• Unterdessen hatte die Kolonne die Casa der Gens Decima erreicht. Die Träger stoppten, die Eskorte schien sich zu entspannen, war das Gröbste doch hinter ihnen. Der erste Part schien gut abgelaufen zu sein, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dass etwas in Taracco einer der friedlichsten Städte des Imperiums passieren könnte, mehr als minimal war, so wollten sie doch kein Risiko eingehen. Balbus gab ein paar Legionären das Zeichen, dass sie sich gleich für den Abmarsch bereit machen konnten.


    Meridius indess sprach:


    "Wir sind angekommen, Metellus! Dies ist mein bescheidenes Heim. Du bist herzlich willkommen! Und Iunia, meine Schwester wird sich freuen, dass Du ebenfalls mitgekommen bist. Doch nun, tretet ein, tretet ein..."

  • Balbus ist zufrieden. Bis dahin ging der Job ganz gut. Auf der Strasse gab es keine Vorkommnisse, die Legionäre hatten alles im Griff, auch die verengte Passage auf der Hauptstrasse hatte die Truppe nicht wirklich aufgehalten. Die 'Fracht' hatte ihr Ziel ohne Schaden erreicht, der Trupp würde heute Abend im Castellum eine extra-Portion Wein bekommen.


    "He Legionär! Mach die Strasse dort unten dicht, ich will dass hier keiner um das Haus schleicht, verstanden?"

  • Es war fast Mittag als das Schiff in Tarraco anlegte.
    Ich ging von Bord, erst ein wenig steifbeinig und schwankend, mein Blick glitt über den Hafen.
    Es hatte sich viel verändert seitem ich das letzte mal hier gewesen war.
    Das letzte mal ... es war fast wie aus einem anderen Leben ...


    Ich verscheuchte diese Gedanken, schulterte mein Gepäck und machte mich auf zur Regia Proconsulis.

  • Livianus schlenderte gerade den Hafen entlang und beobachtete die eintreffenden und auslaufenden Schiffe als er den Princeps Prior Gaius Flavius Catus von Bord eines gerade angelegten Schiffes kommen sah. Er ging auf ihn zu und begrüßte ihn freundlich:


    "Salve Princeps Prior! Willkommen in Tarraco. Ich weiß nicht ob ihr euch an mich erinnern könnt. Mein Name ist Marcus Decimus Livianus und ich bin der Cousin von Senator Meridius. Ich habe Ihm damals bei seinem Besuch auf eurem Anwesen in Rom begleitet. Ich möchte mich noch einmal recht herzlich für die Einladung an unsere Gens-Mitglieder bedanken. Kann ich euch irgendwie behilflich sein? Seit ihr zum ersten mal in Hispania?"

  • "Salve Livianus.
    Natürchlich weiss ich wer Du bist.
    Was für ein glücklicher Umstand das ich Dich hier treffe.
    Ich war auf dem Weg zur Regis, weil ich vermutete, das ich es am einfachsten finden würde.
    Aber jetzt kannst Du mich ja zur Casa Decima führen. Dem Haus des Bräutigams für unsere Hochzeit, dank der großzügigkeit Senator Meridius.
    Dann kann ich dort Senator Meridius begrüssen und ihm nochmal dafür danken und mein Gepäck ablegen."


    "Schön ist es hier. Und .." ich zögerte kurz, die alte Gewohnheit siegte. ".. ja ich bin zum ersten mal in Hispania."

  • "Es wäre mir eine Freude! Ich kann euch leider nicht garantieren ob sich Meridius zur Zeit in der Casa aufhält, aber ihr könnt zumindest einstweilen das Gepäck dort abstellen und euch wenn ihr es wünscht etwas frisch machen oder ausruhen. Bitte folgt mir und lasst mich euch das Gepäck abnehmen. Eure Überfahrt nach Tarraco war sicher anstrengend. Kommt."

  • Voller Freude schwand die Anspannung meines Magens als ich das Schiff verließ. Wo war Catus dachte ich mir und hatte mich wohl beim Landgang etwas dumm bewegt und musste mich erstmal setzen. Ich war ja nicht allein...

  • Geknarre der Planken, Meer, Wellen, einige Möven, Posca, Wein, dann wieder Posca. Runter zum Würfelspiel, stickig, also raus auf Deck - Seeluft.
    Das ungewöhnlich schnittige Schiff machte gute Fahrt - zumindest kam es Sophus, einem Laien auf dem Gebiet der Seefahrt, so vor.
    Der Legionär blickte in die Weiten, die hinter dem Heck lagen - Italia war schon seit fast acht Nächten nicht mehr in Sicht.
    Die Fahrt war ruhig verlaufen, Stürme, wie man sie zu dieser Jahreszeit hätte erwarten können, waren ausgeblieben. Dennoch lag die Hälfte der Fahrgäste mit teils ernsten Magenbeschwerden unter Deck und wagte sich nur hin und wieder an Deck, um den dunkelblauen Tiefen Teile ihres Mageninhalts zu übergeben.
    Einerseits genoss Sophus die Ruhe - die letzten Wochen waren nervenaufreibend gewesen -, andererseits war etwas Langeweile aufgekommen, nachdem sein bislang einziger Gesprächspartner, ein junger Rekrut aus Hispania, seekrank geworden war.
    Sophus blickte die Reling hinunter und schüttelte leicht den Kopf. Ihm, der auf Handelsschiffen oft wochenlang gefährliche Flüsse wie den Rhenus befahren hatte, konnte derart leichter Wellengang nicht aus der Ruhe bringen...


    "Land! Land in Sicht!"


    Sophus eilte an den Bug und wartete einige Augenblicke. Tatsächlich, ein dünner Streifen am Horizont tat sich auf - Hispania!


    Schnell unter Deck, rasieren. Sophus legte seine beste Toga an, um keinen allzu schlechten Eindruck zu hinterlassen und packte allen Besitz zusammen.
    Schließlich lief die "Aurora" in den Hafen Tarracos ein.
    Wo blieb nur der elende Kutscher, den man ihm versprochen hatte?
    Ah, da vorne...Bauerntölpel, der kein Latein verstand.
    Nachdem Sophus dem Spanier mit Händen und Füßen erklärt hatte, dass er zum Kastell der Legio IX wollte, ging die holprige Fahrt in Richtung des Kastells endlich los.

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