Die Wache am Tor zum Stützpunkt

  • Scipio war den nicht allzulangen Weg vom Zivilhafen zum Stützpunkt der Classis zu Fuß gegangen, ein Pferd hätte er sich ohnehin nicht leisten können. Mit seiner zerschlissenen Kleidung, einem Dreitagebart und nur mit kaltem Wasser gewaschen trat er an die Porta zum Stützpunkt heran. Über der Schulter trug er einen Beutel, indem er seine wenigen Habseligkeiten aufbewahrte. Er trat auf die Wache zu und stellte sich vor:


    "Salve, mein Name ist Tiberius Annaeus Scipio, ich bin der Neffe des Praefectus Annaeus Florus. Ich möchte gerne mit ihm sprechen sofern dies möglich ist."


    Er hoffte auf eine positive Antwort und besah sich die Mauern und Wachen des Stützpunktes....

  • Mit einem freundlichen


    "Ich danke dir."


    riss sich Scipio vom Anblick der Mauern und dem regen Treiben der Wachen darauf los und trabte langsam hinter dem Soldaten her. Wie würde Florus ihn wohl behandeln. Würde er ihm überhaupt glauben, dass er selbst auch einer aus seiner Gens war oder würde er ihn wieder Hochkannt hinauswerfen lassen. Unterdessen versuchte er sich schon mal geeignete Worte zurecht zu legen wie er denn seinen Onkel begrüßen sollte.

  • Nach einigen Tagen härtesten Exerzierens und kleiner Wachschichten, durfte Labeo das erste Mal die Wache am Tor zum Stützpunkz übernehmen. Das erste Mal seit langem würde er wieder Zivilisten begegnen und überhaupt das erste Mal repräsentierte er nun das Imperium als sein Soldat. Er ließ sich die nötgien Abläufe erklären und dann begann das lange Warten.

  • Nicht viel war bisher in dieser Wache passiert, einige Händler, ein paar Kameraden, die ihre freien Stunden und ihren sold in die Stadt brachten und bald wieder kamen. Während Labeo so stand und wartete, gingen ihm einige Gedanken durch den Kopf. Der Wind war kalt und er war - das musste er zugeben ein wenig eifersüchtig auf den Kameraden Verus, der jetzt wahrscheinlich in irgendeiner warmen Stube saß und Akten zusammenfasste.


    "Andererseits bin ich auch nicht deswegen in die Flotte gegangen", sagte er zu sich und nahm stattdessen sein Gladius zur Hand und wog es hin und her.


    Seine Gedanken schwiffen ab und er träumte von großen Taten, die er vollbringen würde. Seine Gedanken gingen zu den Legionen und zum Imperator nach Parthien. Man hörte, das es gut ginge und dass bei Edessa eine wichtige Schlacht gewonnen sei. Das stimmte Labeo sehr zuversichtlich - und so von eigenen Heldentaten träumend ging die Zeit voran.

  • Narrator:


    Völlig abgekämpft gallopierte ein Pferd an das Tor des Stützpunktes. Auf ihm sass ein Reiter, ein Bote, ein Nauta aus Ravenna. Diese Soldaten waren selten hier in Misenum. Dies obwohl die alte Rivalität durch das Kommando des Lucius Annaeus Florus und sorgfältige Annäherungen in der letzten Zeit merklich abgenommen hatte.


    "Eine Nachricht für den Praefectus! Äusserst dringend und höchst vertraulich! Von der Flotte in Parthia!" stammelte der Bote, welcher wohl Tag und Nacht durchgeritten war, nur gerastet hatte um das Pferd zu wechseln.

  • Keine Reifenpanne, kein lahmendes Pferd und auch keine bröckelnde Brücke hatten Macer aufgehalten, so dass er am zweiten Abend seiner Reise wie geplant noch vor Sonnenuntergang den Stützpunkt der Flotte am Golf von Neapolis erreichte. Er ließ den Reisewagen anhalten und am Tor melden, dass Senator Purgitius Macer eingetroffen sei, der den Praefectus Classis Annaeus Florus besuchen wollte.

  • Wieder einmal hatte es Labeo erwischt, diese Torwachen wurden langsam zur guten und ruhigen Angewohnheit, dachte er sich jedenfalls, als ein Bote aus einer anderen Marine-Einheit angaloppierte.


    Er wusste, dass er eigentlich den Namen aufnehmen sollte, hätte es aus getan, aber die Worte dringend und vertraulich hielten ihn davon ab.
    Also sprach er:


    "Gut, Kamerad, Du kannst passieren! Du wirst den Weg finden, das Lager ist aufgebaut wie jedes andere, dorthinten entlang."


    und deutete in Richtung des Officii des Praefectus Classis

  • Gerade machte sich Labeo daran den ominösen Boten aus Parthia zu vermerken, indem er ihn in die Liste eintrug -



    - und dabei überlegte welche Botschaft er gebracht haben würde, was es so interessantes von der Front gäbe, ob es wohl schlechte Nachrichten ein würden, ach - wie denn, als ein Reisewagen anhielt und sich ein Senator Roms anküdigte.


    "Jawohl, der Senator kann passieren!, antwortete er dem Fahrer des Wagens und grüßte militärisch. Und dann zu dem mit ihm Wache schiebenden Con-Probatus - "Pulpo, bring doch den Senator zum Praefectum".


    Als dieser sich auf den Weg machte, sprach er wieder zum Wagen gewandt:


    "Probatus Egnatius Pulpo wird den Senator zum Officium des Praefectus geleiten",


    dann grüßte er wieder und wartete darauf, dass sich der Wagen in Richtung der Principia bewegte.

  • Da Macer einfach einmal annahm, dass nicht nur er selber sondern auch sein Wagen das Lager betreten dürfte, gab er dem Fahrer Anweisung, dem Soldaten zu folgen. In langsamen Tempo rollte der Wagen wenig später über die breite Lagerstraße bis vor das Gebäude, zu dem der Soldat sie führte. Macer stieg aus und streckte sich erst einmal. Er trug bequeme Reisekleidung, keine Toga, und genoss es erst einmal, nicht mehr in dem engen Wagen sitzen zu müssen. Erst dann ließ er sich zum Officium des Praefectus führen.


    Sim-Off:

    Wo geht's weiter? :D

  • Labeo schaute dem Wagen des Senators nach, sah jemanden aussteigen und die Sonne genießen und einen Moment vor dem Gebäude stehen und warten. Anscheinend dachte sein Kollege nicht daran, den Senator auch ins Gebäude zu führen.


    Tatsächlich schaute Pulpo zu ihm herüber und wollte sich gerade wieder in Richtung Tor aufmachen, als Labeo ihm wild gestikulierend klar machen wollte, dass er den Senator noch hineinführen sollte.


    Glücklicherweise verstand ihn Pulpo und brachte den Senator bis vor die Tür des Officiums


    Sim-Off:

    Hatte den Link vergessen, tschuldigng

  • Narrator:


    In der Zwischenzeit war der Bote aus Parthia dem Senator gefolgt und hatte das Officium ebenfalls erreicht. Dort gab er seine Nachricht beim Scriba ab und begab sich nachher in die Stuben der Soldaten, wo er sich ausruhen würde, um später dann nach Ravenna zurückzukehren, wenn ihn der Praefectus entlassen hatte.

  • Nach einer etwas laengeren Reise von Mantua nach Missenum erreichte Marcus Albus das Tor des Flottenstuetzpunktes. Nachdem er sich rasch den Staub aus den Kleidern geklopf hat, schritt er der Wache entgegen.


    Te saluto miles,
    (ich gruesse dich soldat)


    wo kann ich mich hier bei der Flotte einschreiben ?

    Alterius non sit, qui suus esse potest.
    Wer sein eigener Herr sein kann, soll nicht einem anderen gehören.

  • Labeo stand immer noch Wache und er fragte sich, ob es denn auch eine Ablösung geben würde an diesem Tag voller Besucher, aber: immer schön freundlich solle er sein, höflich aber bestimmt, wie es in Roma schicklich sei.


    Also schaute er den Besucher an und sprach in normalem Ton:


    "Salve, an civis vel non - te in castro classis misensis saluto."[


    dann schon etwas militärischer:


    "Du willst Dich einschreiben. Sehr gut! Willkommen! Ich muss Deinen Namen aufnehmen! Wie heißt Du und woher kommst Du?"

  • "Gut, Marcus Albus, Peregrinus aus Mantua!",


    sagte Labeo in einem fast offiziellen Ton,


    "Dort entlang zum Rekrutierungsbüro!",


    sagte er und versuchte den Weg zu zeigen. Glücklicherwiese kam just in diesem Moment sein Kamerad Pulpo zurück, der mit ihm die Wache schob, also sagte er:


    "Hier, Pulpo, ich zeige mal den vielleicht bald Probatus den Weg zum Rekrutierungsoffizier, und Du hälst mal die Stellung, in Ordnung?"


    Pulpo nickte nur, so dass sich Labeo mit Albus zum Rekrutierungsbüro aufmachen konnte.

  • Als Labeo den Peregrinus abgeliefert hatte kam er zurück an seinen Wachposten. Die Wachablösung stand schon bereit und Labeo und Pulpo erstatteten ihnen Bericht.


    Labeo musste noch die Liste der eingelassenen Personen vervollständigen, er tat dies und übergab sie der Ablösung.



    Dann ging er kurz in die Barracken, aber nur um sie bald wieder zu verlassen und die kurze freie Zeit in einer Taverna in der Stadt zu verbringen.

  • Am anderen tag stand Labeo wieder da. Ein gewisser Eindruck verfestigte sich, dass es immer er war, der hier die Torwache hatte. Aber, er musste hier nicht alles verstehen. Er musste es nur tun, schließlich war er ja in der Flotte und nicht bei einem Rennen im Circus.

  • Voller Stolz, dass er die Probatio hinter sich gebracht hatte schob Labeo die Wache am Tor, eigentlich hätte frei gehabt und hätte die freie Zeit auch gut gebrauchen können um die Ereignisse der letzten Tage zu verarbeiten. Die Probatio war dabei nur das geringste gewesen. Sein Vater war tot. Die Gerüchteküche, die schon vor einigen Wochen mal aufgekocht war, sagte nur noch eines: Kaiser Iulianus war auch tot. Es hatte aber noch keine Ausgangssperren oder erhöhte Sicherheitsmaßnahmen gegeben.


    Labeo konnte sich darüber- also über den Kaiser und seinen Vater - aber nicht so viele Gedanken machen, wie er es gerne gewünscht hätte, da er diese Wache schieben musste - weil er es einem Boten schuldete, der Briefe nach Roma gebracht hatte - er sollte einen besseren Weg finden, um mit Roma zu kommunizieren.


    Viele Leute aus der Stadt kamen und fragten, ob es stimme, was man höre und was betrunkene Nautae und andere Seeleute erzählten. Labeo musste also einige Male den ausgegebenen Satz äußern:


    "Zum gegenwärtigen Zeitpunkten liegen der Flotte keine Informationen vor! Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Bleiben Sie ruhig und besonnen."


    Als er dies das hunderterste Mal gesagt hatte, hörte er aus dem Inneren des Lagers eine lästernde Stimme, die er nur allzugut kannte - Quintius Crispinius:


    Ha, ha - da bin ich aber lieber durch die Probatio gefallen und kann jetzt einen saufen gehen, als wie unser Lippenfisch hier Wache zu stehen. ha, ha."


    Hinter ihm schlurfte Egnatius Pulpo her, für den der Quintier nicht gerade der beste Einfluss war - schließlich hatte es auch den Egnatier die Probatio gekostet, Labeo antworte dem Quintier:
    Probatus Qiuntius Crispinius, einige wissen was sich geziemt, andere. Nunja.,


    sagte Labeo und verzog keine Miene, da kam ein Junge an das Tor und fragte:


    Hallo, Nauta - stimmt es, dass unser lieber Kaiser tot ist?


    Labeo drehte sich dem Jungen zu und von den Probati weg, er ging sogar auf die Knie, um besser mit dem Kind sprechen zu können:


    "Lieber Junge, wir haben hier auch nicht mehr Informationen als Ihr. Du musst Dir aber keine Sorgen machen - falls es stimmt wird sicher Valerianus Kaiser und wenn es Probleme gibt, beschützen wir Euch!


    Der Quintier mischte sich ein:


    Iulier, rede mal nicht so eine Scheiße - wenn es erstmal zum Bürgerkrieg kommt, dann sterben hier alle


    Labeo konnte die Angst in den Augen des Kindes sehen, als dieses zu weinen anfing und wegrannte. Er wollte ihm noch hinterherrufen, aber das Lachen des Quintiers und das Einstimmen des Egnatiers brachten ihn zur Weißglut, er wollte - er könnte, dachte er, doch dann entschied er sich ruhig zu bleben, baute sich vor dem Quintier auf und sprach mit unterdrücktem Zorn:


    "Spinnst Du Probatus! Du hast das Kind erschreckt und sorgst für Unruhe! Insanissme!"


    Doch anstatt ihm zuzuhören drückte er ihn nur zur Seite und ging, Pulpo im Schlepptau in eine Taverne in der Stadt.


    Kopfschüttelnd sprach Labeo ihnen hinterher und doch eigentlich nur zu sich selbst:


    "Optimum est aliena frui insania!"


    Sim-Off:

    Das beste ist es aus fremden Narrheiten Nutzen zu ziehen.

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