Stadttor von Mogontiacum (Alles was über die Strasse kommt, muss zwangsweise hier durch!!!)

  • Tja, was wollten sie in der Stadt? Die Frage war sicher berechtigt, zumal von einer Torwache. Trotzdem brachte sie ihn etwas aus dem Konzept. Was genau sie in der Stadt wollten, wusste er selbst nicht so recht. Unwillkürlich wanderte sein Blick nach hinten zu Thrasea, aber der schmunzelte nur vielsagend und schien ansonsten auf die Antwort ebenso gespannt zu sein wie der übellaunige Miles. Von Ratnar kam auch nur das Übliche, nämlich nichts. Mit einem verlegenen Räuspern wandte sich Ove wieder dem Posten zu.


    „Naja, uns umsehen. Die Stadt angucken. Was essen vielleicht. Und übernachten .. nehm ich mal an.“

  • Persaeus musterte die noch eindringlicher, wobei sich seine Mine noch weiter verfinsterte. „Ach dafür habt ihr also die Reise von Raetia nach Mogontiacum unternommen? Ich nehme an wenn ihr eure Stadtbesichtigung beendet, wohl gespeist, gut geschlafen habt und einem reichlichen Frühstück gestärkt für den neuen Tag, werdet ihr unsere Stadt verlassen, um anschließend mit den Freunden, welche euch gerade verließen und noch vielen weiteren Freunden zurückkommen? Haltet uns wirklich für so einfältig, euch das abzukaufen?“
    Persaeus musste sich auf die Zunge beißen, damit er weiter sein ernstes Spiel fortsetzen konnte. So wie die drei sich anstellten hatte sie nicht wirklich vor die Stadt auszukundschaften um sie im Anschluss anzugreifen und auszuplündern.
    „Also was nun? Was kommt nach eurem angeblichen Stadtbummel?“ Diese Chance wollte der Miles ihnen noch geben.

  • Ove musste seine ganze Selbstbeherrschung aufbieten, um vor dem garstigen Miles nicht zurückzuweichen. Bei den Nornen, was hatte der für eine Laune. Vermutlich Hämorrhoiden. Onkel Walram litt auch unter Hämorrhoiden. Wenn der von einem längeren Ritt zurückkam, war er immer ähnlich mies gelaunt wie der Wachsoldat. Allerdings hatte er keinen Reiter vor sich, sondern einen Legionarius. Also waren es wohl eher Hühneraugen. Was es auch sei, Ove hatte dem Burschen jedenfalls nichts getan, war nicht mal unhöflich gewesen. Und was redete der von vielen Freunden?


    „Was denn für Freunde?“ fragte er verdutzt, „Die meisten unserer Freunde tun mittlerweile Dienst bei der Auxilia, der Rest ist zuhause an der Dalslang geblieben. Ich weiß wirklich nicht, was du meinst.“



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    Sextus Vedius Thrasea


    „Wenn ich das mal eben aufklären dürfte.“ brummte Thrasea und trat nach vorn. Wie erwartet hatte es Ove mal wieder völlig falsch angefangen. Überhaupt neigte der junge Spund dazu, um Ecken zu denken, wo gar keine waren. Das musste er sich noch abgewöhnen. Schleunigst.


    „Es ist ganz simpel, Miles. Diese beiden linkischen Damhirsche sind hier, um ihren Dienst bei der Numidia anzutreten, und bevor sie das tun, sollen sie sich nochmal so richtig amüsieren. Den Bast vom Geweih scheuern, wenn du verstehst, was ich meine. Und was unsere Begleiter betrifft, die stehen zwar in meinem Dienst, übernachten aber außerhalb der Stadt in den Canabae. Vermag dich das zu beruhigen?“

  • Jetzt grinste Persaeus über alle vier Backen. „Vetter Sextus Vedius Thrasea der linkischen Damhirsche, was immer das sein mag“, woher sollte ein Stadtmensch aus Rom, wie er das wissen. „Deine Erklärung ergibt jetzt Sinn. dann viel Vergnügen in unserer Stadt". Theopompus der Legionärriese klopfte den beiden auf die Rücken, man konnte fast denken die beiden würden wie ein Pfahl in den Boden geklopft. „Dann kann sich unsere Legio fast freuen, dass ihr uns nicht die Ehre gebt“. Lachend winkte er sie durch. „Viel Spaß in Mogontiacum“, meinte Persaeus nachdem die Gruppe in die Stadt eingeritten war meinte er zu Pompus, „der Vetter sollte den Burschen einen Besuch ins Lupanar spendieren, die sind ja noch sowas von grün hinter den Ohren, das erinnert mich doch glatt an unseren Frugi und Ferox bei ihrem Eintritt in der CU.“

  • Nicht anfassen, hätte Ove dem leutseligen Riesenmiles am liebsten entgegen gefaucht, riss sich aber zusammen. Wenn es tatsächlich Thraseas Plan war, sich in der Stadt zu amüsieren, dann wollte er sich wegen einer derben Pranke auf dem Rücken mal nicht so haben.


    Der Römer bedankte sich höflich bei den Wachsoldaten und führte sein Pferd voraus durchs Tor. Die beiden Suebi folgten ihm schweigend und mit brennenden Schulterblättern. Erst als er die Milites außer Hörweite wähnte, richtete Ove das Wort an Thrasea.


    „Täusch ich mich oder haben die uns gerade hochgenommen?“


    Thraseas Erheiterung war ein deutliches Indiz dafür, dass Ove mit seiner Vermutung genau richtig lag.


    „Da kannst du einen drauf lassen. Ihr zwei seid aber auch dankbare Objekte für sowas, bei Juventas. Im Ernst, Junge, du musst unbedingt an deinem Auftreten arbeiten, sonst bekommt ihr unter den ganzen Raubeinen bei der Truppe kein Bein auf den Boden.“


    „Ja, ich weiß.“ murmelte Ove betreten. Thrasea hatte natürlich recht. In Arweds langem Schatten hatte er sich noch allerlei Dämlichkeiten erlauben können, aber das war vorbei. „Sag mal.“ grinste er tapfer gegen die Beklommenheit an, „Den Bast vom Geweih scheuern, war das ernst gemeint? Ich meine, davon hast du vorhin noch nichts gesagt.“


    Thrasea nickte amüsiert. „Nun ja, das wäre jedenfalls eine Option. Es sei denn, ihr brennt dermaßen darauf, von eurem künftigen Ausbilder durch den Dreck gejagt zu werden, dass ein bisschen Spaß euch nur unnötig aufhalten würde.“


    „Sicher nicht.“ krächzte Ratnar unvermittelt auf. „Ganz sicher nicht.“ Dann verfiel er wieder in stille Kontemplation.

  • Das freudige Kreisen des kleinen Cornutus riss Curio aus seinen Gedanken. Offenbar war das nördliche Stadttor von Mogontiacum in Sichtweite gekommen und war nun durch das Wagenfenster zu sehen, an dem der kleine Junge die halbe Fahrt gestanden hatte, um sich genau anzusehen, was da draußen so vor sich ging, besonders in den dichten Wäldern, wo gerne mal Füchse, Dachse oder Wölfe umherstreiften und das Unterholz zum Knacken brachten. Der Helvetier blickte zu seinem Sohn auf, lächelte ihm leicht zu und streichelte ihm durch die feinen dunklen Haare.


    Sobald wir da sind, kommst du zu mir. Vielleicht müssen wir kontrolliert werden.


    sagte er mit einem strengen Unterton, doch eigentlich genoss er es, dass zumindest der kleine Junge Spaß an der Fahrt hatte. Curio wäre lieber noch auf dem Landgut geblieben, weil es dort ruhig, friedlich und sicher war. Der Helvetier atmete einmal tief durch, faltete die Hände ineinander und blicke auf die rauhe Oberfläche seiner Reisetunika.


    Es war wie immer die Pflicht, die ihn rief, was auch sonst, denn nachdem er sie zuletzt lange hatte schleifen lassen. Doch hatte er dies tun müssen, allein schon weil nach dem Angriff bei der Razzia im Brünftigen Hirschen seine Sprachstörungen zurückgekommen waren. Aussetzer, teilweise sogar immer schlimmer werdendes Stottern hatten ihn, dessen wichtigstes Kapital die Sprache und die freie Rede war, gezwungen, die Stadt erneut zu verlassen und sich einen Rhetoriklehrer aufs Landgut zu bestellen, der immer wieder Sprachübungen mit ihm gemacht hatte. Es war besser geworden mit der Zeit, aber so ganz verschwunden waren die Probleme noch nicht und doch war er nun wieder auf dem Weg zurück in die Stadt, weil er musste. Der Cultus Deorum hatte ihn gerufen, sein Patron erwartete seine Rückkehr und letztlich gab es da noch ein kleines Mädchen, das seine Ankunft erwartete oder auch zwei, wenn er seine Frau mitzählte, die allerdings schon lange kein kleines Mädchen mehr war, sich aber sehr gut damit aufziehen ließ.


    Mit einem Ruck kam der Reisewagen vor dem Tor zum stehen. Curio blickte auf und räusperte sich.


    Cornutus, zu mir.


    forderte er seinen Sohn auf, der sich ein wenig missmutig neben seinen Vater setzte. Natürlich war es viel interessanter, sich die römischen Soldaten anzuschauen, die vor dem Tor Wache hielten, aber es ging auch um die Sicherheit des Kindes. Schließlich konnte Curio, trotz seiner engenen Verbindung mit den militärischen Einheiten in der Stadt, nicht wissen, ob da nicht doch mal ein faules Ei dabei, was er leider sowohl von seinem Vater wie auch von seinem Bruder immer wieder hatte hören müssen.


  • Cersobleptes Bavius Persaeus


    Persaeus stand mit dem Rest der Torwache und beobachtete wer da wohl ankäme.
    "Ach Leute, das ist der Aedituus, der endlich nach Hause kommt. Der kann gleich durch."
    Der Legionär hatte ihn sofort erkannt und winkte ihn durch.

  • Curio war nicht sonderlich angespannt. Er kannte einige Soldaten der beiden Einheiten, nicht nur durch den Dienst seines eigenen Bruders und die Verbindungen über den älteren Bruder seines guten Freundes, sondern auch weil er als Decurio nicht selten die Interessen der Einheiten im Stadtrat vertreten hatte. Dennoch konnte man nie wissen, auf wen man an den Stadttoren traf, doch war bereits nach wenigen Augen die Stimme eines der Soldaten zu hören, nachdem dieser einen Blick in den Wagen geworfen hatte.


    Vielen Dank, Legionarius.


    erwiderte er den Ausruf des Soldaten und nickte ihm dankbar zu. Er wollte nach Hause und dem Jungen würde es auch guttun, wenn er sich gleich im Garten der Casa Heletia austoben konnte nach der Fahrt. Danach setzte sich der Wagen wieder in Bewegung und ruckelte weiter zur Casa Helvetia.

  • Im Morgentau näherte sich ein Wagen dem Stadttor Mogontiacums. Wo der Morgen im Hochsommer in Achaia, Hispania und vermutlich auch in Italia eine angenehme Frische hatte, der anfangs lauere und am Mittag heißere Temperaturen folgten, bei denen man sich im Schatten freiwillig abkühlen konnte, hatte er hier eine schon fast herbstliche Kälte – Germanien, nicht unweit des Limes, der die Provinz von Germania Magna trennte. Ja... das musste es sein, war es doch in Durocortorum in der Provinz Belgica noch etwas lauer am Morgen gewesen.

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    Auf dem Wagen saß neben dem Lenker ein riesiger, langhaarige und bärtiger Mann, der eher einem Bären als einem Mensch glich. Nach vorne gebeugt, mit den Ellenbogen auf den Knien und zusammengekniffenen Augen zeichneten sich die Umrisse der Stadt, welche für ihn aufgrund seiner keltischen Abstammung und dessen Wohnkultur von wirklich beachtlicher Größe war, immer klarer ab. Mit zwei kräftigen Klopfern auf die Seitenwand des Wagens, kündigte er die nahestehende Ankunft an. "Dorf groß, dominus." Der Wortschatz des Hünen beschränkte sich auf einzelne Wortfetzen und klägliche Versuche, diese in eine sinnvolle und verständliche Reihenfolge zu bringen. Immerhin verstand er mehr, als er formulieren und artikulieren konnte. In Anbetracht der Tatsache, dass er als Custos Corporis seines Herren fungierte und ob seiner natürlicher Voraussetzungen und Fähigkeiten bestens dafür geschaffen war, ließ sich dieses Defizit verschmerzen.

    http://www.imperiumromanum.net…/ava_galerie/Grieche1.jpg Im Inneren des Wagens vernahm ein eher hagerer Mann mit bereits leicht fortgeschrittenem Haarausfall in der Mitte seines Kopfes und übersetzte dieses Zeichen unnötigerweise seinem dominus, als dieser nachdenklich aus dem Fenster schauend nicht darauf reagierte. "Ich glaube, Connell möchte uns sagen, dass wir zeitnah in Mogontiacum eintreffen, dominus." Nach dieser sichtlich überflüssigen Anmerkung verzog Diogenes leicht seinen rechten Mundwinkel und schaute ebenfalls aus dem Fenster. Gelegentlich dachte der gebürtige Grieche noch an seine Heimat. Ihm war aber bewusst, dass jeder Gedanke daran, ihn schmerzte, weshalb er sich folglich lieber auf die Gegend konzentrierte, die auch für ihn neu war - auch wenn er schon viel darüber gelesen hatte, in natura war alles noch faszinierender wenngleich erschreckender.
    Nachdem einige Momente verstrichen waren, reagierte der dominus endlich auf die Hinweise seiner Sklaven, die ihn aus den Gedanken gerissen hatten. "Gut gut." entgegnete Titus Tiberius Merula schon fast beiläufig, um kurz darauf seinen Blick von der Gegend abzuwenden und diesen auf Diogenes zu richten. "Melde mich bei den Wachen an." wies er seinen Sekretär an, fügte noch hinzu "Sollte mein Name nicht genügen, lege ihnen meine familiären Verbindungen dar und zeige ihnen den Siegelring." und gab ihm den Ring. Eigentlich sollte dieser Name reichen - die Vergangenheit um den Kaisermord war zu lange her, als dass ein gewöhnlicher provinzieller Legionarius ihm den Einlass verwehrte - aber man konnte ja nie wissen. Er wollte es in jedem Falle vermeiden auszusteigen - zum einen war ihm nicht danach, zum anderen war er sich dafür zu fein.


    Der Wagen hielt schließlich vor dem Stadttor und Diogenes stieg aus. Mit einem Fingerzeig deutete er dem bärtigen Hünen, dass er sitzen bleiben und still sein solle. Mit freundlichem und vornehmen Tonfall kündigte er seinen dominus an. "Mein dominus Titus Tiberius Merula begehrt Einlass in diese Stadt." Den nomen gentile betonte er dabei besonders, damit die Soldaten ihn auch ja nicht überhörten.


    Edit: Farbcodes angepasst wegen der Lesbarkeit.


  • Legionär


    Der eingeteilte Legionär, welcher heute die kleine Wacheinheit führte, blickte zum gepflegten Griechen, der sich aus dem Reisewagen pellte. "Aha, Grieche," stammelte der Legionär abschätzig, da er wenig von den verweichlichten Philosophen hielt. Auch deren Aufmachung war oft unpassend und wenig praktisch. "Salve," grüßte der Legionär und überhörte wohl den vornehmen Tonfall. "Tiberius Merula?" - fragte er seltsam schmunzelnd. "Nie gehört," hob er die Schultern an. "Ich kenne nur unseren Centurio Tiberius," kommentierte die andere Wache mit einem skeptischen Blick. "Ah! Stimmt," meinte der Wachhabende. "Dieser sogenannte Held," meinte ein anderer Soldat, welcher herbeitrat. "Ja, der harte Hund," meinte wieder die Wache, die den Centurio zu kennen schien. "Es heißt, dass er alleine ein ganzes Dorf besiegt hat, um seine Leute zu retten," erweiterte er seine Aussage und alle Anwesenden nickten kalt. (In ferner Zukunft würde man ihn wohl mit Chuck Norris vergleichen, dessen Legenden ja auch legendär waren aber wohl nicht stimmten.) "Jo," machte der Wachhabende, der zu lange im Norden war, in jenem typischen Tonfall. "Dennoch kenne ich keinen Tiberius Merula," wandte er sich wieder zum Griechen. "Die Stadt steht euch offen, sofern wir sehen, wer sich noch im Wagen befindet und mit was ihr einreist," befahl der Mann gelangweilt und deutete mit seiner Hasta auf den Wagen. "Alle aussteigen und Gepäck ins Feld werfen," sagte er und winkte mit seiner freien Hand die anderen Legionäre heran, damit die Kontrolle beginnen konnte.


  • http://www.imperiumromanum.net…/ava_galerie/Grieche1.jpg Die abschätzigen Worte nahm der Grieche weder persönlich noch ernst. Seine stoische Ruhe und Philosophie verbat es ihm, sich über derlei Dinge aufzuregen. Zudem war er den Legionären geistig um einiges überlegen, was ihm ausreichend Genugtuung verschaffe hätte, sollte er sie jemals brauchen. Was die Soldaten danach verlauten ließen, war doch äußerst kurios. Tiberius Merula schienen sie nicht zu kennen - gut, dass war klar, woher auch, Allerdings hätte man schon davon ausgehen können, dass ein Tiberius leichter hätte das Stadttor passieren können, als ein dahergelaufener Wilder mit einer Axt in der einen und einem Kopf in der anderen Hand. Sie sprachen aber von ihrem Centurio Tiberius Verus, dem Bruder von Merula, auf eine sonderbaren und schon fast abschätzigen Art und Weise, wenn man ihr Dienstverhältnis hinterfragte. Bewunderten sie ihn jetzt für seine Tat - die im übrigen doch eher wie eine Sage als eine wahre Begebenheit klang - oder waren sie neidisch? Diogenes wusste es nicht. Während die Soldaten über Verus sprachen, hatte Merula den Vorhang des Wagens am kleinen Fenster mit der Hand weggeschoben, um nachzusehen, wer da in dieser Weise von seinem Bruder sprach. Irritiert und skeptisch kniff er die Augen zusammen und beobachtete weiter die Szene. "Nun, Milites, sofern ihr von Tiberius Verus sprecht, handelt es sich dabei um Tiberius Merulas Bruder." Dass er somit ebenso der Cousin der Frau des Statthalters, Tiberia Lucia war, musste er wohl nicht mehr erwähnen - jedenfalls hielt er die Soldaten nicht für Holzköpfe, die den hiesigen Residenten und dessen Familie nicht kannten. Zusätzlich zeigte er ihnen den Siegelring, den Merula ihm gegeben hatte.
    Es war ja nicht so, dass Merula die Gepflogenheiten an den Stadttoren - gemeint waren die routinemäßigen Kontrollen des Wagens und des Gepäcks - nicht kannte. Allerdings hatte er hier ob seiner Familienzugehörigkeit ein anders Prozedere erwartet.

    http://www.imperiumromanum.net…isc/ava_galerie/Kelte.jpg Connell blieb hingegen nicht so ruhig und besonnen wie Diogenes, als einer der Soldaten die Spitze seines Speers auf den Wagen und somit auch auf seinen dominus und ihn selbst richtete. Er sprang von dem Wagen herunter in den Matsch, woraufhin dieser an die Außenwand es Wagen und an die Kleidung des Hünen spritzte sowie eben jenes matschige Geräusch erklang. Zudem wackelte der Wagen gehörig, da der Kelte ja auch einiges aufgrund seiner Statur auf die Waage brachte. Die Soldaten mochten das vermutlich als Bedrohung auffassen, wenn sie auch dabei noch den grimmigen Blick des Mannes zur Kenntnis nehmen würden. Glücklicherweise blieb er noch stehen und fragte leise in Richtung des Wageninneren zu seinem dominus "Umhaun, dominus?". Merula wendete seinen Blick nicht von der Szenerie ab, gab aber seinem Sklaven zu verstehen, was er von dieser Idee hielt. "Bei den Göttern, natürlich nicht!" Dann wäre das hier nämlich ein kurzer Aufenthalt und Connell wäre die längste Zeit sein Sklave gewesen, nachdem sie ihm ihre Speere in den Leib bohren würden. Er selbst wollte auch noch nicht eingreifen, Diogenes würde das schon regeln.


  • Legionär


    "Ah," machte der Anführer der kleinen Einheit minder überrascht. "Der Bruder des Kriegshelden!" Dabei betonte er das Wort Kriegsheld besonders, obwohl nicht ganz abschätzen konnte, ob er es abschätzig oder wohlwollend betonte. Es brachte nur zum Ausdruck, dass der Wachhabende wohl skeptisch war.


    Auf seine Hasta gestützt, lehnte er gelangweilt dort und überlegte, wie er nun verfahren sollte. "Wieder einer der behauptet, wichtig zu sein," meinte ein anderer Soldat und lachte bitter auf. Schließlich zeigte der Grieche einen Siegelring. "Wunderbar ein goldener Siegelring eines mir unbekannten Hauses," erklärte der anführende Wachsoldat und schob den griechischen Sklaven mit einer Handbewegung von sich weg. Dennoch schien er nun mehr Glauben in die Geschichte zu schenken, da er nicht mehr so abweisend wirkte.


    Plötzlich sprang der germanische Hühne vom Wagen und brachte die kleine Einheit an Legionären ziemlich auf. Schnell erhoben sie ihre Lanzen und richtete diese geschlossen auf den bärtigen Germanen. Zu seinem Glück fragte er noch seinen Herren, so dass sich die Situation doch noch beruhigen konnte. Die Legionäre senkten ihre Waffen. "Gut, ihr könnt passieren," sagte der Wachhabende dann, denn er hatte nun wirklich keine Lust auf Ärger. Schließlich war der Wachdienst einer der langweiligsten Posten und er hatte nicht die Absicht nun einen Kampf zu provozieren, der in seinen Augen nicht nötig war. Immerhin konnte die Geschichte stimmen und wenn nicht, wäre es auch nicht schlimm. Heute Abend gab es einen schönen Eintopf und den wollte er wirklich gesund verspeisen! Eintopftag war ein wichtiger Tag für die einfachen Mannschaften.


  • http://www.imperiumromanum.net…/ava_galerie/Grieche1.jpg ... 'eines mir unbekannten Hauses'? rezitierte Diogenes die Aussage des einen Miles innerlich. Er hatte noch nie von den Tiberii gehört? Einer patrizischen Gens, die über Jahrzehnte glorreiche Senatoren, Politiker, Feldherren hervorgebracht hatte? Er kannte nicht die Tiberier, obwohl die Gattin des Legatus Augusti pro Praetore eine Tiberia war? Der gebildete Grieche schüttelte lieber nur innerlich den Kopf, sonst hätte er vermutlich gleich zwei Speere im Bauch und ein Gladius im Halse stecken.

    http://www.imperiumromanum.net…isc/ava_galerie/Kelte.jpg Das matschige Geräusch hinter sich, vernahm er kaum, stand er doch zu weit weg von dem Wagen seines dominus. Als daraufhin die Soldaten eine Abwehrhaltung einnahmen, da sie sich offensichtlich bedroht fühlten, erschrak der Grieche. Hatte er etwa doch mit dem Kopf genickt? Er machte einen Schritt zurück und sah über seine Schulter, damit er nicht stolperte. Dabei erblickte er Connell, der wohl vom Wagen gesprungen war und sich grimmig dreinschauend daneben aufgebaut hatte. 'Umhaun, dominus?' So ein Dummkopf! dachte Diogenes nur und war schon bereit für die angekündigten Speere im Bauch und das Gladius um Hals, als die Soldaten sich dann doch wieder beruhigten. Er hatte nicht gehört, was sein dominus gesagt hatte, aber es war doch stark davon auszugehen, dass dieser die Frage des Hünen verneint hatte. Als die Erlaubnis der Soldaten folgte, stieg der Grieche zurück in den Wagen und der Kelte zurück auf den Wagen. "Wieso hat das so lange gedauert?" fragte Merula seinen Leibdsklaven und Sekretär genervt und ließ den Vorhang des Fenster aus seinen Fingern gleiten, sodass dieser wieder zu fiel. "Missverständnisse, dominus. Missverständnisse." Diogenes wusste, dass das letzte, was sein dominus jetzt gebrauchen konnte, unnötiger Stress war, also beließ er es dabei und erzählte ihm auch nichts von den abschätzigen Worten der Soldaten. Dass Merula allerdings ein paar Wortfetzen mitbekommen hatte, wusste der Grieche nicht. Schließlich gab Diogenes dem Lenker des Wagens durch zweimaliges Klopfen das Zeichen, loszufahren. Das Ziel war schon seit Anbeginn der Reise klar: Die Regia, wo der Legatus Augsti pro Praetore residierte und Merula seine Cousine Lucia hoffentlich antreffen würde.

  • Eins der Stadttore von Mogontiacum tauchte vor der Karawane auf. Sie hatten es geschafft. Müde, zerschlagen, von den Unbilden des Wetters und des Weges gezeichnet, teilte sich hier die Gruppe der Reisenden. Ein Teil zog mit der Vexillatio weiter. Massa und drei Mitreisende strebten auf das Tor von Mogontiacum zu. Mit seinen zwei Pferden im Schlepp ging er auf eine der Wachposten zu und sprach sie an.


    „ Salve ich möchte zur Castra der Legio II Germanicae.“


  • Legionär



    Wieder so ein Tag an dem man sich an der Straße langweilt. Heute plätscherte es einfach so vor sich hin. Als nun der Tross auf die Wachhabenden zukam, rückte der Soldat seinen Helm gerade und grüße artig. „Salve....ähm ich glaube ich habe deinen Namen nicht verstanden. Wie war der doch gleich?“


  • Legionär


    Als der Name fiel, klingelte es bei dem Soldaten. Das war also der neue Tribunus Angusticlavius, der angekündigt wurde. Da er sich aber nur mit seinem Namen vorstellte grüßte der Soldat auch nicht militärischen. „Dann willkommen in unserer schönen Stadt zu zur Castra der Legio II Germanicae geht es dort entlang.“ Sagte der Mann und wies dem Neuankömmling den Weg.

  • Massa fror und war dankbar, dass er ohne weiteres Procedere in die Stadt kam und nicht nach dem Weg fragen musste. " Danke, dir." Eine kleine Stadt nach den Maßstäben die Massa gewohnt war. Das musste nicht heißen, das es hier schlechter war als in Alexandria. Es war nur anders und viel viel kälter. Er zog am Zügel seiner Pferde . Die setzten sich langsam in Bewegung und folgtem ihm auf dem gewiesenen Weg zur Castra.

  • Gar nicht mal so erschöpft, wie man es nach einer solchen Reise erwarten könnte, erreichte der junge Titus das Ziel seiner Wanderung von der niedergermanischen Heimat zu jenem Ort in Obergermainen in dem er sein neues Leben starten wollte.


    Lächelnd und mit großen, vor Neugierde und auch einem guten Schüppchen Überwältigung, strahlenden Augen näherte sich der junge Römer dem Stadttor von Mogontiacum.


    Da er nicht der einzige war, der an diesem Tag in die Stadt hinein wollte, geriet er vor dem Tor in eine kleine Zone zähfließenden Verkehrs in dem er nur langsam voran kam, da der eine oder andere Reisende offenbar das Bedürfnis hatte ausführliche Diskussionen mit jenen tapferen Männern zu führen, die das Tor bewachten und dabei gegen ihre Müdigkeit und die Langeweile ankämpften.


    Nach einer Weile war es dann soweit, dass Titus als einer der nächsten das Tor würde passieren. Er hoffte darauf, dass er dabei von einem der Wächter die wichtige Information würde erhalten können, die ihn davor bewahren würde wie ein Tourist planlos durch die Stadt zu tapsen. Er war gespannt.

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