerade den Innenraum verlassen und zurück ans Ufer. Doch der Baumeister hatte andere Pläne:


    "Wo wollt ihr hin? Ihr seid noch lange nicht fertig. Hier habt ihr ein paar Spaten. Damit dürft ihr jetzt für eueren geliebten Imperator und Herrscher so lange graben, bis ihr stabilen Untergrund erreicht."


    Das hämische Grinsen unterstrich seine Schadenfreude dabei nur noch mehr.


  • "Anfangen können wir schonmal! Noch ist Tageslicht und das wollen wir ja ausnutzen!"

  • "Wir werden uns sofort darum kümmern Optio"


    gab ich zur antwort, salutiert und machte mich wieder auf zu meinen Kameraden. Diese hatten mittlerweile alles abgeladen und warteten auf mich um zu erfahren was der Optio beschlossen hatte.


    "Und was ist, können wir Feierabend machen?"


    fragte mich Faustus mit einem Grinsen.


    "Da muss ich dich leider enttäuschen, wir sollen mit dem zweiten Damm anfangen solange wir noch Tageslicht haben. Der Baumeister glaube ich hat schon die Stelle markiert.


    Ich schlage vor wir bereiten inzwischen die Stammpaare vor, dann sehen wir ja wie weit wir heute noch kommen."


    "Genau, bereiten wir erstmal alles vor, dann sieht man immer noch weiter."


    gab mir Faustus wieder recht. So machten wir uns wieder frisch ans Werk. Mit Lederriemen hängten wir wieder die Baumstämme so zusammen, dass alle denselben Abstand hatten. Unser alter Haudegen Victor stimmte dabei wieder eines seiner recht derben aber amüsanten Lieder an, womit uns die Arbeit noch leichter von der Hand ging......


  • Wir wollten eigentlich grade gehen, als uns der Baumeister mit seinem hämischen Grinsen entgegen kam und uns noch eine Anweisung gab. "Na toll, bis wir das fertig haben brauchen wir Stunden!", rief ich zu den Kameraden. Sie nickten mir nur enttäuscht zu und schnappten sich die Spaten.
    "Jetzt noch im Schlamm rumwühlen. Pfff...unfassbar..."
    Aber mir blieb letztlich keine Wahl, so musste ich wohl oder übel mithelfen. Der einzige Trost war nur, dass es dämmerte und es nicht mehr heiß war wie heute Mittag am hellichten Tage. Das war aber auch schon alles und wir alle waren nur noch frustriert und gelangweilt...

  • Wir waren inzwischen damit fertig geworden die Stämme aneinander zu binden und begannen nun damit sie auf eines der Schiffe zu laden um sie dann wie schon beim ersten Damm in den Flussboden schlagen zu können.


    Wir mussten nun immer jeweils zu viert eine Stammpaar auf das Schiff verladen. Die Arbeit zog sich hin, da die Strömung aus welchem Grund auch immer zugenommen hatte und das Boot deshalb nicht mehr so ruhig lag wie noch beim ersten Damm.


    Trotzdem schlossen wir das Verladen zeitig ab und fragten uns nun ob wir noch damit beginnen sollten den Damm zu konstruieren oder ob es an der Zeit war ins Lager zurückzukehren. Den ganzen Damm würden wir zwar heute ohnehin nicht mehr schaffen, aber immerhin einen Teil würden wir noch soweit bringen, dass er von alleine halten würde.


    Doch dies konnte einiges an Zeit in Anspruch nehmen.....

  • Die Arbeit ging vorran, bis wir langsam trockenen Grund erreicht hatten. Ziemlich dreckige Arbeit war das und unsere Füße stanken förmlich nach Schlamm.


    "Wir sind fertig Optio!", rief ich zu Cyprianus rüber, während wir uns stillschweigend aus dem Innenraum hinausbewegten.

  • Ich war hilflos überfordert. Hier und da fiel ein Baum. Einmal um ein Haar auf mich. Dann wurden Eimer gereicht. In einer Geistesabwesenheit versuchte ich irgendwie bei allem in irgendeiner weise mit zu helfen. Glücklicherweise war ich nicht der einzige, der total verwirrt dabei war. Einige Mücken ärgerten sich, dass ihr Zuhause trockengelegt wird. Aber ich war nicht der einzige. Ich versuchte den Eindruck zu machen, als wär ich total bei der Sache, aber man konnte mir ansehen, dass ich es nicht war. Auf einmal fand ich mich bei der Trockenlegestelle wieder. Mich hatte so ein Vieh gestochen und es juckte wie blöd. Aber es machte mir nichts auch. Mein Eindruck war mindestens genau so blöd. Aber immerhin verweigerte ich nicht die Arbeit :]

  • Zitat

    Original von Appius Terentius Cyprianus
    Beide Dämme näherten sich anscheinend der Vollendung. Also machte er sich zur Baustelle auf:" Also Legionäre wie siehts aus?! Können wir bald mit dem Bau beginnen?!"



    "Wir brauchen noch etwa eine Stunde, dann haben wir auch den zweiten Damm fertig Optio. Dann kann die andere Gruppe wieder damit beginnen diesen trocken zu legen.


    Im ersten Damm könnten wir glaube ich schon mit dem Fundament anfangen, aber da fragts du besser den Baumeister Optio."


    Wir schlugen nebenhin immer noch Pfähle in den Flussboden. An jener Stelle, wo wir zur Zeit arbeiteten ging das aber nicht mehr so leicht von der Hand wie beim Damm zuvor, anscheinend waren wir auf einen etwas festeren Untergrund gestoßen. Dies war zwar gut für die Festigkeit der Brücke, aber schlecht für uns. Dennoch trieben wir den Damm so schnell und pflichtbewusst voran wie es ging.....

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